Sonntag, 12. Juli 2015

Predigt: Wir brauchen mehr Bekenner

"Wir leben in einer freien Gesellschaft, in der jeder sein Bekenntnis abgeben kann," begann unser Pfarrer heute seine Sonntagspredigt. Ich musste unwillkürlich bei diesen Worten meinen Kopf schütteln. Waren dies nicht "hohle" Worte? Leben wir nicht längst in einer Meinungsdiktatur?  Gibt es nicht längst viele Meinungen, die man auf keinen Fall mehr äußern darf? Zum Beispiel die Ablehnung der Homo-Ehe, massenhaften Abtreibungen und der Präimplatationsdiagnostik. Natürlich ist dies auch unserem Pfarrer durchaus bewusst, dass man schon Mut braucht, "gegen den Strom" zu schwimmen. Unsere Gesellschaft leide darunter, dass es zu wenige Bekenner gäbe, führte er in seiner Predigt weiter aus. Die breite Mehrheit neige dazu, zu schweigen, sich eines Bekenntnisses zu enthalten Dadurch stünden die Bekenntnisse von "Extremisten" im Vordergrund.

In den Lesungen des heutigen Sonntags geht es genau darum, um die Aussendung zum Bekenntnis. In der ersten Lesung  aus dem alten Testament erfahren wir, dass Amos, ein Viehhändler als Prophet berufen wurde und dies dem etablierten Priesterstand gar nicht gefiel. In der zweiten Lesung sagt Paulus, dass wir von Gott zum "Lob seiner Herrlichkeit" auserwählt wurden. Und im Evangelium hören wir, dass Christus seine Jünger aussendet, um das Evangelium zu verkünden.

Man brauche dazu kein Theologiestudium, kein Amt, sagte unser Pfarrer. Aber einen festen Glauben und den Mut zum klaren Bekenntnis. Leider fehle es nicht nur in der Gesellschaft sondern auch in der Kirche an Bekennern. Auch innerhalb der Kirche ein erheblicher Glaubens- und Werteverlust zu verzeichnen. Hierzu brauche sich jeder Gläubige als Gewissensprüfung nur die Frage "Kennen Sie die fünf Kirchengebote und die 10 Gebote?" zu stellen. 

Er schloss noch einmal seine Ausführungen damit ab, dass wir Bekenner dringend brauchen, Menschen die für das Gute in Gesellschaft und Kirche eintreten. Gebe Gott uns allen den Mut, den Glauben wahrhaft zu bekennen.

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