Freitag, 17. Juli 2015

Kirchenaustrittszahlen im Oldenburger Land "stabil"

Derzeit werden wieder die aktuellen Statistiken über die "Eckdaten" in der katholischen Kirche in allen deutschen Bistümern veröffentlicht. Katholisch.de, die offizielle Internetplattform der kath. Kirche in Deutschland, teilt mit, dass im vergangenen Jahr 217.716 Gläubige der Kirche den Rücken gekehrt hätten.Dies waren bundesweit 20 Prozent (!) mehr als im Jahr 2013. Insgesamt sei der Anteil der Katholiken um 0,4 auf 29,5 Prozent gesunken. Nicht ganz so alarmierend sind die Zahlen im niedersächsischen Teil des Bistums Münster, berichtet hingegen das Offizialat Vechta in einer Pressemeldung.
Insgesamt seien 11.859 Menschen im ganzen Bistum Münster ausgetreten, davon 1.402 im Offizialatsbezirk Oldenburg. Aber wegen sinkender Beerdigungszahlen und erhöhten Wiederaufnahmen und Eintritten sowie nur leicht abnehmenden Taufen sei die Zahl der Katholiken im Offizialatsbezirk mit 91 Menschen nur um 1.2 Prozent gesunken. Das Bistum Münster ist nach dem Erzbistum Köln aktuell die zweitgrößte Diözese in Deutschland, heißt es in der Pressemitteilung.

Dennoch ist dies kein Grund, den auch hierzulande  vorhandenen Trend zum Exodus aus der Kirche zu marginalisieren. Die Tatsache, dass nur 12 Prozent aller Katholiken noch sonntags zur Messe kommen, ist weiteres Symptom, dass es um unsere Kirche nicht gut bestellt ist. Während unsere hiesige Teilkirche allerhand Investitionen und Anstrengungen in caritativen und sozialen Bereichen unternimmt, gibt es auch im Oldenburger Land kaum Initiativen zur Neuevangelisierung, wenn man die Forumskirche St, Peter in Oldenburg ausnimmt.

Allerdings darf man nicht erwarten, das Neuevangelisierung allein institutionell in Gang werden kann. In unserer Kirche muss ein Ruck durch alle Gläubigen gehen, die sich der Kirche verbunden fühlen. Glaubensverbreitung ist Sache eines jeden Christen. Sie fängt mit einer Gewissensprüfung an: Wie steht es um meinen eigenen Glauben? Strahlt die Liebe Gottes in meinem Denken, Handeln und Tun weiter aus in meine Familie und meine Umwelt? Bin ich ein Zeuge christlichen Glaubens, ein anziehendes Glied in der katholischen Kirche? Jeder Einzelne kann mit seinem Gebet und zeugenhaften Leben mehr bewirken als manch gut und mit viel Geld organisierter Aktionismus.

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