Donnerstag, 9. Juli 2015

Einen Bischof "adoptieren" kann zu einem bösen Ende führen

Wie ich im Blog "Das hörende Herz" lese, hat das päpstliche Hilfswerk "Kirche in Not" eine neue Gebetsaktion gestartet. Mit Hilfe eines Zufallsgenerators kann man sich einen  Synodenvater der im Herbst beginnenden Familiensynode zuordnen lassen, für den man eine Gebetspatenschaft übernehmen soll. Das heißt, man betet während der Synode für den betreffenden teilnehmenden Bischof, damit die "richtigen" Entscheidungen und Weichen für die Zukunft unserer Kirche gestellt werden. Dies erinnert mich an böse Reaktionen, als ich während der im Frühjahr stattgefundenen Vollversammlung des "Zentralkomitees der deutschen Katholiken" (ZdK) zum Rosenkranz-Gebet für die Teilnehmer aufrief.

Kann Beten "aggressiv-passives Pöbeln" sein? So sah es offensichtlich ein bekannter Funktionärs-Christ, wie er sich selber bezeichnet.
Er reagierte mit diesem Tweet offensichtlich indirekt auf meinen Gebetsaufruf, den ich unmittelbar zuvor mit dem hashtag #zdkvv auf Twitter gepostetet hatte. Ich will jetzt nicht nachkarten, darum geht es mir gar nicht. Aber die Frage muss gestellt werden: Kann Beten Sünde sein? Im Gebet lege ich meine Anliegen und Bitten vor Gott, wohl wissend, dass nicht mein sondern sein Wille geschehen wird. (2. Vater Unser-Bitte) Im Gebet erkenne ich an, dass Er der Herr ist, der alles richtet und lenkt. Ansonsten wäre es gar kein Gebet.

Letztendlich lege ich alles in Gottes Hand. Von pöbelnder Gewalt kann also beim Gebet keine Rede sein. Was anderes ist es natürlich, wenn ich mich mit einem Rosenkranz vor dem Gebäude stellen würde, um davor dann zu demonstrieren . (Alles schon gewesen: "Lebensschützer" demonstrierten so vor Abtreibungskliniken.) Dies hat dann tatsächlich nichts mit Gebet zu tun, es handelt sich dann um eine politische Demonstration. Aber der reine Aufruf zum Gebet ist nach alter Tradition der Kirche niemals Demonstration.  Die Tatsache, dass in gewissen Kreisen Gebetsaufrufe als politischer Aktionismus abgewertet wird, offenbart deren gespaltenes Verhältnis zum Gebet und Glauben unserer Kirche.

Das Fürbittgebet ist eine uralte Tradition im Christentum. Wir beten nicht nur in eigenen Anliegen sondern auch für das Wohl unserer Familie und Angehörigen, für unsere Umgebung und unsere Kirche. Daher sind wir gerade bei wichtigen Versammlungen aller Gremien geradezu berufen, für die Teilnehmer zu beten. Papst Franziskus fordert uns bei jeder Gelegenheit auf, für ihn zu beten.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen