Donnerstag, 25. Juni 2015

Rückschau auf den hl. Johannes den Täufer

Unsere Pfarrei feierte gestern ihr Patronatsfest in einem kleinen aber sehr feierlichen Rahmen. Der "Johannesabend" begann mit einer feierlichen heiligen Messe mit Gloria, zwei Lesungen und natürlich dem Evangelium über die Geburt des Johannes des Täufers und dem Glaubensbekenntnis und der Eucharistiefeier. Am Ende der Messe segnete uns unser Pfarrer mit Weihwasser. Johannes taufte mit Wasser, als Christen sind wir getauft auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes. Bei der Taufe werden wir Christen zum König, Priester und Propheten gesalbt und in die Welt gesendet.

Im Anschluss trafen wir uns zu einem gemütlichen kleinen Beisammensein bei einem Glas Wein. Natürlich dachten wir auch daran, dass wir nur noch ein kleines Häuflein sind, die sich versammeln. Viele Menschen wollen ihre Kinder taufen lassen, zur Erstkommunion und Firmung anmelden. Die kirchliche Hochzeit ist ein Muss! Aber sie nehmen kaum mehr am Gemeindeleben teil, gehen allenfalls selten noch "zur Kirche". Ein intensives Gebetsleben, eine Auseinandersetzung mit der Lehre der Kirche? Fehlanzeige!

Zu ehemals hohen Feiertagen wie Johannes der Täufer oder Peter und Paul kommen nur noch vielleicht 20 bis 40 von ca. 5.000 Gemeindemitgliedern. Wie bekommt man die Leute in das Gotteshaus? Mit einer noch so ansprechenden Messe wird dies nicht gelingen. Eine Neuevangelisierung ist notwendig. Eine Umkehr zu die der heilige Johannes, der Täufer, uns auffordert:
Ihr Schlangenbrut, wer hat euch denn gelehrt, dass ihr dem kommenden Gericht entrinnen könnt? 8Bringt Früchte hervor, die eure Umkehr zeigen, und fangt nicht an zu sagen: Wir haben ja Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann aus diesen Steinen Kinder Abrahams machen. 9Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt; jeder Baum, der keine gute Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen. (Lukas 3,7-9)
Übertragen auf unsere Zeit könnte die Botschaft heute lauten: "Liebe Leute, es hat keinen Sinn, sich katholisch nennen zu wollen, wenn man sich vom mystischen Leib der Kirche trennt, nicht mehr an der "Gemeinschaft der Heiligen" im Messopfer teilnimmt, nicht mehr betet und keine persönliche Christusbeziehung mehr pflegt. In diesem Falle kann man das drumherum auch gerne fallen lassen. Wozu dann noch das Ja-Wort vor dem Altar? Die feierliche Firmung? Wer sowieso nur noch dem Äußeren nach an der Kirche teilnimmt, kann das auch gleich ganz bleiben lassen.

Diese Sätze sollen nicht als Rausschmiss sondern als Weckruf verstanden werden. Die Kirche bietet weit mehr, als die Leute denken. Glaube macht allerdings nur Sinn, wenn man ihn auch praktiziert. Sich selbst klein macht, damit Christus in uns groß werden kann. Erst dann kommt der Glanz und die Freude des katholischen Glaubens wirklich zur Entfaltung und Größe. Wer nur der Tradition halber noch "katholisch" ist, hat den eigentlichen Schatz des Glaubens längst verloren.

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