Sonntag, 10. Mai 2015

Sehr viel Liebe zum Muttertag

"Heute feiern wir Muttertag!" Mit diesen Worten leitete unser Kaplan heute in das Sonntagshochamt ein. Ein wenig irritierte mich dieser Satz: Schließlich ist der Muttertag kein christliches Fest. Es wurde wie Halloween oder Valtentinstag aus den USA in unsere Region importiert und dient vor allem dem Kommerz. Die Blumenhändler können Muttertagssträuße für die Mamma verkaufen. Wenn heute wirklich Muttertag ist, feiern wir dann am kommenden Donnerstag Christi Himmelfahrt oder Vatertag? Die Südoldenburger haben längst mit dem Rad abgestimmt. Viele Männer sind statt in im Festhochamt lieber auf "Vatertagstour", man kann es auch despektierlich Sauftour mit Freunden nennen. Dennoch spielte die Liebe in der Sonntagspredigt unseres Pfarrers eine wichtige Rolle.

Er bezog sich auf die 2. Lesung  (1 Joh 4,7-10) und dem Evangelium (Joh 15,9-17)  (Siehe hier). In beiden Texten geht es um die Liebe. Die Liebe gäbe ist in einer riesigen Ausdrucksvielfalt, erläuterte unser Kaplan. Zum Beispiel in der Liebe der Muter zu ihren Kindern, die Liebe unter Freunden und auch die Liebe zwischen Mann und Frau. Liebe sei aber mehr als ein Gefühl, mehr als ein sexueller Akt, sie sei aus Gott. Ohne Gott könne es keine Liebe geben, betonte der Priester. Liebe sei immer treu und verlässlich. Gerade in der christlichen Ehe schlössen Mann und Frau ihren unauflöslichen Bund gemeinsam mit Gott. Das größte Vorbild der Liebe sei Jesus Christus, der aus Liebe zu den Menschen sein Leben hingegeben habe.

So gelang unserem Kaplan dann doch noch der Rundumschlag vom "Muttertag" zum eigentlichen Thema dieses 6. Sonntags in der Osterzeit: die Liebe. Ich fühlte mich am Ende doch versöhnt und dachte mir, dass die Kirche immer heidnische Feste mit christlichen Botschaften gefüllt hat, um auf diese Weise die Menschen zu erreichen.


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