Sonntag, 3. Mai 2015

Ein Gebetsnachmittag beim "Lebendigen Rosenkranz"

Maria Immaculata
Peter Paul Rubens,(C) Gemeinfrei
Quelle: Wikipedia
Am heutigen Sonntag traf sich im Pfarrheim meiner Kirchengemeinde die Gebetsgemeinschaft "Lebendiger Rosenkranz". Dieser Gebetsgemeinschaft gehöre ich seit dem Jahr 2012 an.

Zweimal im Jahr treffen wir uns zu einer gemeinsamen Rosenkranzandacht mit einem anschließenden Kaffeetrinken und geistlichen Vortrag eines Priesters, welchen in diesem Jahr unser Pfarrer hielt. Sein Thema war diesmal die Betrachtung einer Mariendarstellung, die man auch heute oft in Statuen und Bildern in Kirchen findet: Die mit einem Strahlenkranz umgebene Gottesmutter steht mit einem Fuß auf dem Mond, mit dem anderen zertritt sie eine Schlange. (Siehe Bild)

Ist dieses Bild biblisch begründbar? Lässt sich eine solche Marienfrömmigkeit überhaupt mit dem christlichen Glauben vereinbaren? Auf diese Fragen versuchte unser Pfarrer eine Antwort zu geben. Eine Aussage, in der der Name Mariens in einem solchen Zusammenhang genannt wird, fehle in der Heiligen Schrift tatsächlich, begann er seine Erklärung.  In der Offenbarung (Kapitel 12) schildert Johannes allerdings seine Vision von einer Frau, die den Sohn gebärt, der die "Völker weiden" solle. Sie ist mit der Sonne bekleidet, trägt eine Krone mit 12 Sternen und den Mond unter ihren Füßen. Die Gläubigen seien sich sehr früh einig gewesen, dass es sich bei der Frau um die Gottesmutter gehandelt habe, erklärte uns der Pfarrer.

Der Drache wird in der Schrift aber nicht durch die Frau sondern durch das "Blut des Lammes", Symbol des Kreuzestodes und Auferstehung Christi "besiegt". Ein weiteres Mal wird in der Genesis (Kapitel 3) beim "Sündenfall des Menschen" von einer "Feindschaft der Schlange mit einer Frau und ihrem Nachwuchs gesprochen. Auch hier wird die Schlange nicht von der Frau, sondern ihrem Nachwuchs "am Kopf getroffen". Es ist auch hier also nicht Maria selbst, sondern ihr "Nachwuchs", Christus selbst, der die Schlange (Symbol der Sünde) überwindet, deutet dies uns die christliche Glaubenslehre der Kirche.

Auch heute kämpfe Christus in seinem mystischen Leib, der Kirche als Gemeinschaft aller Glaubenden, den Kampf für das Gute und der Überwindung des Bösen weiter, führte unser Pfarrer weiter aus. Er berief sich auf mehrere Schriftworte, unter anderem das Gleichnis von dem Weinstock und die Weinreben. Der mystische Leib Christi umfasst all diejenigen, die in Christus bleiben und in denen Christus bleibt.

Die wichtigsten Mittel, die Einheit mit Christus aufrecht zu erhalten, seien das Gebet und die Sakramente. Durch das Sakrament der Taufe seien alle Christen gesalbt als Priester, König und Prophet. Das Gebet und die Sakramente stärken all diejenigen, die die Verbindung zu Christus nicht abreißen lassen wollten.  Die Mariendarstellung symbolisiere diese Glaubenswahrheit. Maria stehe für das Vorbild und die Fürsprecherin aller anderen Glieder im Glauben, die den Kampf für das Gute und die Überwindung allen Übels niemals aufgibt.

Soweit zu den Ausführungen unseres Pfarrers. Abgesehen davon wird in älteren katholischen Schriften öfters empfohlen, in Versuchungen den Namen Jesu, der Gottesmutter oder auch des hl. Josef, des Schutzpatrons oder anderer Heiliger anzurufen. Auch in meinem persönlichen Glaubensleben habe ich die Erfahrung gemacht, dass mir dies hilft. Hingegen bin ich verraten und verkauft, wenn ich das Gebet in der Bedrängnis vergesse. Da ist es gut zu wissen, dass wir nicht für uns alleine beten, sondern uns gegenseitig in einer Gebetsgemeinschaft durch unser Fürbittgebet gegenseitig stärken können.

Eine große Gebetsgemeinschaft wie der "Lebendige Rosenkranz" trägt dazu bei, das Gute in unserer Welt zu stärken und den Kampf gegen das Böse gemeinsam aufzunehmen. Ein Gruß unter Glaubenden symbolisiert dies treffend: "Im Gebet verbunden!" Gebe es Gott, dass immer mehr Menschen die wichtige Bedeutung des Gebetes erkennen und eine große Gebetskette bilden.

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