Montag, 25. Mai 2015

Die verflixten "Werte" des ZdK

Mit seinen Erklärungen sorgt das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) für Verwirrung. Zuletzt erhielt die von der Deutschen Bischofskonferenz offiziell anerkannte Laienvertretung selbst aus Kreisen der Bischöfe Kritik für ihre Forderung nach einer Anpassung der Lehre in der Sexual- und Ehemoral der katholischen Kirche. In seinen Erklärungen argumentiert das ZDK immer wieder mit Werten. So behauptet das ZdK zum Beispiel, dass außereheliche und gleichgeschlechtliche  Partnerschaften auf die gleichen "Werte" wie die christliche Ehe basieren würden: Würde, Treue, Verlässlichkeit, Solidarität und die Übernahme von Verantwortung.

Einen Bezug zur geltenden Lehre der römisch-katholischen Kirche fehlt aber in all diesen Erklärungen. Vielmehr fordert das Laiengremium die Anpassung dieser Lehre an die Werte, wie sie heute gesellschaftlich anerkannt sind. Auch zu Pfingsten gab das Katholikenkomitee eine ähnliche Erklärung auf Facebook ab, in der kein Wort von der Lehre der katholischen Kirche enthalten ist. Sie spricht in ihr von Pfingsten als ein "Wunder des grenzüberschreitenden Verstehens", der "Geburtsstunde der Kirche", in welcher sich "die Schar der Jünger als Gottesvolk verstand".

Hinzufügen muss man, dass eine ähnliche Erklärung von jeder christlichen Gemeinschaft, nicht nur der katholischen Kirche, abgegeben werden kann. Denn auch Christen anderer Gemeinschaften als der katholischen Kirche rechnen sich zum Gottesvolk. Durch die Taufe gehören sie zwar tatsächlich dazu, sie rechnen sich aber nicht zu der einen katholischen Kirche, sondern zur christlichen Kirche.

Das Wertesystem der katholischen Kirche kann und darf allerdings nicht losgelöst von dem Glauben gesehen werden, den die römisch-katholische Kirche seit langer Tradition von Generation zu Generation in ihren Katechismen weitergibt.  Nach der katholischen Lehre ist beispielsweise die Ehe ein unauflöslich sakramental geschlossener Bund zwischen einem Mann und einer Frau und in keiner Weise mit anderen Lebensgemeinschaften vergleichbar. Als katholische Christen glauben wir nicht an Werte oder an einer Moral, sondern an die Lehre der katholischen Kirche. Vielmehr ergibt sich das Werte- und Moralsystem aus dem Fundament der katholischen Glaubenslehre. Das ZdK scheint dieses Glaubensfundament nicht mehr zu vertreten, Das ist fatal für eine Laienorganisation, die sich das Apostolat katholischen Glaubens in ihr Programm geschrieben hat.

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