Samstag, 30. Mai 2015

Die Freiheit vs den Glauben verbreiten

"Die Freiheit verbreiten" ist der Titel eines Artikels in der Münsteraner Bistumszeitung "Kirche + Leben" (K+L) aus Anlass des 100. Geburtstags des früheren Bischof Heinrich Tenhumberg. Sie würdigt den damaligen Münsteraner Bischof als jemand, der die "Öffnung der Kirche zur Welt" im Bereich der Presse- und Medienarbeit ein. So habe Bischof Tenhumberg dagegen ausgesprochen, Medien nur "positiv" zu bewerten, wenn sie sich in den Dienst der Verkündigung stellten. Vielmehr habe er sich für die Förderung von katholischen Journalisten eingesetzt, unabhängig davon, ob sie im kirchlichen oder im weltlichen Bereich arbeiten würden.

Bischof Tenhumberg schuf laut K+L für seine "ungewöhnliche Art", sein Lehramt wahrzunehmen, in Münster eine bischöfliche Pressestelle, die zum "Modell" für andere Diözesen geworden sei. Auch habe er die Katholische Nachrichten Agentur (KNA) mitbegründet.  Ich fand diesen Gedenkartikel an den Vorreiter der kirchlichen Arbeit in den "sozialen Medien" Bischof Tenhumberg sehr interessant.

Hat die "Öffnung" der Kirche zur "Freiheit" der Medienwelt wirklich etwas gebracht? Viele, auch ich, bezweifeln das. Denn heute wird die Medien- und Pressearbeit gerade sowohl der Bistumszeitungen als auch der offiziellen Internetangebote der Kirche nicht selten zu Recht kritisiert, weil selbst dort kaum noch der katholische Glaube umfassend verkündet wird. Vor allem die KNA wird gerne kritisiert, weil sie sich kaum von anderen Agenturen unterscheide. So werde mehr über Homosexualität als über Christenverfolgung berichtet. Auch in der weltlichen Presse- und Medienwelt wird die Stimme der katholischen Lehre kaum noch wahrgenommen.

Private "glaubenstreue" Initiatoren gründeten deshalb eigene Verkündigungs- und Presseangebote, die in Konkurrenz zu den üblichen kirchlichen Medien traten. Es gibt mehrere Internetportale und Zeitungen. Auch Katholiken wie ich betreiben ihr eigenes Blog, in denen sie ihre Sicht des Glaubens anderen mitteilen. Jedes einzelne Angebot bleibt nur ein Puzzelstück in der gesamten "Mediazöse", dem Konglomerat von Medieninhalten mit katholischem Glaubensinhalt.

Wer wirklich mehr über den katholischen Glauben erfahren möchte, muss sich überall sein Scheibchen herauspicken und Unverdauliches liegen lassen. So lese ich "K+L", katholisch,de, kath.net und einige katholische Blogs, um auf dem laufenden zu bleiben. Aber bei allen Angeboten klicke ich auch gerne mal weg, was ich für nicht ganz gelungen halte.

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