Freitag, 10. April 2015

Keine Info über den Barmherzigkeitssonntag im Pfarrblatt

Alle Welt redet von Barmherzigkeit, wenn es um das Thema "Glauben" geht. Das Bild vom barmherzigen Vater überzeugt sogar Menschen, die mit Papst und "Amtskirche" gar nichts mehr am Hut haben. Von der Kirche und von Christen wird andauernd Barmherzigkeit gefordert. Aber über den Barmherzigkeitssonntag ("Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit") wird merkwürdigerweise kaum gesprochen. In unserem Pfarrblatt steht zum Beispiel darüber kein Wort. Auch auf kirchensite.de, dem Internetportal des Bistums Münster findet man hierzu nichts Aktuelles. Und auf katholisch.de ist heute die "Kritik am obersten Glaubenshüter" die Topnews, aber nicht der Barmherzigkeitsonntag. Worum geht es eigentlich beim Barmherzigkeitssonntag?

Gott schenkt uns unermesslich viel Zuwendung und beschenkt uns mit der Vergebung unserer Sünden. Er kennt unser Leid, unsere Schwächen und unsere (geistige) Armut und möchte uns davon heilen. Gottes Barmherzigkeit gegenüber der ganzen Menschheit aber auch jeden Einzelnen von uns feiern wir am 2. Sonntag in der Osterzeit.

Ein besonderes Heilmittel der katholischen Kirche ist der sogenannte "Ablass" von Sünden. Die Ablässe sollen uns ermutigen, uns noch mehr in unserem Glaubensleben um Gottes Barmherzigkeit zu bemühen. Wenn wir das tun, gewinnen wir auch den Nachlass unserer zeitlichen Sündenstrafen. Mehr zum Thema Ablass steht im Katechismus. Papst Johannes Paul II. hat per Dekret im Jahr 2002 das Fest der Göttlichen Barmherzigkeit an diesem Sonntag ausgerufen.

Im Glauben auf die Gnadenfülle der Kirche können wir laut dieses Dekretes einen vollkommenen Ablass oder einen Teilablass gewinnen, wenn wir bestimmte Andachtsübungen erfüllen. Dazu zählen die Beichte, das Gebet des "Credo" und des "Vater Unser" vor dem Tabernakel. Natürlich gewinnen wir nur die Vergebung, wenn wir dies aus "reinem Herzen" tun. Wir brauchen also im Grunde nicht viel zu tun, Das Wichtigste, was wir tun müssen, ist auf Gottes Barmherzigkeit zu vertrauen: "Herr, ich vertraue auf Dich!"

Im Dekret steht auch, dass die Priester das Volk Gottes "hierüber unterrichten"  und die Gebete leiten und für die Spendung des Beichtsakramentes bereit stehen sollen. Dass dies auf diese Weise geschieht, habe ich noch nie gehört. Wahrscheinlich versickert dies im pastoralen Alltag, in dem die Priester mit ihren Diensten häufig völlig ausgelastet sind. So bleibt für die "Barmherzigkeit" nicht mehr Platz in unserem Pfarreialltag.


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