Mittwoch, 8. April 2015

Karfreitag, das fallende Tanzverbot und die Feiertagsregelung

Die Diskussion entflammt nun jedes Jahr vor Karfreitag. Soll das Tanzverbot fallen? Mit der Verdunstung des christlichen Glaubens in unserer Gesellschaft schwindet immer mehr die Akzeptanz für diesen "stillen" christlichen Feiertag. An dem "extra langen" Wochenende sind die Leute hingegen durchaus interessiert. Die Forderung, den Ostermontag abzuschaffen, ist bislang noch recht verhalten und stammt meist aus der Ecke der Wirtschaftsliberalisten. Für die sind gesetzliche Feiertage sowie Hemmschuh des ungebremsten Wirtschaftswachstums. Wer allerdings das Tanzverbot des Karfreitags aufheben will stellt die ganze Feiertagsregelung als solche komplett in Frage.

Wir benötigen dann keinen gesetzlichen Feiertag am Karfreitag mehr. Auch braucht dann Ostern, das höchste Fest der Christenheit, kein gesetzlicher Feiertag mehr zu sein. Der Ostersonntag liegt sowieso auf einem Sonntag. Der Sonntag wird allerdings ebenfalls in gewissen Kreisen in Frage gestellt. Und der Ostermontag könnte, wie in anderen Ländern auch, ein ganz normaler Arbeitstag sein. Christen werden Ostern unabhängig davon als ihr höchstes Fest weiterhin feiern,

Vielleicht müssen wir als Christen demnächst Urlaub nehmen, um unsere religiösen Feste zu feiern? Dann können wir gleich Karfreitag und die ganzen Woche nach Ostern uns rei nehmen und feiern. Das ursprüngliche Osterfest dauerte acht Tage (Osteroktav). Für Christen, die ihren Glauben ernst nehmen, gelten sowieso schon andere "Gesetze" (=bei uns Gebote) als für andere Menschen. So dürfen wir nicht alles tun, was andere machen. Ungebremste Sexualität und Verhütung sowie Abtreibung sind für Christen tabu.

Unsere Gesellschaft muss sich damit auseinandersetzen, inwiefern das Christentum noch zu ihr gehört. Umgekehrt sollen ja auch muslimische Feiertage eingeführt werden, seitdem nicht mehr bestritten werden kann, dass auch der Islam zu uns gehört. Wer das Tanzverbot des Karfreitags infrage stellt, stellt auch alle anderen christlichen Feiertage auf den Prüfstand. Dann brauchen wir auch kein Ostern und Weihnachten mehr als gesetzliche Feiertage. Dann kann man sich allerdings auch alle muslimischen Feiertage sparen.

Überhaupt muss man sich allerdings dann fragen, wozu man dann noch "gesetzliche Feiertage" mit Arbeitsverboten will. Wozu brauchen wir dann einen Nationalfeiertag oder einen "Tag der Arbeit"? An letzterem demonstriert ja eh nur noch eine kleine Minderheit, der Rest nutzt den freien Tag für einen schönen Familienausflug oder eine Maitour mit dem Rad.

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