Montag, 6. April 2015

Ein Streifzug durch Paderborn

Hochaltar in der Marktkirche
Paderborn eignet sich ideal für eine Tagestour am Ostermontag. Früh morgens brach ich auf und war pünktlich um halb 10 Uhr im Dom zum Pontifikalamt. Ich genoss die Atmosphäre im Dom, einige Domdiener oder Priester, genau weiß ich das nicht, gingen durch den Altarraum. Auch die Mädchenkantorei zog ein und verbeugte sich wohl vor dem Allerheiligsten und nahm ganz hinten ihre Aufstellung. Dann läutete die Glocke und ein Weihbischof zog mit einem großen Zug ein.

Dem Text kann man entnehmen, dass ich in den Gegebenheiten einer Kathedralkirche nicht auf dem laufenden bin. Ich bin schließlich nicht in einer Bischofsstadt aufgewachsen und nur wenige Male bei einem Domgottesdienst gewesen. Unsere Domstadt Münster ist für mich als Oldenburger genauso weit entfernt wie Rom von Köln. Unser hl. Bischof Luidger und seine Nachfahren hatten große Mühe, unseren Vorfahren ein wenig Kultur beizubringen, schreibe ich mit etwas Selbstironie. Das heißt nicht, dass ich mich nicht mit Rom identifiziere. Da unterscheide ich mich von vielen anderen, die mit dem Papst nicht viel zu tun haben möchten.

Aber es ist schon ein besonderes Erlebnis für mich, bei einem so feierlichen Gottesdienst dabei zu sein. Im Kern ist der Gottesdienst nichts anderes als in jeder anderen Pfarrgemeinde, in der die heilige Messe gefeiert wird: Man erkennt es am Brotbrechen. Dies ist ja genau das Thema des Ostermontags, es geht um die Emmausgeschichte. die im Evangelium erzählt wird. Die enttäuschten Jünger begegnen Jesus, sie staunen über seine Worte, aber sie erkennen ihn erst am Brotbrechen. Die Eucharistie ist unsere geistliche Nahrung, aber auch das Wort Gottes und der Segen des Priesters.

Wenn man die Gnade bekommt, einen Segen von einem Bischof zu bekommen, dann bekommt man einen ganz besonderen Segen. Ich dürfte dies bei persönlichen Begegnungen mit Bischöfen spüren. In der Person des Bischofs will uns Christus in besonderer Weise gegenwärtig sein. Auch heute spürte ich den Segen im Hohen Dom von Paderborn. Dazu ist die Bildung in den liturgischen Besonderheiten im Dom nicht notwendig. Im Gegenteil, wer die Gegenwart Gottes im Glauben nicht spürt, hat kein Emmaus-Erlebnis, da hilft das genaueste Detailwissen nicht, welche Person welche Rolle in der Liturgie spielt.

Und auch wie in den heimischen Messen waren auch in Dom Menschen, die offenbar nicht viel Gefühl für die Heiligkeit dieses Ereignisses haben. Meine Nachbarn linker Seite unterhielten sich sogar während des feierlichen 1. Hochgebetes, welches der Weihbischof las. Meine Nachbarn rechter Hand beteten und sangen wie ich so andächtig es ging mit. Jeder reichte einander die Hand zum Friedensgruß, und so waren wir Heiligen und weniger Heiligen alle eins in Christus, dem wahren Friedensfürsten.

Das Orgelspiel, der sanfte Gesang des Mädchenchors und die phantastische Orgel taten ihr übriges, dass dieser Gottesdienst einer Kathedralkirche wirklich würdig war. Nach dem Gottesdienst blickte ich in eine Kirche, in der eine lateinische Messe zelebriert wurde. Ich nehme an in der außerordentlichen Form des römischen Ritus. Es muss die Gaukirche gewesen sein. Ich traute mich nicht herein, weil ich nicht stören wollte und ging weiter. Später sah ich die Kirche aber wieder

Sehr beeindruckt hat mich die Marktkirche, die ehemalige Jesuitenkirche mit einem gewaltigen goldenen Hochaltar. Sie ist auch die größte Barockkirche Norddeutschlands.die dem heiligen Franz Xaver geweiht wurde, dem "Apostel der Inder". Ich erfuhr, welch große Rolle die Jesuiten in Paderborn spielten. Heute halten auch die Theologische Fakultät der Universität, die kath. Hochschulgemeinde und das Gymnasium Theodorianum ihre Gottesdienste dort ab. Eine gewissen Reiz gewinnt der Besuch, weil ja auch der jetzige Papst Franziskus ein Jesuit ist.

Man atmet in Paderborn quasi neben den großen Reichtum der Geschichte und Tradition des Glaubens. Es war für mich also durchaus ein Erlebnis, einmal dort gewesen zu sein. Ein paar Impressionen habe ich auch davon eingefangen: Zu den Fotos ...

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