Dienstag, 3. März 2015

Nachschlag zur Münsteraner Zufriedenheitsstudie

Die besonders große "Unzufriedenheit" der Katholiken im Oldenburger Land wird unter anderem mit der Krise der Katholischen Kliniken im Oldenburger Münsterland begründet. Dies las ich heute in einem großen Bericht in der Oldenburgischen Volkszeitung über die Studie über die Zufriedenheit der Katholiken im Bistum Münster. Monatelang stand die Zukunft der finanziell schwer angeschlagenen Krankenhäuser auf der Kippe. Mitarbeiter standen vor der Entlassung, harte Lohnverhandlungen wurden geführt.

Die desolate Lage der Kliniken hätten die Katholiken ihrer Kirche angelastet. Dabei ist dies wie beim Limburg-Skandal nur der sichtbare Teil des Eisbergs. Die eigentlichen Gründe für die Enttäuschung vieler Menschen liegen tiefer.  Jeder  politisch interessierte Mensch weiß, dass unsere ganze Krankenhausversorgung, besonders auf dem Land, unter Druck steht. Es geht dabei nicht nur um katholische Einrichtungen.

Die wirkliche Ursache der "Unzufriedenheit" ist, dass auch unsere Region vom medialen Dauerbombardement gegen die Kirche nicht unbeeinflusst bleibt. Nein, nicht die Medien sind schuld, sie verkaufen halt, womit man Leser locken kann. Selbst in ursprünglich katholisch geprägten Regionen wie Südoldenburg gehen immer mehr Katholiken auf Distanz zu ihrer Kirche. Sie sehen sie als die Amtskirche, besetzt mit unglaubwürdigen Leuten da oben, die viel Macht und Geld haben. Ähnliche Sprüche höre ich hier regelmäßig, wenn ich mich hier vor Ort über das Thema "Kirche" unterhalte. Es ist angenehmer, die Fehler bei anderen zu suchen als bei sich selber. So richtet sich die Ent-Täuschung immer nach außen, statt nach innen. Wer fragt, was mache ich selber falsch? Wer fragt, was trage ich dazu bei, dass Glaube in meiner Umgebung aufleuchten kann?

Da bastelt man sich lieber sein privates (Un-)glaubensgebäude und nimmt noch gerade am kirchlichen Leben teil, solange die Kinder im katholischen Kindergarten betreut oder auf die Erstkommunion vorbereitet werden. Das Bistum wolle mit mit neuen "Messformen" experimentieren, um seine entlaufenen Schäfchen zurück in den Stall zu locken, lese ich im Bericht. Die Eucharistie sei aber nicht wandelbar, lese ich mit zunehmender Verwirrung. Ob das wohl ausreicht, der Kirchenflucht so vieler Frustrierter entgegenzuwirken? Da habe ich so meine Zweifel.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen