Sonntag, 15. März 2015

Mein vierter Fastensonntag - Singen und sich freuen!

300 Chormitglieder sangen am
in einer Dekanatsmesse
am Laetare-Sonntag
Der vierte Fastensonntag wird Laetare (Freut Euch!) genannt. Er liegt mitten in der Fastenzeit und hat einen fröhlichen, tröstlichen Charakter. In den Schrifttexten dieses Sonntags werden wir an Gottes Handeln durch alle Zeiten erinnert. Gott ist uns vor aller Zeit und auch heute entgegen gekommen, um uns sein Heil für alle Ewigkeit anzubieten. Allein durch seine Gnade werden wir von unseren Verfehlungen befreit. Im Evangelium wird uns verkündet, das Gott uns seinen Sohn gesandt hat, damit die Welt gerettet werde. So sollen wir uns freuen und jubeln.

Ich war gleich morgens in einer Filialkirche unserer Gemeinde im Hochamt. Mir ist im Evangelium (=Frohe Botschaft) ein Satz besonders hängen geblieben, der mich durch die Woche durchtragen soll:
17 Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.
18 Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat.
Für mich erklang dieses Wort als frohe Verheißung. Ähnlich tröstlich wie das Gebet, "Jesus, ich vertraue auf dich, welches uns die heilige Schwester Faustyna nahe legt. Alles was Gott von uns verlangt, ist dass wir an ihn glauben, dass wir seine Gnade annehmen, die er durch das Kreuzesleid und den Tod seines Sohnes für uns erwirkt hat.

Diese Botschaft, durchgetragen von allen Schriften, erläuterte uns unser Pfarrer in seiner wie gewohnt hervorragenden Predigt. Er verwies darauf, dass schon in der ersten Lesung des Alten Testamentes berichtet wird, dass die Menschen Gottes Gebote verachtet hätten. Sie wurden "untreu", "ahmten Gräueltaten" des Volkes nach und entweihten ihr Haus. Welche Parallelität zur heutigen Zeit! Die Folgen seien schon damals ähnlich wie heute gewesen:  schon damals sei der Sabbat (heute Sonntag) ersetzt worden, wie heute: Durch Arbeit! Sonntagsarbeit, Sonntagsvergnügen.

Gottes Botschaft wird uns auch in der anschließenden Lesung im Paulusbrief und Evangelium überbracht: Wir müssen uns für Gott entscheiden, ihn an die erste Stelle in unserem Leben stellen. Nur so könnten wir das ewige Leben, die ewige Freude erlangen, verdeutlichte uns unser Pfarrer mit eindringlichen Worten. Wir Christen könnten diese Freude schon heute erlangen, indem wir unserer Berufung zur Heiligkeit gerecht würden. Durch Gebet und durch unserem Denken, Reden und  Handeln aus dem Blick Gottes heraus könnten wir schon heute die Freude in unserem Leben immer mehr sichtbar weden lassen. So würden wir das Licht Christi in unsere Umgebung tragen.

Wie kann man diese Freude besser verbreiten als mit Gesang? Zehn Chöre mit wohl dreihundert Sängern und Sängerinnen unseres Dekanates taten dies am Nachmittag im Rahmen einer feierlichen Andacht in der Pfarrkirche in Langförden, den wir wegen der Größe und Schönheit auch liebevoll "Langfördener Dom" nennen. Beim gemeinsamen Singen mit allen Chören und den schönen Einzelvorträgen der Chöre wurde eine Vielfalt der geistlichen Musik vorgetragen, die zum Jubeln einlud. Verstärkt wurde dies durch das wunderschöne Orgelspiel unseres Regionalkantors. Auch dieses zählt für mich zu den Schönheiten unseres katholischen Glaubens.

Es ist einfach wunderschön, wenn eine Kirche mit vielen singenden und betenden Menschen erklingt. Mich erinnert das an frühere Zeiten, als die Kirchen noch bei den Heiligen Messen bis auf dem letzten Platz besetzt waren und die Gemeindemitglieder laut die Messlieder sangen. Diese Zeiten sind im Alltag der Kirche rar geworden. Oft sind die riesigen Kirchen in unserer Region nur noch zu einem Drittel gefüllt, Kaum noch starke Sänger sind darunter.

Wo sind sie geblieben? Leider gehen auch nicht alle Chormitglieder mehr jeden Sonntag in die Kirche oder besuchen Gottesdienste an anderen Orten. Die Auswahl der Gottesdienste in Südoldenburg ist groß, die Messbesucher werden immer weniger. Oft entsteht dabei eine fast traurige Atmosphäre, weil kaum noch Leute mitsingen und -feiern. Wer singt, betet doppelt. So ist es im Jahr immer ein Hochgenuss, wenn zum Beispiel die Chöre ihr Sängerfest mit einer gemeinsamen musikalischen Andacht beginnen.

Nach dem Dekanatssingen hatte ich noch eine Erledigung im Nachbardorf zu erfüllen. Dort fand gerade (am 4. Fastensonntag!) ein verkaufsoffener Sonntag statt. Wie erinnerte mich dies an die mahnenden Worte unseres Pfarrers. Der Sonntag wurde für die, die Gott verachten ersetzt. Durch den Mammon. Wie arm ist unsere Gesellschaft geworden, in der es keine Fastenzeit, keinen Sonntag mehr gibt!

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