Sonntag, 22. März 2015

Mein fünfter Fastensonntag - von der Party zum Kreuzweg

Dieses Wochenende begann am Samstag mit einem Hallenfußballtunier und einer anschließenden "Hüttengaudi" unseres örtlichen FC Bayern München Fanclubs, über die ich berichte und von der ich Fotos gemacht habe. Selbst bei einer solchen Party ergeben sich durchaus Gelegenheiten, über den eigenen Glauben mit eanderen zu unterhalten. Dabei gab es unter Freunden auch ein paar Bier.

Am Sonntagmorgen wachte ich dennoch recht früh und guter Dinge auf und frühstückte nach meinem Morgengebet, der Laudes. Nach dem ich noch ein paar Arbeiten erledigt habe, ging ich in unsere Kirche ins Hochamt, die unser indischer Kaplan las.

In seiner Predigt sprach der indische Priester ausführlich über das Beten. Jedes Gebet wird erfüllt, aber nicht in der Weise, wie wir es uns dies denken. Wir wissen, das Gott das Gute für uns will. So beten wir im "Vater Unser" die Bitte "Dein Wille geschehe". In unserem beharrlichen Beten dürfen wir das Vertrauen in Gott nie verlieren, auch wenn unsere Wünsche nicht wie erwartet erfüllt werden. Diese Sätze aus der Predigt des Kaplans blieben bei mir hängen und sollten am Nachmittag einen besonderen Geschmack erhalten.

Nach dem Mittagessen sah ich im K-TV einen Film über einen Einkehrtag mit Pater Bernhard Vosistzky  OCist vom Stift Heiligenkreuz. Er ist ein hervorragender Katechet und berühmter Beichtvater. Trotz der interessanten Katechese schlief ich dabei ein und wachte er auf, als er seine Zuhörer eindringlich aufforderte, einen jeden Krankenbesuch zu einer Wallfahrt zu machen. "Im Leidenden sind wir dem Gekreutzigten besonders nahe, begegnen wir Christus", erklärte er in gewohnt verständlicher Form. Man dürfe Kranke und Leidende nicht aus dem Leben verdrängen, auch wenn dies angenehmer zu sein scheint.

Ich dachte natürlich an meinen Freund, den ich zur Zeit regelmäßig im Krankenhaus besuchen muss, weil er dort im Koma liegt. Jeder Besuch fällt mir wirklich schwer. Ich habe deshalb bereits vorher jeden Besuch tatsächlich als Wallfahrt gestaltet und Hin- und Rückfahrt für ihn gebetet. An diesem Tag erschrak ich besonders, denn der Krankenpfleger bat mich, Mundschutz und Schutzkittel anzuziehen, bevor ich das Krankenzimmer betrat.

Mein Freund hatte nämlich zusätzlich einen MRSA-Keim eingefangen und wirkte noch erbärmlicher zugerichtet als sonst. Bedrückt von soviel Leid kehrte ich nachhause zurück. Während meiner Fahrt und dem Besuch meines Freundes dachte ich an die morgendliche Predigt unseres indischen Kaplans über das Gebet. Was hat Gott mit ihm vor? Was ist sein Wille? Ich betete ganz besonders um Gottes Barmherzigkeit für meinen Freund und seine Angehörigen.

Kurz nach meiner Heimkehr luden die Glocken unserer Pfarrkirche zur Kreuzwegandacht ein. Ich beschloss, diese Andacht meinem Freund zu widmen. Wir beteten den "neuen Kreuzweg der Pfarrei Algund, Südtirol", mit einer Diavorführung der Kreuzwegbilder, deren Darstellungen das Leiden unseres Herrn mit dem Leid und dem gottlosen Lebensstil in unserem modernen Leben verbinden. Krankheit, Sucht, Vergnügungssucht, materieller Wohlstand usw. 

Leider ist diese Kreuzwegmeditation nicht online, ich hätte sie gerne in meinem Blog verbreitet. In dem Motiv "Christus fällt unter sein Kreuz" wurde auch das Leid durch Krankheit für den Kranken und seinen Angehörigen betrachtet. Klar, dass ich dabei ganz besonders an meinen Freund, dessen Partnerin, Tochter und Eltern dachte. Die Kreuzwegandacht rundete meine Erlebnisse an diese Fastensonntags ab.

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