Mittwoch, 4. März 2015

Das alte "Laudate" lehrte, wie man christlich lebt

Umschlag des alten Laudate
Lange habe ich es gesucht, heute morgen es in einem Regal unseres Hauses gefunden. Das Laudate, das alte Gebet- und Gesangbuch der Kirche. Im Bistum Münster wurde es von 1950 bis 1969 benutzt. Ab 1970 bis 1975 gab es eine verkürzte Übergangsausgabe, ab 1975 wurde es vom Neuen Gotteslob (NGL) abgelöst. Seit 2013 gibt es eine neue Ausgabe des Gotteslobs. (Quelle: Wikipedia).

Zu Beginn des Laudates wird der Leser in die Grundlehren des katholischen Glaubens eingeführt. Das Glaubensbekenntnis, die zehn Gebote, sieben hl. Sakramente, die Gebote der Freundes- und Feindesliebe, die Werke der Barmherzigkeit, die acht Seligpreisungen der Bergpredigt, die drei göttlichen Tugenden, die vier Grundtugenden, die drei evangelischen Räte und die fünf Gebote der Kirche. Noch Fragen? Dieses  Kapitel gibt es im NGL gar nicht mehr. Heute haben nur noch ganz wenige Katholiken elementares Grundwissen über die katholische Glaubenslehre.

Der Leser und Beter konnte im Laudate auch noch lernen, wie eine christliche Tages- und Lebensordnung sein sollte. Zur Fastenzeit lohnt es sich diese Hinweise gründlich durchzulesen, um festzustellen, wo eine Änderung des eigenen Lebensstiles angebracht ist.

1. Nach dem Erwachen sammle dich, bezeichne dich mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und opfere Gott den neuen Tag auf: „im Namen des Vaters ... Alles meinem Gott zu Ehren! " Nach dem Ankleiden bete, womöglich vor einem Kreuz kniend oder stehend, dein Morgengebet. An Gottes Segen ist alles gelegen!
2. Wenn es dir ohne Vernachlässigung deiner Berufspflichten möglich ist, nimm auch werktags am heiligen M e ß o p f er teil. So fügst du deinen Tag am besten dein Kreuzesopfer Christi ein.
3, Erfülle gewissenhaft deine Standes -und Berufspflichten. Erneuere öfters, besonders wenn dir die Arbeit lästig wird, die gute "Meinung: „Alles meinem Gott zu Ehren!" Das gibt frische Kraft und mehrt die Gnade. Vor wichtigen Entscheidungen bitte den Heiligen Geist um Erleuchtung. - Fliehe den Müßiggang ; er ist aller Laster Anfang. Meide aber auch die H a s t ; sie stört die innere Ruhe, belästict deine Umgebuno. und führt leicht zur Unordnung.
4. Beginne keine Hauptmahlzeit, ohne vorher zu Gott zu beten, von dem jede gute Gabe kommt. Auch in Gegen-wart von Fremden ist ein kurzes, unauf-fälliges Gebet möglich. Halte Maß beim Essen. Vergiß nachher nicht die Dank-sagung.
5. Im Umgange mit anderen sei freundlich und hilfsbereit. Hüte dich vor lieblosen Reden. Vergiß nie, daß Christus die Nächstenliebe als das Kennzeichen des Christen bezeichnet: „Daran sollen alle erkennen, daß ihr meine jünger seid: wenn ihr einander liebt" (Jo 13, 35).
6. Hast du zu leiden, so denke an das Kreuz des Herrn und an sein Wort: „Wenn jemand  mir nachfolgen will, so verleugne er sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach" (Lk 9, 23).
7. Wenn es dir irgend möglich ist, lies täglich wenigstens ein paar Minuten in der Heiligen Schrift oder  in einem anderen religiösen Buch.
8. Du darfst und sollst dir auch Erho1ung gönnen. Hüte dich aber vor Erholungen, bei denen Gott beleidigt wird.
9. Bevor du dich zur Ruhe begibst, verrichte dein Abendgebet mit kurzer Gewissenserforschung und Reue. Auch große Müdigkeit sollte dich nicht davon abhalten.
10. "Denke daran, den Tag des Herrn zu heiligen!" (2 Mos 20, 8). Versäume an Sonn- und Feiertagen nie durch deine Schuld das heilige Meßopfer; erscheine rechtzeitig und feiere ehrfürchtig und andächtig mit. Meide an Sonn- und Feiertagen körperliche Arbeiten, es sei denn daß sie notwendig sind (z. B. Besorgunh des Hauswesens: Bergung der gefährdeten Ernte), oder daß sie im Dienste Gottes (Aebeiten für kirchlkhe Feiern) oder der Nächstenliebe (Arbeiten für Arme) geschehen.
11. Empfange, sooft es dir möglich ist, das heilige O p f e r m a h 1. Hast du eine schwere Sünde begangen, so erwecke Liebesreue (Nr. 16) und gehe, bevor du wieder kommunizierst, zur heiligen Beichte.
12. Vergiß über der Sorge für deine eigene Seele nicht, daß du mitverantwortlich bist für die Ausbreitung des Gottesreiches. Pflege deswegen die apostolische Gesinnung, das sehnliche Verlangen, auch andere zur Erkenntnis der Wahrheit zu führen, und sei bereit zur apostolischen Tat, entsprechend deinem Alter, deinem Beruf und deinen Kräften.

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