Donnerstag, 26. März 2015

Berichterstattung Flugkatastrophe: Die Endlosschleife über einen "Dämon"

So tragisch das Schicksal der 150 Opfer der Flugkatastrophe der Germanwings ist, so entsetzlich ist auch die Medienschlacht um das Thema. Den ganzen Tag wiederholen die Radio- und Fernsehsender die angeblichen "Neuigkeiten" und "Erkenntnisse" über die Ereignisse im Cockpit des Flugzeugs A 320 der deutschen Billiglinie.

Heute erfahren wir pausenlos, dass der Copilot das Flugzeug "vorsätzlich" zum Absturz geführt habe. Er habe seinen Piloten, der kurzzeitig seinen Platz wegen eines WC-Ganges verlassen hatte, nicht wieder die Tür zum Cockpit geöffnet. Bis zuletzt sei er am Bewusstsein gewesen, wird uns berichtet. Dies schließe man aus der gleichmäßigen Atmung bis kurz vor dem Aufprall im Gebirge. War die Katastrophe wirklich die beabsichtigte Tat eines dämonischen Mannes? Was in diesem Menschen wirklich vorgegangen ist, kann niemand aus den Daten eines Flugrekorders ergründen. Es wird uns immer im Verborgenen bleiben.

Ich war heute mit dem Auto mehrfach unterwegs und wurde mit den ständigen Wiederholungen dieser "Nachricht" bombardiert. In den nächsten drei Tagen müssen wir diese Meldung immer wieder ertragen. Denn so gnadenlos ist die Medienmaschinerie. Gott sei Dank gibt es Fernbedienungen für die Radio- und Fernsehgeräte oder noch besser einen Ausschaltknopf.  So bekommt man die Muße, das einzige zu tun, was wir für die Opfer der Katastrophe einschließlich beider Piloten  tun können: Für alle Beteiligten zu beten!

Gleichzeitig dürfen wir die knapp 160.000 Verstorbenen weltweit, die ebenfalls heute zumeist in aller Stille sterben werden, ebenfalls in unser Gebet einschließen. Darunter viele Opfer von Morden, Unfällen, und Kriegen. Hoffentlich die meisten in Frieden und an der Hand eines Angehörigen. Heute morgen war ich bei der Beerdigung eines meiner Verwandten.

V: O Herr, gib allen Verstorbenen die ewige Ruhe.
A: Und das ewige Licht leuchte ihnen.
V: Lass sie ruhen in Frieden.
A: Amen.


Weitere Reaktionen in der Blogözese und anderswo habe ich hierhier, hier, hier und hier zu dem aktuellen Stand der Katastrophe gefunden.

Aus besonderem Grund habe ich die Kommentare zu diesem Beitrag aus dem Internet genommen. Ich bitte um Verständnis.