Sonntag, 29. März 2015

Das Kreuz als besonderes Symbol im Oldenburger Land

Neu eingeweihtes Wegekreuz
Heute Nachmittag war ich bei einer Kreuzeinweihung. In unserem Oldenburger Land stehen vor vielen Häusern und an Straßenrändern Wegekreuze.

Unser alter emeritierter Pfarrer segnete das neue Wegekreuz ein. Er ist ein begeisterter Fotograf und hat bereits hunderte Wegekreuze unserer Region im Bild festgehalten. In seiner langen Zeit als Priester hat er sicher viele Kreuze eingesegnet. Bei der Einweihung des Kreuzes wies er auf die Bedeutung des Kreuzes hin, Es erinnert uns an die große Heilstat unseres Herrn Jesus Christus, der für uns sein Leben hingab zur Sühne unserer Sünden.

Die Menschen hätten aus vielen Motiven ein Kreuz errichtet, in Zeiten der Trauer aber auch der Dankbarkeit, wenn ihnen in Bedrängnis und Not geholfen wurde. So ist es ein Wegbegleiter für uns und erinnert uns, dass wir unsere Freude und Hoffung, die wir aus dem Glauben schöpfen, auch an andere weitergeben sollen.

Palmsonntag: "Weihrausch und Gnadenvergiftung" ....

Palmstockweihe mit Weihrauch -
"Weihrausch und Gnadenvergifung", so lautet der Titel eines Blogs meiner Kollegin Heike Lux. Dieser sinnenreiche Titel fiel mir bei der heutigen Feier des Palmsonntags ein. Ja, das ist das schöne an unserem katholischen Glauben. Die Traditionen, mit denen Glaube mit allen Sinnen spürbar, erlebbar werden will. Zu Beginn der Palmsonntagsfeier erläuterte unser Pfarrer den jungen und älteren Gemeindegliedern den Sinn der Zeremonie, die Palmstöcke zu segnen und was Weihwasser und Weihrauch dabei symbolisieren.

Nach(t)gedanken zum Flugzeugabsturz

Das Thema Flugzeugabsturz hat mich in den letzten Tagen doch noch sehr beschäftigt. Die mediale Behandlung des Themas fand ich entsetzlich. Er gipfelte sogar in der namentlichen Nennung der tragischen Hauptfigur des Unglücks, des Copiloten. Dies ist ein einmaliger Vorgang in der Berichterstattung, die mittlerweile keinerlei mehr Grenzen kennt.

Freitag, 27. März 2015

Münster verschmäht den Katholikentag

Die Stadt Münster hat sich mehrheitlich gegen eine finanzielle Zuwendung für den Katholikentag im Jahr 2018 ausgesprochen. Dies ist auch Thema bei einigen katholischen Blogs, zum Beispiel hier, hier oder hier.  Die Entscheidung der politischen Stadtvertretung wird kritisiert, weil sie weltanschaulich motiviert sei und sich gegen die Kirche richte.

Kommentar eines Missbrauchsopfers in meinem Blog?

Mein Glaubensblog ist noch jung, daher sammle ich noch damit meine Erfahrungen. Wie wirken meine Beiträge auf die Leser? Wie gehe ich mit deren Reaktionen um? Gerade das Thema Glauben ruft bei vielen ganz unterschiedliche Gefühle hervor. Das können auch Enttäuschungen, Trauer oder gar Hass sein.

Donnerstag, 26. März 2015

Berichterstattung Flugkatastrophe: Die Endlosschleife über einen "Dämon"

So tragisch das Schicksal der 150 Opfer der Flugkatastrophe der Germanwings ist, so entsetzlich ist auch die Medienschlacht um das Thema. Den ganzen Tag wiederholen die Radio- und Fernsehsender die angeblichen "Neuigkeiten" und "Erkenntnisse" über die Ereignisse im Cockpit des Flugzeugs A 320 der deutschen Billiglinie.

Bistum Münster gedenkt heute ihrem ersten Bischof Liudger

Heute ist der Gedenktag des hl. Liudger, den ersten Bischof von Münster. Neben Bischof Clemens August Graf von Galen ist Liudger einer der prägendsten Heiligen unseres Bistums.

Mittwoch, 25. März 2015

Was bei der Diskussion um "Wiederverheiratete" untergeht

Schon jetzt schlagen die Wogen im Vorfeld der "Familiensynode" hoch. Im Internet wird heftig darüber diskutiert, ob die Lehre der Kirche der "Lebenswirklichkeit" der Katholiken angepasst werden muss. Die Forderung nach Zulassung der Wiederverheirateten zu den Sakramenten ist ein Sprengsatz für die bisherige Lehre der Kirche.

Familienumfrage: "Münsteraner Katholiken sehen Sexualmoral der Kirche negativ"

Das Bistum Münster hat jetzt auf seiner Homepage die ersten Ergebnisse der Umfrage zur Familiensynode bekanntgegeben. Etwa 100 Antworten kamen von den 2 Millionen Katholiken des Münsteraner Bistums zurück. Laut Bistumsangaben stammten die wenigen Antworten überwiegend aus Verbänden, Pfarreiräten und Familienkreisen.

Dienstag, 24. März 2015

Gebetsticker statt Newsticker für die Opfer des Flugzeugabsturzes!

Seit heute Vormittag gibt es nur noch ein Thema in den Medien. Der Flugzeugabsturz in Südfrankreich einer Maschine der Germanwings auf der Route Düsseldorf - Barcelona. Eine Katastrophenmeldung degeneriert zur Sensation. Newsticker halten uns ununterbrochen auf dem Laufenden. Dabei geht es weniger um Information, sondern um Befriedigung der Neugier und dem Geldverdienen mit Aufmerksamkeit. Jeder Klick bringt Vorteile, bringt Kohle in die Werbekasse.

Montag, 23. März 2015

Lebensrechts-Demos ohne bischöflichen Rückhalt

Demos gegen Abtreibung und für die Rechte der traditionellen Familie werden von den Bischöfen weder offiziell zur Kenntnis genommen noch unterstützt. Schon aus diesem Grund haben es die Organisatoren solcher Aktionen schwer.

Sonntag, 22. März 2015

Mein fünfter Fastensonntag - von der Party zum Kreuzweg

Dieses Wochenende begann am Samstag mit einem Hallenfußballtunier und einer anschließenden "Hüttengaudi" unseres örtlichen FC Bayern München Fanclubs, über die ich berichte und von der ich Fotos gemacht habe. Selbst bei einer solchen Party ergeben sich durchaus Gelegenheiten, über den eigenen Glauben mit eanderen zu unterhalten. Dabei gab es unter Freunden auch ein paar Bier.

Wieviel Politik verträgt die Kirche?

Soll Kirche mehr Stellung zu Politik und Gesellschaft beziehen? Auch in diesem Punkt wird Kirche von verschiedensten Seiten kritisiert. Die einen bemängeln an der Kirche ihre "Untätigkeit". Und andere schimpfen, die Kirche würde eine "falsche" Politik unterstützen.

Samstag, 21. März 2015

Trauer, Dauerregen und eine große Beerdigung

Heute ist es kalt, es ist grau und es regnet. Vormittags findet bei uns im Dorf eine riesige Beerdigung statt, die immer seltener werden. Ein Sangesbruder, der in vielen Vereinen sich ehrenamtlich engagiert hat, wird beerdigt. Er war nicht nur in unserem Chor, sondern auch Gründungsmitglied im Heimatverein, er war im in der Feuerwehr und wohl auch im Sportverein. Außerdem war er mein Vorgänger und berichtete als freier Mitarbeiter aus unserem Dorf für die Lokalzeitung. Ein Mensch, der sich mit dem Gemeinwesen sehr verbunden war.

Freitag, 20. März 2015

P. Karl Wallners fünf Tipps für die Fastenzeit

Die Fastenzeit ist eine Zeit, in der etwas "neu" werden soll. Damit sie gelingen kann, gibt Pater Karl Wallner fünf Tipps: Man soll sich "realistische" Vorsätze nehmen, die Seele "aktivieren", den Kreuzweg beten, die Nächstenliebe praktizieren und auf das höchste Fest der Christenheit, dem Osterfest, hinstreben. Pater Wallner erklärt in dem Video, wie das geht.

 

Video Betrachtung des Kreuzwegs

Die Passionszeit rückt immer näher. Am heutigen Freitag betrachte ich wieder den Kreuzweg, diesmal mit diesem schönen Video.

 

Donnerstag, 19. März 2015

Gebet am Festtag des Heiligen Josef

Heiliger Josef! 


Sei von mir zu dieser Stunde tausendmal gegrüßt und von ganzem Herzen geehrt und gepriesen. Dich preisen die Engel im Himmel und dich loben die Menschen auf Erden, weil dich die allerheiligste Dreifaltigkeit zu solcher Würde erhoben, daß du an dem menschlichen Heile mitgewirkt hast. Ich bringe dir darum heute an deinem Festage meine Glückwünsche dar.

Ich empfehle mich heute in deinem Schutz und Fürbitte. Zum angenehmsten Bande der Liebe opfere ich dir das süßeste Herz Jesu, und mit demselben lege ich dir auch mein unwürdiges sündiges Herz zu Füßen.

Oh was für ein strenges, bußfertiges Leben hast du geführt, und wie hast du deinen Leib mit schwerer Arbeit, stetem Abbruche und langem Wachen so sehr abgehärmt! O wie warst du mit so vielen Tugenden geziert und mit so unbeschreiblichen göttlichen Gnaden bereichert! Wie warst du so geduldig, so sanftmütig, so eifrig, so andächtig, so keusch, so freundlich, so trostvoll und mitleidig gegen alle Betrübten, und wie treu und fleißig im Dienste und in der Sorge für Jesus und Maria! O wie war dein Herz von der Welt so ganz abgelöst und ohne Unterlaß zu Gott erhoben.

O wenn ich nur einige wenige von deinen vielen Tugenden hätte Oh allerliebster Joseph! Ich bitte dich durch die große Ehre, welche dir Gott erzeigt hat, daß er dich vor allen Menschenkindern zum Pflegevater seines Sohnes auserwählt und sich gewürdigt hat, denselben in deinem Schutz und Schirm zu geben. Nimm mich und meine Lieben auch unter deinen Schutz und Schirm. Erwirb mit eine wahre Liebe und ein rechtes Zutrauen zu Christus und einen wahren Eifer, ihm bis an mein Ende treulich zu dienen.

 In Vereinigung mit jener Liebe, mit welcher dir Gott der Vater seinen Sohn anbefohlen hat, empfehle, vertraue und übergebe ich dir meinen Leib und meine Seele samt allem was ich bin und habe, was ich kann und vermag. Sorge für mich, wie du dich für Jesus und Maria gesorgt hast! Sei mein treuer Fürbitter bei Gott und stehe mir bei in allen Nöten. Alsdann komm mit Jesus und Maria zu mir und beschütze mich wider alle Gewalt des bösen Feindes.

 Begleite meine Seele zur Seligkeit, so will ich dich da mit allen Heiligen in Ewigkeit loben und preisen. Amen.

Quelle: gekürzt und leicht gändert aus - Leben und Leiden Jesu Christi v. P. Martin v. Cochem

Mittwoch, 18. März 2015

Wir vermissen die gute alte Fastenpredigt

Satan Stich von Gustave Doré
in John Miltons Paradise Lost
Das Werk ist gemeinfrei.
Früher war sie eine gute alte Tradition, die Fastenpredigt. Sie rief in Erinnerung, was wesentlicher Bestandteil christlichen Fastens ist. Gebet, Buße und Umkehr. Heute ist sie vielerorts selten geworden, wäre aber nötiger denn je.

Doch Umkehr wozu? Was macht eingentlich christlichen Lebenswandel aus? Die Ausrichtung gesamten Lebensstils an Christus. Das Bemühen, ihm ähnlicher zu werden, sein Werkzeug zu sein. Den Kampf gegen Satan, den Verwirrer, den Bösen neu zu intensivieren.

Es ist unüblich geworden, den Begriff des Satans zu verwenden. Papst Franziskus aber nennt ihn des öfteren beim Namen, auch wir sollten es tun. Und wir sollten ihm in der Fastenzeit aufs neue widersagen.

10 Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe.  Johannes 15.10
Um in der Liebe Gottes zu kennen, müssen wir die Gebote kennen. Doch wer kann heute noch die zehn Gebote auswendig aufzählen? Geschweige denn, sie auf das eigene Leben anwenden? Beginnen wir mit dem Gebot "Du sollst nicht töten". Es bedeutet viel mehr als nur den physischen Mord eines Menschen. Gemeint ist auch der Rufmord. In der Zeit, in der anonym im Internet massenweise vernichtende Kritik an andere Personen grassiert, wäre eine Aufklärung dringend notwendig, dass dies mit einem christlichen Anspruch unvereinbar bleibt. Dies ist nur ein Beispiel von unzähligen, die man aufführen könnte.

Ohne eine geistliche Reinigungskur bleibt Fasten allenfalls vielleicht eine physische Schlankheits- und Entschlackungsprozedur. Nur hat dies mit christlichem Lebenswandel rein gar nichts gemein. Hilfreich ist die Lektüre in den Katechismen der katholischen Kirche.

Fastenpredigt: Der geistliche Kampf findet nie außen sondern in uns statt

In der Kirche erleben wir derzeit einen großen geistlichen Kampf. Sogenannte "Linksliberale Reformer" fechten ihren Kampf gegen angeblich "erzkonservative Traditionalisten" um die vorgeblich "wahre Lehre" aus. Dabei wird dabei heftig gestritten, gespalten und sogar Bischöfe beschimpft. Die einen wollen von "Rom" keine Einmischung, die anderen sprechen von der "Deutschen Kirche" die es eigentlich gar nicht gibt. Wir sind zur Einheit berufen! Wir befinden uns in einem großen Kampf um Einheit in Liebe durch Jesus Christus, unseren Herrn. Doch mit welchen Waffen ist zu kämpfen und wo ist der Platz, an dem der Kampf statt findet? Hochschulpfarrer Kreier hat dazu eine hervorragende Predigt gehalten. Ich empfehle, dieses Video bis zum Ende anzusehen.

 

Dienstag, 17. März 2015

Das Kreuz auf / mit dem Fragebogen zur Familiensynode

Wie man in katholischen Medien liest (zum Beispiel hier oder hier), hat sich das Bistum Erfurt kritisch über den Fragebogen zur Vorbereitung der Familiensynode geäußert.

Ich habe mich auch schon gefragt, wer sich diese Fragen ausgedacht hat. Erwartet hätte ich Fragen, die ausloten, wie die Gläubigen über die von der Kirche vertretenen Grundsätze zur Verhütung und Abtreibung, beziehungsweise zur Zulassung von Wiederverheirateten zu den Sakramenten. Doch um diesen heißen Brei macht dieser Fragebogen einen großen Bogen. Die Familien sollen ihre Wünsche, Freuden und Sorgen äußern. Aber wie mit einem Fragebogen geschehen, in denen Laien mit theologischen Spezialfragen konfrontiert werden, die kaum ein normaler Mensch beantworten kann.

Für mich ist dieser Fragebogen ein Beispiel einer Kirche, die nicht mehr die Sprache vieler "Gläubigen" versteht geschweige denn spricht. Ganz im Gegensatz zu Papst Franziskus, der auf Menschen zugeht, ihnen ins Gesicht schaut und zuhört und sie umarmt. Ich würde mir wünschen, dass diese Kultur auf allen Ebenen unserer Kirche wächst: Auf Augenhöhe mit dem Bruder und der Schwester im Glauben zu reden. Nur so kann echter Dialog im Sinne von Austausch fruchtbar werden.

Sonntag, 15. März 2015

Mein vierter Fastensonntag - Singen und sich freuen!

300 Chormitglieder sangen am
in einer Dekanatsmesse
am Laetare-Sonntag
Der vierte Fastensonntag wird Laetare (Freut Euch!) genannt. Er liegt mitten in der Fastenzeit und hat einen fröhlichen, tröstlichen Charakter. In den Schrifttexten dieses Sonntags werden wir an Gottes Handeln durch alle Zeiten erinnert. Gott ist uns vor aller Zeit und auch heute entgegen gekommen, um uns sein Heil für alle Ewigkeit anzubieten. Allein durch seine Gnade werden wir von unseren Verfehlungen befreit. Im Evangelium wird uns verkündet, das Gott uns seinen Sohn gesandt hat, damit die Welt gerettet werde. So sollen wir uns freuen und jubeln.

Ich war gleich morgens in einer Filialkirche unserer Gemeinde im Hochamt. Mir ist im Evangelium (=Frohe Botschaft) ein Satz besonders hängen geblieben, der mich durch die Woche durchtragen soll:
17 Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.
18 Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat.
Für mich erklang dieses Wort als frohe Verheißung. Ähnlich tröstlich wie das Gebet, "Jesus, ich vertraue auf dich, welches uns die heilige Schwester Faustyna nahe legt. Alles was Gott von uns verlangt, ist dass wir an ihn glauben, dass wir seine Gnade annehmen, die er durch das Kreuzesleid und den Tod seines Sohnes für uns erwirkt hat.

Diese Botschaft, durchgetragen von allen Schriften, erläuterte uns unser Pfarrer in seiner wie gewohnt hervorragenden Predigt. Er verwies darauf, dass schon in der ersten Lesung des Alten Testamentes berichtet wird, dass die Menschen Gottes Gebote verachtet hätten. Sie wurden "untreu", "ahmten Gräueltaten" des Volkes nach und entweihten ihr Haus. Welche Parallelität zur heutigen Zeit! Die Folgen seien schon damals ähnlich wie heute gewesen:  schon damals sei der Sabbat (heute Sonntag) ersetzt worden, wie heute: Durch Arbeit! Sonntagsarbeit, Sonntagsvergnügen.

Gottes Botschaft wird uns auch in der anschließenden Lesung im Paulusbrief und Evangelium überbracht: Wir müssen uns für Gott entscheiden, ihn an die erste Stelle in unserem Leben stellen. Nur so könnten wir das ewige Leben, die ewige Freude erlangen, verdeutlichte uns unser Pfarrer mit eindringlichen Worten. Wir Christen könnten diese Freude schon heute erlangen, indem wir unserer Berufung zur Heiligkeit gerecht würden. Durch Gebet und durch unserem Denken, Reden und  Handeln aus dem Blick Gottes heraus könnten wir schon heute die Freude in unserem Leben immer mehr sichtbar weden lassen. So würden wir das Licht Christi in unsere Umgebung tragen.

Wie kann man diese Freude besser verbreiten als mit Gesang? Zehn Chöre mit wohl dreihundert Sängern und Sängerinnen unseres Dekanates taten dies am Nachmittag im Rahmen einer feierlichen Andacht in der Pfarrkirche in Langförden, den wir wegen der Größe und Schönheit auch liebevoll "Langfördener Dom" nennen. Beim gemeinsamen Singen mit allen Chören und den schönen Einzelvorträgen der Chöre wurde eine Vielfalt der geistlichen Musik vorgetragen, die zum Jubeln einlud. Verstärkt wurde dies durch das wunderschöne Orgelspiel unseres Regionalkantors. Auch dieses zählt für mich zu den Schönheiten unseres katholischen Glaubens.

Es ist einfach wunderschön, wenn eine Kirche mit vielen singenden und betenden Menschen erklingt. Mich erinnert das an frühere Zeiten, als die Kirchen noch bei den Heiligen Messen bis auf dem letzten Platz besetzt waren und die Gemeindemitglieder laut die Messlieder sangen. Diese Zeiten sind im Alltag der Kirche rar geworden. Oft sind die riesigen Kirchen in unserer Region nur noch zu einem Drittel gefüllt, Kaum noch starke Sänger sind darunter.

Wo sind sie geblieben? Leider gehen auch nicht alle Chormitglieder mehr jeden Sonntag in die Kirche oder besuchen Gottesdienste an anderen Orten. Die Auswahl der Gottesdienste in Südoldenburg ist groß, die Messbesucher werden immer weniger. Oft entsteht dabei eine fast traurige Atmosphäre, weil kaum noch Leute mitsingen und -feiern. Wer singt, betet doppelt. So ist es im Jahr immer ein Hochgenuss, wenn zum Beispiel die Chöre ihr Sängerfest mit einer gemeinsamen musikalischen Andacht beginnen.

Nach dem Dekanatssingen hatte ich noch eine Erledigung im Nachbardorf zu erfüllen. Dort fand gerade (am 4. Fastensonntag!) ein verkaufsoffener Sonntag statt. Wie erinnerte mich dies an die mahnenden Worte unseres Pfarrers. Der Sonntag wurde für die, die Gott verachten ersetzt. Durch den Mammon. Wie arm ist unsere Gesellschaft geworden, in der es keine Fastenzeit, keinen Sonntag mehr gibt!

Ein Papst nach Sympathielage?

Seit zwei Jahren ist  Papst Franziskzus im Amt. Von Anfang an gelang es ihm, mit seiner zugänglichen und menschenfreundlichen Art die Herzen der Leute zu erreichen. Auch die Medien fanden bei ihm kein Haar in der Suppe. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Papst Benedikt XVI, der von den Medien und von vielen Leuten für einen "strengen" und "konservativen" Glaubenswächter gehalten wurde.

Von Papst Franziskus erhofften viele eine "Reform" und "Öffnung" der Kirche. Die Traditionalisten in der  der Kirche schwiegen noch am Anfang des Pontifikates. Die schlichte und und aus ihrer Sicht unwürdige Weise des Amtsführung als Pontifex verschluckten sie. Aber anfreunden konnten sich die Tradis nie mit Franziskus.

Nach dem Karnickelspruch und der Papstohrfeige an kinderreichen Familien erhielt Papst Franziskus auch aus diesen Kreisen immer mehr versteckte oder sogar offene Kritik. Und  auch die Kritiker auf der "liberalen" Front erwarten nun von ihm, dass er ihre Hoffnungen nicht nur mit Worten nährt. Die Schonphase eines Medienlieblings ist jetzt endgültig vorbei. Papst Franziskus muss nun mit immer mehr Gegenwind von allen Seiten rechnen. Wie seine Vorgänger im Amt. Ein Grund mehr, seiner Bitte zu entsprechen und  ihn immer wieder in unser Gebet einzuschließen.

Für Gläubige ist der Papst mehr als ein Sympathieträger. Er ist der Nachfolger Petri, der Pontifex, der als "Stellvertreter Christi" auf Erden dem Lehramt der Kirche in Gemeinschaft aller Bischöfe vorsteht. 

Samstag, 14. März 2015

Gebet nach einer Niederlage

Gütiger Gott, ich musste eine Niederlage einstecken.
Ich habe einen Fehler gemacht, nicht das Ende bedacht,
bei meinem Denken, Reden und Handeln

Ich habe Menschen verletzt oder enttäuscht
jetzt martern mich die Vorwürfe und Selbstvorwürfe
Und ich spüre den Unfrieden in und um mir.

Schenke mir die Einsicht, meinen verletzten Stolz zu besiegen,
mir selbst zu vergeben und Vergebung zu erbitten
Die Einsicht, dass nicht ich der Macher bin.

Gewähre mir die Gnade, meinen Frieden wieder zu erhalten,
meine Fehler und die der anderen zu verzeihen
und einen Neuanfang mit Dir und meinen Mitmenschen
zu wagen. AMEN

Freitag, 13. März 2015

24 Stunden beten für den Herrn im Marienwallfahrtsort Bethen

In seinem Aufruf zur Fastenzeit rief Papst Franziskus alle Gläubigen dazu auf, sich an der weltweiten Gebets-Initiative "24 Stunden für den Herrn" zu beteiligen. In vielen Kirchen der Welt wird zur Zeit gebetet und eucharistische Andacht gehalten. Leider bin ich heute beruflich verhindert, mich länger an dieser Gebetsinitiative zu beteiligen. Aber in der Mittagszeit fuhr ich doch kurz in den von mir 20 km weit entfernten Marienwallfahrtsort Bethen, wo ein langer Beichttag stattfindet. Ich nutzte die Gelegenheit zur Beichte, kurzen eucharistischen Anbetung und Besuch der Gnadenkapelle. Auch bei der Arbeit und zuhause kann man sich betend mit der weltweiten Gemeinschaft verbinden.
Gnadenbild in der Gnadenkapelle von Bethen

Ein Prälat der mutigen Worte

Prälat Peter Kossen hat sich weit über die Grenzen des Oldenburger Landes und des Bistums Münster einen Namen gemacht. Er legt die Finger in die Wunden der Gesellschaft und erhebt die Stimme gegen soziale Ungerechtigkeit in unserer eigentlich reichen Region Südoldenburg. Dabei setzte er sich vor allem gegen die Ausbeutung von ausländischen Werkvertragsarbeitern in der Fleischindustrie ein. Die Bulgaren, Rumänen und Osteuropäer waren zum Teil in menschenunwürdigen Unterkünften untergebracht mussten in Schlachtbetrieben fast wie Sklaven rund um die Uhr für einen Hungerlohn schuften.

Kossen hat dabei viel Staub aufgewirbelt und es hat sich seitdem einiges getan. Aber der streitbare Vertreter des Vechtaer Offizals bleibt weiterhin am Ball. Kürzlich traf er sich mit Vertretern der Ernährungs- und Landwirtschaft und des Naturschutzes zu einem Podiumsgespräch zum Thema Landwirtschaft und stellte dabei ein paar unangenehme Fragen. Darüber berichteten die lokalen Zeitungen, die Münsteraner Bistumszeitung Kirche +Leben und das Offizialat Oldenburg. 

Es herrscht ein gnadenloser Preiskrieg in der Lebensmittelindustrie, der sich über die Handelsbetriebe sowie über die Schlacht- und Futtermittelindustrie auf die Landwirte auswirkt. Außerdem sind die Flächenpreise erheblich angestiegen. Staatliche Auflagen verschärfen den Zwang, immer preiswerter Lebensmittel zu produzieren. Dies führte bei uns zum Neubau immer größerer Mastanlagen mit immer mehr Tieren. 

Auch ich höre in privaten Gesprächen mit Landwirten häufig die Sorgen über diesen knallharten Wettbewerb. Eine große Zahl an Neben- und Vollerwerbslandwirten haben schon lange das Handtuch geschmissen. Es lohnt sich mehr, das eigene Land zu verpachten und sich einen anderen Job zu suchen. Dies ermöglicht den übrigen Betrieben, sich zu vergrößern, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Stärksten werden natürlich dabei verdienen, aber immer mehr Menschen zählen auch zu den Verlierern. Doch darüber wird nicht so gerne offen geredet. 

Freunde macht sich Prälat Kossen damit sicher nicht überall. Aber er macht deutlich, welche Rolle Geld und Marktmacht in unserer Gesellschaft spielen. Denn ähnlich wie bei der Landwirtschaft ist es auch in vielen anderen Branchen. Als Christen sind wir berufen, hier unsere Stimme zu erheben. Aber auch darüber nachzudenken, inwieweit wir bereits selbst in diesem System involviert sind. Wie ein Insekt in einem Spinnennetz, aus dem man sich nicht selbst befreien kann. Ein System, welches grenzenlosen Wohlstand und Freiheit verspricht, entpuppt sich als Fessel des Egoismus und der Hartherzigkeit gegenüber seinem Nächsten.

Prälat Kossen handelt ganz im Sinne von Papst Franziskus, welcher seit Beginn seines Amtsantritts immer wieder einen kritischen Blick auf die Folgen von Konsum, Kapitalismus und Geld warf. 
Gut, dass der Prälat aus dem Oldenburger Land dieses Thema anspricht, das uns alle angeht und betrifft. Denn wir brauchen dringend einen Wertewandel. Es kann nicht sein, dass Geld und Macht alleine in unserer Gesellschaft dominiert.

Zweite Kreuzwegandacht aus dem alten Laudate

Zugegeben, ein wenig ungewöhnlich ist für uns die Sprache dieser alten Kreuzwegandacht aus dem Laudate, dem Gesang- und Gebetbuch der Kirche aus dem Jahr 1950 schon geworden. Diese Kreuzwegandacht rüttelt besonders intensiv an unser Gewissen und bringt uns auf eindringliche Weise in Verbindung mit dem Leiden und Tod unseres Herrn Jesus Christus. Daher möchte ich es mit allen Betern teilen, wenngleich es wirklich nur für den Privatgebrauch geeignet ist. Wer mit solchen altertümlichen Texten wenig anfangen kann, es gibt auch zahlreiche moderne Kreuzwegbetrachtungen. Wer eine empfehlenswerte Andacht kennt, mag sie mir gerne in den Kommentar posten. Gesegnete Andacht!

Zweite Kreuzwegandacht

(nur für den Privatgebrauch)
aus dem Laudate, Ausgabe Bistum Münster, aus dem Jahre 1950, Nr. 13

Bei der Betrachtung des Kreuzwegs
in unserer Pfarrkirche

Vorbereitungsgebet

Jesus Christus, mein göttlicher Erlöser! Ich habe gesündigt, und Du hängst blutend für mich am Kreuze. Der Schuldige ist frei, und der Unschuldige wird gebunden. Der Heiligste leidet, und der Sünder lebt in Frieden. Was der Knecht verschuldet hat, das bezahlt der Herr. Ich habe das Böse getan, und an Dir wird es gerächt. Meine Sünden haben Dich ans Kreuz gebracht. 0 mein Jesus, laß Dein Leiden doch nicht an mir verlorengehen. Ich bitte Dich durch Dein kostbares Blut und Deinen bitteren Tod, verzeihe mir armen Sünder. Von Herzen bereue ich alle meine Sünden, weil ich Dich, meinen größten Wohltäter, Dich, den unendlich guten Gott, dadurch beleidigt habe; ich verspreche Dir ernstlich, mit Deiner Gnade mein Leben zu bessern. 0 Herr, sei mir armen Sünder gnädig und laß mich mit Magdalena jene trostreichen Worte hören: Deine Sünden sind dir vergeben, weil du viel geliebt hast. weil du viel geliebt hast.
A Amen.

Erste Station:

Jesus wird zum Tode verurteilt

V Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich;
A Denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöst.

Betrachte wie Pilatus den unschuldigen Jesu nach blutiger Geißelung und schmerzhafter Dornenkrönung zum Tode verurteilte, und wie gelassen der Heiland dieses ungerechte Todesurteil annahm, damit du lernest wenigstens das gerechte Urteil deiner Mitmenschen über dich demütig hinzunehmen und damit du vor dem Urteil zum ewigen Tode bewahrt werdest.

V Gott hat seines eigenen Sohnes nicht geschont, -
A Sondern ihn für uns alle dahingegegeben
 V Herr Jesus Christus, ich danke Dir für Deine große Liebe. Ich bitte Dich, hilf mir,
das Urteil meiner Mitmenschen über mich in Demut zu ertragen. Nimn das Urteil zum ewigen 'Tode, dass ich durch meine
Sünden verdient habe, gnädig zurück, damit ich würdig werde, das ewige Leben zu besitzen.
A Amen.
V Gekreuzigter Herr Jesus, A Erbarme Dich unser!

Zweite Station:

Jesus wird mit dem Kreuze beladen 

V Wir beten Dich an...

Betrachte, wie Jesus das Kreuz auf seine Schulter nahm, das deine Sünden ihm aufgelegt haben.

V Fürwahr, Er trägt unsere Krankheiten
A Und lädt auf sich unsere Schmerzen.
V Herr Jesus Christus, ich bereue aufrichtig, daß ich Dich durch meine Sünden beleidigt habe. Gib mir die Gnade, daß ich alle Trübsale und Widerwärtigkeiten mit aufrichtigem Bußgeiste zur Sühne für meine Vergehungen ergeben und mutig trage. A Amen.
V Gekreuzigter Herr Jesus, A Erbarme Dich unser!

Dritte Station:

Jesus fällt zum ersten Male unter dem Kreuze

V Wir beten Dich an...

Betrachte, wie Jesus die Last, womit Er beladen war, nicht mehr tragen konnte, und wie Er vor Ermattung und Schmerz unter dem Kreuze fiel.

V Unseres Heiles wegen liegt die Züchtigung auf ihm,
A Und durch seine Wunden werden wir geheilt.
V Herr Jesus Christus, die Menge meiner Sünden hat Dein Kreuz so schwer gemacht. Stärke mich mit Deiner Gnade. daß ich fortan Deine Leiden nicht mehr durch meine Sünden erneuere. 
A Amen.
V Gekreuzigter Herr Jesus, A Erbarme Dich unser!

Vierte Station:

Jesus begegnet seiner heiligen Mutter 

V Wir beten Dich an.

Betrachte, welcher Schmerz das Herz Jesu zerriß, als Er seine Mutter sah, und das Herz Mariä, als Jesus ihr begegnete. Deine Sünden sind die Ursache dieser Betrübnis des Sohnes und der Mutter.

V Ein Schwert wird deine Seele durchdringen,
A Damit die Gedanken vieler offenbar werden.
V Herr Jesus Christus, erwecke in mir auf die Fürbitte Deiner heiligen Mutter einen lebhaften Reueschmerz über meine Sünden, damit ich in der Stunde des Todes Gnade vor Dir finde. A Amen.
V Gekreuzigter Herr Jesus, A Erbarme Dich unser!

Fünfte Station:

Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen

V Wir beten Dich an...

Betrachte, wie die Juden beim Anblicke der großen Schwäche Jesu fürchteten, Er möchte schon auf dem Wege zum Kalvarienberge den Geist aufgeben, und wie sie darum den Simon von Cyrene zwangen, dem Herrn das Kreuz tragen zu helfen.

V Wer mir nachfolgen will, verleugne sich selbst,
A Er nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.
V Herr Jesus Christus, mir steht es zu, das Kreuz zu tragen, weil ich gesündigt habe. Mach mich bereit, Dich wenigstens auf Deinem Kreuzwege zu begleiten und alle Leiden mit Ergebung in Deinen heiligsten Willen geduldig zu tragen. Mach mich bereit, wie Simon von Cyrene meinem Nächsten das Kreuz tragen zu helfen. A Amen. 
V Gekreuzigter Herr Jesus, A Erbarme Dich unser!

Sechste Station:

Veronika reicht Jesus das Schweißtuch 

V Wir beten Dich an...

Betrachte, wie der Heiland, von Blut und Schweiß triefend. das schwere Kreuz weiter trug, und wie
Veronika, von Mitleid gerührt, ihm das Schweißtuch reichte.

V Wohlgestalt und Schönheit ist von ihm gewichen,
A Er ist der Geringste der Menschen, der Mann der Schmerzen.
V Herr Jesus Christus, präge das Bild Deines heiligen Antlitzes tief in meine Seele ein, damit das Andenken an Dein Leiden und Sterben mich stärke in Trübsal Und Not. Erfülle mich mit dem Geiste Veronikas, damit auch ich beim Anblicke fremder Not Verständnis und Hilfsbereitschaft zeige. 
A Amen.
V Gekreuzigter Herr Jesus, A Erbarme Dich unser!

Siebte Station:

Jesus fällt zum zweiten Male unter dem Kreuze

V Wir beten Dich an...

Betrachte die Leiden, die Jesus hei diesem zweiten Falle empfand. Du bist die Ursache dieser Leiden durch den Rückfall in deine früheren Sünden.

V Wie ein Lamm wird Er zur Schlachtbank geführt
A Und tut seinen Mund nicht auf vor seinen Henkern.
V Herr Jesus Christus, wie beschämt stehe
ich vor Dir! Gib mir die Gnade, mich so von
meinen Sünden zu erheben, daß ich nie wieder zurückfalle. 
A Amen.
V Gekreuzigter Herr Jesus, A Erbarme Dich unser!

Achte Station:

Jesus begegnet den Frauen von Jerusalem

V Wir beten Dich an...

Betrachte, wie Jesus diese Frauen ermahnte, sie sollten nicht über ihn, sondern über sich und ihre Kinder weinen, um dich zu lehren, daß du mehr über deine Sünden weinen sollst als über sein Leiden.

V Weinet nicht über mich, sondern weinet über euch selbst und über eure Kinder.
A Wenn das am grünen Holze geschieht, / was wird dann mit dem dürren geschehen? V Herr Jesus Christus, erfülle mein Herz mit wahrer Reue, damit mir das Mitleid über Deine Schmerzen verdienstlich werde. 
A Amen.
V Gekreuzigter Herr Jesus, A Erbarme Dich unser!

Neunte Station:

Jesus fällt zum dritten Male unter dem Kreuze

V Wir beten Dich an...

Betrachte, wie Jesus mit erneuertem und größerem Schmerze zum dritten Male unter dem Kreuze fiel. Du bist schuld daran, indem du stets in neue Sünden fällst.

V Er hat die Sünden vieler getragen 
A Und für die Ubeltäter gebetet.
V Herr Jesus Christus, ich bin nun fest entschlossen, Dich nicht mehr zu beleidigen. Stärke mich in meinem Entschlusse und mache ihn durch Deine Gnade wirksam. 
A Amen.
V Gekreuzigter Herr Jesus, A Erbarme Dich unser!

Zehnte Station:

Jesus wird seiner Kleider beraubt

V Wir beten Dich an...

Betrachte die Beschämung Jesu, da man ihn entkleidete, und die Bitterkeit, die Er empfand, als man ihm Wein, mit Myrrhe und Galle vermischt, zu trinken gab.

V Sie haben meine Kleider unter sich geteilt
A Und über mein Gewand das Los geworfen.
V Herr Jesus Christus, ich bereue von Herzen alle Sinnlichkeit, durch die ich Dich je beleidigt habe, und nehme mir ernstlich vor, den alten Menschen mit seinen sinn-liehen Neigungen abzulegen und Dir in Zukunft mit reinem Herzen zu dienen. Herr, gib mir Deine Gnade dazu. 
A Amen.
V Gekreuzigter Herr Jesus, A Erbarme Dich unser!

Elfte Station:

Jesus wird ans Kreuz geschlagen 

V Wir beten Dich an...

Betrachte die außerordentlichen Schmerzen, die Jesus erlitt, als man seinen, durch die Geißelung schon ganz zerschlagenen Leib auf dem Kreuze ausstreckte und ihn an Händen und Füßen mit Nägeln darauf befestigte.

V Sie haben meine Hände und Füße durchbohrt,
A Und alle meine Gebeine haben sie gezählt.
V Herr Jesus Christus, Du leidest dieses alles für mich, und ich sollte Deinetwegen nichts leiden? Hefte meinen widerspenstigen Willen an Dein Kreuz und verleihe mir die Gnade, daß ich aus Liebe zu Dir jedes Leiden bereitwillig annehme und geduldig ertrage. 
A Amen.
V Gekreuzigter Herr Jesus, A Erbarme Dich unser!

Zwölfte Station:

Jesus stirbt am Kreuze

V Wir beten Dich an...

Betrachte, wie dein Erlöser nach dreistündigen Todesqualen sein Haupt neigte und verschied, um dein Heil zu wirken.

V Er ist gehorsam geworden bis zum Tode, 
A Ja, bis zum Tode des Kreuzes.
V Herr Jesus Christus, Du hast, um den Willen Deines Vaters zu erfüllen und für meine Sünden Genugtuung zu leisten, Dein Leben dahingegeben. In aufriditiger Dankbarkeit opfere ich Dir mein Leben auf und verspreche Dir, nach Deinem Vorbild und mit Deiner Gnade meine Pflichten treu zu erfüllen und so den Willen des himmlischen Vaters zu tun. 
A Amen.
V Gekreuzigter Herr Jesus, A Erbarme Dich unser!

Dreizehnte Station:

Der Leichnam Jesu wird vom Kreuze abgenommen


V Wir beten Dich an...

Betrachte die Betrübnis der Mutter Jesu, als sie den entseelten, mit Blut überronnenen Leib ihres göttlichen Sohnes auf ihren jungfräulichen Schoß nahm.

V Mit wem soll ich dich vergleichen, Jungfrau, Tochter Sion?
A Groß wie das Meer ist dein Schmerz!
V Heilige Jungfrau und Mutter Maria, mit inniger Anteilnahme gedenke ich deiner Betrübnis in jener schweren Stunde. Ich gedenke aber auch der Großmut, mit der du dein Leid Gott aufgeopfert hast. An deinem Beispiel will ich mich aufrichten iii schweren Stunden. Durch deine Fürhittr
laß iiiicli Trost und Hilfe finden im Leben und Sterben. 
A Amen.
V Gekreuzigter Herr Jesus, A Erbarme Dich unser!

Vierzehnte Station:

Der Leichnam Jesu wird ins Grab gelegt 

V Wir beten Dich an...

Betrachte, wie der heilige Leichnam Jesu mit tiefster Ehrfurcht in das neue Grab gelegt wurde, worin er bis zu seiner glorreichen Auferstehung ruhte.

V Du wirst meine Seele nicht im Totenreiche lassen
A Und Deinem Heiligen nicht zu schauen geben die Verwesung.
V Herr Jesus Christus, ich danke Dir für alles, was Du zu meiner Erlösung gelitten hast. Ich bitte Dich, laß auch mein Herz eine heilige Stätte werden, in der Du ruhest und meine eigene Auferstehung vorbereitest. 
A Amen.
V Gekreuzigter Herr Jesus, A Erbarme Dich unser!

Schlußgebet


Nimm an, himmlischer Vater, diese Andacht zu Ehren des blutigen Kreuzweges, den Jesus Christus, Dein geliebter Sohn, unser Herr und Heiland, für uns gegangen ist. Ich opfere sie Dir auf zu Deiner größeren Ehre, zur Abbüßung meiner Sünden und für die armen Seelen im Fegfeuer und bitte Dich: ersetze in Deiner gütigen Barmherzigkeit, was mir an Eifer und Sammlung gefehlt hat.
Herr Jesus Christus, erbarme Dich meiner und hilf mir, den Weg der Sünde zu meiden und Dir nachzufolgen, bis ich zu Dir komme in den Himmel, den Du uns durch Dein bitteres Leiden und durch I)eiien Sühnetod wieder erschlossen hast. 
A Attien.

Donnerstag, 12. März 2015

Gebet an die Königin des heiligen Rosenkranzes

Dieses schöne Gebet fiel mir heute Mittag während meiner Gebetszeit ins Auge, Ich fand es im "Gebetschatz" von A. M. Weigl, St. Grignion-Verlag, Altötting:

Königin des heiligen Rosenkranzes,
Siegerin in allen Schlachten Gottes,
Königin des Friedens!
Ich verehre und liebe dich
als meine himmlische Mutter.

Demütig bitte ich dich,
hilf meiner menschlichen Schwäche,
treu zu bleiben meinem Versprechen,
täglich den Rosenkranz um die Bekehrung
der Sünder zu beten und Opfer zu bringen.

Lass mich nicht vergessen, dass es gilt,
durch Gebet und Buße Gott zu versöhnen
und unsterbliche Seelen zu retten,
für die Christus am Kreuz gestorben ist.
Dem Kreuzzug anzugehören
ist eine Gnade, Ehre und Freude.

Hilf mir, Maria,
dein treues Werkzeug zu bleiben
für den Frieden mit Gott
und den Frieden der Welt.

Mittwoch, 11. März 2015

Warum das mit dem Beichten nicht so einfach geht

Fastenzeit, das ist für den Christen eine Zeit der Umkehr. Dies bedeutet auch, einmal sein geistliches Leben zu überprüfen. Steht mein Denken, Reden und Handeln mit dem Willen Gottes überein? Habe ich mich von meinem Herrn und dreifaltigen Gott, dem Vater, Sohn und Heiligen Geist abgewandt?

Die Katholische Kirche bietet ihren Gläubigen das Sakrament der Versöhnung, die Beichte, um einen Neuanfang mit Gott zu beginnen. Gott selbst heilt in diesem Sakrament unsere Wunden, er schenkt uns Vergebung, Versöhnung und einen Neuanfang. Voraussetzung ist unsere Entscheidung zur Abkehr von unseren Sünden und die Bereitschaft, alle unsere bösen Gedanken, Worten und Taten dem Beichtvater gegenüber zu bekennen, der uns im Auftrage der Kirche die Vollmacht hat, das Sakrament zu spenden. Wer einmal eine gute Beichte abgelegt hat, kennt die Erfahrung großer Erleichterung und innerlicher tiefer Freude danach.

Meine erste Beichte nach langen Jahrzehnten bleibt mir unvergessen. Ich entschloss mich nach langem Ringen zu beichten und fuhr dazu in die von mir 90 km entfernte Gebetsstätte Heede ins Emsland. An diesem Marienwallfahrtsort findet jeden 1. Samstag im Monat eine Nachtanbetung mit Heiliger Messe und Lichterprozession statt. Sechs Priester stehen vor und nach der Messe für die Beichte zur Verfügung.

Auf meiner einstündigen "Wallfahrt" nach Heede mit dem Auto betete ich den Rosenkranz. In Heede hatte ich ein leicht mulmiges Gefühl, ich fühlte mich fremd. Und sollte ich wirklich beichten? Währenddessen begann die eucharistische Anbetung mit einer Vesper. Schließlich rang ich mich doch durch, mich in eine lange Schlange vor den Beichträumen zu stellen. Beim Warten wurde mir noch mulmiger. Was sollte ich nun tatsächlich beichten? Die Wartezeit wurde immer länger und länger. Als ich endlich alleine vor dem Beichtraum stand, kam schließlich der Priester aus dem Zimmer und bedeutete mir: "Es tut mir leid, aber ich muss jetzt zur Heiligen Messe! Sie können aber nach der Messe dann noch zur Beichte gehen, wenn sie möchten"

Das war wie ein Schlag in meine Magengrube, denn nun musste ich die ganze Heilige Messe noch zappeln, bis ich die Gelegenheit zur Beichte bekam. Im Beichtzimmer sprudelte es aus mir heraus, was mir auf dem Herzen lag. Der Priester gab mir noch ein paar geistliche Ratschläge und meinen zu verrichtenden  Bußakt, ein Gebet, auf. Danach gab er mir dann die Absolution. Ich fühlte mich danach wirklich sehr erleichtert und befreit.

 Na gut, wenn's wirklich so toll ist, wo ist dann das Problem danach, könnte man fragen. Wenn man eine solche befreiende Wirkung der Beichte verspürt hat, müsste man doch so oft wie möglich beichten. Leider ist dies genauso wenig der Fall, als dass man nach der Beichte vor jeder weiteren Sünde gefeit wäre. Wir bleiben weiterhin "zerbrechliche Gefäße" und erfahren, dass wir unsere Kraft das Gute zu tun, allein aus der Gnade Gottes erhalten. (Dazu passend: 2. Korinther 4)

Wenn wir wieder gesündigt haben, fällt uns die Entscheidung, einen Neuanfang im Glauben zu machen, immer wieder von neuem schwer. Es gibt viele Gründe, nicht zur Beichte zu gehen. Zum Beispiel, indem man verdrängt, was böse war. Oder man hat keine Beichtgelegenheit, der Priester ist kein geeigneter Beichtvater. Ausgerechnet am Tag, an welchem man sich durchgerungen hat, kommt ein "wichtiger" Termin dazwischen.

Es gibt tausend Gründe. nicht zur Beichte zu gehen, es gibt tausend Gründe nicht zur Heilige Messe zu gehen. Es gibt tausend Gründe, Böses zu tun. Gutes zu tun ist meistens mit Anstrengung verbunden, vor allem, wenn man dafür nicht (sofort) eine Belohnung bekommt. Aus diesem Grund müssen wir uns als suchende Christen katholischen Glaubens klar machen, dass

  • das Sakrament der Versöhnung uns mehr Freude am Glauben schenkt
  • wir uns danach wieder frei und erneuert fühlen
  • dass wir dazu auch unsere "kleinen" lässlichen Sünden bekennen sollen
  • dass wir niemals dem Priester sondern immer allein Gott persönlich unsere Sünden anvertrauen
  • dass es keinen Fortschritt im Geistlichen Leben gibt ohne Umkehr und Buße
  • regelmäßige Gewissensprüfung ein Schritt zum tieferen geistlichen Leben ist.
Wir sollten uns bewusst sein, dass die Kirche nicht ohne Grund uns das Gebot gibt, mindestens zweimal im Jahr zu beichten. Uns wird empfohlen, sogar monatlich oder öfters zur Beichte zu gehen.
Machen wir uns gegenseitig Mut, öfters uns mit Gott versöhnen zu lassen.

Noch ein Linktipp für alle, die lange nicht mehr zur Beichte waren: Beichte für Anfänger - Karl-Leisner-Jugnd

Dienstag, 10. März 2015

Eine biblische Fastenbetrachtung zur Kritiksucht in Kirche und Gesellschaft

Heute möchte ich einmal das größte #Gift unserer Zeit betrachten, ein Gift, dass auch mich selbst immer wieder bedroht: Die #Sucht, alles und jeden kritisieren zu müssen.

Diese Sucht greift in unserer Gesellschaft und in unserem Leben um sich herum. Früher fand die #Kritik noch ihre Grenzen vor dem guten #Benehmen und dem #Respekt besonders vor der #Autorität von verantwortlichen Persönlichkeiten in Kirche und Gesellschaft. Heute hingegen erlaubt sich jedermann, seine Meinung über andere öffentlich kund zu geben. Alles und jeder unterliegt der Kritik, die #Meinungsfreiheit ist an die Stelle aller anderen #Gebote, vor allem dem Gebot der #Nächstenliebe getreten

Verschärft wird dies durch #Weblogs wie diesem, oder auch soziale Netzwerke wie #Twitter oder #Facebook. Jeder hat heute die Möglichkeit, weltweit zu publizieren. Dies ist gleichermaßen zu einem riesigen Vorteil wie zu einer Geißel unserer Zeit geworden. Die #Medien sind ein machtvoller Verstärker unserer Kommunkation geworden, aber sie fordern von uns auch eine besondere #Verantwortung. Denn sie verleiten uns auch dazu, mit Bösem viel #Aufmerksamkeit und Erfolg zu erhaschen.

Die Kritiksucht erhebt den Menschen zum #Maß aller Dinge. Er erhebt sich über alle und alles, sogar über #Gott und seine Gebote. Damit ist die Kritiksucht ein ernstes Hindernis zu einem wirklichen #geistlichen #Leben, denn es projiziert alle #Gedanken vom Ego auf seine Umwelt. Die eigene Weltsicht wird anderen aufoktroyiert.

Her stellt sich die Frage, ob der #Christ nicht aufgefordert ist, andere zurecht zu weisen? Zu falschen Entwicklungen in Kirche, Politik und Gesellschaft Stellung zu nehmen? Die Heilige Schrift fordert dazu regelrecht auf. Im Alten Testament wie im Neuen Testament gibt es hierzu viele Stellen. (z.B. siehe Überblick hier...). Aber die #Bibel gibt auch genau vor, wie man zurechtweisen darf.  (Siehe z.B. Mt. 28.15ff, oder auch Mt. 7.1ff)

Ich möchte einige Gedanken zusammenfassen, die mir hierzu einfallen, wie Kritik nie aussehen darf:

  • Kritik darf nie #anonym erfolgen. Der Betroffene muss persönlich angesprochen werden. Öffentliche Kritik an einer Person, die sich nicht dagegen wehren kann, ist im Grunde böse. Wer im Internet andere kritisiert, muss zumindest seinen Namen und seine Person öffentlich und für jedermann sichtbar bekannt geben.
  • Kritik muss in #Liebe erfolgen. Sie muss immer aufbauend sein und darf niemanden heruntersetzen (Siehe z.B.  Eph. 4.2., Eph. 4.29ff)
  • Kritik darf nie den Ruf oder auch die #Autorität eines anderen in Frage stellen. Eltern, Lehrer und auch politischen und kirchlichen Führern #Achtung gegenüberzubringen, ist Christenpflicht. Für Katholiken gilt dies in besonderer Weise gegenüber dem #Priester, dem #Bischof und dem #Papst, da in diesen Ämtern uns Christus vergegenwärtigt wird.
  • Kritik darf niemals ohne Demut erfolgen. Vergessen wir nie, dass niemand außer Christus die #Wahrheit gepachtet hat. (Siehe Joh 14.6). Dass wir unsere Gnade allein ihm und seiner Kirche verdanken. Dies muss unser ganzes Denken, Reden und Handeln tragen. 
Hinterfragen wir uns, welches #Motiv eigentlich hinter unserer Kritik steht. Werden wir durch #Eigensucht getrieben? Liegt uns daran, viel Aufmerksamkeit zu erreichen? Die schlechte Gerüchteküche verbreitet sich bekanntlich viel schneller als die gute Nachricht. Oder liegt es uns daran, die #Frohe #Botschaft zu verbreiten und am #Aufbau des Reiches Gottes mitzuwirken? Darüber nachzudenken lädt uns die #Fastenzeit ein. 

Sonntag, 8. März 2015

Mein dritter Fastensonntag - Ständiges Diakonat vs Piusbrüder

Der ganzen Spannungsbogen der Kirche beschäftigte mich an diesem Sonntag. Am Samstagabend war ich bei einer Feier anlässlich einer Eremitierung eines ständigen Diakons. Das Fest begann mit einer Hl. Messe, in der der Pfarrer in seiner Festpredigt die Bedeutung und Geschichte dieses Weiheamtes erklärte. Der Diakon ist ein Mann, der aus der Gemeinde dazu berufen wird, in der Pfarrei als Diener und Helfer in der Liturgie, der Verkündigung und der "tätigen Nächstenliebe" zu wirken.

Das Diakonat begründete sich ursprünglich als ein eigenständiges Weiheamt. So wurden in der Urgemeinde sieben Diakone berufen, die sich um Witwen, Waisen und Arme kümmern sollten, damit die Apostel sich um die Lehre und Predigt kümmern konnten. In vorkonzilianer Zeit entwickelte sich das Diakonat als Vorstufe zum Priesteramt. Erst im Zuge des des 2. Vatikanum wurde das Amt des Diakons wieder neu belebt und auch verheirateten Männern, ständigen Diakonen, ermöglicht. Wahlweise kann es als Hauptberuf oder neben einer anderen beruflichen Tätigkeit ausgeübt werden. Der Diakon, der wegen seines Alters von 75 Jahren vom Bischof entpflichtet wurde, war ein verheirateter Mann mit vielen Kinder, der ehemals Lehrer war. An diesem Abend war ich Zeuge einer reinen Entwicklung des 2. Vatikanums.

Den Sonntagmorgen begann ich mit meinem täglichen Morgengebet der Kirche, der Laudes. Wie jeden Sonntag frühstückte ich danach ausführlich und sah mir dann wie gewohnt die Heilige Messe im überlieferten Ritus der Petrusbruderschaft bis zur Predigt an. Danach ging ich, wie gewohnt, vormittags zur Heiligen Messe. Das Wetter war zum ersten Mal frühlingshaft. So entschloss ich mich am Nachmittag auf das Fahrrad zu steigen, um eine Seniorin im Pflegeheim zu besuchen. Sie wohnt ein paar Dörfer von mir entfernt. Ich genoss das schöne Wetter. Beim Radeln kann man den Gedanken freien Lauf lassen und auch wunderbar beten.

Unterwegs kam ich in ein Dorf, in welchem es eine kleine Kapelle der schismatischen Piusbruderschaft gibt. Ich war schon immer neugierig, was dort wohl los ist, aber bislang noch nie gewesen. Vielleicht könnte man mal einen kurzen Blick rein werfen? In einer Siedlung entdeckte ich hinter einem Privathaus die kleine Kapelle. Ein großes Schild wies darauf hin. Die Tür war verschlossen, aber im Aushang hingen Informationen über die kleine Piusbrüdergemeinde. In unserer Region nimmt man von ihr gar nicht Notiz, Aber jeden Sonntag wird ein "Hl. Amt" in der  außerordentlichen Form gefeiert, es gibt auch Werktagsmessen und Rosenkranzgebete.

Pardon, außerordentliche Form dürfte ich nach Meinung der Piusbrüder nicht schreiben, denn die Alte Messe ist für sie die einzig gültige Messform. Im Schaukasten hing ein Zettel, warum die sonst übliche hl. Messe nach Meinung der Piusbruderschaft nicht von Katholiken besucht werden dürfe. Sie führten mehr als zwanzig Gründe dafür an. Ich habe mir dies durchgelesen, weil diese Aussagen eindeutig sich gegen das Lehramt der Kirche verstoßen. Die Haltung der Piusbrüder ist bekannt, für mich ist daher eine Mitfeier einer Messe bei ihnen ausgeschlossen.

Mich beschäftigte das Gesehene bei der weiteren Radtour.  Hier ist eine Gemeinschaft, die behauptet, den wahren katholischen Glauben zu vertreten. Irgendwie erinnert mich das ganze über die unnötige Streiterei über Liturgie und Form, besonders im Internet. Viele schnitzen sich ihre eigene katholische Kirche. Wie zum Beispiel Traditionalisten wie Marc L. auf Twitter. Kürzlich stritt er für die Alte Messe als heiligste Form der Liturgie im Gegensatz zur Hl. Messe, wie sie heute die Kirche zelebriert.  Die neue Messe lehnt er ab. Im Internet habe ich mittlerweile auf verschiedenen Plattformen jede Menge Leute kennengelernt, die ähnlich wie Marc L. denken.

Umgekehrt kenne ich viele Menschen, die eine lateinische Messe im althergebrachter Weise grundsätzlich ablehnen. Die meisten Leute in meinem Dorf würden schimpfen, wenn die alte Form neben der gewohnten Messe wieder eingeführt würde. Es würde sie sogar stören, wenn der Priester nicht am Volksaltar sondern "ad orientem" im Novo Ordo zelebrieren würde.

Ich verstehe diese überflüssigen Grabenkämpfe nicht. Als kleines Kind war die Alte Messe für mich doch die ganz normale Messe! Messdiener wurde ich aber erst in den 70igern, in der schon die moderne Messe gefeiert wurde. Damals wie heute gibt es Menschen, die kein Verständnis für die Messe haben. Schon als Kind erlebte ich, dass viele Männer die Messe nur an der Kirchentür verfolgten. Damals waren die Kirchen noch bis auf den letzten Platz gefüllt. Heute kommt trotz der in der allen verständlichen Volkssprache nur noch ein kleines Häuflein zur Sonntagsmesse. Der Rest hat den Bezug zum Glauben vollkommen verloren. Die Grabenkämpfe zwischen Traditionalisten und Reformern werden hauptsächlich in Print und Internet ausgefochten.

Ich mag beide Formen. Beide haben ihre wunderbare Schönheit, die man sich aber für sich erschließen muss. Es reicht nicht, gelegentlich eine Messe zu besuchen. Erst bei einem regelmäßigen Messbesuch erschließt sich das mystische Geheimnis, oder auch nicht. Gebet, Bemühen um Glaubenkenntnisse und Sakramentenempfang einschließlich der Beichte sind dazu eine wichtige Voraussetzung. Wer würde aber erwarten, dass man erfolgreicher Fußballer ohne Training werden könnte?

Warum gibt es die Grabenkämpfe eigentlich? Das habe ich mich schon lange gefragt. Ich glaube, dass dies nicht nur allein an der Liturgie liegt. Mit ihr verbunden sind auch unterschiedliche Jahreskreise und Festtagskalender. So wird man sich für die regelmäßige Teilnahme für den althergebrachten oder den heute üblichen Ritus entscheiden müssen. Für mich bleibt dies die ordentliche Form.

Ich würde trotzdem gerne öfters eine Alte Messe besuchen, wenn es eine in meiner Umgebung gäbe. Ich war schon bei den Dominikanern in Lage und bei der Petrusbruderschaft in Hannover. Beides Mal hat mir die stille und würdige Feier sehr gefallen. Die Predigten der Petrusbruderschaft sowie ihr Mitteilungsblatt sind absolut empfehlenswert.

Letztendlich kommt es nicht auf den Ritus sondern auf das Sakrament der Eucharistie an, in welchem uns Christus in jeder gültigen Messe begegnet. Warum sollte ich nicht zur Eucharistie in  der Kirche in meinem Dorf gehen, wenn Christus dort mir im Sakrament begegnet? Für mich wäre es ein Sakrileg, wenn ich dies nur von äußeren Vorlieben abhängig machen würde. Christus begegnet mir gleichermaßen im indischen Kaplan wie im Papst.

Wie einfach wäre es für uns, wenn wir die Grabenkämpfe ums "wahre" Katholikentum niederlegen und uns um den Nachfolger Petri, den amtierenden Papst scharen würden? Alles wäre viel einfacher und friedlicher. Katholiken würden als eine Gemeinschaft friedlich den einen Gott in drei Personen anbeten. An diesem Sonntag habe ich ganz in diesem Anliegen gebetet. Doch wir werden eine universale Kirche mit vielen unterschiedlichen Strömungen und -bewegungen bleiben. Diesen Spannungsbogen müssen wir als Katholiken auch in Zukuinft ertragen.

Und noch ein Nachschlag zur Münsteraner Zufriedenheitsstudie

Auch in "Kirche+Leben", der Bistumszeitung im Bistum Münster, wird auf einer ganzen Seite ausführlich über die Studie zur Zufriedenheit der Katholiken berichtet. Die sogenannten "Marketing-Experten" dieser Untersuchung hinterfragten laut Bericht bei der Präsentation, wie "nahe" die kirchlichen Mitarbeiter an den "Wahrnehmungen" der Katholiken seien.. Die Ergebnisse hätten ergeben, dass die Mitarbeiter die Zufriedenheit im Bistum ganz anders eingeschätzt hätten als die Katholiken insgesamt.

Dies gelte besonders für "liturgische Leistungen" und Katechese. Ein einfaches "Weiter so" dürfe es nicht geben. "Um mehr Glaubwürdigkeit und Vertrauen aufzubauen seien Rechtschaffenheit, Aufrichtigkeit und Zuverlässigkeit nötig, ebenso ein intensiver und offener Austausch und Dialog mit den Gläubigen", eine "offene Kommunikationsstruktur" und mehr "Beteiligung der Gläubigen bei Entscheidungsprozessen". Haben Sie etwas verstanden? Ich nicht. Das ist halt Marketingsprache.

Können "Marketing-Experten" der Münsteraner Kirche wirklich aus der Patsche helfen? Ich tue mich mit diesem Gedanken ein wenig schwer. Glaube ist nun einfach kein "Produkt", Seelsorge keine "Dienstleistung". Betriebswirtschaftliche Methoden funktionieren in Kirche nicht wie in Unternehmen, wenngleich uns das diese "Experten" weismachen wollen. Kirche ist Sendung Gottes, die Verkündigung der Frohen Botschaft, ob gelegen oder ungelegen. Zentrale Aufgabe der Kirche ist die Anbetung des Herrn, ohne den niemand etwas erreichen kann. Kirche muss den Menschen eine Alternative zur Gesellschaft bieten. Ein Raum, wo er Gott begegnen und Nächstenliebe erfahren kann. Dann wird sie auch attraktiv. Letztendlich aber liegt alles in der Gnade Gottes, der seiner Kirche versprochen hat, dass sie nicht untergehen werde. 

Der Leiter der Hauptabteilung für Seelsorge im Münsteraner Generalvikariat wiederholte laut der Kirchenzeitung den Aufruf, mehr Zeit und Energie für die Wahrnehmung der Menschen" aufzuwenden und "Neues auszuprobieren".  Er bezog das auch auf die Liturgie, die noch stärker an die verschiedenen "Zielgruppen" (welch grausamer Begriff!) orientiert werden müsse.

Ich frage mich, was das nun für uns Katholiken im Bistum Münster in der Praxis bedeuten wird. Werden wir mehr "Forumskirchen" wie St. Peter in Oldenburg bekommen? Hier wurde ein völlig neues Konzept in der Citypastoral eingeführt, die Außenstehende in die Kirche locken soll. In St. Peter Oldenburg hat das Bistum viel Geld und im wahrsten Sinne Energie investiert, um katholische Kirche ganz neu zu denken.

Ob allerdings dieses Konzept mittelfristig zu zu einer stärkeren Identifikation der Katholiken mit ihrer Kirche führt und ob dadurch die katastrophale Steigerung der Kirchenaustritte gestoppt werden kann, bleibt noch offen.


Samstag, 7. März 2015

Ärgerlich: Ein Chorausflug ohne Heilige Messe

Am letzten Übungsabend unseres Cäcilienchores stellte der Vorstand uns das Programm unseres Wochenendausflugs nach Thüringen vor. Es war komplett ausgefüllt mit Stadtbesichtigungen, Besichtigungen und gemütlichen Essen und natürlich auch Trinken. Leider war für einen gemeinsamen Besuch der Heiligen Messe kein Platz im Programm. Warum schreibe ich das hier? Weil mich das traurig macht. Und weil es mich ärgert.

 Es zeigt, wie wenig unser katholischer Chor noch auf ein gemeinsames Glaubensleben gegründet ist. Als vor zwei Jahren uns das Programm der letzten Fahrt Richtung Rheinland-Pfalz präsentiert wurde, erhob ich noch als Einziger den Finger und fragte nach einer Möglichkeit zum Messbesuch. Schon damals erhielt ich die lapidare Antwort, dass dafür die Zeit zu knapp sei. Die lange  Rückfahrt nach Nordwestniedersachsen ....

Mich überzeugte dies nicht, und so blieb ich zuhause. Mir ist es wichtig, dass ich sonntags zur Messe gehe. Wenn ich meine Familie in Berlin besuche, wissen die mittlerweile. Sonntags gehe ich zur Messe. Dann wird eben vorher gefrühstückt. Von meiner Restfamilie ist niemand mehr katholisch, aber die respektieren das. Und auf Fahrten mit anderen Gesellschaften klinke ich mich halt einmal für eine Stunde aus dem Programm. Man ist halt Exot, wenn man das Sonntagsgebot unbedingt einhalten möchte.

Bei einem katholischen Chor sehe ich aber nicht ein, dass man sich in eine Heilige Messe mogeln muss. Oder den Kirchbesuch ausfallen lassen muss. Ich finde, der sonntägliche Besuch der Messe gehört zum Selbstverständnis eines solchen Chores, der in einer Pfarrgemeinde ja sogar eine liturgische Rolle im Gottesdienst spielt. Es geht mir nicht darum, dass ich von jedem Chormitglied die gleiche Einstellung erwarte, die ich dazu pflege. Es bleibt jedem freigestellt, ob er in die Kirche will oder nicht. Aber wenn keine Möglichkeit dazu eingeplant wird, dann findet eine solche Fahrt eben ohne mich statt.

Freitag, 6. März 2015

Erste Kreuzwegandacht aus dem alten Laudate

In der heutigen Mittagsstunde betrachtete ich in unserer Pfarrkirche den heiligen Kreuzweg, das Leiden unseres Herrn Jesus Christus, aus dem alten Laudate. Ich lade herzlich ein, ihn mit mir gemeinsam zu beten. Wer mag, kann ihn auch hier ausdrucken. Gesegnete Andacht!

Erste Kreuzwegandacht

aus dem Laudate, Ausgabe Bistum Münster, aus dem Jahre 1950, Nr. 136

bei der Betrachtung des Kreuzwegs
in unserer Pfarrkirche

Vorbereitungsgebet

V Herr Jesus Christus! Wir wollen Dich im Gebet auf Deinem Kreuzweg begleiten. Gib, daß wir durch die Betrachtung Deines bitteren Leidens die Bosheit der Sünde immer klarer erkennen, damit wir unsere Sünden aufrichtig bereuen, uns mit ganzem Herzen zu Dir hinwenden und die Kraft gewinnen, den Kreuzweg unseres eigenen Lebens mit neuer Geduld und Ergebung zu gehen. Herr, zeige uns Deine Wege,

A Und Deine Pfade lehre uns.
V Schmerzhafte Mutter Maria, ihr Heiligen, die ihr Jesus auf seinem bittern Leidenswege begleitet habt, helft uns, diesen heiligen Weg zur Ehre Gottes und zum Heile unserer Seele zu gehen. A Amen.

Erste Station:

Jesus wird zum Tode verurteilt

V Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich;
A Denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöst.

Pilatus fällt aus Menschenfurcht das ungerechte Urteil. Die Juden sind verblendet durch Haß und Leidenschaft. Die verhetzte Menge besiegelt ihr eigenes Schicksal mit dem Fluche: Sein Blut komme über uns und unsere Kinder. Jesus steht gebunden da und schweigt.

V Gott hat seines eigenen Sohnes nicht geschont,
A Sondern ihn für uns alle dahingegeben.
V Er lästerte nicht, da Er gelästert ward; Er drohte nicht, da Er litt.
A Er überließ sich dem, der ihn ungerecht verurteilte.
V Herr Jesus Christus! Pilatus handelte gegen sein Gewissen und gab Dich dem Tode preis. Wir frevelten gegen Dein Leben, das Du in unserer Seele führst, denn oft waren wir schwach und folgten dem Drängen der Begierlichkeit. 0 Herr, wir haben gesündigt und sind des ewigen Todes schuldig. Voll Reue versprechen wir Dir, in Zukunft mit Deiner Gnade standhaft zu sein gegen die Welt und das Fleisch. Wir wollen an Dich denken, wenn uns die Menschen ungerecht beurteilen.
A Du hast uns ein Beispiel gegeben, / damit wir tun, wie Du für uns getan hast.

Zweite Station:

Jesus nimmt das schwere Kreuz auf seine Schulter

V Wir beten Dich an..

Die Schergen schleppen das Kreuz heran. Der Herr streckt seine Arme dem Marterholz entgegen. Er sieht sein schauriges Leiden klar voraus, doch gehorsam beginnt Er den bitteren Opfergang.

V Fürwahr, Er trägt unsere Krankheiten
A Und nimmt auf sich unsere Schmerzen. 
V Wir wollen uns in allem als Diener Gottes bewähren in großer Geduld,
A Damit wir am Tage der Auferstehung mit dem Herrn verherrlicht werden.
V Herr Jesus Christus! Du nimmst Dein schweres Kreuz mutig und ergeben auf Dich, und wir schrecken zurück vor allem, was Opfer und Selbstverleugnung erfordert. So schnell ist uns alles zu viel und zu schwer, und so gern gehen wir unangenehmen Pflichten aus dem Wege. Fortan wollen wir Dir standhaft folgen und um Deinetwillen getreu und beherzt tragen, was Beruf und Arbeit, eigene und fremde Gebrechen uns an Last und Beschwerden auferlegen.
A Alles vermögen wir in dem, der uns stärkt.

Dritte Station:

Jesus fällt zum ersten Male unter dem Kreuze

V Wir beten Dich an...

Die Last ist schwer, der Weg steinig, der Herr zu Tode ermattet. Er stolpert und fällt. Unter rohen Mißhandlungen wird Er emporgerissen und gezwungen, weiterzugehen.

V Unseres Heiles wegen liegt die Züchtigung auf ihm,
A Und durch seine Wunden werden wir geheilt.
V Meine Schuld hat sich gehäuft über meinem Haupte,
A Wie Bergeslast drückt sie mich nieder. V Herr Jesus Christus! Du fällst unter der Last des Kreuzes, weil wir in die Irre gegangen und in Sünde gefallen sind. Dein Fall ist unser Trost. Du weißt, daß wir schwache Menschen sind. Darum wollen wir nie verzagen. Durch Dich gestärkt, stehen wir von jedem Falle reumütig wieder auf.
A Gott ist getreu, / Er wird uns stärken und vor dem Bösen bewahren.

Vierte Station:

Jesus begegnet seiner betrübten Mutter

V Wir beten Dich an...

Die Mutter steht am Wege, den der Sohn mit seinem schweren Kreuze beladen geht. Worte können sie nicht wechseln, aber ihre Blicke begegnen sich, und sie fühlt alle Schmach und Pein mit ihm.

V Ein Schwert wird deine Seele durchdringen,
A Damit die Gedanken vieler Herzen offenbar werden.
V Stark wie der Tod ist die Liebe.
A Viele Wasser der Trübsal vermögen sie nicht auszulöschen.
V Herr Jesus Christus! Wie blutet Dir und Deiner heiligen Mutter das Herz, da Ihr einander begegnet. Ihr Leid ist Dein Leid, und Dein Schmerz ist ihr Schmerz. Aber ihre Seele erstarkt beim Anblick Deiner Geduld, und Du tröstest Dich an ihrer Liebe. Dir und Deiner heiligen Mutter wollen wir nachfolgen und alles Leid miteinander tragen, weil wir als Glieder Deines geheimnisvollen Leibes in Dir zu einer heiligen Einheit verbunden sind.
A Laßt uns aufeinander achtgeben / und wetteifern in der Liebe und in guten Werken.

Fünfte Station:

Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen

V Wir beten Dich an...

Der Herr vermag die Kreuzeslast allein nicht mehr zu tragen. Da ergreifen sie einen, der vom Felde kommt und eben vorübergeht. Sie zwingen ihn, Jesus das Kreuz nachzutragen. Es ist Simon von Cyrene. der Vater des Alexander und Rufus, der künftigen Jünger des Herrn.

V Wer mir nachfolgen will, verleugne sich selbst.
A Wir wollen unser Kreuz auf uns nehmen und Dir nachfolgen.
V Wandelt in der Liebe, wie auch Christus uns geliebt hat.
A Er hat sich als Opfergabe für uns hingegeben.
V Herr Jesus Christus! Wir danken Dir für jedes Kreuz, das wir mit Dir tragen dürfen, und bereuen von Herzen, daß wir oft geklagt haben, wenn wir Dir auf Deineni Kreuzweg folgen sollten. Wir waren blind und sahen in Leid und Bitterkeit nur das Kreuz, nicht Dich, der mit diesem Kreuz zu uns kommen wollte. Öffne uns die Augen, damit wir nie verbittert werden. Öffne uns auch Herz und Auge für das Leid unserer Mitmenschen und laß uns stets bedenken, daß wir Dir tun, was wir dem Geringsten unserer Brüder tun.
A Wir wollen einer des anderen Last tragen, / denn so erfüllen wir Christi Gebot.

Sechste Station:

Veronika reicht Jesus das Schweißtuch dar

V Wir beten Dich an...

Veronika sieht Jesu Leiden und das gefühllose Verhalten der Schergen. Sie fragt nicht, was die Menschen denken und sagen. Mutig dringt sie durch die Menge und bietet dem Herrn ihr Schweißtuch dar. Er trocknet sein Antlitz ab und läßt das Bild seiner Züge in dem Tuche zurück.

V Wohlgestalt und Schönheit sind von ihm gewichen.
A Er ist der Geringste der Menschen, der Mann der Schmerzen.
V Herr, wende Dein Antlitz ab von meinen Sünden,
A Und tilge alle meine Missetat.
V Herr Jesus Christus! Gib uns den Mut, immer und überall einzutreten für Dich und für Deine Kirche, für Glaube und Sitte, für Tugend und Recht. Hilf uns, daß wir uns nie durch Menschenfurcht und feige Rücksichtnahme hindern lassen, unseren Glauben zu bekennen. Präge unseren Herzen Dein Bild ein, damit wir nie vergessen, was wir Deiner Treue schulden.
A Wer Dich vor den Menschen bekennt, / den wirst auch Du bekennen / vor Deinem
Vater, der im Himmel ist.

Siebte Station:

Jesus fällt zum zweiten Male unter dem Kreuze

V Wir beten Dich an...

Die Schwäche und die Schmerzen des Herrn nehmen immer mehr zu. Die Feinde drängen zur Eile, weil sie sein Erliegen fürchten. Da fällt Er zum zweiten Male, schwerer nun und schmerzlicher als zuvor. Mit äußerster Anstrengung richtet Er sich auf, um sein Opfer zu vollenden.

V Wie ein Lamm wird Er zur Schlachtbank geführt
A Und tut seinen Mund nicht auf vor seinen Henkern.
V Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch mehr,
A Den Leuten zum Spott und dem Volke zur Verachtung.
V Herr Jesus Christus! Du liegst im Staub und Schmutz der Straße. Das leidest Du, weil wir immer wieder in unsere Sünden zurückfallen. Die Steine, die gerötet sind von Deinem Blute, rufen es laut zum Himmel, wie sehr Dich jede Sünde schmerzt. 0 Herr, wir knien im Geiste neben Dich hin und bereuen unsere Unbeständigkeit. Dein Fall bewahre uns vor jedem weiteren Falle.
A Mit Furcht durchdringe unsre Seele. / und Dein Gericht erfülle uns mit Schrecken.

Achte Station:

Jesus und die weinenden Frauen Jerusalems

V Wir beten Dich an...

Dem Herrn folgt eine große Menge Volkes Und fromme Frauen, die ihn beklagen und beweinen. Jesus aber wendet sich zu ihnen und spricht: Ihr Töchter Jerusalems, weinet nicht über mich, sondern weinet über euch selbst und über eure Kinder! Denn siehe. es werden Tage kommen, dann werden sie anfangen, zu den Bergen zu sagen: Fallet über uns! und zu den Hügeln: Bedecket uns!

V Denn wenn das am grünen Holze geschieht, was wird dann mit dem dürren geschehen?
A Wenn das am grünen Holze geschieht, was wird dann mit dem dürren geschehen?
V Herr Jesus Christus! Gib, daß wir unsere Schuld beweinen zur Zeit der Gnade,
Ruf daß wir nicht zu wehklagen brauchen, wenn einst Dein Kreuz zum Gerichte erscheint. Gib, daß wir dann vertrauensvoll sprechen dürfen:
A 0 heiliges Kreuz, sei uns gegrüßt, / du unsere einzige Hoffnung bist!

Neunte Station:

Jesus fällt zum dritten Male unter dem Kreuze
V Wir beten Dich an...

Der Herr ist so erschöpft. daß seine Füße ihn nicht mehr tragen wollen und daß Er zum dritten Male zusammenbricht. Doch Er will das Werk vollbringen, darum rafft Er sich mit seiner letzten Kraft von neuem auf.

V All Sünd hat Er getragen,
A Damit wir nicht verzagen.
V Herr Jesus Christus! Zum dritten Male fällst Du unter der Last des Kreuzes und stehst wieder auf. Du mahnst uns wieder-aufzustehen, wenn Mutlosigkeit und Verzagtheit uns niederdrücken, auf daß wir an Deine Seite treten und mit Dir den Leidensweg mutig zu Ende gehen.
A Wenn wir mit Christus leiden, / dürfen wir auch mit ihm triumphieren.

Zehnte Station:

Jesus wird seiner Kleider beraubt

V Wir beten Dich an...

Sie führen ihn zu dem Ort Golgotha. das heißt Schädelstätte. Dort reißen sie ihm zu seiner Schmach die Kleider vom Leibe, die sie nach der Kreuzigung im Würfelspiel verteilen. So geht in Erfüllung das Wort des Propheten: Sie haben meine Kleider unter sich verteilt und über mein Gewand das Los geworfen.

V Ziehet aus den alten Menschen und ziehet an den neuen Menschen.
A Lasset uns ehrbar wandeln und anziehen den Herrn Jesus Christus.
V Herr Jesus Christus! Alle Erniedrigung nimmst Du auf Dich, sogar die Schmach der Entblößung, um Sühne zu leisten für unsere Sünden gegen Zucht und Sitte. Bewahre uns vor aller Schamlosigkeit, damit wir das Kleid der Gnade unbefleckt vor Deinen Richterstuhl bringen.
A Ein reines Herz erschaff in uns, o Gott, / den rechten Geist weck auf in unserm Innern.

Elfte Station:

Jesus wird ans Kreuz genagelt

V Wir beten Dich an...

Sie werfen Jesus zu Boden. An Händen und Füßen nageln sie ihn an das Kreuz. Dann richten sie das Kreuz empor, und unaussprechlich ist die Qual des Angenagelten. Das Wort ist erfüllt: Sie haben meine Hände und Füße durchbohrt, alle meine Gebeine haben sie gezählt.

V Die zu Christus gehören, haben ihr Fleisch mit seinen Lüsten und Begierden ans Kreuz geschlagen.
A Da wir durch seinen Geist das Leben haben, / so laßt uns auch in seinem Geiste wandeln.
V Herr Jesus Christus! Nun bist Du am Kreuze qualvoll festgenagelt, um zu sühnen, was wir durch Eigenwillen und Sinnlichkeit gesündigt haben. Laß uns immer mehr verstehen, daß wir nur dann Dir angehören können, wenn wir unser Fleisch kreuzigen in Pflichterfüllung und Leid und Buße. Ein Blick auf Deine Nägel soll uns dazu stärken, damit einst unser Anteil sei bei Dir, der vom Holze des Kreuzes herrscht über Himmel und Erde.
A Wir wissen, daß der alte Mensch in uns gekreuzigt werden muß, / damit wir fortan
nicht mehr der Sünde dienen.

Zwölfte Station:

Jesus stirbt am Kreuze

V Wir beten Dich an...

Der Herr hängt am Kreuze. Die Vorübergehenden und die Hohenpriester und Schriftgelehrten verspotten ihn. Er verzeiht dem Schächer und bittet für seine Peiniger. Um die neunte Stunde betet Er mit lauter Stimme: Mein Gott, mein Gott. warum hast Du mich verlassen? Dann ruft Er laut: Es ist vollbracht! Vater, in Deine Hände empfehle ich meinen Geist. Und Er neigt sein Haupt und stirbt.

V Er ist gehorsam geworden bis zum Tode, 
A Ja, bis zum Tode des Kreuzes.
V Er ist geopfert worden, weil Er selber es wollte,
A Und durch sein Blut sind wir alle erlöst. 
V Herr Jesus Christus! Du hast Dich zur Sühne für uns ganz dahingegeben uml List kein Leid und keine Qual gescheut, dcii Willen des Vaters zu erfüllen. So bringen wir Dir jetzt ohne Vorbehalt uns selber zum Opfer dar und beten:
A Nimm hin, o Herr, unseren ganzen Willen. / Herr, nicht wie wir wollen, / sondern wie Du willst.

Dreizehnte Station:

Jesu Leichnam wird vom Kreuze genommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt

V Wir beten Dich an...

Nach dem Tode Jesu und der Eröffnung seiner heiligen Seite beginnen der Liebesjünger Johannes und Joseph von Arimathäa mit Nikodemus und Magdalena in großer Trauer und Ehrfurcht, den Leib des Herrn vom Kreuze abzunehmen. Maria aber, seine betrübte Mutter, empfängt ihn auf ihrem Schoße.

V Mit wem soll ich dich vergleichen, Jungfrau, Tochter Sion?
A Groß wie das Meer ist dein Schmerz.
V Herr Jesus Christus! Nun ist das schwere Opfer vollbracht. Dein heiliger Leib ruht wieder, wie einst in Bethlehem, auf dem Schoß Deiner Mutter. Mit liefern Weh sieht sie die Wunden und Striemen, die ihn entstellen. Ihre Seele ist getaucht in ein Meer von Bitterkeit, und doch bietet sie ihn liebevoll für das Heil der Welt dem Vater im Himmel dar. So ist sie in Wahrheit die Mutter der Christenheit geworden.
A Heilige Mutter, drück die Wunden, / die dein Sohn für uns empfunden, / tief in unsere Seele ein!

Vierzehnte Station:

Jesus wird ins Grab gelegt

V Wir beten Dich an...

Der Leib des Herrn ist zum Begräbnis bereitet, gesalbt und in Tücher gewickelt. Jetzt tragen sie ihn in stillem Trauerzuge zum Grabe. Maria mit den Frauen folgt in tiefer Betrübnis und sieht, wie er hingelegt wird. Dann nimmt sie von ihrem göttlichen Sohne Abschied. Sie denkt an sein Wort: Am dritten Tage werde ich auferstehen.

V Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde gesenkt wird und stirbt, so bleibt es unfruchtbar.
A Wenn es aber gestorben ist, so bringt es viele Frucht.
V Herr Jesus Christus! Du ruhst nun im Grabe und wirst bald glorreich auferstehen, um auch uns die Auferstehung zu bereiten. Durch die Liebe, die Du uns bis zu Deinem Tod bewiesen hast, laß uns einst mit Dir im Frieden ruhen und glorreich von den Toten auferstehen, damit wir mit dem Apostel jubeln können: Verschlungen ist der Tod im Siege.
A Tod, wo ist Dein Sieg? Tod, wo ist Dein Stachel?

Schlußgebet zu den heiligen fünf Wunden


Vor Deinem Kreuze, göttlicher Erlöser, knien wir in Andacht nieder und verehren die schmerzlichen Wunden, mit denen Dein heiliger Leib zur Tilgung unserer Schuld bedeckt ist. Am Kreuze zeigst Du uns Deine durchbohrten Hände, die Du so oft im Gebete für uns Sünder zum Himmel erhoben hast. Du zeigst uns Deine durchbohrten Füße, die auf Erden unermüdlich umhergegangen sind, um die Verirrten aufzusuchen. Du zeigst uns Deine durchbohrte Seite, Dein allerheiligstes, von Liebe zu uns erfülltes Herz, das allen Sündern offensteht. Laß uns, o göttlicher Heiland, die heiligen Wunden in Andacht verehren und dadurch Vergebung unserer Sünden und die Gnade der Beharrlichkeit erlangen. Der Du lebst und als König herrschest von Ewigkeit zu Ewigkeit. A Amen.

Donnerstag, 5. März 2015

Die schärfsten Papstkritiker sind heute "romtreu"

Wie ist der katholische Beziehungsstatus? Verlobt, Verheiratet, ledig, verwitwet? Nein, auch für Katholiken gilt heute die neumodische Beschreibung: "Es ist kompliziert!"

Früher war die Welt ganz einfach. Ich meine, in den 70igern, als ich noch jung und knackig war. Es gab die einen, die Papst und Kirche treu sein wollten. Die "Konservativen", die gegen Abtreibung und für traditionelle katholische Werte eintraten, versammelten sich hinter dem Papst. Und dann gab es "Progressive". Leute wie Hans Küng, der das Dogma der Unfehlbarkeit infrage stellte. Es gab die 68iger Bewegung, die gegen die angeblich nicht mehr zeitgemäßen konservativen Werte protestierten und mehr "sexuelle Freiheit" forderten. Die Fronten waren sehr übersichtlich. Kein sich als papstreu nennender Katholik hätte es damals gewagt, auch nur eine Äußerung des Pontifex zu kritisieren. Pardon, stimmt nicht ganz. Ich vergaß: Auch damals gab es schon Leute, die es besser wissen als der Papst. Die Leute von der Piusbruderschaft.

Heute ist dies hingegen ganz anders. Die meiste Kritik erhält der Papst nicht mehr von seinen Gegnern außerhalb der Kirche. Auch nicht von den Katholiken, die sich schon lange von "Rom" und der Amtskirche nicht mehr vertreten fühlen. Sondern gerade von Leuten, die ihr Blog oder ihr Twitterprofil als "römisch-katholisch" ausweisen. Die es mit einem Schild gegen "Romophobie" schmücken oder explizit sich als "papsttreu" bezeichnen. Papst Franziskus härteste Feinde Kritiker sitzen mitten in der Kirche.

Blog-Artikel wie dieser  oder dieser über Papst Franziskus finden in der "papsttreuen" Szene viel Beifall und werden über Twitter und Co. als lesenswert weiterempfohlen. Papst Franziskus ist diesen "treuen" Katholiken einfach nicht "fromm" genug. Selbst auf Tweets des päpstlichen Twitterkanals @Pontifex_de antworten angeblich "treue" Katholiken nicht selten mit unverhohlener Kritik. Darf man Papst und Bischöfe als Katholik nicht widersprechen? Muss man alles handzahm aus der Hand fressen, was einem heute medial an den Kopf geballert wird?

Und genau hierin liegt heute das Problem. Bischöfe, Priester und Papst sind heute medial ununterbrochen im Schussfeld. Es vergeht kein Moment am Tag, an dem nicht eine Meinung über eine angebliche Äußerung des Papstes im Internet, Fernsehen oder Radio verfasst wird. Und dann gibt auch der Papst (oder sein Team) ununterbrochen irgendwelche 140-Zeichen-Botschaften heraus. Nicht wenige kreiden Papst Franziskus an, dass er angeblich zu viel äußern würde. "Es wäre besser, er würde manchmal den Schnabel halten," liest man von einigen Kritikern.

Wir werden mit Papst und Kirche heute medial mit "News", "Wahrheiten" und "Halbwahrheiten", mit "Zitat"ausrissen und  "Meinungen", die auf ersteren beruhen, überfrachtet. Ganz im Gegensatz zu früher, als ein einfacher Gläubiger in Niedereggenbach den Papst höchstens einmal zu Ostern im Fernsehen live erlebte, um den Segen "Urbi et Orbi" in andächtiger Haltung zu empfangen. Oder einmal im Leben bei einer Wallfahrt nach Rom.

Natürlich darf man als Katholik sich kritisch mit Äußerungen des Papstes auseinandersetzen. Ja, man darf sogar dem Pontifex widersprechen, wenn es sich nicht um ein Dogma, eine lehramtliche Aussage handelt. Es ist allerdings die Frage, ob man damit ihm einen Dienst tut. Oder ihn sogar mit einer solchen Kritik beschädigt. Die vielen Nadelstiche gegen Papst und Priester und Bischöfe bleiben nicht wirkungslos. Sie beschädigen ihre Autorität. Alle Papstkritiker werfen ein Schlaglicht auf den Papst als eine Person öffentlichen Interesses. Sie negieren damit das Amt des Papstes als "Stellvertreter Christi auf Erden" der er für den gläubigen Katholiken eigentlich ist.

Es ist gutes Recht von jedem, den Papst öffentlich zu kritisieren, ihn argumentativ zu widerlegen. Aber er möge sich dann doch bitte schön nicht als besonders "Rom- oder Papsttreu" etikettieren. Vielleicht höchstens als ganz normaler Katholik, wie ich es bin. Danke!

Mittwoch, 4. März 2015

Rot-Grün will Verfassungsschutz für Homosexuelle in Niedersachsen

In der niedersächsischen Landesverfassung sind Ehe und Familie nicht besonders geschützt. Vor wenigen Jahren wurde die Verfassung um einen Paragraphen bereichert, der Tieren besonderen Schutz gewährleisten soll.   Laut dem Internetagazin für (LBGT = Lesben, Gay, Bisexuellen Transgender !bitte Merken!) Queer soll nun auch die "sexuelle Identität" unter Verfassungsschutz gestellt werden. Damit solle die angebliche Diskriminierung von Homosexuellen, Transgender und Bisexuellen bekämpft werden. Einen entsprechenden Antrag zur Änderung der Verfassung soll von den Parteien SPD, Die Grünen und FDP gemeinsam in den Landtag in Hannover getragen werden.

Gegen den Schutz von Minderheiten vor Diskriminierung ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Der Schutz von allen Menschen vor Benachteiligung ist Christenpflicht. Explizit fordert der katholische Katechismus, dass Homosexuelle nicht "ungerecht zurückgesetzt werden" dürfen, obwohl die Ausübung der Homosexualität von der Kirche "in keiner Weise gebilligt" wird. Aber ist dazu die Formulierung eines Verfassungsziels erforderlich? Ich halte es bedenklich, wenn es in der Verfassung des Landes, in dem ich lebe, kein Schutz für Familie und die Ehe gewährt wird, aber sexuelle Neigungen von Minderheiten besonders gefördert werden sollen. Hier geht es um mehr als nur die Interessen einer Minderheit, hier geht es um die Wertorientierung in unserem Land.

Werden Menschen mit sexuellen Besonderheiten gegen über normal orientierten Leuten bevorzugt? Soweit darf es in unserer Gesellschaft nicht kommen.


Das alte "Laudate" lehrte, wie man christlich lebt

Umschlag des alten Laudate
Lange habe ich es gesucht, heute morgen es in einem Regal unseres Hauses gefunden. Das Laudate, das alte Gebet- und Gesangbuch der Kirche. Im Bistum Münster wurde es von 1950 bis 1969 benutzt. Ab 1970 bis 1975 gab es eine verkürzte Übergangsausgabe, ab 1975 wurde es vom Neuen Gotteslob (NGL) abgelöst. Seit 2013 gibt es eine neue Ausgabe des Gotteslobs. (Quelle: Wikipedia).

Zu Beginn des Laudates wird der Leser in die Grundlehren des katholischen Glaubens eingeführt. Das Glaubensbekenntnis, die zehn Gebote, sieben hl. Sakramente, die Gebote der Freundes- und Feindesliebe, die Werke der Barmherzigkeit, die acht Seligpreisungen der Bergpredigt, die drei göttlichen Tugenden, die vier Grundtugenden, die drei evangelischen Räte und die fünf Gebote der Kirche. Noch Fragen? Dieses  Kapitel gibt es im NGL gar nicht mehr. Heute haben nur noch ganz wenige Katholiken elementares Grundwissen über die katholische Glaubenslehre.

Der Leser und Beter konnte im Laudate auch noch lernen, wie eine christliche Tages- und Lebensordnung sein sollte. Zur Fastenzeit lohnt es sich diese Hinweise gründlich durchzulesen, um festzustellen, wo eine Änderung des eigenen Lebensstiles angebracht ist.

1. Nach dem Erwachen sammle dich, bezeichne dich mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und opfere Gott den neuen Tag auf: „im Namen des Vaters ... Alles meinem Gott zu Ehren! " Nach dem Ankleiden bete, womöglich vor einem Kreuz kniend oder stehend, dein Morgengebet. An Gottes Segen ist alles gelegen!
2. Wenn es dir ohne Vernachlässigung deiner Berufspflichten möglich ist, nimm auch werktags am heiligen M e ß o p f er teil. So fügst du deinen Tag am besten dein Kreuzesopfer Christi ein.
3, Erfülle gewissenhaft deine Standes -und Berufspflichten. Erneuere öfters, besonders wenn dir die Arbeit lästig wird, die gute "Meinung: „Alles meinem Gott zu Ehren!" Das gibt frische Kraft und mehrt die Gnade. Vor wichtigen Entscheidungen bitte den Heiligen Geist um Erleuchtung. - Fliehe den Müßiggang ; er ist aller Laster Anfang. Meide aber auch die H a s t ; sie stört die innere Ruhe, belästict deine Umgebuno. und führt leicht zur Unordnung.
4. Beginne keine Hauptmahlzeit, ohne vorher zu Gott zu beten, von dem jede gute Gabe kommt. Auch in Gegen-wart von Fremden ist ein kurzes, unauf-fälliges Gebet möglich. Halte Maß beim Essen. Vergiß nachher nicht die Dank-sagung.
5. Im Umgange mit anderen sei freundlich und hilfsbereit. Hüte dich vor lieblosen Reden. Vergiß nie, daß Christus die Nächstenliebe als das Kennzeichen des Christen bezeichnet: „Daran sollen alle erkennen, daß ihr meine jünger seid: wenn ihr einander liebt" (Jo 13, 35).
6. Hast du zu leiden, so denke an das Kreuz des Herrn und an sein Wort: „Wenn jemand  mir nachfolgen will, so verleugne er sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach" (Lk 9, 23).
7. Wenn es dir irgend möglich ist, lies täglich wenigstens ein paar Minuten in der Heiligen Schrift oder  in einem anderen religiösen Buch.
8. Du darfst und sollst dir auch Erho1ung gönnen. Hüte dich aber vor Erholungen, bei denen Gott beleidigt wird.
9. Bevor du dich zur Ruhe begibst, verrichte dein Abendgebet mit kurzer Gewissenserforschung und Reue. Auch große Müdigkeit sollte dich nicht davon abhalten.
10. "Denke daran, den Tag des Herrn zu heiligen!" (2 Mos 20, 8). Versäume an Sonn- und Feiertagen nie durch deine Schuld das heilige Meßopfer; erscheine rechtzeitig und feiere ehrfürchtig und andächtig mit. Meide an Sonn- und Feiertagen körperliche Arbeiten, es sei denn daß sie notwendig sind (z. B. Besorgunh des Hauswesens: Bergung der gefährdeten Ernte), oder daß sie im Dienste Gottes (Aebeiten für kirchlkhe Feiern) oder der Nächstenliebe (Arbeiten für Arme) geschehen.
11. Empfange, sooft es dir möglich ist, das heilige O p f e r m a h 1. Hast du eine schwere Sünde begangen, so erwecke Liebesreue (Nr. 16) und gehe, bevor du wieder kommunizierst, zur heiligen Beichte.
12. Vergiß über der Sorge für deine eigene Seele nicht, daß du mitverantwortlich bist für die Ausbreitung des Gottesreiches. Pflege deswegen die apostolische Gesinnung, das sehnliche Verlangen, auch andere zur Erkenntnis der Wahrheit zu führen, und sei bereit zur apostolischen Tat, entsprechend deinem Alter, deinem Beruf und deinen Kräften.

Deutschland ist Mssionsland

Gestern las ich, dass das Bistum Münster die Zufriedenheit seiner "Schäflein" erforscht, heute ist ein Top-Thema, dass immer mehr Weltpriester bei uns Dienst leisten. Früher sei es bei uns auf dem Lande üblich gewesen, dass der erste Sohn den Hof übernimmt, der zweite in die Welt zieht und der dritte Priester wird, lese ich im Tageskommentar meiner Zeitung.  

Damals  entsandten die Deutschen Missionare nach Indien und Afrika. Doch die satten und reichen Deutschen sind mittlerweile glaubensmüde geworden. Und so hat sich der Spieß umgedreht. die Priester kommen nun aus Afrika und Indien, um bei uns den Gottesdienstplan aufrechtzuerhalten. Ein indischer Priester brachte es laut Bericht auf den Punkt: Zuhause seien die Kirchen immer voll, in Trier habe er seine erste Predigt vor vier Leuten gehalten. 

Die ausländischen Priester würden mit offenen Armen empfangen, schrieb die Kommentatorin. In meinem Bekanntenkreis habe ich leider auch ganz andere Töne gehört. In unserer Pfarrei ist ein indischer Priester eingesetzt, den ich persönlich sehr nett finde. Er macht seine Sache sehr gut, bedenkt man, dass er in einem völlig anderen Sprach- und Kulturkreis sich befindet. Aber gelingt es ihm, uns aus unserer Lethargie zu erwecken und das Feuer des Glaubens zu entzünden? 

Die Weltpriester verdienen unseren besonderen Respekt. Wie unsere Vorfahren, die als Missionare keine Mühen und Leiden scheuten, in ferne Länder die Frohe Botschaft brachten. Und ohne deren selbstlosen Einsatz so manche Messe heute und verschärft morgen nicht mehr gelesen werden könnte.