Donnerstag, 19. Februar 2015

Spott über die Fastenzeit

"Heute beginnt die Fastenzeit. Ich verzichte auf Sport und gesunde Ernährung", witzelt ein Gemeinderatsmitglieds (und CDU-Vorstandsmitglied!) aus unserem Dorf auf Facebook. Eine andere Facebook-"Freundin" spöttelt: "In der Fastenzeit verzichte ich 40 Tage lang auf Grillfleisch". Andere kümmern sich um diese Zeit gar nicht und zeigen, dass sie nicht Glauben. Ein Fleischer wirbt für ein großes Steakfest mit viel Alkohol mitten in der Fastenzeit.

Mit solchen Sprüchen und Aktionen demonstrieren sie, was sie von einem christlichen Lebenswandel halten. Und auch ihre Unkenntnis, worum es in der Fastenzeit eigentlich wirklich geht. Unser Pfarrer brachte es bei der Hl. Messe am Aschermittwoch auf den Punkt. Es geht nicht allein darum, weniger zu essen oder auf etwas zu verzichten. Es geht vielmehr um Umkehr zum Glauben, zur Nachfolge Christi. Es geht darum, frei zu werden von allen Abhängigkeiten und Bindungen, die uns von Christus trennen. 

Es ist gar nicht so einfach, wirklich die Fastenzeit im eigenen Alltag bewusst zu vollziehen. Denn anders als früher finden viele Veranstaltungen in dieser Zeit statt. An vielen Orten sogar schon am Aschermittwoch, der eigentlich als Fast- und Abstinenztag gilt. Die bayrische Christlich-Soziale Union veranstaltet ihren politischen Aschermittwoch mit viel Alkohol, auf welchem man gerade an diesen Tag verzichten sollte. Prominente Politiker sind heute mit einem großem Glas Bier in der Hand in der Zeitung abgebildet. Nicht Christus, sondern sich selbst und ihre Botschaft stellen die Politiker an diesem wichtigen christlichen Feiertag in den Mittelpunkt. Mit christlicher Tradition hat dies nichts gemein.

Die Fastenzeit soll eine Zeit sein, in der wir uns von Christus verwandeln lassen. Gebe es uns Gott, dass wir verwandelt die wirkliche Osterfreude erfahren dürfen.

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