Freitag, 13. Februar 2015

Ohne Fastenzeit macht Karneval kein Sinn

Zur Zeit geht es fast überall rund in Deutschland. Es ist Karnevalszeit. Eigentlich wird der Karneval vorwiegend in katholisch geprägten Regionen gefeiert. Denn es gilt vor der Fastenzeit noch einmal ausgiebig zu feiern, bevor es am Aschermittwoch ernst wird. Der Aschermittwoch ist das Datum der Umkehr, Beginn der österlichen Bußzeit. Einer Zeit, in der Katholiken sich erinnern, dass ihre Erlösung auf die Sühne Christi für ihre Sünden durch seinen grausamen Kreuzestod und seine glorreiche Auferstehung beruht. In der Fastenzeit schaut der Christ auf alles, was ihn von der Liebe Christi trennt, der für uns alle sein Leben hingeben hat.

Doch führt heute kaum noch jemand in unserer Gesellschaft geistliches Fasten durch. Die meisten, die überhaupt noch fasten, verzichten auf Speisen, um ihren Körper zu entschlacken und ein paar Pfunde zu verlieren, die sie danach sich sehr schnell wieder anfressen. In unserer Bistumszeitung "Kirche und Leben" lese ich, dass die Kirche im 19. Jahrhundert mehrfach vergeblich versuchte, dieses üble Treiben ein wenig einzudämmen. Allerdings erfolglos. Schon 1854 habe der Pfarrer der Gemeinde St. Peter und Paul in Nienborg notiert, dass "die sogenannten Fastnachtstage seit langen Zeiten an vielen Orten ein Saufgelage erster Klasse" waren.

Daran hat sich bis heute nichts geändert. Nichts gegen das Feiern, aber mit christlichem Brauch hat das, was heute vielerorts gefeiert wird, nichts gemein. Der Bogen wird maßlos überspannt, zum Teil gewinnt der Karneval hässliche Züge des Exzesses. Es kann nur dann noch von einem christlichen Brauch gesprochen werden, wenn ein gewisses Maß beim Feiern gilt und die danach beginnende österliche Bußzeit auch wirklich als solche gepflegt wird. Ansonsten bleibt der Karneval ein rein heidnisches Volksfest.

Von den Völkermassen, die man beim Straßenkarneval sieht, bleibt allerdings beim Aschermittwochsgottesdienst nur noch ein winziges Häuflein übrig. An diesem Tag wird uns in Erinnerung gerufen;  „Memento homo, quia pulvis es et in pulverem reverteris“ (Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehrst)

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