Montag, 2. Februar 2015

Offen bleiben für seltene (Kirchen)besucher

Es ist allgemein bekannt: nur noch 10 % der konfessionellen Katholiken gehen regelmäßig sonntags zur Messe. Dies ist allerdings eine rein statistische Feststellung. Wie viele Katholiken davon jeden Sonntag zur Messe gehen und wie viele Angehörige der Kirche wenigstens sporadisch zur Kirche gehen, ist eine andere Frage.

Beim Sonntagshochamt bemerkt man von der Entfremdung vieler Menschen von ihrer Kirche nicht so viel, außer, dass die Kirchenbänke sichtbar leerer sind als noch vor wenigen Jahrzehnten. Kirchenferne Menschen sieht man fast nie am Sonntag in der Kirche. Anders sieht dies bei der Werktagsmesse aus. Selbst an Festen wie Mariä Lichtmess gehen sogar treue Gemeindemitglieder schon seit langer Zeit nicht mehr in die Heilige Messe. 

Statt dessen kommt ein ganz Messpublikum ins Gotteshaus: Angehörige von Verstorbenen, die entweder kurz darauf beerdigt werden müssen oder der im Jahresgedanken in der Messe bedacht werden. Schon beim Eintritt der Kirche merkt an, dass oft einige dabei sind, die sich eigentlich in einer Kirche ganz fremd fühlen. 

Eine Kniebeuge und ein Kreuzzeichen beim Eintritt in die Kirchenbank fehlt häufig, ebenso eine stille Andacht und Gebet vor der Messe. Sie wissen nicht, welche Haltungen im Messablauf und welche Antworten zu Beginn oder auch vor dem Evangelium und zur Eröffnung des Hochgebetes geantwortet werden. 

Wenig erstaunlich ist, dass solche Leute, die kaum einmal in zwei Jahren die Messe besucht haben zu scheinen, wie selbstverständlich zur Kommunion gehen. Auch deren Bedeutung werden sie nicht (mehr) kennen. Sie werden entweder die schwere Sünde des Verstoßes gegen das  Sonntagsgebot nicht kennen oder verdrängen.

Wenn ich solches bemerke, geschieht es mir schnell, dass ich mich mit diesen Leuten geistig beschäftige anstatt selber andächtig zu bleiben. Im schlimmsten Falle können mir sogar abfällige Gedanken kommen, die ich abwehren muss. Hilfreich ist es für mich, mich daran zu erinnern, dass es wesentlich frommere Leute gibt wie mich. Und dass ich vor wengen Jahren selbst nicht wusste, was in der heiligen Messe eigentlich wirklich passiert. 

Gott liebt jeden Menschen, der - aus welchem Grund auch immer - in sein Haus kommt. Niemand hat den Glauben erkauft oder erarbeitet, er ist ein reines Geschenk des Herrn, der sein Blut für uns vergossen hat. Als Christ sollten wir für alle Brüder und Schwestern beten, die diese Liebe noch nicht kennen. Möge der Herr ihnen das Licht der Heiden sein, den Glauben in ihnen wie in uns wachsen zu lassen.

Durch eifriges Mitsingen und -Beten und eine andächtige Teilnahme an der Liturgie leisten wir unseren besten Beitrag, den wir zur Ehre Gottes und im Gebet für unsere Glaubensgeschwister und alle Angehörigen, die der Kirche noch fremd sind, leisten können. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen