Montag, 9. Februar 2015

Gripperitis: Einmal so richtig krank feiern!

Der Grippevirus greift zur Zeit in unserem Dorf ziemlich um sich. Auch mich hat es erwischt. Es ging schon Mitte der letzten Woche los. Halsschmerzen, Bronchien und Nase dicht, zunehmende Kopf- und Gliederschmerzen, Appetit- und Lustlosigkeit, Müdigkeit, Schlaflosigkeit, kalte Hände und Füße und dann Schüttelfrost.

So schlimm war es schon lange nicht mehr. Ich kramte in meiner Medikamentenbox und fand noch Medikamente, die das Haltbarkeitsdatum noch nicht überschritten hatten. Ich legte ich mich zu jeder Minute auf die Couch bzw. ins Bett, in der es mir möglich war.  Bei allen Leiden hat Kranksein auch etwas Gutes. Man wird auf sich selbst zurück geworfen, schaltet einen Gang runter. Weniger Online, weniger nach außen gerichtet.

Mehr Zeit für Stille und auch Gebet. Auf's wesentliche konzentrieren! Und auf den Wesentlichen konzentrieren. Auf ihn vertrauen, dass er heilt. Ihm näher kommen in der Stille. Krank feiern! Dank Gott für Deine Nähe, in Gesundheit und Krankheit.

Zu Dir rufe ich, wenn ich müde und lebenswund bin.
Deinen Atem, Gott, hauche in meinen ermatteten Mut.
Wärme die gefrorene Hoffnung.
Segne meine Kahlheit, dass mein Seelengrund nicht auskühle
und die Herzwände nicht versteinern.

Du bist das Licht, stärker als alle Finsternis.
Du gibst Gedeihen, machst Aufblühen, wo Verdorren droht.
Verbinde mich wieder mit dem Weichen und Zarten in mir,
dass ich erkenne, was schön ist, gut und wesentlich,
dass ich Gründe weiß, dem Leben wohl zu wollen.
Berührbar will ich sein,
Anteil nehmen an allem, was mir begegnet, Verletzlichkeit wagen.
 Kräftige, was erschöpft ist in mir: Glaube, Hoffnung, Liebe.
Um Mut zum Fallen, um Mut zu Aufstehen bitte ich dich.
 Verbinde mich neu mit dem Lebensstrom, indem du mich verteilst.
 So stehe ich auf und wage den neuen Tag.
 Antje Sabine Naegeli

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