Freitag, 20. Februar 2015

Blogparade: Die Fastenzeit, die plurale Gesellschaft und ich

Auf der katholischen Bloggerliste weist der "Predigtgärtner" auf eine Aktion von Matija Vudjan für Blogautoren hin, die Blogparade zum Thema "Die Fastenzeit , die plurale Gesellschaft und ich". Ich finde die Idee klasse, weil sie dazu anregt, über das eigene Erleben dieser Zeit nachzudenken und sich mit dem Thema Fasten auseinanderzusetzen.

Mit der Fastenzeit habe ich jedes Jahr ein Problem. Meist verfliegt sie und kurz vor Ostern muss ich bekennen, dass ich sie zuwenig genutzt habe. Ich verstehe Fasten als einen Prozess der Vertiefung meines christlichen Glaubens und eine Änderung des Lebensstiles, um eine intensivere Beziehung zu Gott und den Menschen um mich herum zu ermöglichen. Welche Verpflichtungen, Gewohnheiten und Denkweisen hindern mich daran?

Zum ersten natürlich ist es der innere Schweinehund. Worauf verzichten? Auf Essen? Ich habe mein Idealgewicht, viele sagen mir, nimm bloß nicht mehr ab. Vielleicht aufs Internet? Das wär eine vernünftige Maßnahme. Allerdings bin ich als freier Reporter auf dieses Medium angewiesen. Aber ein (noch mehr) kontrollierter Umgang damit wäre sinnvoll. Mehr Beten? Ich habe meine festen Gebetszeiten, an Zeit mangelt es nicht. Aber vielleicht an der Andacht? Verflixt viel "Aber!"

Wie ist dies mit meinen lieben Mitmenschen? In meinem Verhältnis zu ihnen habe ich die eine oder andere Baustelle, das geb ich freimütig zu. Manchmal neige ich zur Streitlust und bin durchaus provokant. Also gibt es hier einiges zu verbessern. In der Art, wie ich rede und denke.

Und wie ist das mit der pluralen Welt? In meiner Umwelt erlebe ich sehr selten, dass überhaupt gefastet wird. Für die meisten Menschen in meiner Umgebung ändert sich zumindest scheinbar nur wenig. Die Partys am Wochenende laufen wie das Business weiter wie gewohnt. An diesem Wochenende ist Kohlessen mit Tanz und Tombola von meinem Gesangverein, am nächsten Wochenende feiert unsere Nachbarschaft und ein paar Tage weiter verantstaltet unser lokaler FC Bayern München Fanclub eine "Hüttengaudi".

Hier ist eine Parteiveranstaltung, dort die Versammlung der Pferdezüchter, die Abendtermine bleiben gleich. Alles mitten in der Fastenzeit. Wenig Chance zum "Ein Gang herunterschalten", zum Verinnerlichen, zum still werden, zum Gebet. Ist es wirklich so?

Es liegt letztendlich an mir selbst. Es geht gar nicht um das große Ding sondern um das Drehen an den kleinen Stellschrauben. Vielleicht einen Tag den Rechner, das Ipad und das Handy einfach ausschalten, wenn es nicht unbedingt beruflich gebraucht wird. Die Betrachtung des Kreuzwegs, der Sieben Schmerzen Mariens oder einiger Texte aus der Bibel. Statt fernsehen und twittern,

Eine intensive Gewissenserforschung. Was läuft gut, was könnte ich verbessern an meiner Lebensweise? Natürlich gehört auch eine Beichte für mich dazu. Der Besuch einer Gebetsstätte oder eines Wallfahrtortes. Das sind so kleine Lichtpunkte, die für mich in der Fastenzeit nicht fehlen dürfen. Und an Aschermittwoch und Karfreitag versuche ich dann doch, ein wenig zu fasten und besonders auf Überflüssiges zu Verzichten. Ach ja, natürlich gehört auch Bloggen für mich dazu. Ich habe im letzten Jahr ein Tagebuch über die Fastenzeit geführt. Auch in diesem Jahr halte ich meine Erlebnisse und Gedanken zur Fastenzeit in meinem Blog fest.

So kann für mich die Fastenzeit vielleicht doch gelingen.

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