Freitag, 16. Januar 2015

Offizialatshaushalt: Viel Geld für Verwaltung, wenig Geld für Evangelisation

Transparenz ist das Gebot der Stunde. Jede Pfarrei legt ihren Haushalt öffentlich aus. Auch das Offizialat Oldenburg, zu dem unsere Pfarrei angehört, hat jetzt auf ihrer Homepage kirchentuer.de bekannt gemacht, wie es um das liebe Geld steht. 82 Millionen Euro ist der Haushalt groß. Die Kirchenbesucher und der Glaube schwindet zunehmend, der Haushalt des Offizialates wächst trotzdem.

Nicht wenige meinen deshalb, die Kirche schwimmt im Geld. Dies liegt an der Kirchensteuer, die aus dem Einkommen aller Konfessionsangehörigen prozentual "besteuert" wird. Und da die Wirtschaft boomt, fließt das Geld den Kirchenverwaltungen förmlich zu. 80 % tragen die Steuerzahler zum Haushalt der Katholischen Kirche im Oldenburger Land  bei, die Resteinnahmen kommen aus anderen Quellen, lese ich auf kirchentuer.de

Gut, dass unsere Kirche so solide finanziert ist. Aber wofür wird das Geld ausgegeben? 44% erhalten die Pfarreien, 20 % wird in Schulen investiert (erfreulich!), 15 % ist für Verwaltung (!), nur 6 % für Seelsorge, 5% für Caritas und 4 % für Bildungsstätten. Ein erheblicher Betrag wurde als Darlehen für die Rettung der kirchlichen Krankenhäuser gewährt. Ganz recht haben die Finanzverwalter des "Offi's Vechta", wie wir unsere hiesige Kirchenverwaltung nennen: die Kirche kann nicht die Lücken im Gesundheitssystem und der Altenpflege übernehmen. Ein wichtiger Posten fehlt allerdings im Haushalt völlig: Die Investition in die (Neu)-Evangelisierung.

Einige  Zahlen veranschaulichen dies nachdrücklich: Die Zahl der Taufen ist im Offizialatsbezirk Vechta seit dem Jahr 2000 um 30% zurückgegangen. Auch die Zahl der sonntäglichen Messteilnehmer schwindet zunehmend. Daher muss von dem vielen Geld mehr in Aktvitäten zur Glaubensverbreitung innerhalb und auch außerhalb des Kirchturms investiert werden.. Sonst werden auch die vielen Gebäuden, in denen viel Geld gesteckt wird, irgendwann leer stehen.

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