Donnerstag, 8. Januar 2015

Meinungs- und Pressefreiheit und Islamistischer Terror

Derzeit prallen zwei Welten aufeinander. Zum einen die hedonistische areligiöse westliche Welt und zum anderen die Bedrohung eines Terrors, der aus stark religiös geprägten Ländern des Islams hinüberschwappt. Der Terroranschlag auf die Redaktion des französischen Satiremagazins "Charlie hebdo" sei ein Anschlag mit einer neuen Qualität auf die Presse- und Meinungsfreiheit in der "freien Welt", lesen wir in Leitartikeln vieler Zeitungen.

Doch ist die Meinungsfreiheit wirklich ohne Grenzen? Ist sie das höchste schützenswerte Gut einer Gesellschaft? Darf wirklich alles geschrieben und karikiert werden? Natürlich nicht, Jede Gesellschaft hat unterschiedliche Grenzen der Meinungsfreiheit festgelegt, die sie mit ihren jeweiligen Gesetzen regelt. Wie weit die Grenzen der Meinungsfreiheit gefasst werden ist auch das Ergebnis einer Wertediskussion innerhalb einer Gesellschaft.

In einer religionsfeindlichen Welt sieht dies anders als in einer durch Religion geprägten Welt aus. Vor einigen Jahrzehnten hätte es in unserem Land einen Riesenaufschrei gegeben, wenn jemand Christus am Kreuz auf den Kopf gestellt oder in anderer Weise verunglimpft hätte. Die Menschen waren noch viel stärker christlich sozialisiert und kannten das Zweite Gebot: "Du sollst den Namen Gottes nicht verunehren". 

Heute findet die Frage, ob religiöse Gefühle anderer durch eine Meinungsäußerung oder Karikatur verletzt werden dürfen, in unseren "freien" westlichen Ländern kaum noch Beachtung. Man darf alles durch den Kakao ziehen. Die Ehrfurcht vor dem Religiösen und dem Glauben anderer Menschen ist erkaltet. Sie ist aber durchaus ein wichtiges Kulturgut.

Allerdings hat niemand ein Recht, einen anderen Menschen wegen der Mißachtung seiner Religion zu terrorisieren. Dennoch täte es unserer Gesellschaft gut, würde sie sich auf die Grenzen der Toleranz und des Respektes gegenüber anderen Kulturen und Religionen besinnen.

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