Dienstag, 27. Januar 2015

Hype um Bischofs-Ernennung: Der Bischof im Blick- und im Schussfeld

Es gibt wohl kaum ein(e) Beruf(ung), die einen Menschen so sehr ins Blicklicht - wie auch ins Schussfeld - stellt, wie einen Bischof. Ein Riesenhype wird veranstaltet, wenn es bekannt wird, wer nun nach langem Warten der "Mr. Wright" ist. Obwohl der Bischof noch gar nicht offiziell ernannt sondern gerade erst offiziell bekannt gegeben wurde, wird der neue Bischof von allen Seiten beäugt und bejubelt, als wäre es Christus, der in sein Heiligtum einzieht und die Vakanz des Bischofsstuhls beendet.

Im Grunde geht es genau um letzteres. Der Bischof soll in seinem Amt Christus verkörpern als Priester, König und Prophet in seiner Teilkirche. Er ist der Apostel der römisch-katholischen Kirche. Seine eigene Person soll ganz hinter der Person Christi in den Hintergrund treten. In der Mediengesellschaft geschieht das genaue Gegenteil. Sie interessiert sich für die Person des Bischofs, weniger für die Person Christi, die er vertritt.

Es werden Videos gemacht, in denen der neue Erzbischof die Hamburger mit "Moin Moin" begrüßt. Wir hören, dass der Neue in Hamburg aus einem Bäckerladen stammt. Einer wie wir ist er, der nette neue Hamburger Bischof. Schön, wie es menschelt. In ein paar Wochen ist dies sehr schnell vorbei.

Im Alltagsgeschäft ist der Bischof häufig Prügelknabe seiner Kritiker, sowohl innerhalb als außerhalb der Kirche. Von den "Traditionalisten" wird ihm vorgeworfen, dass er zu sehr menschelt. Und von den "Progressiven" wird er als Repräsentant der "Leute in Rom" kritisiert, die der Anpassung der Kirche an den modernen Zeitgeist ständig Steine in den Weg legen. An ihn werden Forderungen von Leuten gestellt, die gar nicht (mehr) zur Kirche zählen.

Die  "römischten" aller Katholiken seien dann daran erinnert, dass der Bischof aus Rom entsandt ist. Und auch allen anderen sei gesagt, dass ein Bischof nichts weniger aber auch nichts mehr zu tun hat, als sein Amt als Leiter seiner Teilkirche so auszuüben hat, als säße Christus selbst auf seinen Bischofsstuhl. Dass sein Wort in der Kirche Gewicht hat und respektiert werden muss.

Wer den Bischof angreift, greift die ganze Kirche an. Es ist so, als nagele man Christus ans Kreuz. Daher plädiere ich etwas weniger Hype bei der Bekanntgabe einer Personalie, einen besonders feierlichen Einführungsgottesdienst für den neuen Bischof und dann, wie es Papst Franziskus immer wieder für sich  erbittet, viel viel Gebet für den neuen Bischof. Und dies anstelle von Kritik an den guten Menschen, der nun ständig im Blickfeld vieler steht, die es besser zu wissen meinen als er.

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