Donnerstag, 29. Januar 2015

Gebet: "Wachse in mir"

Wachse, Jesus, wachse in mir.
In meinem Geist, in meinem Herzen,
in meiner Vorstellung, in meinen Sinnen.
Wachse in mir
in deiner Milde, in deiner Reinheit,
in deiner Demut, deinem Eifer, deiner Liebe.
Wachse in mir mit deiner Gnade, deinem Licht und deinem Frieden.
Wachse in mir zur Verherrlichung deines Vaters, zur größeren Ehre Gottes.
Amen.
Pierre Olivaint
Quelle: Kleine Gebetsammlung zum persönlichen Gebrauch, Karl-Leisner-Jugend.

Mittwoch, 28. Januar 2015

Gedenken an den großen Kirchenlehrer Thomas von Aquin

Heute gedenkt die Kirche dem großem Kirchenlehrer Thomas von Aquin. Es ist ein wirklicher Reichtum, welcher die Kirche mit ihren vielen sehr unterschiedlichen Heiligen uns als Vorbilder schenkt. An diesen Persönlichkeiten spiegelt sich auch die große Weisheit im Glauben wieder.

Nicht jeder Heilige spricht jedem Gläubigen an. Sie sind alle so unterschiedlich wie wir selbst es sind. "Thomas war der wohl größte katholische Theologe aller Zeiten. Er bemühte sich in seinen Werken Glaube und Vernunft, Philosophie und Theologie zusammen zu bringen," beschreibt ihn das Ökumenische Heiligenlexikon. Vor solchen großen Theologen, zu denen in der Neuzeit auch Papst Bendedikt XVI. zählt, muss ich mich in Bescheidenheit üben. Ihrer Philosophie kann ich nicht immer folgen.

Umso tröstlicher ist es für mich, dass ich als einfacher Katholik dennoch auf die Fürsprache des heiligen Kirchenlehrers Thomas von Aquin im Glauben wachsen kann. Das Tagesgebet zum Gedenktag des hl. Thomas von Aquin finde ich desshalb sehr passend:

Gott, du Quell der Weisheit, du hast dem heiligen Thomas von Aquin ein leidenschaftliches Verlangen geschenkt, nach Heiligkeit zu streben und deine Wahrheit zu erfassen. Hilf uns verstehen, was er gelehrt, und nachahmen, was er uns vorgelebt hat. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Dienstag, 27. Januar 2015

Hype um Bischofs-Ernennung: Der Bischof im Blick- und im Schussfeld

Es gibt wohl kaum ein(e) Beruf(ung), die einen Menschen so sehr ins Blicklicht - wie auch ins Schussfeld - stellt, wie einen Bischof. Ein Riesenhype wird veranstaltet, wenn es bekannt wird, wer nun nach langem Warten der "Mr. Wright" ist. Obwohl der Bischof noch gar nicht offiziell ernannt sondern gerade erst offiziell bekannt gegeben wurde, wird der neue Bischof von allen Seiten beäugt und bejubelt, als wäre es Christus, der in sein Heiligtum einzieht und die Vakanz des Bischofsstuhls beendet.

Im Grunde geht es genau um letzteres. Der Bischof soll in seinem Amt Christus verkörpern als Priester, König und Prophet in seiner Teilkirche. Er ist der Apostel der römisch-katholischen Kirche. Seine eigene Person soll ganz hinter der Person Christi in den Hintergrund treten. In der Mediengesellschaft geschieht das genaue Gegenteil. Sie interessiert sich für die Person des Bischofs, weniger für die Person Christi, die er vertritt.

Es werden Videos gemacht, in denen der neue Erzbischof die Hamburger mit "Moin Moin" begrüßt. Wir hören, dass der Neue in Hamburg aus einem Bäckerladen stammt. Einer wie wir ist er, der nette neue Hamburger Bischof. Schön, wie es menschelt. In ein paar Wochen ist dies sehr schnell vorbei.

Im Alltagsgeschäft ist der Bischof häufig Prügelknabe seiner Kritiker, sowohl innerhalb als außerhalb der Kirche. Von den "Traditionalisten" wird ihm vorgeworfen, dass er zu sehr menschelt. Und von den "Progressiven" wird er als Repräsentant der "Leute in Rom" kritisiert, die der Anpassung der Kirche an den modernen Zeitgeist ständig Steine in den Weg legen. An ihn werden Forderungen von Leuten gestellt, die gar nicht (mehr) zur Kirche zählen.

Die  "römischten" aller Katholiken seien dann daran erinnert, dass der Bischof aus Rom entsandt ist. Und auch allen anderen sei gesagt, dass ein Bischof nichts weniger aber auch nichts mehr zu tun hat, als sein Amt als Leiter seiner Teilkirche so auszuüben hat, als säße Christus selbst auf seinen Bischofsstuhl. Dass sein Wort in der Kirche Gewicht hat und respektiert werden muss.

Wer den Bischof angreift, greift die ganze Kirche an. Es ist so, als nagele man Christus ans Kreuz. Daher plädiere ich etwas weniger Hype bei der Bekanntgabe einer Personalie, einen besonders feierlichen Einführungsgottesdienst für den neuen Bischof und dann, wie es Papst Franziskus immer wieder für sich  erbittet, viel viel Gebet für den neuen Bischof. Und dies anstelle von Kritik an den guten Menschen, der nun ständig im Blickfeld vieler steht, die es besser zu wissen meinen als er.

Wer austritt, kann auch wieder eintreten

Heute lese ich in unserer Lokalzeitung, dass im vergangenen Jahr in dem Landkreis Vechta, in dem ich wohne, 337 Menschen aus der Kirche ausgetreten sind. Vier Menschen davon sind aus meinem Dorf Bakum. Eigentlich keine dramatische Nachricht.

In unserer Region Südoldenburg scheint die katholische Welt noch in Ordnung zu sein. Oberflächlich! Die Austrittszahlen sind recht moderat im Vergleich zu anderen Gegenden. In Großstädten sieht dies viel schlimmer aus. Aber auch bei uns auf dem Lande ist der Glaubensschwund deutlich zu erkennen. Die Kirchen sind sogar an hohen Feiertagen längst nicht mehr so voll wie früher. Viele Leute sind zwar noch traditionell katholisch, haben aber ihre Bindung an die Kirche längst verloren. Silvester habe ich es ja bei einem Streit ums Katholischsein deutlich vor Augen geführt bekommen.

Wenn ich von Kirchenaustritten in meinem Umfeld höre, denke ich immer auch an meinem eigenen. Ja, es gibt gute Gründe, aus der Kirche auszutreten. Ein Kirchenaustritt kann ein konsequenter Schritt der Selbsterkenntnis sein, dass man den Glauben und die Bindung an die Kirche verloren hat. Mir ist diese Ehrlichkeit lieber, als dass Menschen behaupten, sie seien katholisch, aber von den Kernaussagen des Glaubens nichts wissen wollen oder diese sogar frontal ablehnen.

Dann gibt es solche, die einige Lehraussagen akzeptieren, andere nicht. Kann man sich noch katholisch nennen, wenn man Abtreibung und Verhütung befürwortet, die Sexualmoral der Kirche grundweg ablehnt? Wenn man "denen da oben in der Kirche" vorwirft, nicht mehr zeitgemäß zu sein?  Wenn man Jesus für einen "guten Menschen" hält, aber nicht glaubt, dass er Gott ist? Wohl kaum. Im Grunde lügt man sich mit einer solchen Haltung etwas selbst oder anderen Menschen vor.

10 Wer das ganze Gesetz hält und nur gegen ein einziges Gebot verstößt, der hat sich gegen alle verfehlt.
11 Denn er, der gesagt hat: Du sollst nicht die Ehe brechen!, hat auch gesagt: Du sollst nicht töten! Wenn du nicht die Ehe brichst, aber tötest, hast du das Gesetz übertreten. (Jakobus 2.10f)

Ich möchte nun niemand dazu treiben, aus der Kirche auszutreten. Aber ein solcher Schritt kann ein erster Schritt zu einem Neuanfang sein. Bei mir war es so.  Nach einigen Jahren und Lebenserfahrungen entschloss ich mich, wieder in die Kirche einzutreten. Ich begann neu, mich mit dem katholischen Glauben auseinanderzusetzen. Was ist der Kern des Glaubens? Die Suche nach einer lebendigen Beziehung zu Christus. Die Liebe zu ihm macht uns fähig, den Glauben mit all seinen Geboten anzunehmen und immer tiefer in ihm zu wachsen. Es braucht Zeit, den eigentlichen Schatz des Glaubens verstehen und lieben zu lernen.

Den Anfang kann jeder mit einfachen Beten setzen: "Herr Jesus Christus, hilf mir in meinem Unglauben". Teile Christus im Gebet deine Nöte mit und bitte ihn, mit dir einen Neuanfang zu beginnen. Er wird dir helfen, alles zu finden, um deinen Glauben zu vertiefen und zu einer Quelle der Freude zu machen. Vielleicht findest du auch einige Glaubenshilfen in meinem oder anderen katholischen Blogs. Ans Herz legen möchte ich dir auch die Seiten der Karl-Leisner-Jugend, in denen es viele gut verständliche Erklärungen des katholischen Glaubens gibt.

Das Schöne ist, dass jeder, der einmal ausgetreten ist, immer wieder in die Kirche zurückkehren kann. Gott gibt niemanden verloren.

Montag, 26. Januar 2015

Wird ohne Kirchensteuer wirklich alles besser?

Die Diskussion gibt es schon lange. Über den Sinn und Unsinn der Kirchensteuer. Der "theologische Freidenker" (Zitat "The European") Sebastian Moll stellt die Kirchensteuer in seiner Kolumne "Christen und Atheisten, vereinigt euch!" wieder einmal infrage. Längst ist das Thema nicht mehr allein die Domain von Kirchenkritikern und Kirchenfernen. Auch "engagierte Christen", so nennt sie Moll, plädieren schon länger für die Abschaffung des staatlichen Einzugsverfahrens, welches den automatischen Geldfluss vom Einkommenskonto aller Konfessionsangehörigen in die Kirchenverwaltungen organisiert.

Wenn einmal der Geldsegen für die Kirche nicht mehr garantiert sei, würde sich die Kirche "reinigen", argumentieren sie. Der Geld-"verschwendung" und -verwendung für "nicht dem Evangelium entsprechenden Zwecke" sei dann ein für alle Mal der Hahn abgedreht. Zum Beispiel für Abtreibungsberatungsstellen oder für Verlage, die Pornozeitungen vertreiben. Woher kommt bloß diese Vermutung?

Nur weil weniger Geld vorhanden ist, ist noch keinesfalls gesichert, dass mit diesem weniger vorhandenen Geld sinnvoll umgegangen wird. Eines steht aber auf jeden Fall fest: Die derzeit schon so kranke Kirche wird noch mehr geschwächt. Das Geld für viele sinnvoll verwendete kirchliche Einrichtungen wird nicht mehr vorhanden sein.

Vielleicht wird es einige geben, die etwas mehr in den Klingelbeutel werfen werden. Oder begüterte Einzelspender werden größere Beträge der Kirche zufließen lassen. Man blicke aber bitteschön nur in Zeiten zurück, als es noch keine Kirchensteuer gab. Auch damals gab es schon Geld-Skandale und Missbräuche, vieles wurde allerdings unter dem Teppich gekehrt. Einzelne reiche Fürsten übten starken Einfluss in der Kirche aus. Auch damalige Protzbischöfe konnten vom Gold geblendet werden, von welchem viel weniger beim einfachen Kirchenvolk landete. Egal wie reich die Kirche ist, die Menschen bleiben gleich.

Man bewahre die Kirche vor Millionen selbst ernannter "Budgetverwalter", die meinen, es besser zu wissen als die Offizialate, Diözesen und Kirchenämter. Die Finanzen der Kirchen dürfen nicht am Stammtisch beschlossen werden. Die Kirchen dürfen auch nicht abhängig von der Spendenbereitschaft ihrer Mitglieder werden. Solange die Kirche nicht allein aus Heiligen sondern auch aus vielen Sündern besteht, kann die "richtige" Mittelverwendung niemals garantiert werden.

Wird die Kirchensteuer abgeschafft, müssen die Glieder in der Kirche lernen, "freiwillig" von ihrem Einkommen Geld an die Kirche abzugeben. Diese Kultur ist der breiten Gesellschaft abhanden gekommen und müsste erst einmal erlernt werden. Soll die Kirchensteuer abgeschafft werden? Meinetwegen, aber besser wird die Kirche dadurch nicht.

Bei der heiligen Messe im Essener Münster

Im Essener Münster
Es ist immer etwas besonderes, wenn man eine heilige Messe in einem Dom mitfeiern kann. Am Wochenende war ich in Essen (Ruhr) und so ging ich sonntagmittags zur Heiligen Messe in in den Dom. Im Grunde geschieht in einem Dom das gleiche wie in jeder anderen Kirche, in der Eucharistie gefeiert wird. Christus wird gegenwärtig und begegnet uns im Wort und Sakrament.

Das besondere im Dom ist neben der großartigen Architektur die schöne Liturgie, geprägt von Orgelmusik und - gegebenenfalls der Chormusik. Bei der Messe im Dom erklang eine prächtige Orgel, die bei jeder Strophe der Kirchenlieder anders erklang. Und auich alle Strophen wurden gesungen.

Die Predigt gefiel mir auch, weil sie stark am Schrifttext des Tages orientiert war. Ein solches Erlebnis nehme ich gerne mit nachhause. Man sollte öfters einmal zur Messe in den Dom gehen.

Sonntag, 25. Januar 2015

Bekehrung des heiligen Apostels - Umkehr vom Hass zur Liebe

Wenn nicht heute der 3. Sonntag im Jahreskreis gefeiert würde, wäre am heutigen 25. Januar der Gedenktag der Bekehrung des heiligen Apostels Paulus. Der Völkerapostel brachte das Evangelium zu uns Heiden. 

Angesichts des vielen Hasses im Internet und auf unseren Straßen verdient das Gedenken an den Apostel durchaus eine Würdigung. Der Sohn eines Pharisäers war ursprünglich ein entschiedener Gegner des Christentums. Er verfolgte die Christen. Bis er Christus kennenlernte. Im legenderen Damaskus-Erlebnis traf ihn das Licht Christi wie ein Blitz und verwandelte ihn von einem Hasser zu einem glühenden Verkünder der Liebe Gottes zu den Menschen. 

Die Botschaft Christi ist, dass Gott jeden Menschen liebt, gleich welcher Rasse, Glaubens oder Nation er ist. So sehr, dass er sich ihrer Sünden wegen ans Kreuz schlagen ließ. Er will nicht den Tod sondern das Leben und ruft uns auf, ihm nachzufolgen. 

Gelingt es uns in den heutigen Tagen, Boten des Evangeliums zu sein? Gottes Liebe zu verkünden und vorzuleben ("Zeugnis geben?") Wenn heute Juden sich bei uns nicht mehr sicher fühlen, wenn bei uns schutzsuchende Asylanten und Flüchtlinge sich nicht mehr aus dem Haus trauen, dann sind wir Christen gefragt.

Setzen wir uns für Frieden unter allen Menschen ein und beten wir um unser "Damaskus-Erlebnis" und die Bekehrung aller Menschen, die bei uns sind. Vertrauen wir auf den Herrn, der Hass in Liebe wandelt.

Samstag, 24. Januar 2015

Gedenktag von Franz von Sales

Am heutigen Samstag ist der Gedenktag des heiligen Franz von Sales. Er war Bischof, Ordensgründer, Mystiker und ein begnadeter Seelenführer. Seine Theologie war, dass jeder gleich seines Standes die Möglichkeit zur Heiligkeit hat. Es spielt dabei nach Franz von Sales keine Rolle, ob man Priester, Mönch, Kaufmann oder Hausfrau ist. Jeder ist berufen, in Arbeit und Gebet all sein Sein und Tun mit Christus verbunden zu bleiben,

Franz von Sales schrieb mit der Philothea ein  Buch, welches nach der Bibel und dem Buch "Nachfolge Christi" von Thomas von Kempen am meisten gelesene christliche Werk gilt. Es hat mich sehr begeistert, weil Franz von Sales mit seinem Buch Philothea in konkrete Übungen und Wege zu einer tieferen und echteren Glaubenserfahrung einweist, die von jedermann praktiziert werden können. 

Zur Zeit lese ich das Buch "Wege der Freundschaft zu Gott" von Pfarrer Peter Dyckhoff, der die Weisheiten dieses wichtigen Standwerks christlicher Mystik in moderne Sprache formuliert hat. Über dieses Buch werde ich noch berichten.

Ich will keine absonderliche, unruhige, traurige und verdrossene Frömmigkeit, sondern eine milde, sanfte, angenehme und friedliche, mir einem Wort: eine freie und fröhliche Frömmigkeit, die liebenswürdig ist vor Gott und den Menschen.“ (Franz von Sales)

Freitag, 23. Januar 2015

Bistum Münster: Nach Predigtverbot nun Faktencheck zur Islam-Debatte

Das Machtwort des Bischofs Felix Genn über das Predigtverbotes eines katholischen Pfarrers, der auf einer Pegida-Demonstration eine Ansprache hielt, schlug hohe Wellen. Bischof Genn warf dem Pfarrer vor, er habe "mit seinen Äußerungen undifferenzierte Klischees gegenüber dem Islam" bedient. Zur Pressemitteilung des Bistums ...

In der aktuellen Bistumszeitung "Kirche und Leben" wurden diese "Klischees" auf einer Doppelseite zurecht gerückt. Auch auf der Homepage des Bistums wird dieser Faktencheck thematisiert.  Ich habe dies mit großem Interesse gelesen. Fünf Behauptungen über den Islam überprüft: Ist der Islam nicht demokratiefähig, tolerant sondern sogar eine Bedrohung? Wollen sich Muslime sich nicht integrieren sondern den heiligen Krieg?

Der Artikel versucht Fakten zu liefern, die die Angst vor einem aggressiven Islam zu nehmen und die Bereitschaft zur Akzeptanz des Islams zu fördern.  Einige Antworten sind durchaus überzeugend, andere leuchten mir  weniger ein. Im Jahre 2030 wird ein Bevölkerungsanteil von 7 Prozent (ca 5.5 Millionen) in Deutschland prognostiziert. Daraus folgere ich, dass zu meinen Lebzeiten die nichtmuslimische Bevölkerung in der Mehrheit bleiben wird. 90 Prozent der muslimischen Bevölkerung hielten laut Umfragen die Demokratie für eine gute Regierungsform. Von der Gefahr einer Islamisierung kann also aktuell keine Rede sein.

Weniger beruhigend ist aber die Aussage für mich, dass in den meisten moslemisch geprägten Ländern keine Demokratie herrscht. Auch tröstet es mich nicht, dass dort außer Christen auch andere Religionsgruppen einschließlich Moslems unterdrückt werden. Der Münsteraner Faktencheck bestreitet nicht, dass unter den vielen "unterschiedlichen Strömungen mit unterschiedlichen Auffassungen im Islam" es starke fundamentalistische Kräfte gibt.

Verschärft wird dieses Faktum dadurch, dass der Koran als das "dem Propheten Muhammed diktiertes direktes Wort Gottes" gilt. Fundamentalisten fühlen sich aufgefordert, gewaltverherrlichenden Aufforderungen im Koran unmittelbar gehorsam zu sein. Eine moderne Schriftexegese wie bei der Bibel ist im Islam noch nicht so ausgeprägt. Durchaus gibt es allerdings eine innerislamische Diskussion, ob zum Beispiel mit Dschihad der Krieg gegen Ungläubige oder ein innerer Krieg zur Reinigung der Seele gemeint ist.. Ob es Münsteraner "Islamexperten" gelingt, arabische oder iranische Despoten von einer zeitgemäßeren Interpretation ihrer Schrift zu überzeugen, wage ich mittelfristig nicht zu hoffen.

Dennoch: Der Faktencheck bietet Argumente, die in der derzeitigen Debatte absolut notwendig sind. Wir müssen versuchen, mit Moslems guten Willens in einen Dialog zu kommen. Vier Millionen Menschen leben in Deutschland. Wenn man sie integrieren will, muss man Perspektiven eines Islams fördern, der in einer pluralen Gesellschaft integriert werden kann.

Donnerstag, 22. Januar 2015

Pegida: War dies der Grund, warum Bischof Genn so streng durchgriff?

Pegida und offizielle katholische Kirche sind wie Fremdenfeindlichkeit und Nächstenliebe. Unvereinbar. Auch wenn dies viele offensichtlich anders sehen. Sogar in der katholischen Blogger- und Internetszene. Auf unseren Münsteraner Bischof prasselte der Shitstorm in einer Form, die mit katholischem Glauben ebenfalls unvereinbar ist. Im Video berichtet der Leipziger Oberbügermeister von seinen erschreckenden Eindrücken der Demo des Leipziger Pegida-Ablegers, War dies der Grund, warum Bischof Felix Genn so streng durchgriff und dem Emmmericher Pfarrer, der auf einer Pegida-Demo eine Ansprache hielt, Predigtverbot erteilte?

Mittwoch, 21. Januar 2015

Gedenken an die heilige Agnes

Heute ist der Gedenktag der heiligen Agnes. Sie wird als Märtyrerin und Jungfrau verehrt. Da in unserer Familie der Name eine Rolle spielt, halte ich diesen Tag in Ehren.

Tagesgebet:
Ewiger Gott,du berufst, was schwach ist in dieser Welt,um das, was stark ist, zu beschämen.Höre auf die Fürsprache der heiligen Agnes.Komm uns zu Hilfe,damit auch wir unbeirrt den Glauben bekennen.Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Irgendwie passt das Gebet übrigens auch in unsere aktuelle Gegenwart.

Dienstag, 20. Januar 2015

Papst-Aufreger "nicht katholisch, wie Karnickel Kinder zu haben"

Papst Franziskus ist ein Mann der deutlichen Worte. Auf seiner Rückreise aus Asien soll er gesagt haben, dass Katholischsein nicht bedeute, unkontrolliert Kinder wie Karnickel zu bekommen. Die ideale Zahl für eine Familie sei drei Kinder. Dies berichten die Medien sehr ausgiebig und verweisen auf die Familiensynode, die angeblich bahnbrechende Änderungen der Sexualmoral der katholischen Kirche in die Wege leiten werde. Schau'n wir mal. Es wird nie so heiß gegessen wie es gekocht wurde.

Aber nicht nur medial schlagen wieder hohe Wellen, weil einige Leute Kapital aus einem aus den Zusammenhang gerissenen Wort schlagen wollen. Auf Twitter und einschlägigen katholischen Seiten liest man auch beleidigte Kommentare über eine angebliche Kritik des Papstes an kinderreiche Familien. Dabei hat Papst Franziskus nichts anderes wie seine Vorgänger verlautbart, Dass Eltern verantwortlich miteinander zum Wohl ihrer Familie handeln müssen. Dass das Verbot der künstlichen Verhütung  und das Gebot der Offenheit gegenüber Kinder für ein Ehepaar nicht bedeutet, dass mehr Kinder in die Welt gesetzt werden müssen, als die Familie ernähren und aufziehen kann. Dass es neben der künstlichen Verhütung andere Methoden dazu gibt, dies verantwortungsbewusst zu erreichen.

Die Eltern sind einander verantwortlich, dass kein Elternteil durch die Pflichten der Kindererziehung überfordert wird und die Familie ihre Kinder auch ernähren kann. Kinder sind keine Rentenversicherung für ihre Eltern im Alter sondern ein Geschenk Gottes, mit welchen wir achtsam umgehen müssen. Nicht jede Mutter kann hintereinander sieben Kinder gebären. Auch darauf wies Papst Franziskus hin. Besonders in armen Ländern führt der Kinderreichtum auch zu sozialen Verelendung und Armut. 

Liebe Leute, die ihr euch über den päpstlichen Karnickel-Satz - aus dem Zusammenhang gerissen - echauffiert, regt euch nicht unnütz auf. Der Papst hat sich nicht grundsätzlich dagegen ausgesprochen, dass man viele Kinder haben darf, wenn man sich das leisten kann. Zieht euch diesen Handschuh nicht an. Oder habt ihr etwa "unkontrolliert wie Karnickel" Kinder in die Welt gesetzt?

Montag, 19. Januar 2015

"Der Islam gehört zu Deutschland!" - Gedanken zu einem Wort der Kanzlerin

Jetzt hat auch Bundeskanzlerin Angela Merkel den Satz des ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff wiederholt: "Der Islam gehört zu Deutschland!"

Ein Satz, der nicht nur bei Pegida-Anhängern sauer aufstößt. Selbst von Parteigenossen wurde die Kanzlerinnenäußerung kritisiert. Zwar ist laut einer Umfrage von Politbarometer die knappe Mehrheit der Bevökerung (58%) der Meinung, dass der Islam für westliche Demokratien keine Bedrohung darstellt. Dennoch ist ein großer Teil einer Minderheit durchaus besorgt. Mit dem Terrorangriff in Paris ist die Besorgnis nicht geringer geworden. Laut Politbarometer wird die Pegida-Bewegung nur von 17 % der Bevölkerung  "gut gefunden".

Um es gleich vorweg zu nehmen, ich zähle zu der großen Mehrheit in der Bevölkerung, die der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung nicht zustimmt. Für mich ist klar, dass Muslime Teil unserer Gesellschaft sind. Und somit auch der Islam in unserer Gesellschaft präsent ist. Dies zu negieren ist realitätsfremd. Ich habe viel Respekt vor frommen Muslimen und ihrer Gebets- und Fastenpraxis.

Fremde sind in unserem Land willkommen, Deutschland muss ein weltoffenes Land bleiben, in welchem jeder die Religion seiner Wahl ausüben kann. Oder eben keiner Religionsgemeinschaft angehören muss. Ohne Zweifel ist, dass die meisten Muslime hier friedlich leben und arbeiten, und dies oft schon in zweiter oder dritter Generation. Dennoch kann ich nicht die Ansicht teilen, dass der Islam völlig in unsere freiheitliche demokratische Gesellschaftsordnung integriert worden ist.

Ein Grund ist die weltweit mangelnde Akzeptanz der Religions-, Presse- und Meinungsfreiheit im Islam. In fast keinem mehrheitlich islamischen Staat gibt es eine pluralistische Demokratie. Selbst in der Türkei können christliche Religionsgemeinschaften nur mit großer Einschränkung eigene Kirchen bauen, Priester ausbilden oder gar "Mission" betreiben. Von Religionsfreiheit selbst in der Türkei kann nicht die Rede sein. 100 Millionen Christen werden weltweit verfolgt, schreibt die österreichische Tageszeitung "Die Presse", zunehmend in islamischen Ländern. "Je strenger der Koran ausgelegt wird, desto unbarmherziger ist die Verfolgung", heißt es in dem Artikel von "Die Presse". In Saudi-Arabien, einem mit dem Westen kooperierenden Land, wurde ein Blogger zu 1.000 Peitschenhieben wegen "Beleidigung des Islam" verurteilt, berichtete "Die Welt".

Der wachsende Islamismus bedroht ein friedliches Zusammenleben unter den Religionen. Weitere Probleme sind eine fehlende zentrale Lehrautorität des Islams, die mäßigend auf Extremismus von Moslems einwirken kann, und die fehlende Trennung von Staat und Religion im Islam.  Die Frage, ob das mittelalterliche islamische Rechtssystem der Scharia in unseren westlichen Demokratien eingeführt werden sollte, würde wohl jeder Nichtmuslim verneinen. Denn wo die Scharia regiert, haben "Ungläubige" jedes Recht verwirkt.

Ein wirklich friedliches Zusammenleben mit Moslems in einer pluralistischen Demokratie ist auf Dauer nur möglich, wenn elementare Grund- und Menschenrechte auch im Islam verankert sind. Es muss dazu eine Einigung darüber mit allen Autoritäten der wichtigsten islamischen Zweige erreicht werden. Islamische Verbände und Vertreter müssen aktiv gegen jede Gewalt im Namen des Islams auf der ganzen Welt eintreten. Erst dann kann man mit Fug und Recht sagen, dass der Islam zu Deutschland gehört.

Sonntag, 18. Januar 2015

Beten für die Einheit der Kirche

Heute beginnt die Gebetswoche für die Einheit der Christen. Eigentlich geht es hier um Ökumene zwischen den christlichen Konfessionen und Gemeinschaften. Jeden Tag werden von der Arbeitsgemeinschaft Meditationen und Gottesdienstvorlagen angeboten, die gemeinsam gebetet werden können, um die Spaltung unte den Kirchen zu überwinden.

Dies geschieht aus dem Wissen, dass nur Gott letztendlich Einheit und Frieden schenken kann. Alle Aktivitäten von Menschen ohne Gott schlagen fehl. Aber nicht nur die Trennung unter den Kirchen ist schmerzlich. Allein die Spaltung innerhalb unserer katholischen Kirche ist groß. 

Denken wir nur an die vielen der zwar noch getauften aber der Kirche fernstehenden Glieder. Aber auch der Zwiespalt und die fehlende Liebe jener, die sich für "fromm" halten. Vielleicht sollten wir beten: "Herr, mach aus mir ein Werkzeug der Liebe und der Einheit". Gebe es Gott, dass er uns der Einheit fähig macht, indem er uns verwandelt.

Freitag, 16. Januar 2015

Offizialatshaushalt: Viel Geld für Verwaltung, wenig Geld für Evangelisation

Transparenz ist das Gebot der Stunde. Jede Pfarrei legt ihren Haushalt öffentlich aus. Auch das Offizialat Oldenburg, zu dem unsere Pfarrei angehört, hat jetzt auf ihrer Homepage kirchentuer.de bekannt gemacht, wie es um das liebe Geld steht. 82 Millionen Euro ist der Haushalt groß. Die Kirchenbesucher und der Glaube schwindet zunehmend, der Haushalt des Offizialates wächst trotzdem.

Nicht wenige meinen deshalb, die Kirche schwimmt im Geld. Dies liegt an der Kirchensteuer, die aus dem Einkommen aller Konfessionsangehörigen prozentual "besteuert" wird. Und da die Wirtschaft boomt, fließt das Geld den Kirchenverwaltungen förmlich zu. 80 % tragen die Steuerzahler zum Haushalt der Katholischen Kirche im Oldenburger Land  bei, die Resteinnahmen kommen aus anderen Quellen, lese ich auf kirchentuer.de

Gut, dass unsere Kirche so solide finanziert ist. Aber wofür wird das Geld ausgegeben? 44% erhalten die Pfarreien, 20 % wird in Schulen investiert (erfreulich!), 15 % ist für Verwaltung (!), nur 6 % für Seelsorge, 5% für Caritas und 4 % für Bildungsstätten. Ein erheblicher Betrag wurde als Darlehen für die Rettung der kirchlichen Krankenhäuser gewährt. Ganz recht haben die Finanzverwalter des "Offi's Vechta", wie wir unsere hiesige Kirchenverwaltung nennen: die Kirche kann nicht die Lücken im Gesundheitssystem und der Altenpflege übernehmen. Ein wichtiger Posten fehlt allerdings im Haushalt völlig: Die Investition in die (Neu)-Evangelisierung.

Einige  Zahlen veranschaulichen dies nachdrücklich: Die Zahl der Taufen ist im Offizialatsbezirk Vechta seit dem Jahr 2000 um 30% zurückgegangen. Auch die Zahl der sonntäglichen Messteilnehmer schwindet zunehmend. Daher muss von dem vielen Geld mehr in Aktvitäten zur Glaubensverbreitung innerhalb und auch außerhalb des Kirchturms investiert werden.. Sonst werden auch die vielen Gebäuden, in denen viel Geld gesteckt wird, irgendwann leer stehen.

Das Kreuz mit den Trollen

Wer zu Themen des (katholischen) Glaubens Stellung bezieht, muss mit zum Teil sehr unfreundlichen bis zu beleidigenden Reaktionen rechnen. Bislang bin ich davon noch weitgehend verschont geblieben. Mein Blog ist zu unbekannt und hat eine kleine Leserschaft. Anders ist dies bei Christ & Welt. Auch bekannte katholische Blogger beklagen sich über wüste Verbalattacken aufgrund ihrer Beiträge, zum Beispiel in den Blogs  Jobo72's Weblog und katholon.

Ein wenig erschrecke ich mich, wenn sich Leute sich über unangemessene Reaktionen beschweren, die selber durchaus bewusst mit ihren Beiträgen polarisieren. Ich frage mich, warum sie dann öffentlich "über schmutzige Reaktionen" ihrer Leser in ihrem Medium lamentieren. Wollen Sie andere belehren? Oder ihren verletzten Stolz zum Ausdruck bringen? Die Gefahr, "böse Kommentare" zu provozieren, ist umso größer je deutlicher man eine Meinung zu Themen in Glaube und Gesellschaft artikuliert. Auch mir ist dies schon öfters passiert.

Doch wie geht man mit sogenannten "Trollen" (welch hässliches Wort!) um? Als Christen sind wir berufen, das Böse mit dem Guten zu überwinden. Ein Auftrag, in dem ich immer wieder scheitere. Schnell machen wir das genaue Gegenteil von dem, wozu wir berufen sind. Wir steiten oder  - noch schlimmer - reden und schreiben schlecht über andere. Nicht zu vergessen: Zu einem Streit gehören bekanntlich immer zwei. Ein Anlass, darüber nachzudenken, ob wir vielleicht ein Ärgernis mit unserer streitbaren Meinung, mit unserer Sprache, verursacht haben könnten.

Besonders wenn wir öffentlich unsere Meinung verbreiten, müssen wir damit rechnen, nicht überall Zustimmung dazu erhalten. Bei jeder noch so abartigen Reaktion dürfen wir nie vergessen, dass sich hinter einer Botschaft ein Mensch verbirgt, der von Gott unendlich geliebt wird. Und auch wir ihn aus Liebe zu Gott lieben sollen. Und Gott uns in jeder unangenehmen Begegnung auf unsere eigene Armseligkeit, unseren eigenen Stolz, aufmerksam machen möchte.

Einerseits dürfen wir uns natürlich vor Beleidigungen und unangenehmen Personen schützen, indem wir Leute mit schlechten Umgang aus unseren Kontakten in sozialen Netzwerken ausschließen. Dies ist ein Schutz vor noch schlimmeren Folgen wie Streit und weiteren, meist endlosen Beleidigungen. Der heilige Franz von Sales und auch Thomas von Kempen haben in ihren Schriften empfohlen, schlechte Gesellschaft zu meiden. Auf der anderen Seite müssen wir unser Gewissen erforschen, wenn unsere Liebe erstickt, unser Herz gekränkt und in uns Hass und Streit entfacht wird:

Hier hast du einen Rat für deine Gewissenserforschung:
Habe ich heute im Geist der Sühne die Widrigkeiten angenommen, die Gott für mich bestimmt hatte? Auch die, die ihren Grund in der Eigenart meiner Mitmenschen hatten? Und auch die, die von meiner eigenen Armseligkeit verursacht wurden?
Habe ich dem Herrn den Schmerz über die Beleidigungen, die ich Ihm - so oft! - zufügte, als Sühne aufgeopfert? Habe ich Ihm auch meine innere Beschämung aufgeopfert, die ich, demütig und meines schmählichen Vergehens bewußt, darüber empfinde, daß ich auf dem Weg des wirklichen Christseins nur so unendlich langsam vorankomme?
Heiliger Jusefmaria, "Im Feuer der Schmiede", Textabschnitt 153





Donnerstag, 15. Januar 2015

Der ganze Glauben auf nur 55 Seiten erklärt

Katholische Glaubenslehre
von sel. Cl. Graf v. Galen
Heute wird oft über mangelnde Glaubenskenntnis geklagt. Selbst Menschen, die Wert darauf legen, sich katholisch zu nennen, kennen oft elementare Aussagen der katholischen Lehre nicht mehr. Aufgrund von Halbwahrheiten und -Wissen lehnen sie angebliche "Vorschriften aus Rom" ab. Die Grundkenntnis des Glaubens fehlt. weil katechetische Schriften fast gar nicht mehr gelesen und verbreitet werden. Das war früher anders. In einer verstaubten Schublade unseres Hauses entdeckte ich ein kleines Heft "Katholische Glaubenslehre" von dem seligen Bischof von Münster Clemens August Gaf von Galen. Sie wird früher in jedem Religionsunterricht gelesen und in vielen katholischen Häusern vorhanden gewesen sein.

Der mutige Selige Clemens August Graf von Galen wird in unserem Bistum Münster als ein mutiger Bischof verehrt, der in Zeiten des Nationalsozialismus gegen menschenfeindlichen Rassenwahn die christliche Botschaft entgegen gestellt. Er wurde daher auch "Löwe von Münster" genannt. Unser seliger Bischof von Galen war aber außerdem auch ein hervorragender Seelsorger und Lehrer des katholische Glaubens. In dem dünnen Heft wird  in kurzen und sehr verständlichen Worten der gesamte Glauben erklärt, sodass ihn schon ein Schulkind begreifen kann. Mit einfachen Worten wird erklärt: Gott der Schöpfer, Jesus der Erlöser, der Heilige Geist der Gnadenspender, die Kirche und ihre Sakramente und Sakramentalien und das christliche Leben. Die heiligen zehn Gebote und die fünf Gebote der Kirche werden erläutert. Das Buch schließt mit einem Kapitel über die letzten Dinge ab.

Es ist kein Katechismus für Gebildete und Theologen sondern für das ganz normale Volk. Leider gibt es heute solche Schriften nur sehr selten. Die Petrusbruderschaft hat mit dem "kleinen Katechismus" eine ähnliche Schrift herausgegeben, der sehr empfehlenswert ist. Wem die Katechismen der Deutschen Bischofskonferenz oder der Weltkatechismus und zu umfangreich oder anspruchsvoll sind, kann im Kleinen Katechismus der Petrusbrunderschaft sein Glaubenswissen kurz und bündig auffrischen.

Für mich ist das kleine Heft vom Bischof Graf von Galen eine kostbare Glaubensquelle, in der ich immer gerne wieder einen Blick werfen werde.

Mittwoch, 14. Januar 2015

Diskussion über Blasphemie-Paragraph zur Unzeit

Nur wenige Tage nach dem religiös motivierten Massaker in Paris auf religionskritische Karikaturisten ist in Deutschland die Forderung laut geworden, den §166 StGB "Beschimpfungen von Bekenntnissen" zu streichen. Er sei nicht mehr zeitgemäß. Außerdem würde dieser Paragraph in der Praxis kaum angewendet. Er sei auch deshalb "überflüssig", weil Gläubige bereits auf andere Weise strafrechtlich geschützt seien. Die Parteien Bündnis 90 / Grüne und FDP unterstützen diesen Vorschlag, CDU, SPD und die Deutsche Bischofskonferenz haben sich gegen die Streichung des Blasphemie-Paragraphen ausgesprochen, liest man in den Medien.

Warum wird ausgerechnet nach dem Terrorangriff in Paris diese Forderung erhoben? Es geht hierbei um eine Signalwirkung. Die uneingeschränkte "Meinungs-, Kunst- und Pressefreiheit" soll Vorrang über dem Schutz religiöser Bekenntnisse erhalten. Aber nicht nur Fanatikern soll zum Ausdruck gebracht werden, dass mit ihren Aktivitäten der Stellenwert der "Meinungsfreiheit" vor allen anderen Werten nicht infrage gestellt werden kann sondern das Gegenteil erreicht wird.

 Dies ist Ausdruck des Wertewandels unserer säkularen Gesellschaft, in der Religion immer geringere Relevanz erhält. Wir hören es jeden Tag in den Medien: Jede Religionsgemeinschaft muss ertragen, wenn sie karikiert, über sie "hergezogen" wird. "Religiöse Gefühle" dürften nicht über der "Meinungsfreiheit" stehen, wird argumentiert. Andererseits ist darf niemand wegen seiner Religion, Herkunft und Rasse diskriminiert werden. Dieses Menschenrecht hat auch im Grundgesetz höchste Priorität. Daraus schließe ich, dass das Bekenntnis eines jeden Menschen ein Anspruch auf besonderen rechtlichen Schutz hat.

Eine Streichung des Blasphemie-Paragraphen wird nicht zur Befriedung in unserer Gesellschaft beitragen, es wird die Gräben zwischen den verschiedenen pluralistischen Gruppen, Religionen und Religionslosen unserer Gesellschaft eher vertiefen. Wenn der §166 StGB fällt, ist dies das Signal, dass jeder ungeniert jede Religion "verspotten" darf. Religion verliert jeden Anspruch auf Respekt. Was ist der Unterschied zwischen "verspotten" und "beschimpfen"? Es darf nicht übersehen werden, dass mit dem Zuzug von Migranten unsere Gesellschaft sich verändert. Mit ihnen ziehen immer mehr Menschen zu uns, für deren Identität ihre Religion eine hohe Bedeutung hat.

Darum plädiere ich, den Blasphemie-Paragraphen nicht zu streichen, Es geht nicht darum die Meinungs- oder Pressefreiheit einzuschränken. Die ist auch mit dem Blasphemie-Paragraphen nie begrenzt worden, daher besteht keine Not.  Es geht vielmehr um das Signal, dass JEDE Religionsgemeinschaft besonderen Respekt und Schutz verdient. Das gilt für Juden, Moslems, Christen, Buddhisten, Hinduisten und alle anderen Glaubensgemeinschaften gleichermaßen. Gerade in einer Zeit, in der es weltweit zunehmend zu religiöser Verfolgung (besonders von Christen!) kommt, in ein Blasphemie-Paragraph in einer freiheitlichen Gesellschaft eine Mahnung für ein respektvolles und friedliches Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Bekenntnisse.

Dienstag, 13. Januar 2015

Wer feiert eigentlich seinen Tauftag?

Taufe - wichtiges Datum im Leben
Papst Franziskus hat es in seinen letzten Ansprachen und Predigten immer wieder angesprochen: "Kennt ihr euren Tauftag?" Er wies darauf hin, dass wir uns immer wieder neu an unsere Taufe erinnern sollen. Mit der Taufe sind wir "Kinder Gottes" geworden. Wir sind getauft auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Gott hat mit uns einen Bund geschlossen. Er möchte in uns und durch uns wirken.

Früher war die Taufe ein großes Fest mit der ganzen Familie. Unsere Eltern haben das Datum genau notiert und in mein Fotoalbum eingetragen. So weiß ich, dass ich am 14. Jamuar meinen Tauftag feiern darf. Dieser Tag gehört ganz mir und Gott allein. Ihm zu danken, dass er mir seine Treue zugesagt hat. Dass er für mich sein Leben am Kreuz hingegeben hat zur Sühne meiner Sünden. Dass er mich frei gemacht hat, das Gute zu tun.

Es gibt viele Möglichkeiten, sich seiner Taufe zu erinnern. Wir beginnen jedes Gebet "Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes". Wir bekreuzigen und segnen uns mit Weihwasser, zuhause oder wenn wir die Kirche betreten. Auch an unserem Namenstag erinnern wir uns unserer Taufe, bei welcher wir unseren Namen erhalten haben. Der Name ist Zeichen unseres Bundes mit Gott, der uns einen Namenspatron zur Seite stellt, den wir jederzeit um Fürsprache und Hilfe bitten dürfen.

Die Taufe ist Voraussetzung für den Empfang aller weiteren Sakramente und daher für den Christen von größter Wichtigkeit. Wenn es geht, feiere ich diesen Tag in der hl. Messe (Eucharistie = Danksagung), gönne mir ein Stück Kurchen und leckeres Essen. Auf jeden Falle danke ich Gott für seine Liebe zu mir. Wer nicht weiß, an welchem Tag er geboren ist, kann beim Pfarrbüro seiner Pfarrgemeinde nachfragen. Der Tauftag ist in den kirchlichen Unterlagen festgehalten worden.

Sonntag, 11. Januar 2015

Wann endet eigentlich die Weihnachtszeit?

Seit einigen Tagen lese ich in katholischen Blogs Artikel zu diesem Thema. Wann endet die Weihnachtszeit? Für einige endet sie erst am 2. Februar. Mein Pfarrer hat uns im heutigen Hochamt erklärt, dass sie im offiziellen ordentlichen Ritus mit dem heutigen "Fest der Taufe des Herrn" zu Ende geht.

Im außerordentlichen Ritus endet sie erst am 2. Februar mit "Mariä Purificatio" heute "Fest der Darstellung des Herrn", volkstümlich "Mariä Lichtmess". Und hier kommt das eigentliche Problem der einen heiligen römisch-katholischen Kirche zutage. Die einen feiern ihren Jahreskreis nach dem ordentlichen (offiziell gültigen!) Jahreskreis, die anderen nach dem althergebrachten "außordentlichen" Jahreskreis.

Offiziell endet der Weihnachtsfestkreis also bereits mit dem heutigen Sonntag für die eine heilige katholische Kirche. Aber wann endet nun eigentlich Weihnachten? Eigentlich sollte dieses Fest nie enden. Christus will in uns immer wieder neu geboren werden. Jeden Tag!

Samstag, 10. Januar 2015

Wir brauchen eine christliche Patientenverfügung

Der Bischof von Münster Felix Genn hat sich zuletzt mehrfach zur Sterbehilfe geäußert. Die Münstersche Bistumszeitung "Kirche und Leben" berichtete über seine Silvesterpredigt in der Lambertikirche in Münster. Bischof Felix sagte in seiner Predigt, dass Christen sich der Auseinandersetzung mit dem Thema stellen müssten. In dieser Frage gehe es nicht um eine "christliche Sondermoral" sondern um das "Menschsein als Ganzes". Allerdings ging er vor allem nur auf die Problematik des assistierten Suizids ein.

Seine Begründung, dass aus christlicher Sicht dies abzulehnen ist, überzeugen mich. 1. Die meisten Schwerkranken wollen leben, wenn sie sich auf die Hilfe anderer verlassen können. 2. Die Rolle des Arztes muss unteilbar bleiben, alles für die Heilung des Menschen zu tun. 3. Sterben ist kein rein technischer sondern ein zutiefst menschlicher Vorgang, das Leben und Sterben ist ein heiliges Geheimnis. "Wir lassen uns das Leben nur von Einem nehmen, von Dem, der es uns gegeben hat" brachte es Bischof Genn auf dem Punkt.

Auf das letzte Argument möchte ich ein wenig eingehen. Wird durch die medizinische Technik nicht in Frage gestellt, wann unser Leben auf natürliche Weise zu Ende geht? Es gibt viele Situationen, in denen ein Patient nicht stirbt, weil die Technik den Sterbeprozess verhindert. Ich erlebe dies bei einem Freund, der nach Herz-Kreislaufversagen seit Wochen künstlich ernährt wird und möglicherweise nie wieder aus dem Koma erwachen wird. Früher wäre er gestorben, heute überlebt er, weil der Sterbeprozess unterbrochen wurde.

Für Angehörige und Freunde ist dies eine Situation, in der sie sehr hilflos sind. Sie leben in der Hoffung, dass ein "Wunder" geschieht und der Verzweiflung, dass der Patient vielleicht endlos leiden muss, weil sein Zustand sich nicht bessert. Auch hierbei muss die Kirche helfen, die richtige Antwort
zu finden.

Muss der natürliche Sterbeprozess unbegrenzt aufgehalten werden? Oder dürfen wir in bestimmten Fällen die Behandlung abbrechen, wenn keine Verbesserung einer minimalen Lebensqualität zu erwarten ist? Klar ist, dass wir als Christen niemals Leben vorzeitig aktiv beenden dürfen. Aber wir dürfen auch zulassen, dass unser Leben zu Ende geht. Wir dürfen Widerspruch dagegen einlegen, dass unser Leben künstlich verlängert wird, obwohl wir normalerweise längst gestorben wären. In der modernen Medizin kommt niemand mehr um eine Patientenverfügung  rum. Als Christen brauchen wir eine Antwort, wie man eine christlich vertretbare Patientenverfügung verfassen kann.

Ein weiteres Argument für eine christliche Patientenverfügung ist auch die Entlastung der Angehörigen bei schwerwiegenden Entscheidungen. Der Patient stellt zudem sicher, dass gegen christliche Glaubensgrundsätze nicht verstoßen wird, etwa indem er genaue Grenzen definiert, wann eine Behandlung nicht fortgesetzt wird und eine aktive Maßnahme des Tötens ausgeschlossen wird.

Donnerstag, 8. Januar 2015

Meinungs- und Pressefreiheit und Islamistischer Terror

Derzeit prallen zwei Welten aufeinander. Zum einen die hedonistische areligiöse westliche Welt und zum anderen die Bedrohung eines Terrors, der aus stark religiös geprägten Ländern des Islams hinüberschwappt. Der Terroranschlag auf die Redaktion des französischen Satiremagazins "Charlie hebdo" sei ein Anschlag mit einer neuen Qualität auf die Presse- und Meinungsfreiheit in der "freien Welt", lesen wir in Leitartikeln vieler Zeitungen.

Doch ist die Meinungsfreiheit wirklich ohne Grenzen? Ist sie das höchste schützenswerte Gut einer Gesellschaft? Darf wirklich alles geschrieben und karikiert werden? Natürlich nicht, Jede Gesellschaft hat unterschiedliche Grenzen der Meinungsfreiheit festgelegt, die sie mit ihren jeweiligen Gesetzen regelt. Wie weit die Grenzen der Meinungsfreiheit gefasst werden ist auch das Ergebnis einer Wertediskussion innerhalb einer Gesellschaft.

In einer religionsfeindlichen Welt sieht dies anders als in einer durch Religion geprägten Welt aus. Vor einigen Jahrzehnten hätte es in unserem Land einen Riesenaufschrei gegeben, wenn jemand Christus am Kreuz auf den Kopf gestellt oder in anderer Weise verunglimpft hätte. Die Menschen waren noch viel stärker christlich sozialisiert und kannten das Zweite Gebot: "Du sollst den Namen Gottes nicht verunehren". 

Heute findet die Frage, ob religiöse Gefühle anderer durch eine Meinungsäußerung oder Karikatur verletzt werden dürfen, in unseren "freien" westlichen Ländern kaum noch Beachtung. Man darf alles durch den Kakao ziehen. Die Ehrfurcht vor dem Religiösen und dem Glauben anderer Menschen ist erkaltet. Sie ist aber durchaus ein wichtiges Kulturgut.

Allerdings hat niemand ein Recht, einen anderen Menschen wegen der Mißachtung seiner Religion zu terrorisieren. Dennoch täte es unserer Gesellschaft gut, würde sie sich auf die Grenzen der Toleranz und des Respektes gegenüber anderen Kulturen und Religionen besinnen.

Montag, 5. Januar 2015

Die Sache mit dem Geburtstag

Heute ist mein Geburtstag. Was hat dies mit dem Glauben zu tun? Eigentlich wenig, könnte man meinen. Vor noch nicht langer Zeit wurde vom Geburtstag nicht viel Aufhebens gemacht. Früher feierten (in christlich geprägten Regionen) die Leute ihren Namenstag viel stärker als ihren Geburtstag.

Im christlichen Jahresverlauf spielt eigentlich nur ein Geburtstagsfest eine bedeutende Rolle: Weihnachten, die Geburt des Gottessohnes Jesus Christus. Weder von ihm noch von seinen Jüngern  ist überliefert, dass sie Geburtstag gefeiert hätten. Das zweitgrößte Fest im Christentum (nach Ostern) ist die Geburt Christi. Viel wichtiger als der Geburtstag ist der Sterbetag. Fast alle Gedenktage der Heiligen liegen an ihrem Sterbedatum. Das Todesdatum des Heiligen ist der Eintritt ins Ewige Leben, die Vollendung des irdischen Daseins im Himmel.

Der Name spielt im Glauben eine große Rolle.  An mehreren Stellen in der Heiligen Schrift wird auf den Namen verwiesen. Auch die Heilige Messe oder ein Gebet beginnen wir immer "Im Namen des Vaters, des Sohne und des Heiligen Geistes". Jeder Getaufte erhält einen Namen, meist eines Heilgen, der sein Schutzpatron ist. Dies mögen die Gründe für Christen gewesen sein, den Geburtstag nicht so wichtig wie den Namenstag zu nehmen, an welchen wir nicht uns sondern unseren Patron feiern und ehren.

Mit der Verdunstung des Glaubens und dem zunehmenden Individualismus (neudeutsch: "Selbstverwirklichung") gewann der Geburtstag immer mehr an Bedeutung. "Lass dich ordentlich feiern!" So oder so ähnlich klingen heute manchmal Geburtstagsgrüße. An der Stelle von Anbetung und Heiligenverehrung ist (Selbst)beweihräucherung getreten.

Ein Geburtstag lädt ein, dankbar für alles Gute zu sein, was uns bislang geschenkt wurde. Und Bilanz zu ziehen, wie die bisherige Lebenszeit genutzt wurde. Was ist wichtig im Leben? Wie ist mein Verhältnis zu Gott und meinen Mitmenschen? Zugleich ist es ein Datum, welches darauf verweist, dass die Zeit immer knapper wird, Versäumtes nachzuholen.

Wie kann man seinen Geburtstag christlich begehen? Sicher mit einem großen Dankgebet an unseren Schöpfergott. Denn letztendlich verdanken wir Gott jede Minute unseres Lebens. Und auch Dankbarkeit gegenüber allen Freunden und Angehörigen, die uns wohlgesonnen sind. Freude über alle, die an diesem Tag an uns denken und uns besuchen.

Dies alles ist guter Grund, sich an diesem Tag zu freuen und mit anderen gemeinsam zu feiern. Das ist aber etwas anderes als sich feiern zu lassen. Sich freuen, aber selbst dabei nicht so ganz wichtig nehmen.

Sonntag, 4. Januar 2015

Sternsinger bringen Segen in jedes Haus

Sternsingerkind schreibt Segensspruch
 an die Hauswand
Sie sind unterwegs, um die "Frohe Botschaft" in jedes Haus zu bringen: Die Sternsinger werden zwischen Weihnachten und Heilige Drei Könige ausgesandt, um jedes Haus zu segnen und für andere Kinder in Not zu sammeln. In diesem Jahr für eine gesunde Ernährung von Kindern in Phlippinen. Sie schreiben auf die Hauswand „Christus mansionem benedicat“ (= „Christus segne dieses Haus“).

Doch nicht überall sind sie erwünscht. Es kann ihnen durchaus passieren, dass die Bewohner eines Hauses sich sogar gestört fühlen. Immobilienbesitzer haben örtlichen Pfarrgemeinden geschrieben, dass die Sternsinger nicht mit ihrem Segensspruch auf ihre Hauswand "verunreinigen" sollten. Der Personalrat des Brandenburger Bildungsministeriums soll laut Medienberichten sich wegen der "religiösen Vereinnahmung" durch den Sternsingerbesuch beschwert haben.

Ich freue mich, dass in unserem Dorf (noch) so viele Kinder und Eltern bereit sind, die Sternsingeraktion zu unterstützen. Schade, wenn auch diese gute Tradition zum Jahresbeginn einmal wegfallen würde. Zu weiteren Sternsinger-Fotos aus meinem Dorf ...

Donnerstag, 1. Januar 2015

Wenn der Streit ums "Katholischsein" eskaliert

Bei Gesprächen rund um den Glauben kann es haarig werden. Ich laufe jedes Mal Gefahr, dabei ins Messer zu laufen und dabei in einen fürchterlichen Streit zu geraten, den ich gar nicht möchte. Bei der gestrigen Sylvesterparty ist mir das leider wieder passiert. Irgendwann in der langen Nacht, die erst um 6.00 Uhr morgens endete, geriet das Gespräch auf das Thema Glaube und Kirche. Es war ein Ungläubiger selbst bekennender Humanist) und drei katholisch Getaufte unter meinen Gesprächspartnern.

Alles sehr gebildete Leute. Einer von ihnen stritt komplett ab, das Jesus Gott ist. Er sei nur ein Mensch. Seine Frau sprach von historischen Tatsachen, dass Christus ein jüdischer Rabbi sei. Also auf keinen Fall Gott. Ich widersprach, dass dies nicht dem katholischen Glauben entspricht, wonach Christus wahrer Gott und wahrer Mensch ist. Es entwickelte sich ein heftiger Streit und mein Gesprächspartner entgegnete mir, dass ich nicht das Recht hätte, ihn mit meiner Meinung in dieser Form anzugreifen. Er sei erzkatholisch, und das habe ich zu respektieren. Er lasse sich von mir seinen katholischen Glauben nicht absprechen.

Ihm pflichteten die anderen bei und sprachen von Machtmissbrauch der Kirche, die mit dieser Art des fundamentalistischen Glaubens die Leute unterdrücken wolle. Ich erwiderte, dass die Aussage der Gottheit Christi jeder im Katechismus nachlesen könne und dies auch Teil des Glaubensbekenntnis sei. Ich bat meinen Freund, das Große Glaubensbekenntnis zu googeln und vorzulesen. Er weigerte sich zu, dies zur Kenntnis zu nehmen:

... Und an den einen Herrn Jesus Christus,Gottes eingeborenen Sohn,aus dem Vater geboren vor aller Zeit:Gott von Gott,Licht vom Licht,wahrer Gott vom wahren Gottgezeugt nicht geschaffen,eines Wesens mit dem Vater;durch ihn ist alles geschaffen. ...

 Die ganze Party drohte zu eskalieren, weil ich von meiner Meinung nicht abweichen wollte. Zum Glück fanden wir irgendwann doch eine Kurve aus dieser ausweglosen Diskussion. Ich fragte meinen Freund dennoch, warum er eigentlich überhaupt noch in der Kirche sei, die er so abgrundtief kritisiert und an deren Lehre er nicht glaubt. Die Antwort höre ich in solchen Gesprächen immer wieder. Aus Tradition katholisch, und es gebe ja einige wenige positive Ausnahmen unter den Versagern in der Kirche.