Sonntag, 7. Dezember 2014

Kolpingjugend ohne Kolping? Wenn der Geist in einer kirchlichen Gemeinschaft fehlt.

Am ersten Dezembersonntag wird in unserer Pfarrgemeinde immer der Kolpinggedenktag gefeiert. Er beginnt mit der Feier der heiligen Messe in unserer Pfarrkirche zu Ehren des heiligen Adolph Kolping. Nach der heiligen Messe werden im Pfarrheim die neuen Mitglieder der Kolpingfamilie aufgenommen und langjährige Mitglieder geehrt. 

In der Messe erzählte unser Pfarrer viel über das Leben des heiligen Adolph Kolping. Dessen Ziel sei es gewesen in der Nachfolge Jesu den Glauben in die Tat umzusetzen. Für ihn bedeutete das, sich den Ärmsten unserer Gesellschaft zu zuzuwenden und Ihnen eine Heimat zu bieten. Unser Pfarrer sagte, dass Adolph Kolping für uns ein Vorbild sei, dem wir nacheifern sollen. Sein Leben sei durch die Liebe an Jesus Christus geprägt gewesen. Aus diesen Glauben heraus habe er den vielen Menschen in seiner Zeit geholfen.

Die Kolpingjugend zeigte einen Film ihrer vielen Events, Partys und Ausflüge während des ganzen Jahres. Die Jugendliche feierten im Zeltlager, erlebten Stuntshows und tobten im Wald. Die Kolpingjugend präsentierte sich eine Gemeinschaft mit viel Spaß und einen großen Zusammenhalt. Aber von dem Gedanken, die Adolf Kolping beseelten,  konnte ich in diesem Video nichts wieder finden. Keine heilige Messe, keine Gebetsveranstaltung oder auch eine Aktivität zur Hilfe armer oder benachteiligter Menschen. 

Auch bei anderen kirchlichen Gemeinden geht es mir oft ähnlich, dass ein religiöser Impetus häufig nahezu völlig fehlt oder an den Rand gedrängt wird. Die Landjugend begeistert die Jugend wegen ihrer tollen Erntedankparty. Die Erntdankmesse ist das Pflichtprogramm davor, aber nicht die Hauptsache. Bei Erwachsenengruppen ist es nicht anders.

Aus diesem Grund habe ich auch meistens keine Lust, mich solchen Gemeinschaften anzuschließen. Denn die eigentliche Aufgabe kirchlicher Gemeinschaften ist es nach meiner Meinung, den Glauben ihrer Mitglieder zu vertiefen und die persönliche Beziehung zu Christus zu fördern. 

Eine kirchliche Gemeinschaft, in der das Gebet und die Betrachtung und die Suche nach dem Glauben nur am Rande geschieht, verfehlt ihre eigentliche Aufgabe. Und so wünsche ich mir, dass auch in dieser Hinsicht unsere Pfarrgemeinden sich erneuern und sich mehr auf unseren Herrn Jesu Christus ausrichten.

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