Mittwoch, 31. Dezember 2014

Ein guter Tipp des Priesters bei der Jahresagschlussmesse ...

Der Priester, der bei uns heute die Abschlussmesse las, gab uns in der Predigt einige Gedanken auf den Weg. Er regte an, am Jahresende darüber nachzudenken, welche Rolle Gott in unserem Leben spielt. Viele Leute würden sich auf Vorhersagen, auf die Technik oder gar auf Horoskope verlassen. doch die letzte Sicherheit hat damit niemand, meinte er. Die christliche Alternative sei es, sich ganz auf Christus zu verlassen. "Wie wäre es, wenn Sie um Mitternacht einmal darum beten würden, dass der Herr sie im Neuen Jahr leiten möge?" Diese Anregung gab er uns zum Ende der heiligen Messe. 

Dienstag, 30. Dezember 2014

Mein Glaubensvorsatz im Neuen Jahr

Das Glaubensbekenntnis ist ein Schlüssel zum Glauben. Denn es ist die Zusammenfassung des gesamten Glaubens in komprimierter Form. Ich bete das apostolische Glaubensbekenntnis jeden Morgen beim Aufstehen. Damit möchte ich Gott loben und zum Ausdruck bringen, dass ich gläubig den Tag leben möchte.

Noch umfassender und detaillierter ist das Große Glaubensbekenntnis., auch Nicäno-Konstantionopolitanum genannt. In ihm kommt die Gottheit Christi noch intensiver zum Ausdruck. Es sollte gerade in unserer Zeit viel öfter gebet werden, in der die Gottheit Christi vielfach nicht oder nur noch sehr begrenzt geglaubt und verkündet wird. Das Große Glaubensbeknntnis ist eine sehr gute Grundlage für jeden katholischen Christen, auch anderen gegenüber Rede und Antwort in Fragen des Glaubens stehen zu können.

Ein guter Vorsatz im Neuen Jahr ist es, sich intensiver mit dem Großen Glaubensbekenntnis zu beschäftigen. Ich nehme mir vor, es auswendig zu lernen. Learning by Heart heißt es im Denglischen.


Wir glauben an den einen Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
der alles geschaffen hat, 
Himmel und Erde,
die sichtbare und die unsichtbare Welt.
Und an den einen Herrn Jesus Christus,
Gottes eingeborenen Sohn,
aus dem Vater geboren vor aller Zeit:
Gott von Gott,
Licht vom Licht,
wahrer Gott vom wahren Gott
gezeugt nicht geschaffen,
eines Wesens mit dem Vater;
durch ihn ist alles geschaffen.
Für uns Menschen und zu unserem Heil
Ist er vom Himmel gekommen,
hat Fleisch angenommen
durch den Heiligen Geist
von der Jungfrau Maria
und ist Mensch geworden.
Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus
Hat gelitten und ist begraben worden,
ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift
und aufgefahren in den Himmel.
Er sitzt zur Rechten des Vaters
Und wird wiederkommen in Herrlichkeit,
zu richten die Lebenden und die Toten;
seiner Herrschaft wird kein Ende sein.
Wir glauben an den Heiligen Geist,
der Herr ist und lebendig macht,
der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht
der mit dem Vater und dem Sohn
angebetet und verherrlicht wird,
der gesprochen hat durch die Propheten
und die eine, heilige katholische und apostolische Kirche.
Wir bekennen die eine Taufe zur Vergebung der Sünden.
Wir erwarten die Auferstehung der Toten
und das Leben der kommenden Welt.
Amen.

Auf dem Pilgerweg im Glauben

Der Retter ist da! Das ist die Weihnachtsbotschaft. Jesus Christus ist gekommen, uns aus der Finsternis zu befreien. Von der Botschaft haben Caspar, Melchior und Balthasar gehört und befinden sich auf dem weiten Weg, um den Messias zu suchen. Sie haben einen Stern entdeckt, der die Ankunft des Herrn ankündigt, und folgen seinem Licht. Sie glauben und wollen mit eigenen Augen den Herrn sehen und ihn anbeten. Auch wir glauben und sind auf dem Pilgerweg des Glaubens. Dabei haben wir einen weiten Weg, manchmal auch beschwerlich, zu gehen. Christus nicht aus den Augen zu verlieren ist dabei das Wichtigste. Das sagt uns auch Bischof Oster in einem Beitrag auf Facebook. Was für Geschenke haben wir für Ihn, den Messias, dabei? Medizin (Myrrhe), Gebet (Weihrauch) und unser materielles Eigentum (Gold)? Oder sind dies Symbole unserer Last, von der wir uns bei dem Heiland befreien wollen? Gelingt es auch uns, die Erscheinung des Herrn in uns aufleuchten zu lasssen? Das gewähre uns Gott!

Auf dem Weg. Detail aus unserer Familienkrippe.




Sonntag, 28. Dezember 2014

Gedanken zur Sterbehilfe

Die Diskussion um eine würdevolle Sterbebegleitung gewinnt eine andere Dimension, wenn man selber mit der Wirklichkeit konfrontiert wird.

Ein Freund von mir erlitt vor vier Wochen einen Herzinfarkt. Er konnte nach 25 Minuten Herzstillstand wiederbelebt werden und liegt seitdem nun im Koma auf der Intensivstation in einem Krankenhaus. Ich war am zweiten Weihnachtstag bei ihm zu Besuch. Sein Zustand ist unverändert. Er war nicht ansprechbar. Die ganze Situation beschäftigt mich sehr.

 Wo ist seine Seele? Konnte er meine Gegenwart erkennen? Muss er leiden? Auch die Frage, welchen Sinn die Aufrechterhaltung seines Lebens überhaupt hat. Er wird künstlich ernährt und mit Sauerstoff versorgt. Die medizinische Technik ermöglicht überhaupt sein Weiterleben. Ohne die Versorgung wäre er längst verstorben.

 Unser christlicher Glaube verbietet uns, jemanden beim Suizid zu unterstützen oder das Leben von jemanden aktiv zu beenden. Andererseits ist passive Sterbehilfe durchaus moralisch vertretbar (siehe Beitrag auf katholisch.de), wenn dies im Sinne eines "Sterbenlassens" erfolgt. Diese Problematik hätte es früher nicht gegeben, da die medizinische Versorgung nicht in der heutigen Form möglich war.

Mein Onkel erlitt vor dreißig Jahren ebenfalls einen Herzinfarkt, konnte allerdings nicht am Leben erhalten werden. Umso schwieriger wird die Situation für die nächsten Angehörigen meines Freundes. Der Zustand des Komas kann lange dauern. Die Hoffung, dass mein Freund wieder aufwacht wechselt ab mit der Verzweiflung, dass er nie wieder der Alte sein wird.

Als Christen können wir solche Situationen nur in die Hand Gottes legen. Er ist der Herr über Tod und Leben. Und er kennt alles Leid. Herr, erbarme dich meinem Freund und allen anderen Sterbenden sowie ihren Angehörigen. Schenke uns allen eine gute Sterbestunde. Und führe uns ins Leben, entweder irdisch oder himmlisch. Amen!

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Weihnachtsbotschaft aus Nigeria

Es gab viele Weihnachtsbotschaften. Die Botschaft, die mich am meisten berührt hat, ist die Botschaft von Bischof Stephen Dami Mamza aus Yola, Nigeria. In dem Land wütet Boko Haram und verfolgt gnadenlos Christen. Die Antwort, die er darauf gibt, sollte auch uns Deutschen nachdenklich machen, wo zur Zeit bei PEGIDA-Demonstrationen gegen Asylanten und Fremde demonstriert wird. Unter anderem schreibt der Bischof:

"Ich rufe alle Christen auf, durch ihre Solidarität andere Menschen willkommen zu heißen. Darüber hinaus lade ich alle ein, in das Antlitz des Kindes zu schauen, damit es ein Zeichen für einen jeden, selbst für unsere muslimischen Brüder, sein möge und eine Quelle des Wohlstandes für das Land und eine Quelle des Wohlergehens für sein Volk. Wir sollten stets daran denken, dass unser Glaube nicht nach dem Umfang unseres Wissens, unserer Bildung, unserer Theorien und nach dem, was wir sagen, bemessen wird, sondern danach, wie wir andere Menschen lieben und aufnehmen, wie wir mit ihnen teilen und uns mit ihnen zusammenschließen können. Dieser Glaube schließt unsere Erlösung mit ein: auf nationaler und auf kirchlicher Ebene. Daher lautet die christliche Botschaft in der derzeitigen Situation: Kein Leben ohne Liebe, und keine Erlösung außer durch Einheit.
Die ganze Botschaft kann im Missio-Blog gelesen werden....





Die ganze Botschaft kann im Missio-Blog gelesen werden

Frohe Weihnachten!

Möge die Weihnachtsbotschaft des Friedens alle Menschen erreichen. Gott ist Mensch geworden. Einer von uns, weil er jeden Menschen gleich seines Glaubens, Irrglaubens, seiner Nation, seines Standes und Berufes liebt und retten möchte. Gott kennt keine Fremden, kein Hass, keinen Egoismus. Er ist nicht ein Gott der Toten sondern der Lebenden. Und er lässt sich für keine politische Interessen missbrauchen. Weihnachtslieder haben auf Demonstrationen deshalb nichts verloren. Außer für eine Friedensdemo.


Dienstag, 23. Dezember 2014

Wann in der hl. Messe knieen, sitzen oder stehen?

Zu einer ehrfürchtig gefeierten hl. Messe gehört auch die fromme Körperhaltung. Sie ist Ausdruck der Teilnahme an der Liturgie. Und zwar nicht nur bei denen, die am Altar ihren Dienst leisten, sondern auch allen anderen Gläubigen, die mitfeiern. Wenn wir zum Beispiel vor dem Allrheiligsten oder dem Tabernakel niederkniien,  zeigen wir, dass wir glauben, das es sich um den lebendigen Christus handelt, den wir verehren.

Das eigentliche Geschehen in der Messe miterleben kann man nur, wenn man sich mit ganzem Körper und Seele darauf ausrichtet. Früher waren die Eltern ihren Kindern darin ein Vorbild und leiteten sie an, wann man in der Messe kniet, sitzt oder aufsteht. Doch auch viele Ältere richten sich nicht mehr an ehrfürchtige Haltungen aus und warten zum Beispiel sitzend vor dem Empfang der Eucharistie. Viele Menschen kennen die Messordnung deshalb gar nicht mehr, weil sie sie gar nicht mehr erlernt haben.

Besonders an Weihnachten besuchen viele die Christmette, die gar nicht mehr wissen, wie man sich im Gottesdienst benimmt. Katholisch.de hat deshalb einen Beitrag zu diesem Thema veröffentlicht. Doch leider fehlt, auch in anderen Beiträgen zum Thema, ein genauer Ablauf, wann man in der Messe eine bestimmte Ehrfurchtshaltung einnimmt. 

Anders ist dies bei der überlieferten alten Messe. Introibo.net hat eine genaue Abfolge der Körperhaltungen im außerordentlichen Ritus beschrieben. Es wäre schön, wenn auch die DBK und die Diözesen solche Informationen verbreiten würden. Vielleicht sollten die Priester auch in den hl. Messen kleine Hinweise geben, damit es alle wieder erlernen: "Wir warten knieend, bis wir zum Empfang der Kommunion nach vorne hingehen." So könnten wenigstens diejenigen, die wirklich an der Liturgie teilnehmen möchten, wieder lernen wie man das macht.

Sonntag, 21. Dezember 2014

Die Taufe: Was Katholiken und Protestanten eint und trennt

Selten habe ich die Gelegenheit, an einem evangelischen Gottesdienst teilzunehmen. Als lokaler Berichterstatter war ich an diesem 4. Adventssonntag zu einem feierlichen Gottesdienst anlässlich der Einweihung eines Taufbeckens und Ambos unserer evangelisch-lutherischen Nachbargemeinde eingeladen.

Nun gibt es zwischen katholischen und evangelischen Christen vieles, was uns verbindet. Der Glaube an den dreifältigen Gott. Und die Taufe, die von allen christlichen Kirchen gegenseitig anerkannt wird. Gebete wie das Vater Unser, die wir gemeinsam beten können. Und das Glaubensbekenntnis, welches sich nur minimal, aber dennoch in einem wesentlichen Punkt unterscheidet: Dem Bekenntnis zu der Kirche, der wir angehören.

Die Gottesdienstfolge unterscheidet sich ebenfalls in beiden Konfessionen. Schön sind die vielen Gesänge bei unseren  evangelischen Schwestern und Brüdern, die Schriftlesungen und der Psalm. Sogar ein Schuldbekenntnis gibt es am Anfang des evangelischen Gottesdienstes, wenngleich dies sich stark von unserem Schuldbekenntnis, welches in vielen katholischen Gemeinden leider sehr selten gebetet wird, ziemlich unterscheidet. Also kennen auch evangelische Christen Schuld und Sünde.

Interessant war für mich die Predigt des evangelischen Pfarrers über die Taufe. Er wies auf die Bedeutung des Taufbeckens hin, welches uns ständig an unsere eigene Taufe erinnern möge. Die Taufe schenke uns das "Neue Leben". Als Christen seien wir geliebt von Gott. Wenn wir uns durch Sorgen und Nöten, auch in Schuld belastet fühlen, sollten wir uns an unserer Taufe erinnern, riet der Pfarrer. Die Taufe sei wie ein Wasserzeichen in einem Geldschein. Unauslöschlich.

Dies sieht der gläubige Katholik allerdings anders. Zwar glauben wir als Katholiken ebenfalls an das unvergängliche Siegel des Taufsakraments.  Aber wir glauben, dass wir unsere Taufgnade verlieren, wenn wir sündigen. Die vielen kleinen und besonders die schweren Sünden trennen uns von Gott. Dabei ist jedoch nicht das Essen von zuviel Süßigkeiten gemeint. Das Taufsiegel ist uns von Gott her für alle Ewigkeit geschenkt, die Taufgnade kann aber von uns sündigen Menschen durchaus wieder erlöschen, obwohl wir getauft worden sind.

Auch in meinen eigenen Glaubensleben spüre ich dies immer wieder. Wenn ich gesündigt habe, beschädigt dies auch meine Spritualität. Das Beten fällt mir schwerer, auch falle ich leichter in schlechte Verhaltensweisen, was zu einer Spirale ohne Ende führt. Ich merke, dass ich Gottes Hilfe brauche, um meine Freundschaft mit ihm zu erneuern.

Daher sind wir als Katholiken gerade vor Weihnachten und Ostern, aber auch sonst im Jahresverlauf immer wieder aufgefordert, in uns zu gehen und unser Gewissen zu erforschen, ob uns etwas im Denken, Reden und Handeln von Gott getrennt hat. Die Sünden bekennen wir im Bußsakrament, dem Sakrament der Versöhnung, vor Gott, welcher uns die Vergebung der Sünden schenkt.

Nach dem Gottesdienst bin ich zur Bußandacht mit persönlicher Andachtsbeichte und Lossprechhung durch den Priester in unsere katholische Pfarrkirche gegangen. Wie froh und erleichtert war ich, als ich nach der Lossprechung durch den Priester die Gewissheit spürte, dass Gott all meine Sünden vergeben und durch sein Kreuzesopfer gesühnt hat. Für mich ist die Beichte verbunden mit der Gewissensprüfung ein Sakrament, für das ich sehr dankbar bin. Auch am heutigen Adventssonntag habe ich wieder gespürt: Nach der Beichte bin ich wieder frei für die richtige Weihnachtsfreude.

Eine Erfahrung, die uns praktizierenden Katholiken von evangelischen Christen unterscheidet! Ein Unterschied, auf den ich nicht verzichten möchte.

Donnerstag, 18. Dezember 2014

Weihnachten ohne das Christkind feiern?

Um das Christkind geht es eigentlich zu
Weihnachten, das Fest der Geburt
Christi,
Es geht mit rasender Geschwindigkeit auf das Fest Weihnachten zu. Das Fleisch für den Weihnachtsbraten habe ich schon erworben, auch den Tannenbaum gekauft. Heute landete er schon vor meiner Haustür. Das nennt man Lieferservice! Ich musste erst einmal einen Ort finden, wo ich ihn zwischenlagere. Da ich einen großen Baum habe, ist dies gar nicht so einfach. Bei mir kommt der Baum erst kurz vor Heiligabend ins Haus. Ein Tag vorher wird er aufgestellt und geschmückt. Solange muss er im Schuppen erst einmal bis Weihnachten warten. Genauso wie ich.

Auf Facebook haben schon einige meiner "Freunde" Fotos von festlich geschmückten Weihnachtsbäumen in ihrem Wohnzimmer geposted. "Wisst ihr nicht, dass Weihnachten erst in einer Woche ist," denke ich mir. Ihr Bild mit meiner Meinung kommentieren, das verkneife ich mir lieber. Solche Kommentare kommen nicht gut an. Und ich will ja niemand verärgern. Als ich den Weihnachtsbaum auf dem Vechtaer Stoppelmarkt bekrittelte, hagelte es böse Kommentare. Aber wenn die Leute jetzt schon ihren Baum im Wohnzimmer aufstellen, was wollen die dann Weihnachten noch feiern? Selbst mit "romantischer Weihnacht" hat dies nichts mehr zu tun.

Was bezwecken diese Leute eigentlich mit solchen Facebookbildern? Wollen sie ihrer Umwelt beweisen, wie toll sie sich es doch schon zu Weihnachten eingerichtet haben? In welchem Wohlstand sie leben? Für mich beweisen sie, dass sie vom eigentlichen Sinn des Weihnachtsfestes nicht mehr viel wissen. Der Weihnachtsbaum gilt als christliches Symbol. Als heller Lichterbaum soll er das Erscheinen des Christkindes, des Lichtes der Welt, symbolisieren. Für viele Zeitgenossen spielt dies keine große Rolle mehr. Sie feiern Weihnachten nur noch als Konsumfest, bei dem sie ihren Wohlstand, vielleicht ihre Familie, aber nicht die Geburt des Herrn feiern. Ein Fest mit viel Fressen und großer Geschenkeschlacht. Ich finde, so etwas ist irgendwie tot. Es ist wie eine Geburtstagsfeier, die man ohne das Geburtstagskind feiert.

Mittwoch, 17. Dezember 2014

PEGIDA rettet nicht unser christliches Abendland

Was hat die PEGIDA mit dem christlichen Glauben gemein? Offensichtlich wenig. Dennoch ist die neue Protestbewegung auch in katholischen Medien und Blogs ein Thema. Offizielle katholische Medien wie katholisch.de berichten distanziert über diese indifferente Sammelbewegung der angeblichen "Wutbürger". Hingegen werfen einige katholische Blogger wie der Kreuzknappe oder auch Peter Winnemöller "linken Mainstreammedien",  "nichts kapiert zu haben" oder gar "Etikettenschwindel" vor. Sie rechtfertigen den "#Aufschrei der Bürgerseele". ("Seele" des Stammtischbürgers wäre richtiger). Aber es gibt auch katholische Blogger, zum Beispiel Sr. Barbara, die wie ich dies anders sehen.

Worum geht es eigentlich der Pegida-Bewegung? Trotz der vielen Berichte in Internet, Funk und Fernsehen weiß man nichts genaues. Die Initiative "Patriotische Europäer Gegen die Islamisierung des Abendlandes" gibt uns auf ihrer eigenen Facebook-Seite auch keine genaue Auskunft, wie sie die angebliche Islamierung Europas verhindern will.

Genau das ist auch Grund genug, dass man sich als Christ einer solchen Sammelbewegung gegenüber nicht wohlwollend sondern  kritisch verhalten muss. Sie besteht aus Leuten, die aus ganz unterschiedlichen Gründen demonstrieren, zum Beispiel auch aus Angst vor noch mehr Zuzug von Fremden. Fremdenfeindlichkeit widerspricht aber dem christlichen Gebot der Nächstenliebe. Dieses Gebot gilt auch Menschen gegenüber, die nicht den gleichen Glauben teilen.

In der jetzigen Phase kann von einer Islamisierung Europas - im Gegensatz zum Irak und Syrien - noch gar keine Rede sein. Niemand wird gezwungen, zum Islam zu konvertieren, zu fliehen oder Nachteile in Kauf zu nehmen. Es ist auch nicht zu erwarten, dass Kirchen, Tempel oder Synagogen zerbombt. oder Leute zum Tod verurteilt werden, weil sie eine Bibel besitzen. Dies ist woanders an der Tagesordnung. Nicht wenige der PEGIDA-Demonstranten sind dem katholischen und christlichen Glauben ebenso fremd wie dem Islam gegenüber. Im Kernland der PEGIDA-Bewegnung, dem Freistaat Sachsen, ist 75% der Bevölkerung konfessionslos.

Glaubens- und Bekenntnisfreiheit ist elementarer Grundsatz aller großen christlichen Glaubensgemeinschaften und zum Glück auch (noch) fast aller europäischer Staaten. Die Gefahr, dass dieses Recht infrage gestellt wird, geht nicht nur von islamistischen Extremisten aus. Im gleichen Maße ist sie durch den Relativismus einer hedonistischen Gesellschaft bedroht, welche zunehmend jegliche religiöse Betätigung aus dem öffentlichen Leben in den privaten Bereich verdrängt.

Natürlich darf nicht verschwiegen werden, dass der Anteil der muslimischen Bevölkerung ständig weiter anwächst. Hingegen verdunstet der christliche Glaube in den europäischen Gesellschaften. Beschleunigt wird dieser Prozess auch durch die demografische Entwicklung. Das Vakuum prädestiniert die zunehmende Bedeutung der muslemischen Bevölkerungsgruppen und den Einfluss ihrer Religion auf unsere Gesellschaften.

Doch mit Demonstrationen ist diese Entwicklung nicht aufzuhalten. Der nichtmuslemische Bevölkerungsteil ist nach seiner eigenen Identität gefragt. Wer europäische Kulturtraditionen erhalten will, kommt an der christlichen Religion  nicht vorbei. Was Europa braucht ist eine Neuevangelisation, keine Demonstrationsbewegung. Rettet die PEGIDA also unser christliches Abendland? Sicher nicht.

Dienstag, 16. Dezember 2014

Adventszauber - ein schönes Gedicht

Ein schönes Gedicht sandte mir ein Vereinskamerad aus dem Fischereiverein - wie es heute modern ist - per Email. Oft erhält man ja auf diesem Weg sehr oberflächliche Grüße, in denen das Weihnachtsfest verkitscht oder sogar durch einen angeblichen "Witz" durch den Kakao gezogen wird. Wie wohltuend sind dann Karten mit Inhalten, die einen tieferen Sinn haben. Solche Gedichte und Lieder können dazu beitragen, dass man die Adventszeit zur Besinnung und stiller Betrachtung sinnvoll nutzen kann. Dies ist so ein Adventsgruß, über den ich mich wirklich gefreut habe:

Adventszauber
Das erste Lichtlein am Kranz ist entzündet
und mit ihm der stille Zauber der frommen Zeit,
die uns von Hoffnung, Liebe und Frieden kündet,
denn die heilige Nacht ist nicht mehr weit.


Mit jedem Lichtschein der weiteren zwei Kerzen
wird unsere dunkele Welt mehr und mehr erhellt,
das Licht der Liebe hält nun Einzug in den Herzen
und ihr Friedenshauch zieht sanft über die Welt.


Und das vierte Lichtlein dann entzündet,
zieht sich der Friedenshauch auch durch jeden Raum,
weil sich die Weihnacht, das Fest der Liebe ankündigt,

mit frohen Gaben unter jedem Lichterbaum.


Eine Adventskarten,über die ich mich freue.

Montag, 15. Dezember 2014

Adventsbetrachtung: Auf der Suche nach einer Herberge

Josef und die mit dem Jesuskind schwangere Gottesmutter Maria sind auf dem Weg. Sie suchen eine Herberge, damit der Retter der Welt, Jesus Christus, geboren werden kann. Auch wir sind auf dem Weg. Sind wir schwanger mit dem Herrn? Lassen wir Christus, das Licht der Welt, in uns wachsen? Oder erdrückt uns das Drumherum der Welt, unsere Sorgen, unsere Ablenkungen und unsere Pflichten das kleine Lichtlein des Glaubens, der Liebe und der Hoffung, in uns? Beten wir darum, dass es in uns Advent werden kann.
Betrachtungen der Weihnachtskrippe: Josef und Maria auf Herbergssuche.

Sonntag, 14. Dezember 2014

Gaudete! Freud und Leid, wie passt das zusammen?

Vor einigen Tagen erhielt ich einen Anruf von den Eltern eines alten Freundes. Mein Freund habe einen Herzinfarkt erlitten. Er sei zwar wiederbelebt worden, aber nicht wieder aus dem Koma erwacht. Die Eltern baten mich, den Freund im Krankenhaus zu besuchen. Sie hoffen, dass mein Freund eventuell wieder aufwacht, wenn er mich hört.

Am heutigen 3. Adventssonntag habe ich die Zeit, meinen Freund im Bremer Krankenhaus zu besuchen. Der Weg ins von mir 70 km entfernte Bremen wird nicht leicht. Mit meinem Freund habe ich zusammen meine gemeinsame Schulzeit verbracht und meine erste Rock Blues Band gegründet. Er ist einer der wenigen Mitschüler, mit denen ich auch lange nach der Schule noch befreundet bin. Auch in einer schwierigen Situation war er da und hat mir geholfen. 

Nun ist es umgekehrt. Jetzt steht sein Leben auf der Kippe und ich bin ein wenig hilflos. Wie kann ich, wie können wir, die ihn lieben, ihm helfen? Diese Fragen stellen sich auch dem gläubigen Menschen vor Gott.  Und dies gerade am Gaudete-Sonntag, dessen Botschaft lautet: "Freut euch im Herrn, der Herr ist nah!" 

In diesem Moment fühlt man sich meilenweit entfernt vom Herrn. Warum lässt er dies zu? Diese Fragen kommen in den Sinn.  Aber dies ist eine falsche Blickrichtung. Sie verwirft, dass Gott der Herr über Leben und Tod ist. Und dass das irdische Dasein nicht das Ende sondern der Anfang zu noch Größerem ist. Die Ewigkeit. Ich kann meinen Kumpel auch weiterhin besuchen und für ihn beten. Freundschaft endet nicht mit dem Tod. Vielleicht geschieht noch ein Wunder und mein Freund wacht wieder auf? Gott ist nichts unmöglich, sagt der Erzengel Gabriel der Gottesmutter Maria. Und auch uns Menschen.

Am heutigen Sonntagmorgen erhielt ich aber auch einen weiteren erfreulichen Anruf. Ein Sängerbruder hat sein drittes Kind bekommen. Bei uns in Südoldenburg ist es Sitte, dass die Nachbarschaft und die Freunde zum "Kind pissen lassen" den Vater zu einem kleinen Umtrunk besuchen und ihm zu gratulieren. Wieder eine gewisse Botschaft: Freud und Leid liegen nahe bei einander. Auch hier ist Beten angesagt: Gott zu danken für einen neuen Menschen und für die Familie zu beten. In diesem Falle darf man sich allerdings wirklich freuen. Gaudete  semper in domino!





Gaudete! Freut euch, der Herr ist nah!

Unsere alte Familienkrippe baue ich alljährlich im Advent auf.
Puh, die Adventszeit ist schon halb vorbei. Nur noch knapp anderthalb Wochen, und dann ist Weihnachten. Also schnell schon einmal die Krippe vom Speicher herunter getragen. Denn jetzt muss dem Herrn die Herberge bereitet werden.

Natürlich vor allem auch in geistiger Hinsicht. Der Krippenbau bereitet darauf mit allen Sinnen vor. Mit ihm lässt sich die ganze Heilsgeschichte des Advents und des Weihnachtfestes nachvollziehen. Die Hirten, die Herbergssuche, der Einzug von Maria und Josef in die erbärmliche Hütte. Das Christuskind wird erst an Heiligabend in die Krippe gelegt. Nach Weihnachten dann die Wanderung der heiligen drei Könige zur Krippe, um das Christkind, den Retter der Welt, anzubeten. Aber als erstes sind wir gefragt: "Bereitet dem Herrn eine Herberge". Denn nur dann wird es wirklich Weihnachten.

Montag, 8. Dezember 2014

Arbeiten an Mariä Empfängnis - wie man ein Arbeitstag in ein Hochfest verwandelt

Eigentlich ist Südoldenburg eine katholische Hochburg. Oder diese Enklave im überwiegend protestantischen Niedersachsen war es einmal. Dennoch oder vielmehr gerade deshalb sind klassisch katholische Feiertage wie das heutige Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria kein staatlicher Feiertag.

Für mich bedeutet dies, meinen Laden zu öffnen, meine Kunden zu bedienen und alle Aufgaben und Arbeiten wie an einem gewöhnlichen Tag zu verrichten. Die Kunst besteht nun darin, trotzdem aus diesem Tag einen Feiertag machen. Wie kann das gelingen?

Dazu ist Voraussetzung, dass jeder Tag im Jahreskreis bewusst gelebt wird. Hilfen hierzu geben katholische Kalender mit allen Festtagen und Gedenktagen der Heiligen. Eine weitere Hilfe bieten das Stundengebet und auch das Schott Messbuch. Wenn man jeden Tag einen Blick hinein wirft, ist man up to date.

Auch an einem Arbeitstag kann man die liturgischen Texte zumindest kurz betrachten, an das Festgeheimnis denken und auch beten. Ich bete morgens die Laudes (Dauert etwa 20 Minuten). An besonderen Feiertagen gönne ich mir auch ein gutes Mittagessen oder ein Stück Kuchen zum Kaffee. So kommt wenigstens etwas Feiertagsstimmung auf. Wenn es irgendwie möglich ist, besuche ich an hohen Feiertagen auch abends die heilige Messe.

Sonntag, 7. Dezember 2014

Kolpingjugend ohne Kolping? Wenn der Geist in einer kirchlichen Gemeinschaft fehlt.

Am ersten Dezembersonntag wird in unserer Pfarrgemeinde immer der Kolpinggedenktag gefeiert. Er beginnt mit der Feier der heiligen Messe in unserer Pfarrkirche zu Ehren des heiligen Adolph Kolping. Nach der heiligen Messe werden im Pfarrheim die neuen Mitglieder der Kolpingfamilie aufgenommen und langjährige Mitglieder geehrt. 

In der Messe erzählte unser Pfarrer viel über das Leben des heiligen Adolph Kolping. Dessen Ziel sei es gewesen in der Nachfolge Jesu den Glauben in die Tat umzusetzen. Für ihn bedeutete das, sich den Ärmsten unserer Gesellschaft zu zuzuwenden und Ihnen eine Heimat zu bieten. Unser Pfarrer sagte, dass Adolph Kolping für uns ein Vorbild sei, dem wir nacheifern sollen. Sein Leben sei durch die Liebe an Jesus Christus geprägt gewesen. Aus diesen Glauben heraus habe er den vielen Menschen in seiner Zeit geholfen.

Die Kolpingjugend zeigte einen Film ihrer vielen Events, Partys und Ausflüge während des ganzen Jahres. Die Jugendliche feierten im Zeltlager, erlebten Stuntshows und tobten im Wald. Die Kolpingjugend präsentierte sich eine Gemeinschaft mit viel Spaß und einen großen Zusammenhalt. Aber von dem Gedanken, die Adolf Kolping beseelten,  konnte ich in diesem Video nichts wieder finden. Keine heilige Messe, keine Gebetsveranstaltung oder auch eine Aktivität zur Hilfe armer oder benachteiligter Menschen. 

Auch bei anderen kirchlichen Gemeinden geht es mir oft ähnlich, dass ein religiöser Impetus häufig nahezu völlig fehlt oder an den Rand gedrängt wird. Die Landjugend begeistert die Jugend wegen ihrer tollen Erntedankparty. Die Erntdankmesse ist das Pflichtprogramm davor, aber nicht die Hauptsache. Bei Erwachsenengruppen ist es nicht anders.

Aus diesem Grund habe ich auch meistens keine Lust, mich solchen Gemeinschaften anzuschließen. Denn die eigentliche Aufgabe kirchlicher Gemeinschaften ist es nach meiner Meinung, den Glauben ihrer Mitglieder zu vertiefen und die persönliche Beziehung zu Christus zu fördern. 

Eine kirchliche Gemeinschaft, in der das Gebet und die Betrachtung und die Suche nach dem Glauben nur am Rande geschieht, verfehlt ihre eigentliche Aufgabe. Und so wünsche ich mir, dass auch in dieser Hinsicht unsere Pfarrgemeinden sich erneuern und sich mehr auf unseren Herrn Jesu Christus ausrichten.

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Barbara, eine Nothelferin für viele Fälle

Heute, am 4. Dezember, ist der Gedenktag der heiligen Barbara. Sie zählt zu den 14 Nothelfern und ist Patronin des Bergbaus, der Türme, Festungsbauten und der Artillerie; der Bergleute, Geologen, Architekten, Maurer, Steinhauer, Zimmerleute, Dachdecker, Elektriker, Bauern, Metzger, Köche, Glöckner, Glockengießer, Feuerwehrleute, Totengräber, Hutmacher, Artilleristen, Waffenschmiede, Sprengmeister, Buchhändler, Bürstenbinder, Goldschmiede, Sprengmeister und Salpetersieder; der Mädchen, Gefangenen, Sterbenden; für eine gute Todesstunde; gegen Gewitter, Feuersgefahren, Fieber, Pest und jähen Tod; der Diözese Katowice

Puh, eine Frau für viele Fälle. Man sollte sie in Ehren halten.

Montag, 1. Dezember 2014

Gemeinschaft. Advent ganz anders begonnen

Am ersten Adventssonntag findet in unserem Dorf alljährlich ein Hobbyvolleyballtunier für einen wohltätigen Zweck statt. Eine Gruppe von mittlerweile in die Jahre gekommenen Männern trifft sich seit fast 30 Jahren zum gemeinsamen Volleyballspiel und veranstaltet dieses Tunier seit nun mehr als 25 Jahren der Aktion "Sportler gegen Hunger". Ich fotografiere die Veranstaltung seit 10 Jahren und stelle die Bilder in mein Blog online. Zwischendurch gibt es Kaffee und reichlich Kuchen, eine Bockwurst und Schinkenbrot und auch das eine oder andere Bier. Irgendwie der krasse Gegensatz zum besinnlichen Advent, der uns zu mehr Ruhe, vielleicht auch Rückzug aus dem Trubel und Jubel einlädt.

Dennoch: Es ist schön, Teil einer Veranstaltung zu sein, bei der viele Menschen Spaß daran haben, für einen guten Zweck eine gemeinsame Zeit zu verbringen. Dabei ergibt sich auch das eine oder andere nette Gespräch und man spürt die Gemeinschaft mit anderen. Heute können die Leute noch mal in meiner Bildergalerie blättern und sich daran erinnern, wie schön es doch gestern war.

Davor habe ich allerdings den Adventssonntag sehr besinnlich mit der Laudes sehr besinnlich begonnen und vormittags die gemeinsame Messfeier des Papstes mit dem türkischen orthodoxen Patriachen im Fernsehen verfolgt sowie vor dem Tunier auch noch mein Gesätz des Lebendigen Rosenkranzes betrachtet. Auch hier beten wir gemeinsam, jede Rose ein Gesätz. Eine Gemeinschaft, die durch das Gebet mit einander verbunden ist.