Montag, 17. November 2014

Mein neues Blog zum Glauben entsteht

Seit langer Zeit habe ich mich nun doch wieder entschlossen, ein Blog zum Glauben zu schreiben. Schon vor einigen Jahren hatte ich "katholisch" gebloggt. Aus dem Leben eines Katholiken bloggte ich damals anonym. Wie so viele in der sogenannten Blogözese. Ich nannte mich damals hans03.

Inzwischen bin ich im Glauben etwas reifer geworden und auch an Alter gewachsen. Dazu gehört für mich, dass ich bewusst unter meinem realen Namen blogge. Damit mache ich mich angreifbar und verwundbar. Aber hat dies unser Herr Jesus Christus nicht auch getan? Er hat sich niemals unter einem Pseudonym versteckt und ist treu geblieben, bis ans Ende am Kreuz. Seine Apostel Petrus, Paulus und ... unzählige nach ihnen sind ihm nachgefolgt. Auch wir sind berufen, zu dem zu stehen, was wir glauben.

Dieses Thema hat mich immer seht beschäftigt und ist einer meiner Kritikpunkte an viele katholische Blogprojekte. Im Jahr 2014 fand das katholische Bloggertreffen unter dem Leitthema "Können katholische Blogs missionarisch sein?" Dazu habe ich einen Beitrag verfasst, welchen ihr hier noch einmal zum Nachdenken anfüge.

Anschließender Beitrag stammt noch aus meiner Zeit, bevor ich mit diesem Blog begann. Er wurde ursprünglich in meinem Blog "georg-rosenbaum.de" veröffentlicht.

“Katholische” Blogs und katholische Blogger"


Im Herbst 2014 fand in Erfurt ein Treffen katholischer Bloggerinnen und Blogger mit dem Thema “Das missionarische Potential der katholischen Bloggerszene” statt. Dazu lud das Referat Internetseelsorge der KAMP zusammen mit dem Referat Medienpastoral des Seelsorgeamts Freiburg Blogger aus ganz Deutschland tein.

Mich interessiert dies Thema sehr, obwohl ich kein “katholisches” Blog im eigentlichen Sinne betreibe. Dennoch verstehe ich mich als katholischer Blogger. Mein Blog ist ein Lokalblog, in welchem ich auch katholische Themen behandle. Gerne wäre ich bei einem solchen Treffen einmal dabei gewesen Ich hätte die anwesenden Teilnehmer gerne persönlich kennengelernt. Denn oft gibt es weder ein Impressum noch eine persönliche Vorstellung dieser Leute in ihrem Blog.. -> katholische Blogliste

Sie geben ihrem Blog manchmal lateinische Titel z.B. “Annuntiator” oder eine in religiösen Bildern, z.B. “Braut des Lammes”. Die Themen in den Blogs sind sehr vielfältig. Von Schriftbetrachtungen über fromme Gebete bis zu Beiträgen zur Kirchen- und Gesellschaftspolitik. Nicht selten betonen die Verfasser der römisch-katholischen Kirche anzugehören und kritisieren im gleichen Atemzug Entwicklungen der eigenen Kirche, in den deutschen Bistümern. Dies wirkt manchmal doch ein wenig schräg auf mich, weil ja der Bischof vor Ort mit Autorität Roms aufgrund der apostolischen Sukzession die Teilkirche vor Ort leitet. Unser Hirte vor Ort ist der Bischof. Noch extremer sind “katholische” Blogs, in denen sogar die Autorität des jetzigen Bischofs von Rom infrage gestellt wird. Diese Leute sprechen von einer Sedisviskanz seit Pius XII. Sie waren allerdings wohl kaum in Erfurt beim Bloggertreffen. Die katholische Blogszene ist also sehr bunt, verwirrend und unübersichtlich. Quasi ein Spiegelbild unserer Kirche, die so viele Glieder mit unterschiedlichen Meinungen vereint.

Das Konglomerat katholischer Blogs wird deshalb auch als Blogo(s)zese (Kunstwort aus Blog und Diözese) bezeichnet. Die Betreiber haben sich häufig gegenseitig verlinkt, um so ihre Zusammengehörigkeit zu demonstrieren. Außerdem tauschen sie sich in sozialen Netzwerken (Twitter) aus und bilden auch dort eine Art virtuelle Gemeinde.

Können “katholische” Blogs missionarisch sein? Das ist ja die Frage, die auf dem Erfurter Treffen behandelt wurde. Ich glaube schon, wenn einige Bedingungen erfüllt werden. Die Voraussetzung ist, dass ein solches Blog glaubwürdig ist. Dazu gehört für mich erstens ein ordentliches Impressum. Der Verfasser muss dem Leser mitteilen, wer er ist. Dazu gehört der Vor- und Nachname und eine Anschrift. Gott hat uns einen “Tauf”-Namen gegeben. Er ruft uns beim Namen und sendet uns aus. Jemand, der anonym “evangelisieren” möchte, gilt schon von vornherein als unglaubwürdig.

Eine zweite Messlatte ist, wie man mit anderen Meinungen umgeht. Christus fordert seine Jünger auf, ihre “Feinde” sogar zu lieben. Böses mit Gutem zu vergelten. Ist der Schriftstil “demütig” und “liebevoll”? Oder werden Kritiker und Andersdenkende diffamiert oder gar ausgeschlossen? Dann gerät man schnell in den Nimbus des Sektiererhaften. Der Nichtglaubende erkennt auf diese Weise sehr schnell, ob jemand wirklich seinen Glauben praktiziert. Unglaubwürdig wird ein Blog, wenn es den Anschein hat, dass der Blogger das “Lehramt” gefressen hat. Man hat manchmal den Eindruck, dass einige Blogger päpstlicher als der Papst sind. Dabei hat dieser in seinen neuesten Schriften und Texten immer wieder zur Offenheit ermutigt. Dies bedeutet allerdings nicht, dass man die Grundwerte katholischen Glaubens über Bord werfen sollte.

Drittens können katholische Blogs nur missionarisch sein, wenn sie suchende Menschen erreichen. Dazu muss ein Blogger mit seiner Themenwahl sich in die Welt begeben ohne “in der Welt” zu sein. Reine Insiderblogs reizen allerdings nur wenige dem Glauben Fernstehende, sich in die Welt eines katholischen Blogs zu begeben. Deren Betreiber kreisen nur noch in ihrer eigenen “Blogwelt”.

Den Menschen im Alltag das Evangelium “vorzuleben” ist Auftrag eines jeden getauften Christen. Dies kann nur demjenigen gelingen, der sich selbst auf dem geistlichen Weg der ständigen Buße und Umkehr und dem Schöpfen aus dem Gebet und den Sakramenten befindet. Wer wirklich versucht, die Fülle katholischen Glaubens im eigenen Leben erstrahlen zu lassen, der wird nicht dabei stehen bleiben, unter einem Pseudonym “katholische Ansichten” im Netz zu verbreiten. Er wird mit seinem ganzen Namen dafür glaubwürdig einstehen und auch sich dafür angreifbar machen.

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