Mittwoch, 26. November 2014

Die Treue zum Glauben misst sich in der Behandlung des Bischofs

Beckingen ist so weit entfernt von Trier, wie Oldenburg von Rom. Im saarländischen Beckingen schlugen die Wellen hoch, als der Bischof von Trier Dr. Stephan Ackermann über die Amtsenthebung des örtlichen Pfarrers verfügte. Es gab große Proteste dagegen.  Sich selbst als "katholisch" bezeichnende Blogs und "Nachrichtenportale" wie Medrum und Kath.net nahmen diese Proteste auf und kritisierten massiv den Trierer Bischof.  Die Argumente klangen für mich ähnlich wie die Argumente der Protestbewegung "Wir sind das Volk" vom anderen Rand der Kirche. Der Pfarrer sei beim Kirchen-Volk beliebt. Der Bischof habe einen "gutkatholischen" Priester, der die Leute zum "wahren römisch-katholischen Glauben" führe, beseitigt. Das Volk protestiere dagegen, dass ein beliebter Pfarrer ihnen weg genommen werde.

Während die Päpste vor allen von Kritikern außerhalb der Kirche kritisch beäugt werden, stehen die Bischöfe (und ihre Stellvertreter, die Priester) vor allem von Gegnern innerhalb der Kirche unter Beschuss. Sich als katholisch bezeichnende Websites wie Kreuz.net, Gloria.tv aber auch kath.net haben über die Bischöfe, die den Betreibern zu lau sind, ein Bashing erhoben. Auch Bloggerkollegen, die oft päpstlicher als der Papst in Rom sind, sparen nicht mit Kritik. Und so äußern sich Blogger, die in Paderborn oder anderswo leben, über die Vorgänge im saarländischen Beckingen und Trier, denen es nun wirklich nicht zusteht.

Ich reagiere auf die Kritik gegen Bischöfe mittlerweile genauso sensibel wie auf Angriffe gegen den Papst. Ein Bischof repräsentiert in seinem Amt Christus selbst. Er leitet als Hirte seine Gläubigen und ist der Garant der Einheit seiner Teilkirche.  Seine Autorität folgt aus der apostolischen Natur unserer Kirche. Mein Hirte ist also Bischof Felix von Münster und unser Pfarrer vor Ort ist dessen Stellvertreter. Sie verweisen in ihrem Amt aber auf den einzigen Hohepriester, unseren Herrn Jesus Christus.

Die Spalter in der Kirche schlagen auf erstes auf unsere Priester und Bischöfe ein. Innerpfarreiliche Kritik gegen Priester gibt es ja ohne Ende. Dem einen ist der Priester zu lau, dem anderen weltfremd. Der dritte will einen volksnahen Pfarrer, der sich bei jedem Bierfest blicken lässt. Ich habe es sogar gehört, dass eine Gemeinde, die fusioniert wurde, am liebsten ihren eigenen Pfarrer selber eingestellt oder bezahlt hätte. Aber ein Priester ist allein Gott und dem Gehorsam zu seinem Bischof und der Kirche verpflichtet. Er ist weder käuflich noch Besitz einer Pfarrgemeinde. Nicht der Pfarrer steht allerdings im Mittelpunkt unseres Glaubens, sondern der Vater, Sohn und Heilige Geist. Das gilt für Modernisierer wie Traditionalisten unserer Kirche gleichermaßen.

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