Donnerstag, 20. November 2014

Der Kampf um mehr "Toleranz"

Ursprünglich veröffentlicht auf georg-rosenbaum.de.

Zur Zeit führt die ARD eine Themenwoche, die Toleranzwoche durch. Es wird für mehr Toleranz in unserer Gesellschaft geworben. In einer Gesellschaft mit zunehmend unterschiedlichen Kulturen und Wertvorstellungen ist Toleranz unverzichtbar.,Denn ansonsten ist der Friede in der Gesellschaft gefährdet.

Doch was bedeutet Toleranz eigentlich? Abgeleitet vom lateinischen Stammwort "tolerare" (=auf Deutsch: dulden, ertragen) bedeutet dies, etwas zu ertragen, was eigenen Wertvorstellungen vom Handeln, Überzeugungen und Sitten nicht entspricht. Der Tolerante lässt auch Dinge zu, die seiner Lebensweise nicht entsprechen.

Allerdings wird die derzeitige Diskussion in einer Weise geführt, in der der Toleranzbegriff zu einem Werkzeug der totalen Umgestaltung gesellschaftlich akzeptierter Werte missbraucht wird. Ein Beispiel hierfür ist die Forderung, dass Homosexualität als "normale" Praxis innerhalb der Gesellschaft anerkannt werden soll. Weite Teile der Bevölkerung lehnen die Homosexualität immer noch ab. Gegner der Homosexualität, vor allem traditionell gläubige Christen, werden an den Rand der Gesellschaft gedrängt, Sie werden als "homophob" gebrandmarkt.

Aber Toleranz bedeutet nicht, dass man seine bisherigen Wertvorstellungen über Bord werfen muss. Sie fordert nur Respekt gegenüber Menschen ein, welche andere Werte ihrer Lebensweise zugrunde legen. Der christliche Glaube stellt dem Prinzip der Toleranz eine viel weitreichendere Alternative entgegen: Die Nächstenliebe fordert nicht nur, den Anderen zu respektieren, sondern ihn sogar zu lieben. Dies bezieht sich auf jeden Menschen, gleich seiner Lebens- und Denkweise, egal, ob er gut oder böse ist. "Liebe deine Feinde," ist die Forderung an jeden Christen. Der Christ soll kein böses Wort gegenüber seinem Mitmenschen äußern:
29 Über eure Lippen komme kein böses Wort, sondern nur ein gutes, das den, der es braucht, stärkt und dem, der es hört, Nutzen bringt. 30 Beleidigt nicht den Heiligen Geist Gottes, dessen Siegel ihr tragt für den Tag der Erlösung. 31 Jede Art von Bitterkeit, Wut, Zorn, Geschrei und Lästerung und alles Böse verbannt aus eurer Mitte! 32 Seid gütig zueinander, seid barmherzig, vergebt einander, weil auch Gott euch durch Christus vergeben hat. (Epheserbrief 4.29 ff)
Das 5. Gebot "Du sollst nicht töten" stellt auch den Rufmord als schweren Verstoß gegen die Liebe Gottes dar, der jeden Menschen "als sein Ebenbild" erschaffen hat.

Die katholische Kirche fordert auch gegenüber Homosexuellen "Respekt, Mitleid und Achtung" (Katechismus der kath. Kirche, Nr. 2358). Allerdings stellt sie eindeutig fest, dass praktizierte Homosexualität ein Verstoß gegen das sechste Gebot "Du sollst die Ehe nicht brechen" ist. Dem Homosexuellen mit Achtung und Respekt zu begegnen heißt also für den gläubigen Christen noch lange nicht, sein Handeln gut zu heißen.

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