Sonntag, 30. November 2014

Advent - In froher Erwartung

Mit dem 1. Adventssonntag beginnt die Adventszeit. Am gestrigen Samstag entzündete Kaplan Allam im Familiengottesdienst die erste Kerze des Adventskranzes. Das Licht der Kerze ist ein Symbol für den kommenden Christus, das Licht der Welt, erklärte er.
Ohne Christus leben wir in der Finsternis, in der Dunkelheit. Mit Christus ist Gott uns als Mensch zu uns gekommen, um uns aus der Finsternis der Hoffnungslosigkeit zu retten. Der Advent bereitet uns dreifach auf das Weihnachtsfest vor. Wir erinnern uns, dass die Geburt Christi vor 2000 Jahren eine historische Tatsache ist, wir erwarten seine Wiederkunft und wir beten darum, dass er in unserem persönlichen Leben eintritt.
“Warum müssen wir so lange auf das Weihnachtsfest warten, bis die 4. Kerze brennt?” Das war die Frage eines Kindes bei der gestrigen Familienmesse. “Weil man auf alles Wertvolle im Leben warten muss ,” lautete die Antwort einer der Mütter. Erwartende Vorbereitung gehört im Leben dazu. Wir hoffen auf die Ankunft eines Menschen, den wir lieben. Im Advent warten wir auf Christus, den Heiland.
Ohne eine gute (geistliche) Vorbereitung kann Weihnachten nicht gelingen. Der Advent ist eine wichtige Zeit, in der wir uns fragen, wie es um unsere persönliche Beziehung zu Christus steht. Er lädt uns ein, einen Neuanfang zu wagen. Nehmen wir uns ebenso viel Zeit für Gebet, Betrachtung der Tageslesungen und das Singen von den schönen Adventsliedern, wie für das Geschenke besorgen und die Festvorbereitung zu Weihnachten. So erhält Weihnachten einen neuen Glanz für unser Leben.

Donnerstag, 27. November 2014

Singen und Feiern zur Ehre Gottes im Kirchenchor

Unser Chor vor dem Gottesdienst in unserer Kirche
Seit einigen Jahren bin ich in der Chorgemeinschaft unserer Pfarrgemeinde. Ein Kirchenchor ist ein Beispiel für einen gelebten Katholizismus, der die Schönheit der Teilnahme an der Liturgie mit dem gemeinsamen Feiern verbindet. Beides gehört zusammen.

Besondere Erlebnisse sind für mich die feierlichen Hochämter an Weihnachten und Ostern, wenn wir als Chor die Liturgie mit gestalten dürfen. Als Sänger bekommt man immer wieder eine Gänsehaut dabei. Einige Wochen bereiten wir uns intensiv mit unseren Dirigenten darauf vor, damit es wirklich feierlich und gut klingt und die Gottesdienstteilnehmer spüren: "Heute ist Christus auferstanden!"  oder "Heute ist uns der Heiland geboren".

Nach dem Gottesdienst geht es dann in unser Pfarrheim, wo wir uns zu einem Bier noch kurz treffen. Auch das gehört dazu und ist wichtig. Im Chor ist man Bruder und Schwester, nur als gemeinsame Sängerfamilie trifft man wirklich den Ton. Dazu gehört auch, dass man mit einander privat auch gut auskommt. Mit dem Chor machen wir Feiern und Ausflüge. Zu unserem Chor gehören katholische und evangelische Christen, Leute von 30 bis über 80 Jahre alt aus allen Berufen.

Leider leiden viele Chöre an mangelndem Nachwuchs. Wir bemühen uns, immer wieder neue Leute zu uns einzuladen. Aber es ist schwer, gerade auch jüngere Leute zu überzeugen, bei uns mit zu machen. Viele wollen sich nicht verpflichten, sich zu binden. Denn auch Verpflichtungen übernimmt man als Sänger, zum Beispiel regelmäßig zu den Chorproben zu kommen. Und außerdem leiden die Chöre (zu unrecht!) an einem schlechten Image.

Für mich war es eine sehr gute Entscheidung, im Chor zu singen. Ich möchte meinen Cäcilienchor nicht mehr missen.

Mittwoch, 26. November 2014

Die Treue zum Glauben misst sich in der Behandlung des Bischofs

Beckingen ist so weit entfernt von Trier, wie Oldenburg von Rom. Im saarländischen Beckingen schlugen die Wellen hoch, als der Bischof von Trier Dr. Stephan Ackermann über die Amtsenthebung des örtlichen Pfarrers verfügte. Es gab große Proteste dagegen.  Sich selbst als "katholisch" bezeichnende Blogs und "Nachrichtenportale" wie Medrum und Kath.net nahmen diese Proteste auf und kritisierten massiv den Trierer Bischof.  Die Argumente klangen für mich ähnlich wie die Argumente der Protestbewegung "Wir sind das Volk" vom anderen Rand der Kirche. Der Pfarrer sei beim Kirchen-Volk beliebt. Der Bischof habe einen "gutkatholischen" Priester, der die Leute zum "wahren römisch-katholischen Glauben" führe, beseitigt. Das Volk protestiere dagegen, dass ein beliebter Pfarrer ihnen weg genommen werde.

Während die Päpste vor allen von Kritikern außerhalb der Kirche kritisch beäugt werden, stehen die Bischöfe (und ihre Stellvertreter, die Priester) vor allem von Gegnern innerhalb der Kirche unter Beschuss. Sich als katholisch bezeichnende Websites wie Kreuz.net, Gloria.tv aber auch kath.net haben über die Bischöfe, die den Betreibern zu lau sind, ein Bashing erhoben. Auch Bloggerkollegen, die oft päpstlicher als der Papst in Rom sind, sparen nicht mit Kritik. Und so äußern sich Blogger, die in Paderborn oder anderswo leben, über die Vorgänge im saarländischen Beckingen und Trier, denen es nun wirklich nicht zusteht.

Ich reagiere auf die Kritik gegen Bischöfe mittlerweile genauso sensibel wie auf Angriffe gegen den Papst. Ein Bischof repräsentiert in seinem Amt Christus selbst. Er leitet als Hirte seine Gläubigen und ist der Garant der Einheit seiner Teilkirche.  Seine Autorität folgt aus der apostolischen Natur unserer Kirche. Mein Hirte ist also Bischof Felix von Münster und unser Pfarrer vor Ort ist dessen Stellvertreter. Sie verweisen in ihrem Amt aber auf den einzigen Hohepriester, unseren Herrn Jesus Christus.

Die Spalter in der Kirche schlagen auf erstes auf unsere Priester und Bischöfe ein. Innerpfarreiliche Kritik gegen Priester gibt es ja ohne Ende. Dem einen ist der Priester zu lau, dem anderen weltfremd. Der dritte will einen volksnahen Pfarrer, der sich bei jedem Bierfest blicken lässt. Ich habe es sogar gehört, dass eine Gemeinde, die fusioniert wurde, am liebsten ihren eigenen Pfarrer selber eingestellt oder bezahlt hätte. Aber ein Priester ist allein Gott und dem Gehorsam zu seinem Bischof und der Kirche verpflichtet. Er ist weder käuflich noch Besitz einer Pfarrgemeinde. Nicht der Pfarrer steht allerdings im Mittelpunkt unseres Glaubens, sondern der Vater, Sohn und Heilige Geist. Das gilt für Modernisierer wie Traditionalisten unserer Kirche gleichermaßen.

Dienstag, 25. November 2014

Das Kirchenjahr hilft uns beim Wachsen in den Glauben

Jedes Jahr feiert die Kirche die Geheimnisse des Glaubens im Kirchenjahr. Es beginn immer am 1. Advent und endet am Christkönigssonntag, den wir letzten Sonntag gefeiert haben.
Der eigentliche Sinn des Jahreskreises ist es, uns in eine enge Beziehung zum Heiland zu führen. Wir erwarten seine Ankunft, feiern seine Geburt, eigentlich seine Menschwerdung. Wir begegnen Christus in seinen Evangelien und in dem, was uns seine Apostel über ihn verkünden. Wir leiden mit Christus auf seinem Weg zum Kreuz während der Fastenzeit, die am Karfreitag in seinem Kreuzestod gipfelt. Und wir  jubeln über seine Auferstehung und den Sieg über Tod und Sünde an Ostern. An Pfingsten erleben wir immer wieder neu die Ausgießung des Heiligen Geistes und erfahren dabei, dass uns Gott niemals fern bleibt. Im Verlauf des Jahreskreis gedenken wir den unzähligen Heiligen, die als Fürsprecher in unseren Anliegen vor Gott eintreten. Immer wieder feiern wir auch unsere Gottesmutter Maria, die Königin aller Heiligen. Christkönig feiern wir den wahren König, den Herrn des Himmels und der Erde.

Je intensiver wir den Schatz eines Kirchenjahres heben, desto mehr wachsen wir im geistlichen Leben. Nehmen wir uns im neuen Kirchenjahr vor, jeden Tag unseren Blick und unser Gebet im Fluß des Jahreskreises zu halten. Den jeweiligen Tagesheiligen für die Anliegen unseres Nächsten um Fürbitte anzurufen. Die Gottesmutter zu bitten, uns und unsere Lieben an die Hand zu nehmen und zu Christus zu führen.

Sonntag, 23. November 2014

Konzert zugunsten unseres Hochaltars und Orgel am Christkönigssonntag

Konzert für unseren Hochaltar
Zwei Orchester mit 85 Musikern gaben am Christkönigssonntag ein Konzert in unserer Pfarrkirche. Sie baten die Zuhörer um eine Spende für den Erhalt unseres wertvollen Hochaltars und und für die Reparatur unserer Orgel.

Unser Hochaltar stammt aus der Werkstatt Knoche und Diederichs der Wiedenbrücker Schule in Rheda-Wiedenbrück und ist in seiner Art einzigartig.  Er wurde 1907 in unserer Kirche aufgestellt und im Jahre 1965 im Zuge der Liturgiereform aus unserer Kirche entfernt und bei Landwirten gelagert. Erst im Jahr 1983 wurde er auf Wunsch Bakumer Einwohner wieder aufgestellt. Er muss gereinigt werden, um Schimmelbefall zu verhindern. In unserem Hochaltar erhält das Allerheiligste im Tabernakel einen zentralen und würdigen Ort in unserer Kirche. Es war ein stimmungsvoller Abschluss des Kirchenjahres. Mehr Fotos vom Konzert in meinem Blog ...

Gebet: Herr, Du lebst und herrschest als König in Ewigkeit

Ein Gebet des Hl. Ignatius von Loyola, welches zum heutigen Christkönigssonntag passt.

Herr, gib, dass wir Deinen heiligen Namen
ebenso fürchten wie lieben;
Du entziehst ja niemals deine Leitung denen,
die du in deiner Liebe zu Dir fest begründest.
Du lebst und herrschest als König in Ewigkeit.
AMEN

 
 

Samstag, 22. November 2014

Heute feiern wir die Patronin aller Kirchenchöre

Heute ist der Gedenktag der heiligen Cäcilia. Sie soll ein schönes Mädchen gewesen sein, welche aber ihrem heidnischen Bräutigam offenbarte; Ein Engel steht mir als Beschützer meiner Reinheit zur Seite. Ihr Bräutigam gestand ihre "Unberührtheit" zu, wenn sie ihm den Engel zeige. Sie bewog ihn, sich zum Christentum zu bekehren und taufen zu lassen. Auch andere Menschen soll sie unter großen Gefahren bekehrt haben. Die heilige Cäcilia erhielt im Spätmittelalter ihr Patronat für die Kirchenmusiker durch einen Übersetzungsfehler, wonach sie bei ihrer Hochzeit die Orgel gespielt haben soll. 

Kirchenferne können dies sehr kritisch sehen und dieses Beispiel für die Unsinnigkeit der Heiligenverehrung ansehen. Sie verstehen nicht den eigentlichen Sinn der Heiligenverehrung, die für uns alle Vorbilder, Helfer in der Not und Fürsprecher bei Gott sein sollen. Die Kirche schenkte jeder Gemeinschaft einen solchen Fürsprecher, auch Patron genannt. Die Heiligen sollen uns Begleiter im Glauben sein und uns helfen, in unserem geistlichen Leben zu wachsen.

Ich gehöre auch einer katholischen Chorgemeinschaft an. Unsere Generalversammlung haben wir immer im Zeitraum des Gedenktages der heiligen Cäcilia und feiern vor Beginn der Versammlung eine heilige Messe zu Ehren unserer Patronin.

Donnerstag, 20. November 2014

Der Kampf um mehr "Toleranz"

Ursprünglich veröffentlicht auf georg-rosenbaum.de.

Zur Zeit führt die ARD eine Themenwoche, die Toleranzwoche durch. Es wird für mehr Toleranz in unserer Gesellschaft geworben. In einer Gesellschaft mit zunehmend unterschiedlichen Kulturen und Wertvorstellungen ist Toleranz unverzichtbar.,Denn ansonsten ist der Friede in der Gesellschaft gefährdet.

Doch was bedeutet Toleranz eigentlich? Abgeleitet vom lateinischen Stammwort "tolerare" (=auf Deutsch: dulden, ertragen) bedeutet dies, etwas zu ertragen, was eigenen Wertvorstellungen vom Handeln, Überzeugungen und Sitten nicht entspricht. Der Tolerante lässt auch Dinge zu, die seiner Lebensweise nicht entsprechen.

Allerdings wird die derzeitige Diskussion in einer Weise geführt, in der der Toleranzbegriff zu einem Werkzeug der totalen Umgestaltung gesellschaftlich akzeptierter Werte missbraucht wird. Ein Beispiel hierfür ist die Forderung, dass Homosexualität als "normale" Praxis innerhalb der Gesellschaft anerkannt werden soll. Weite Teile der Bevölkerung lehnen die Homosexualität immer noch ab. Gegner der Homosexualität, vor allem traditionell gläubige Christen, werden an den Rand der Gesellschaft gedrängt, Sie werden als "homophob" gebrandmarkt.

Aber Toleranz bedeutet nicht, dass man seine bisherigen Wertvorstellungen über Bord werfen muss. Sie fordert nur Respekt gegenüber Menschen ein, welche andere Werte ihrer Lebensweise zugrunde legen. Der christliche Glaube stellt dem Prinzip der Toleranz eine viel weitreichendere Alternative entgegen: Die Nächstenliebe fordert nicht nur, den Anderen zu respektieren, sondern ihn sogar zu lieben. Dies bezieht sich auf jeden Menschen, gleich seiner Lebens- und Denkweise, egal, ob er gut oder böse ist. "Liebe deine Feinde," ist die Forderung an jeden Christen. Der Christ soll kein böses Wort gegenüber seinem Mitmenschen äußern:
29 Über eure Lippen komme kein böses Wort, sondern nur ein gutes, das den, der es braucht, stärkt und dem, der es hört, Nutzen bringt. 30 Beleidigt nicht den Heiligen Geist Gottes, dessen Siegel ihr tragt für den Tag der Erlösung. 31 Jede Art von Bitterkeit, Wut, Zorn, Geschrei und Lästerung und alles Böse verbannt aus eurer Mitte! 32 Seid gütig zueinander, seid barmherzig, vergebt einander, weil auch Gott euch durch Christus vergeben hat. (Epheserbrief 4.29 ff)
Das 5. Gebot "Du sollst nicht töten" stellt auch den Rufmord als schweren Verstoß gegen die Liebe Gottes dar, der jeden Menschen "als sein Ebenbild" erschaffen hat.

Die katholische Kirche fordert auch gegenüber Homosexuellen "Respekt, Mitleid und Achtung" (Katechismus der kath. Kirche, Nr. 2358). Allerdings stellt sie eindeutig fest, dass praktizierte Homosexualität ein Verstoß gegen das sechste Gebot "Du sollst die Ehe nicht brechen" ist. Dem Homosexuellen mit Achtung und Respekt zu begegnen heißt also für den gläubigen Christen noch lange nicht, sein Handeln gut zu heißen.

Mittwoch, 19. November 2014

Elisabeth, eine Heilige der Nächstenliebe

Sympathisch, dass die Kirche "Heilige der Nächstenliebe" besonders ehrt. Heute ist der Gedenktag von Elisabeth von Thüringen. Nach glücklicher aber kurzer Ehe entschied sich die reiche Adlige zu einem Leben in Armut als Franziskanerterziarin  


Gleichzeitig lese ich den passenden Impuls auf Fatima Online

Die Menschen vergessen zu sehr ihre Heiligen!


So mahnt der heilige Petrus Kanisius. „Kämpfet gut“, schreibt Petrus Kanisius, „leset jeden Abend die Lebensbeschreibung des folgenden Tagesheiligen oder lasset sie von einem Familienmitglied vorlesen, und ihr werdet die Kraft und den Segen erfahren!“

„Und ihr Gelehrten, ihr Doktoren und Männer der Wissenschaft! Wollt ihr die Trugbilder der falschen Weisheit eurer Zeit zerstreuen, so jagt ihnen nicht selber nach; geht bei der Kirche und ihren großen Heiligen und Lehrern in die Schule, wie ich es getan habe – und ihr werdet weiser sein als eure Widersacher.   (Hl. Petrus Kanisius)


Quelle: Sonne Dich – P. Max Dudle – Hrsg.: DVCK e. V., Frankfurt am Main

Dienstag, 18. November 2014

Aufruhr gegen den Bischof

Versetzungen von Priestern sind im Alltag der Kirche eigentlich ganz normal. In unserer Kreisstadt Vechta war zum Beispiel die Enttäuschung groß, als der Pfarrer versetzt wurde. Gerade hatte die Stadtpfarrei die Fusion verdaut und es war ein wenig Ruhe eingetreten. Achselzuckend wird in den meisten Fällen eine Personalentscheidung von den Gemeindemitgliedern hingenommen. Nicht wenige reagieren darauf mit einer stillen Kündigung ihrer Pfarreimitgliedschaft.

In der Blogözese wird eine solche Versetzung in der Pfarreigemeinschaft Beckingen sehr kritisch behandelt. Der Pfarrer sei bei seinen Jugendlichen sehr beliebt gewesen, lese ich. Gegen ihren Willen habe Bischof Ackermann den Priester versetzt. Je mehr ich mich dafür interessiere, umso erstaunter bin ich. Sogar auf der offiziellen Homepage der Pfarreigemeinschaft Beckingen wird der Bischof kritisiert. 

Ich kenne die Hintergründe in Beckingen nicht. Allerdings: jeder Katholik weiß, dass der Bischof  die alleinige Entscheidung darüber hat, wo er seine "Stellvertreter" einsetzt oder entlässt. Was "gutkatholische" Blogs und Websites oft bei "Wir sind Kirche" kritisieren, dürfen sie nicht selber machen: Die Autorität eines Bischofs infrage stellen.

Talent und unfruchtbarer Austausch

Zwei gegenläufige Botschaften prägen mich diese Woche. Zum einen die Predigt im Sonntagshochamt von unserem Pfarrer über das Evangelium. Jesus erzählt seinen Jüngern ein Gleichnis: Ein Mann geht auf Reisen und vertraut seinen Dienern sein Vermögen an (Matthäus 25,14-30). Diejenigen, die dessen Vermögen ("Talente") am besten "verzinsen", belohnt er, derjenige, der sich aus Furcht vor dem Risiko sein Vermögen eingräbt, nimmt er alles und gibt es denjenigen, die bereits viel haben. "Werft den nichtsnutzigen Diener hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen." Mit diesen harten Worten endet die Epistel.

Wie so oft erhält man bei der Betrachtung und Auslegung der Heiligen Schrift immer wieder neue Botschaften des Herrn. Unser Pfarrer legte für mich überraschenderweise als wichtigstes "Talent" die Beziehung zu Jesus aus. Darauf war ich noch nicht gekommen. Denn auf die persönliche Beziehung zu Christus kommt es in unserem Leben an. Menschen, die nicht mehr beten, würden vielleicht zunächst noch formal Christen bleiben. Später würden sie die Verbindung zum Glauben völlig verlieren, keine Sakramente mehr empfangen und auch ihr alltägliches Verhalten dem Christlichen widersprechen. Kein Glaube also ohne Gebet, persönliche Christusbeziehung und ohne Sakramente

Zum zweiten war es ein Briefwechsel mit einem Katholiken, der auf meinen Blogbeitrag "Der große Wirbel um die katholische Ehe" reagierte. Er stellte meine Ansichten zur Sexualmoral der katholischen Kirche in Frage. Das ist völlig in Ordnung! Ich bin schließlich nicht das Lehramt der Kirche. Allerdings: es gibt ein Lehramt der katholischen Kirche, welches deutliche Aussagen zum Thema macht. Mein Briefpartner sagte, dass er am "Rande der Kirche" stehe aber durch die offene und menschliche Art von Papst Franziskus beeindruckt werde. Er hoffe auf eine "Reform" der Kirche. Er lehne Katechismen grundsätzlich ab, weil sie den Glauben in "Beton" gießen würden.

Er gebe zu, dass er sonntags nicht regelmäßig zur Kirche gehe. Er sei durch die vielen Missstände in der Kirche verletzt und fordere mehr Offenheit, zum Beispiel gegenüber Wiederverheiratete und Homosexuelle. Es wechselte an Argumenten eine Email nach der anderen hin und her. Das Ergebnis blieb für beide unbefriedigend. Was verbindet uns Katholiken mit einander, wenn es nicht die katechetischen Grundlagen sind, die die Kirche uns schenkt: Die Heilige Schrift und der Katechismus, der uns in den Glauben der katholischen Kirche einführt? Wer dies infrage stellt, mit dem wird ein Austausch unfruchtbar.

Preist ihn laut vor allem, was lebt

Eigentlich das Grundmotiv, aus dem ein christlicher Blogger schreibt.
Gepriesen sei Gott, der in Ewigkeit lebt, * sein Königtum sei gepriesen! Er züchtigt und hat auch wieder Erbarmen, † er führt hinab in die Unterwelt und führt auch wieder zum Leben. * Niemand kann seiner Macht entfliehen.Bekennt euch zu ihm vor allen Völkern, ihr Kinder Israels, * denn er selbst hat uns unter die Völker zerstreut.Verkündet dort seine erhabene Größe, * preist ihn laut vor allem, was lebt. Denn er ist unser Herr und Gott, * er ist unser Vater in alle Ewigkeit.Er züchtigt uns wegen unsrer Sünden, * doch hat er auch wieder Erbarmen.
aus dem Buch Tobit.

Montag, 17. November 2014

Mein neues Blog zum Glauben entsteht

Seit langer Zeit habe ich mich nun doch wieder entschlossen, ein Blog zum Glauben zu schreiben. Schon vor einigen Jahren hatte ich "katholisch" gebloggt. Aus dem Leben eines Katholiken bloggte ich damals anonym. Wie so viele in der sogenannten Blogözese. Ich nannte mich damals hans03.

Inzwischen bin ich im Glauben etwas reifer geworden und auch an Alter gewachsen. Dazu gehört für mich, dass ich bewusst unter meinem realen Namen blogge. Damit mache ich mich angreifbar und verwundbar. Aber hat dies unser Herr Jesus Christus nicht auch getan? Er hat sich niemals unter einem Pseudonym versteckt und ist treu geblieben, bis ans Ende am Kreuz. Seine Apostel Petrus, Paulus und ... unzählige nach ihnen sind ihm nachgefolgt. Auch wir sind berufen, zu dem zu stehen, was wir glauben.

Dieses Thema hat mich immer seht beschäftigt und ist einer meiner Kritikpunkte an viele katholische Blogprojekte. Im Jahr 2014 fand das katholische Bloggertreffen unter dem Leitthema "Können katholische Blogs missionarisch sein?" Dazu habe ich einen Beitrag verfasst, welchen ihr hier noch einmal zum Nachdenken anfüge.

Anschließender Beitrag stammt noch aus meiner Zeit, bevor ich mit diesem Blog begann. Er wurde ursprünglich in meinem Blog "georg-rosenbaum.de" veröffentlicht.

“Katholische” Blogs und katholische Blogger"


Im Herbst 2014 fand in Erfurt ein Treffen katholischer Bloggerinnen und Blogger mit dem Thema “Das missionarische Potential der katholischen Bloggerszene” statt. Dazu lud das Referat Internetseelsorge der KAMP zusammen mit dem Referat Medienpastoral des Seelsorgeamts Freiburg Blogger aus ganz Deutschland tein.

Mich interessiert dies Thema sehr, obwohl ich kein “katholisches” Blog im eigentlichen Sinne betreibe. Dennoch verstehe ich mich als katholischer Blogger. Mein Blog ist ein Lokalblog, in welchem ich auch katholische Themen behandle. Gerne wäre ich bei einem solchen Treffen einmal dabei gewesen Ich hätte die anwesenden Teilnehmer gerne persönlich kennengelernt. Denn oft gibt es weder ein Impressum noch eine persönliche Vorstellung dieser Leute in ihrem Blog.. -> katholische Blogliste

Sie geben ihrem Blog manchmal lateinische Titel z.B. “Annuntiator” oder eine in religiösen Bildern, z.B. “Braut des Lammes”. Die Themen in den Blogs sind sehr vielfältig. Von Schriftbetrachtungen über fromme Gebete bis zu Beiträgen zur Kirchen- und Gesellschaftspolitik. Nicht selten betonen die Verfasser der römisch-katholischen Kirche anzugehören und kritisieren im gleichen Atemzug Entwicklungen der eigenen Kirche, in den deutschen Bistümern. Dies wirkt manchmal doch ein wenig schräg auf mich, weil ja der Bischof vor Ort mit Autorität Roms aufgrund der apostolischen Sukzession die Teilkirche vor Ort leitet. Unser Hirte vor Ort ist der Bischof. Noch extremer sind “katholische” Blogs, in denen sogar die Autorität des jetzigen Bischofs von Rom infrage gestellt wird. Diese Leute sprechen von einer Sedisviskanz seit Pius XII. Sie waren allerdings wohl kaum in Erfurt beim Bloggertreffen. Die katholische Blogszene ist also sehr bunt, verwirrend und unübersichtlich. Quasi ein Spiegelbild unserer Kirche, die so viele Glieder mit unterschiedlichen Meinungen vereint.

Das Konglomerat katholischer Blogs wird deshalb auch als Blogo(s)zese (Kunstwort aus Blog und Diözese) bezeichnet. Die Betreiber haben sich häufig gegenseitig verlinkt, um so ihre Zusammengehörigkeit zu demonstrieren. Außerdem tauschen sie sich in sozialen Netzwerken (Twitter) aus und bilden auch dort eine Art virtuelle Gemeinde.

Können “katholische” Blogs missionarisch sein? Das ist ja die Frage, die auf dem Erfurter Treffen behandelt wurde. Ich glaube schon, wenn einige Bedingungen erfüllt werden. Die Voraussetzung ist, dass ein solches Blog glaubwürdig ist. Dazu gehört für mich erstens ein ordentliches Impressum. Der Verfasser muss dem Leser mitteilen, wer er ist. Dazu gehört der Vor- und Nachname und eine Anschrift. Gott hat uns einen “Tauf”-Namen gegeben. Er ruft uns beim Namen und sendet uns aus. Jemand, der anonym “evangelisieren” möchte, gilt schon von vornherein als unglaubwürdig.

Eine zweite Messlatte ist, wie man mit anderen Meinungen umgeht. Christus fordert seine Jünger auf, ihre “Feinde” sogar zu lieben. Böses mit Gutem zu vergelten. Ist der Schriftstil “demütig” und “liebevoll”? Oder werden Kritiker und Andersdenkende diffamiert oder gar ausgeschlossen? Dann gerät man schnell in den Nimbus des Sektiererhaften. Der Nichtglaubende erkennt auf diese Weise sehr schnell, ob jemand wirklich seinen Glauben praktiziert. Unglaubwürdig wird ein Blog, wenn es den Anschein hat, dass der Blogger das “Lehramt” gefressen hat. Man hat manchmal den Eindruck, dass einige Blogger päpstlicher als der Papst sind. Dabei hat dieser in seinen neuesten Schriften und Texten immer wieder zur Offenheit ermutigt. Dies bedeutet allerdings nicht, dass man die Grundwerte katholischen Glaubens über Bord werfen sollte.

Drittens können katholische Blogs nur missionarisch sein, wenn sie suchende Menschen erreichen. Dazu muss ein Blogger mit seiner Themenwahl sich in die Welt begeben ohne “in der Welt” zu sein. Reine Insiderblogs reizen allerdings nur wenige dem Glauben Fernstehende, sich in die Welt eines katholischen Blogs zu begeben. Deren Betreiber kreisen nur noch in ihrer eigenen “Blogwelt”.

Den Menschen im Alltag das Evangelium “vorzuleben” ist Auftrag eines jeden getauften Christen. Dies kann nur demjenigen gelingen, der sich selbst auf dem geistlichen Weg der ständigen Buße und Umkehr und dem Schöpfen aus dem Gebet und den Sakramenten befindet. Wer wirklich versucht, die Fülle katholischen Glaubens im eigenen Leben erstrahlen zu lassen, der wird nicht dabei stehen bleiben, unter einem Pseudonym “katholische Ansichten” im Netz zu verbreiten. Er wird mit seinem ganzen Namen dafür glaubwürdig einstehen und auch sich dafür angreifbar machen.