Mittwoch, 31. Dezember 2014

Ein guter Tipp des Priesters bei der Jahresagschlussmesse ...

Der Priester, der bei uns heute die Abschlussmesse las, gab uns in der Predigt einige Gedanken auf den Weg. Er regte an, am Jahresende darüber nachzudenken, welche Rolle Gott in unserem Leben spielt. Viele Leute würden sich auf Vorhersagen, auf die Technik oder gar auf Horoskope verlassen. doch die letzte Sicherheit hat damit niemand, meinte er. Die christliche Alternative sei es, sich ganz auf Christus zu verlassen. "Wie wäre es, wenn Sie um Mitternacht einmal darum beten würden, dass der Herr sie im Neuen Jahr leiten möge?" Diese Anregung gab er uns zum Ende der heiligen Messe. 

Dienstag, 30. Dezember 2014

Mein Glaubensvorsatz im Neuen Jahr

Das Glaubensbekenntnis ist ein Schlüssel zum Glauben. Denn es ist die Zusammenfassung des gesamten Glaubens in komprimierter Form. Ich bete das apostolische Glaubensbekenntnis jeden Morgen beim Aufstehen. Damit möchte ich Gott loben und zum Ausdruck bringen, dass ich gläubig den Tag leben möchte.

Noch umfassender und detaillierter ist das Große Glaubensbekenntnis., auch Nicäno-Konstantionopolitanum genannt. In ihm kommt die Gottheit Christi noch intensiver zum Ausdruck. Es sollte gerade in unserer Zeit viel öfter gebet werden, in der die Gottheit Christi vielfach nicht oder nur noch sehr begrenzt geglaubt und verkündet wird. Das Große Glaubensbeknntnis ist eine sehr gute Grundlage für jeden katholischen Christen, auch anderen gegenüber Rede und Antwort in Fragen des Glaubens stehen zu können.

Ein guter Vorsatz im Neuen Jahr ist es, sich intensiver mit dem Großen Glaubensbekenntnis zu beschäftigen. Ich nehme mir vor, es auswendig zu lernen. Learning by Heart heißt es im Denglischen.


Wir glauben an den einen Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
der alles geschaffen hat, 
Himmel und Erde,
die sichtbare und die unsichtbare Welt.
Und an den einen Herrn Jesus Christus,
Gottes eingeborenen Sohn,
aus dem Vater geboren vor aller Zeit:
Gott von Gott,
Licht vom Licht,
wahrer Gott vom wahren Gott
gezeugt nicht geschaffen,
eines Wesens mit dem Vater;
durch ihn ist alles geschaffen.
Für uns Menschen und zu unserem Heil
Ist er vom Himmel gekommen,
hat Fleisch angenommen
durch den Heiligen Geist
von der Jungfrau Maria
und ist Mensch geworden.
Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus
Hat gelitten und ist begraben worden,
ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift
und aufgefahren in den Himmel.
Er sitzt zur Rechten des Vaters
Und wird wiederkommen in Herrlichkeit,
zu richten die Lebenden und die Toten;
seiner Herrschaft wird kein Ende sein.
Wir glauben an den Heiligen Geist,
der Herr ist und lebendig macht,
der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht
der mit dem Vater und dem Sohn
angebetet und verherrlicht wird,
der gesprochen hat durch die Propheten
und die eine, heilige katholische und apostolische Kirche.
Wir bekennen die eine Taufe zur Vergebung der Sünden.
Wir erwarten die Auferstehung der Toten
und das Leben der kommenden Welt.
Amen.

Auf dem Pilgerweg im Glauben

Der Retter ist da! Das ist die Weihnachtsbotschaft. Jesus Christus ist gekommen, uns aus der Finsternis zu befreien. Von der Botschaft haben Caspar, Melchior und Balthasar gehört und befinden sich auf dem weiten Weg, um den Messias zu suchen. Sie haben einen Stern entdeckt, der die Ankunft des Herrn ankündigt, und folgen seinem Licht. Sie glauben und wollen mit eigenen Augen den Herrn sehen und ihn anbeten. Auch wir glauben und sind auf dem Pilgerweg des Glaubens. Dabei haben wir einen weiten Weg, manchmal auch beschwerlich, zu gehen. Christus nicht aus den Augen zu verlieren ist dabei das Wichtigste. Das sagt uns auch Bischof Oster in einem Beitrag auf Facebook. Was für Geschenke haben wir für Ihn, den Messias, dabei? Medizin (Myrrhe), Gebet (Weihrauch) und unser materielles Eigentum (Gold)? Oder sind dies Symbole unserer Last, von der wir uns bei dem Heiland befreien wollen? Gelingt es auch uns, die Erscheinung des Herrn in uns aufleuchten zu lasssen? Das gewähre uns Gott!

Auf dem Weg. Detail aus unserer Familienkrippe.




Sonntag, 28. Dezember 2014

Gedanken zur Sterbehilfe

Die Diskussion um eine würdevolle Sterbebegleitung gewinnt eine andere Dimension, wenn man selber mit der Wirklichkeit konfrontiert wird.

Ein Freund von mir erlitt vor vier Wochen einen Herzinfarkt. Er konnte nach 25 Minuten Herzstillstand wiederbelebt werden und liegt seitdem nun im Koma auf der Intensivstation in einem Krankenhaus. Ich war am zweiten Weihnachtstag bei ihm zu Besuch. Sein Zustand ist unverändert. Er war nicht ansprechbar. Die ganze Situation beschäftigt mich sehr.

 Wo ist seine Seele? Konnte er meine Gegenwart erkennen? Muss er leiden? Auch die Frage, welchen Sinn die Aufrechterhaltung seines Lebens überhaupt hat. Er wird künstlich ernährt und mit Sauerstoff versorgt. Die medizinische Technik ermöglicht überhaupt sein Weiterleben. Ohne die Versorgung wäre er längst verstorben.

 Unser christlicher Glaube verbietet uns, jemanden beim Suizid zu unterstützen oder das Leben von jemanden aktiv zu beenden. Andererseits ist passive Sterbehilfe durchaus moralisch vertretbar (siehe Beitrag auf katholisch.de), wenn dies im Sinne eines "Sterbenlassens" erfolgt. Diese Problematik hätte es früher nicht gegeben, da die medizinische Versorgung nicht in der heutigen Form möglich war.

Mein Onkel erlitt vor dreißig Jahren ebenfalls einen Herzinfarkt, konnte allerdings nicht am Leben erhalten werden. Umso schwieriger wird die Situation für die nächsten Angehörigen meines Freundes. Der Zustand des Komas kann lange dauern. Die Hoffung, dass mein Freund wieder aufwacht wechselt ab mit der Verzweiflung, dass er nie wieder der Alte sein wird.

Als Christen können wir solche Situationen nur in die Hand Gottes legen. Er ist der Herr über Tod und Leben. Und er kennt alles Leid. Herr, erbarme dich meinem Freund und allen anderen Sterbenden sowie ihren Angehörigen. Schenke uns allen eine gute Sterbestunde. Und führe uns ins Leben, entweder irdisch oder himmlisch. Amen!

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Weihnachtsbotschaft aus Nigeria

Es gab viele Weihnachtsbotschaften. Die Botschaft, die mich am meisten berührt hat, ist die Botschaft von Bischof Stephen Dami Mamza aus Yola, Nigeria. In dem Land wütet Boko Haram und verfolgt gnadenlos Christen. Die Antwort, die er darauf gibt, sollte auch uns Deutschen nachdenklich machen, wo zur Zeit bei PEGIDA-Demonstrationen gegen Asylanten und Fremde demonstriert wird. Unter anderem schreibt der Bischof:

"Ich rufe alle Christen auf, durch ihre Solidarität andere Menschen willkommen zu heißen. Darüber hinaus lade ich alle ein, in das Antlitz des Kindes zu schauen, damit es ein Zeichen für einen jeden, selbst für unsere muslimischen Brüder, sein möge und eine Quelle des Wohlstandes für das Land und eine Quelle des Wohlergehens für sein Volk. Wir sollten stets daran denken, dass unser Glaube nicht nach dem Umfang unseres Wissens, unserer Bildung, unserer Theorien und nach dem, was wir sagen, bemessen wird, sondern danach, wie wir andere Menschen lieben und aufnehmen, wie wir mit ihnen teilen und uns mit ihnen zusammenschließen können. Dieser Glaube schließt unsere Erlösung mit ein: auf nationaler und auf kirchlicher Ebene. Daher lautet die christliche Botschaft in der derzeitigen Situation: Kein Leben ohne Liebe, und keine Erlösung außer durch Einheit.
Die ganze Botschaft kann im Missio-Blog gelesen werden....





Die ganze Botschaft kann im Missio-Blog gelesen werden

Frohe Weihnachten!

Möge die Weihnachtsbotschaft des Friedens alle Menschen erreichen. Gott ist Mensch geworden. Einer von uns, weil er jeden Menschen gleich seines Glaubens, Irrglaubens, seiner Nation, seines Standes und Berufes liebt und retten möchte. Gott kennt keine Fremden, kein Hass, keinen Egoismus. Er ist nicht ein Gott der Toten sondern der Lebenden. Und er lässt sich für keine politische Interessen missbrauchen. Weihnachtslieder haben auf Demonstrationen deshalb nichts verloren. Außer für eine Friedensdemo.


Dienstag, 23. Dezember 2014

Wann in der hl. Messe knieen, sitzen oder stehen?

Zu einer ehrfürchtig gefeierten hl. Messe gehört auch die fromme Körperhaltung. Sie ist Ausdruck der Teilnahme an der Liturgie. Und zwar nicht nur bei denen, die am Altar ihren Dienst leisten, sondern auch allen anderen Gläubigen, die mitfeiern. Wenn wir zum Beispiel vor dem Allrheiligsten oder dem Tabernakel niederkniien,  zeigen wir, dass wir glauben, das es sich um den lebendigen Christus handelt, den wir verehren.

Das eigentliche Geschehen in der Messe miterleben kann man nur, wenn man sich mit ganzem Körper und Seele darauf ausrichtet. Früher waren die Eltern ihren Kindern darin ein Vorbild und leiteten sie an, wann man in der Messe kniet, sitzt oder aufsteht. Doch auch viele Ältere richten sich nicht mehr an ehrfürchtige Haltungen aus und warten zum Beispiel sitzend vor dem Empfang der Eucharistie. Viele Menschen kennen die Messordnung deshalb gar nicht mehr, weil sie sie gar nicht mehr erlernt haben.

Besonders an Weihnachten besuchen viele die Christmette, die gar nicht mehr wissen, wie man sich im Gottesdienst benimmt. Katholisch.de hat deshalb einen Beitrag zu diesem Thema veröffentlicht. Doch leider fehlt, auch in anderen Beiträgen zum Thema, ein genauer Ablauf, wann man in der Messe eine bestimmte Ehrfurchtshaltung einnimmt. 

Anders ist dies bei der überlieferten alten Messe. Introibo.net hat eine genaue Abfolge der Körperhaltungen im außerordentlichen Ritus beschrieben. Es wäre schön, wenn auch die DBK und die Diözesen solche Informationen verbreiten würden. Vielleicht sollten die Priester auch in den hl. Messen kleine Hinweise geben, damit es alle wieder erlernen: "Wir warten knieend, bis wir zum Empfang der Kommunion nach vorne hingehen." So könnten wenigstens diejenigen, die wirklich an der Liturgie teilnehmen möchten, wieder lernen wie man das macht.

Sonntag, 21. Dezember 2014

Die Taufe: Was Katholiken und Protestanten eint und trennt

Selten habe ich die Gelegenheit, an einem evangelischen Gottesdienst teilzunehmen. Als lokaler Berichterstatter war ich an diesem 4. Adventssonntag zu einem feierlichen Gottesdienst anlässlich der Einweihung eines Taufbeckens und Ambos unserer evangelisch-lutherischen Nachbargemeinde eingeladen.

Nun gibt es zwischen katholischen und evangelischen Christen vieles, was uns verbindet. Der Glaube an den dreifältigen Gott. Und die Taufe, die von allen christlichen Kirchen gegenseitig anerkannt wird. Gebete wie das Vater Unser, die wir gemeinsam beten können. Und das Glaubensbekenntnis, welches sich nur minimal, aber dennoch in einem wesentlichen Punkt unterscheidet: Dem Bekenntnis zu der Kirche, der wir angehören.

Die Gottesdienstfolge unterscheidet sich ebenfalls in beiden Konfessionen. Schön sind die vielen Gesänge bei unseren  evangelischen Schwestern und Brüdern, die Schriftlesungen und der Psalm. Sogar ein Schuldbekenntnis gibt es am Anfang des evangelischen Gottesdienstes, wenngleich dies sich stark von unserem Schuldbekenntnis, welches in vielen katholischen Gemeinden leider sehr selten gebetet wird, ziemlich unterscheidet. Also kennen auch evangelische Christen Schuld und Sünde.

Interessant war für mich die Predigt des evangelischen Pfarrers über die Taufe. Er wies auf die Bedeutung des Taufbeckens hin, welches uns ständig an unsere eigene Taufe erinnern möge. Die Taufe schenke uns das "Neue Leben". Als Christen seien wir geliebt von Gott. Wenn wir uns durch Sorgen und Nöten, auch in Schuld belastet fühlen, sollten wir uns an unserer Taufe erinnern, riet der Pfarrer. Die Taufe sei wie ein Wasserzeichen in einem Geldschein. Unauslöschlich.

Dies sieht der gläubige Katholik allerdings anders. Zwar glauben wir als Katholiken ebenfalls an das unvergängliche Siegel des Taufsakraments.  Aber wir glauben, dass wir unsere Taufgnade verlieren, wenn wir sündigen. Die vielen kleinen und besonders die schweren Sünden trennen uns von Gott. Dabei ist jedoch nicht das Essen von zuviel Süßigkeiten gemeint. Das Taufsiegel ist uns von Gott her für alle Ewigkeit geschenkt, die Taufgnade kann aber von uns sündigen Menschen durchaus wieder erlöschen, obwohl wir getauft worden sind.

Auch in meinen eigenen Glaubensleben spüre ich dies immer wieder. Wenn ich gesündigt habe, beschädigt dies auch meine Spritualität. Das Beten fällt mir schwerer, auch falle ich leichter in schlechte Verhaltensweisen, was zu einer Spirale ohne Ende führt. Ich merke, dass ich Gottes Hilfe brauche, um meine Freundschaft mit ihm zu erneuern.

Daher sind wir als Katholiken gerade vor Weihnachten und Ostern, aber auch sonst im Jahresverlauf immer wieder aufgefordert, in uns zu gehen und unser Gewissen zu erforschen, ob uns etwas im Denken, Reden und Handeln von Gott getrennt hat. Die Sünden bekennen wir im Bußsakrament, dem Sakrament der Versöhnung, vor Gott, welcher uns die Vergebung der Sünden schenkt.

Nach dem Gottesdienst bin ich zur Bußandacht mit persönlicher Andachtsbeichte und Lossprechhung durch den Priester in unsere katholische Pfarrkirche gegangen. Wie froh und erleichtert war ich, als ich nach der Lossprechung durch den Priester die Gewissheit spürte, dass Gott all meine Sünden vergeben und durch sein Kreuzesopfer gesühnt hat. Für mich ist die Beichte verbunden mit der Gewissensprüfung ein Sakrament, für das ich sehr dankbar bin. Auch am heutigen Adventssonntag habe ich wieder gespürt: Nach der Beichte bin ich wieder frei für die richtige Weihnachtsfreude.

Eine Erfahrung, die uns praktizierenden Katholiken von evangelischen Christen unterscheidet! Ein Unterschied, auf den ich nicht verzichten möchte.

Donnerstag, 18. Dezember 2014

Weihnachten ohne das Christkind feiern?

Um das Christkind geht es eigentlich zu
Weihnachten, das Fest der Geburt
Christi,
Es geht mit rasender Geschwindigkeit auf das Fest Weihnachten zu. Das Fleisch für den Weihnachtsbraten habe ich schon erworben, auch den Tannenbaum gekauft. Heute landete er schon vor meiner Haustür. Das nennt man Lieferservice! Ich musste erst einmal einen Ort finden, wo ich ihn zwischenlagere. Da ich einen großen Baum habe, ist dies gar nicht so einfach. Bei mir kommt der Baum erst kurz vor Heiligabend ins Haus. Ein Tag vorher wird er aufgestellt und geschmückt. Solange muss er im Schuppen erst einmal bis Weihnachten warten. Genauso wie ich.

Auf Facebook haben schon einige meiner "Freunde" Fotos von festlich geschmückten Weihnachtsbäumen in ihrem Wohnzimmer geposted. "Wisst ihr nicht, dass Weihnachten erst in einer Woche ist," denke ich mir. Ihr Bild mit meiner Meinung kommentieren, das verkneife ich mir lieber. Solche Kommentare kommen nicht gut an. Und ich will ja niemand verärgern. Als ich den Weihnachtsbaum auf dem Vechtaer Stoppelmarkt bekrittelte, hagelte es böse Kommentare. Aber wenn die Leute jetzt schon ihren Baum im Wohnzimmer aufstellen, was wollen die dann Weihnachten noch feiern? Selbst mit "romantischer Weihnacht" hat dies nichts mehr zu tun.

Was bezwecken diese Leute eigentlich mit solchen Facebookbildern? Wollen sie ihrer Umwelt beweisen, wie toll sie sich es doch schon zu Weihnachten eingerichtet haben? In welchem Wohlstand sie leben? Für mich beweisen sie, dass sie vom eigentlichen Sinn des Weihnachtsfestes nicht mehr viel wissen. Der Weihnachtsbaum gilt als christliches Symbol. Als heller Lichterbaum soll er das Erscheinen des Christkindes, des Lichtes der Welt, symbolisieren. Für viele Zeitgenossen spielt dies keine große Rolle mehr. Sie feiern Weihnachten nur noch als Konsumfest, bei dem sie ihren Wohlstand, vielleicht ihre Familie, aber nicht die Geburt des Herrn feiern. Ein Fest mit viel Fressen und großer Geschenkeschlacht. Ich finde, so etwas ist irgendwie tot. Es ist wie eine Geburtstagsfeier, die man ohne das Geburtstagskind feiert.

Mittwoch, 17. Dezember 2014

PEGIDA rettet nicht unser christliches Abendland

Was hat die PEGIDA mit dem christlichen Glauben gemein? Offensichtlich wenig. Dennoch ist die neue Protestbewegung auch in katholischen Medien und Blogs ein Thema. Offizielle katholische Medien wie katholisch.de berichten distanziert über diese indifferente Sammelbewegung der angeblichen "Wutbürger". Hingegen werfen einige katholische Blogger wie der Kreuzknappe oder auch Peter Winnemöller "linken Mainstreammedien",  "nichts kapiert zu haben" oder gar "Etikettenschwindel" vor. Sie rechtfertigen den "#Aufschrei der Bürgerseele". ("Seele" des Stammtischbürgers wäre richtiger). Aber es gibt auch katholische Blogger, zum Beispiel Sr. Barbara, die wie ich dies anders sehen.

Worum geht es eigentlich der Pegida-Bewegung? Trotz der vielen Berichte in Internet, Funk und Fernsehen weiß man nichts genaues. Die Initiative "Patriotische Europäer Gegen die Islamisierung des Abendlandes" gibt uns auf ihrer eigenen Facebook-Seite auch keine genaue Auskunft, wie sie die angebliche Islamierung Europas verhindern will.

Genau das ist auch Grund genug, dass man sich als Christ einer solchen Sammelbewegung gegenüber nicht wohlwollend sondern  kritisch verhalten muss. Sie besteht aus Leuten, die aus ganz unterschiedlichen Gründen demonstrieren, zum Beispiel auch aus Angst vor noch mehr Zuzug von Fremden. Fremdenfeindlichkeit widerspricht aber dem christlichen Gebot der Nächstenliebe. Dieses Gebot gilt auch Menschen gegenüber, die nicht den gleichen Glauben teilen.

In der jetzigen Phase kann von einer Islamisierung Europas - im Gegensatz zum Irak und Syrien - noch gar keine Rede sein. Niemand wird gezwungen, zum Islam zu konvertieren, zu fliehen oder Nachteile in Kauf zu nehmen. Es ist auch nicht zu erwarten, dass Kirchen, Tempel oder Synagogen zerbombt. oder Leute zum Tod verurteilt werden, weil sie eine Bibel besitzen. Dies ist woanders an der Tagesordnung. Nicht wenige der PEGIDA-Demonstranten sind dem katholischen und christlichen Glauben ebenso fremd wie dem Islam gegenüber. Im Kernland der PEGIDA-Bewegnung, dem Freistaat Sachsen, ist 75% der Bevölkerung konfessionslos.

Glaubens- und Bekenntnisfreiheit ist elementarer Grundsatz aller großen christlichen Glaubensgemeinschaften und zum Glück auch (noch) fast aller europäischer Staaten. Die Gefahr, dass dieses Recht infrage gestellt wird, geht nicht nur von islamistischen Extremisten aus. Im gleichen Maße ist sie durch den Relativismus einer hedonistischen Gesellschaft bedroht, welche zunehmend jegliche religiöse Betätigung aus dem öffentlichen Leben in den privaten Bereich verdrängt.

Natürlich darf nicht verschwiegen werden, dass der Anteil der muslimischen Bevölkerung ständig weiter anwächst. Hingegen verdunstet der christliche Glaube in den europäischen Gesellschaften. Beschleunigt wird dieser Prozess auch durch die demografische Entwicklung. Das Vakuum prädestiniert die zunehmende Bedeutung der muslemischen Bevölkerungsgruppen und den Einfluss ihrer Religion auf unsere Gesellschaften.

Doch mit Demonstrationen ist diese Entwicklung nicht aufzuhalten. Der nichtmuslemische Bevölkerungsteil ist nach seiner eigenen Identität gefragt. Wer europäische Kulturtraditionen erhalten will, kommt an der christlichen Religion  nicht vorbei. Was Europa braucht ist eine Neuevangelisation, keine Demonstrationsbewegung. Rettet die PEGIDA also unser christliches Abendland? Sicher nicht.

Dienstag, 16. Dezember 2014

Adventszauber - ein schönes Gedicht

Ein schönes Gedicht sandte mir ein Vereinskamerad aus dem Fischereiverein - wie es heute modern ist - per Email. Oft erhält man ja auf diesem Weg sehr oberflächliche Grüße, in denen das Weihnachtsfest verkitscht oder sogar durch einen angeblichen "Witz" durch den Kakao gezogen wird. Wie wohltuend sind dann Karten mit Inhalten, die einen tieferen Sinn haben. Solche Gedichte und Lieder können dazu beitragen, dass man die Adventszeit zur Besinnung und stiller Betrachtung sinnvoll nutzen kann. Dies ist so ein Adventsgruß, über den ich mich wirklich gefreut habe:

Adventszauber
Das erste Lichtlein am Kranz ist entzündet
und mit ihm der stille Zauber der frommen Zeit,
die uns von Hoffnung, Liebe und Frieden kündet,
denn die heilige Nacht ist nicht mehr weit.


Mit jedem Lichtschein der weiteren zwei Kerzen
wird unsere dunkele Welt mehr und mehr erhellt,
das Licht der Liebe hält nun Einzug in den Herzen
und ihr Friedenshauch zieht sanft über die Welt.


Und das vierte Lichtlein dann entzündet,
zieht sich der Friedenshauch auch durch jeden Raum,
weil sich die Weihnacht, das Fest der Liebe ankündigt,

mit frohen Gaben unter jedem Lichterbaum.


Eine Adventskarten,über die ich mich freue.

Montag, 15. Dezember 2014

Adventsbetrachtung: Auf der Suche nach einer Herberge

Josef und die mit dem Jesuskind schwangere Gottesmutter Maria sind auf dem Weg. Sie suchen eine Herberge, damit der Retter der Welt, Jesus Christus, geboren werden kann. Auch wir sind auf dem Weg. Sind wir schwanger mit dem Herrn? Lassen wir Christus, das Licht der Welt, in uns wachsen? Oder erdrückt uns das Drumherum der Welt, unsere Sorgen, unsere Ablenkungen und unsere Pflichten das kleine Lichtlein des Glaubens, der Liebe und der Hoffung, in uns? Beten wir darum, dass es in uns Advent werden kann.
Betrachtungen der Weihnachtskrippe: Josef und Maria auf Herbergssuche.

Sonntag, 14. Dezember 2014

Gaudete! Freud und Leid, wie passt das zusammen?

Vor einigen Tagen erhielt ich einen Anruf von den Eltern eines alten Freundes. Mein Freund habe einen Herzinfarkt erlitten. Er sei zwar wiederbelebt worden, aber nicht wieder aus dem Koma erwacht. Die Eltern baten mich, den Freund im Krankenhaus zu besuchen. Sie hoffen, dass mein Freund eventuell wieder aufwacht, wenn er mich hört.

Am heutigen 3. Adventssonntag habe ich die Zeit, meinen Freund im Bremer Krankenhaus zu besuchen. Der Weg ins von mir 70 km entfernte Bremen wird nicht leicht. Mit meinem Freund habe ich zusammen meine gemeinsame Schulzeit verbracht und meine erste Rock Blues Band gegründet. Er ist einer der wenigen Mitschüler, mit denen ich auch lange nach der Schule noch befreundet bin. Auch in einer schwierigen Situation war er da und hat mir geholfen. 

Nun ist es umgekehrt. Jetzt steht sein Leben auf der Kippe und ich bin ein wenig hilflos. Wie kann ich, wie können wir, die ihn lieben, ihm helfen? Diese Fragen stellen sich auch dem gläubigen Menschen vor Gott.  Und dies gerade am Gaudete-Sonntag, dessen Botschaft lautet: "Freut euch im Herrn, der Herr ist nah!" 

In diesem Moment fühlt man sich meilenweit entfernt vom Herrn. Warum lässt er dies zu? Diese Fragen kommen in den Sinn.  Aber dies ist eine falsche Blickrichtung. Sie verwirft, dass Gott der Herr über Leben und Tod ist. Und dass das irdische Dasein nicht das Ende sondern der Anfang zu noch Größerem ist. Die Ewigkeit. Ich kann meinen Kumpel auch weiterhin besuchen und für ihn beten. Freundschaft endet nicht mit dem Tod. Vielleicht geschieht noch ein Wunder und mein Freund wacht wieder auf? Gott ist nichts unmöglich, sagt der Erzengel Gabriel der Gottesmutter Maria. Und auch uns Menschen.

Am heutigen Sonntagmorgen erhielt ich aber auch einen weiteren erfreulichen Anruf. Ein Sängerbruder hat sein drittes Kind bekommen. Bei uns in Südoldenburg ist es Sitte, dass die Nachbarschaft und die Freunde zum "Kind pissen lassen" den Vater zu einem kleinen Umtrunk besuchen und ihm zu gratulieren. Wieder eine gewisse Botschaft: Freud und Leid liegen nahe bei einander. Auch hier ist Beten angesagt: Gott zu danken für einen neuen Menschen und für die Familie zu beten. In diesem Falle darf man sich allerdings wirklich freuen. Gaudete  semper in domino!





Gaudete! Freut euch, der Herr ist nah!

Unsere alte Familienkrippe baue ich alljährlich im Advent auf.
Puh, die Adventszeit ist schon halb vorbei. Nur noch knapp anderthalb Wochen, und dann ist Weihnachten. Also schnell schon einmal die Krippe vom Speicher herunter getragen. Denn jetzt muss dem Herrn die Herberge bereitet werden.

Natürlich vor allem auch in geistiger Hinsicht. Der Krippenbau bereitet darauf mit allen Sinnen vor. Mit ihm lässt sich die ganze Heilsgeschichte des Advents und des Weihnachtfestes nachvollziehen. Die Hirten, die Herbergssuche, der Einzug von Maria und Josef in die erbärmliche Hütte. Das Christuskind wird erst an Heiligabend in die Krippe gelegt. Nach Weihnachten dann die Wanderung der heiligen drei Könige zur Krippe, um das Christkind, den Retter der Welt, anzubeten. Aber als erstes sind wir gefragt: "Bereitet dem Herrn eine Herberge". Denn nur dann wird es wirklich Weihnachten.

Montag, 8. Dezember 2014

Arbeiten an Mariä Empfängnis - wie man ein Arbeitstag in ein Hochfest verwandelt

Eigentlich ist Südoldenburg eine katholische Hochburg. Oder diese Enklave im überwiegend protestantischen Niedersachsen war es einmal. Dennoch oder vielmehr gerade deshalb sind klassisch katholische Feiertage wie das heutige Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria kein staatlicher Feiertag.

Für mich bedeutet dies, meinen Laden zu öffnen, meine Kunden zu bedienen und alle Aufgaben und Arbeiten wie an einem gewöhnlichen Tag zu verrichten. Die Kunst besteht nun darin, trotzdem aus diesem Tag einen Feiertag machen. Wie kann das gelingen?

Dazu ist Voraussetzung, dass jeder Tag im Jahreskreis bewusst gelebt wird. Hilfen hierzu geben katholische Kalender mit allen Festtagen und Gedenktagen der Heiligen. Eine weitere Hilfe bieten das Stundengebet und auch das Schott Messbuch. Wenn man jeden Tag einen Blick hinein wirft, ist man up to date.

Auch an einem Arbeitstag kann man die liturgischen Texte zumindest kurz betrachten, an das Festgeheimnis denken und auch beten. Ich bete morgens die Laudes (Dauert etwa 20 Minuten). An besonderen Feiertagen gönne ich mir auch ein gutes Mittagessen oder ein Stück Kuchen zum Kaffee. So kommt wenigstens etwas Feiertagsstimmung auf. Wenn es irgendwie möglich ist, besuche ich an hohen Feiertagen auch abends die heilige Messe.

Sonntag, 7. Dezember 2014

Kolpingjugend ohne Kolping? Wenn der Geist in einer kirchlichen Gemeinschaft fehlt.

Am ersten Dezembersonntag wird in unserer Pfarrgemeinde immer der Kolpinggedenktag gefeiert. Er beginnt mit der Feier der heiligen Messe in unserer Pfarrkirche zu Ehren des heiligen Adolph Kolping. Nach der heiligen Messe werden im Pfarrheim die neuen Mitglieder der Kolpingfamilie aufgenommen und langjährige Mitglieder geehrt. 

In der Messe erzählte unser Pfarrer viel über das Leben des heiligen Adolph Kolping. Dessen Ziel sei es gewesen in der Nachfolge Jesu den Glauben in die Tat umzusetzen. Für ihn bedeutete das, sich den Ärmsten unserer Gesellschaft zu zuzuwenden und Ihnen eine Heimat zu bieten. Unser Pfarrer sagte, dass Adolph Kolping für uns ein Vorbild sei, dem wir nacheifern sollen. Sein Leben sei durch die Liebe an Jesus Christus geprägt gewesen. Aus diesen Glauben heraus habe er den vielen Menschen in seiner Zeit geholfen.

Die Kolpingjugend zeigte einen Film ihrer vielen Events, Partys und Ausflüge während des ganzen Jahres. Die Jugendliche feierten im Zeltlager, erlebten Stuntshows und tobten im Wald. Die Kolpingjugend präsentierte sich eine Gemeinschaft mit viel Spaß und einen großen Zusammenhalt. Aber von dem Gedanken, die Adolf Kolping beseelten,  konnte ich in diesem Video nichts wieder finden. Keine heilige Messe, keine Gebetsveranstaltung oder auch eine Aktivität zur Hilfe armer oder benachteiligter Menschen. 

Auch bei anderen kirchlichen Gemeinden geht es mir oft ähnlich, dass ein religiöser Impetus häufig nahezu völlig fehlt oder an den Rand gedrängt wird. Die Landjugend begeistert die Jugend wegen ihrer tollen Erntedankparty. Die Erntdankmesse ist das Pflichtprogramm davor, aber nicht die Hauptsache. Bei Erwachsenengruppen ist es nicht anders.

Aus diesem Grund habe ich auch meistens keine Lust, mich solchen Gemeinschaften anzuschließen. Denn die eigentliche Aufgabe kirchlicher Gemeinschaften ist es nach meiner Meinung, den Glauben ihrer Mitglieder zu vertiefen und die persönliche Beziehung zu Christus zu fördern. 

Eine kirchliche Gemeinschaft, in der das Gebet und die Betrachtung und die Suche nach dem Glauben nur am Rande geschieht, verfehlt ihre eigentliche Aufgabe. Und so wünsche ich mir, dass auch in dieser Hinsicht unsere Pfarrgemeinden sich erneuern und sich mehr auf unseren Herrn Jesu Christus ausrichten.

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Barbara, eine Nothelferin für viele Fälle

Heute, am 4. Dezember, ist der Gedenktag der heiligen Barbara. Sie zählt zu den 14 Nothelfern und ist Patronin des Bergbaus, der Türme, Festungsbauten und der Artillerie; der Bergleute, Geologen, Architekten, Maurer, Steinhauer, Zimmerleute, Dachdecker, Elektriker, Bauern, Metzger, Köche, Glöckner, Glockengießer, Feuerwehrleute, Totengräber, Hutmacher, Artilleristen, Waffenschmiede, Sprengmeister, Buchhändler, Bürstenbinder, Goldschmiede, Sprengmeister und Salpetersieder; der Mädchen, Gefangenen, Sterbenden; für eine gute Todesstunde; gegen Gewitter, Feuersgefahren, Fieber, Pest und jähen Tod; der Diözese Katowice

Puh, eine Frau für viele Fälle. Man sollte sie in Ehren halten.

Montag, 1. Dezember 2014

Gemeinschaft. Advent ganz anders begonnen

Am ersten Adventssonntag findet in unserem Dorf alljährlich ein Hobbyvolleyballtunier für einen wohltätigen Zweck statt. Eine Gruppe von mittlerweile in die Jahre gekommenen Männern trifft sich seit fast 30 Jahren zum gemeinsamen Volleyballspiel und veranstaltet dieses Tunier seit nun mehr als 25 Jahren der Aktion "Sportler gegen Hunger". Ich fotografiere die Veranstaltung seit 10 Jahren und stelle die Bilder in mein Blog online. Zwischendurch gibt es Kaffee und reichlich Kuchen, eine Bockwurst und Schinkenbrot und auch das eine oder andere Bier. Irgendwie der krasse Gegensatz zum besinnlichen Advent, der uns zu mehr Ruhe, vielleicht auch Rückzug aus dem Trubel und Jubel einlädt.

Dennoch: Es ist schön, Teil einer Veranstaltung zu sein, bei der viele Menschen Spaß daran haben, für einen guten Zweck eine gemeinsame Zeit zu verbringen. Dabei ergibt sich auch das eine oder andere nette Gespräch und man spürt die Gemeinschaft mit anderen. Heute können die Leute noch mal in meiner Bildergalerie blättern und sich daran erinnern, wie schön es doch gestern war.

Davor habe ich allerdings den Adventssonntag sehr besinnlich mit der Laudes sehr besinnlich begonnen und vormittags die gemeinsame Messfeier des Papstes mit dem türkischen orthodoxen Patriachen im Fernsehen verfolgt sowie vor dem Tunier auch noch mein Gesätz des Lebendigen Rosenkranzes betrachtet. Auch hier beten wir gemeinsam, jede Rose ein Gesätz. Eine Gemeinschaft, die durch das Gebet mit einander verbunden ist.

Sonntag, 30. November 2014

Advent - In froher Erwartung

Mit dem 1. Adventssonntag beginnt die Adventszeit. Am gestrigen Samstag entzündete Kaplan Allam im Familiengottesdienst die erste Kerze des Adventskranzes. Das Licht der Kerze ist ein Symbol für den kommenden Christus, das Licht der Welt, erklärte er.
Ohne Christus leben wir in der Finsternis, in der Dunkelheit. Mit Christus ist Gott uns als Mensch zu uns gekommen, um uns aus der Finsternis der Hoffnungslosigkeit zu retten. Der Advent bereitet uns dreifach auf das Weihnachtsfest vor. Wir erinnern uns, dass die Geburt Christi vor 2000 Jahren eine historische Tatsache ist, wir erwarten seine Wiederkunft und wir beten darum, dass er in unserem persönlichen Leben eintritt.
“Warum müssen wir so lange auf das Weihnachtsfest warten, bis die 4. Kerze brennt?” Das war die Frage eines Kindes bei der gestrigen Familienmesse. “Weil man auf alles Wertvolle im Leben warten muss ,” lautete die Antwort einer der Mütter. Erwartende Vorbereitung gehört im Leben dazu. Wir hoffen auf die Ankunft eines Menschen, den wir lieben. Im Advent warten wir auf Christus, den Heiland.
Ohne eine gute (geistliche) Vorbereitung kann Weihnachten nicht gelingen. Der Advent ist eine wichtige Zeit, in der wir uns fragen, wie es um unsere persönliche Beziehung zu Christus steht. Er lädt uns ein, einen Neuanfang zu wagen. Nehmen wir uns ebenso viel Zeit für Gebet, Betrachtung der Tageslesungen und das Singen von den schönen Adventsliedern, wie für das Geschenke besorgen und die Festvorbereitung zu Weihnachten. So erhält Weihnachten einen neuen Glanz für unser Leben.

Donnerstag, 27. November 2014

Singen und Feiern zur Ehre Gottes im Kirchenchor

Unser Chor vor dem Gottesdienst in unserer Kirche
Seit einigen Jahren bin ich in der Chorgemeinschaft unserer Pfarrgemeinde. Ein Kirchenchor ist ein Beispiel für einen gelebten Katholizismus, der die Schönheit der Teilnahme an der Liturgie mit dem gemeinsamen Feiern verbindet. Beides gehört zusammen.

Besondere Erlebnisse sind für mich die feierlichen Hochämter an Weihnachten und Ostern, wenn wir als Chor die Liturgie mit gestalten dürfen. Als Sänger bekommt man immer wieder eine Gänsehaut dabei. Einige Wochen bereiten wir uns intensiv mit unseren Dirigenten darauf vor, damit es wirklich feierlich und gut klingt und die Gottesdienstteilnehmer spüren: "Heute ist Christus auferstanden!"  oder "Heute ist uns der Heiland geboren".

Nach dem Gottesdienst geht es dann in unser Pfarrheim, wo wir uns zu einem Bier noch kurz treffen. Auch das gehört dazu und ist wichtig. Im Chor ist man Bruder und Schwester, nur als gemeinsame Sängerfamilie trifft man wirklich den Ton. Dazu gehört auch, dass man mit einander privat auch gut auskommt. Mit dem Chor machen wir Feiern und Ausflüge. Zu unserem Chor gehören katholische und evangelische Christen, Leute von 30 bis über 80 Jahre alt aus allen Berufen.

Leider leiden viele Chöre an mangelndem Nachwuchs. Wir bemühen uns, immer wieder neue Leute zu uns einzuladen. Aber es ist schwer, gerade auch jüngere Leute zu überzeugen, bei uns mit zu machen. Viele wollen sich nicht verpflichten, sich zu binden. Denn auch Verpflichtungen übernimmt man als Sänger, zum Beispiel regelmäßig zu den Chorproben zu kommen. Und außerdem leiden die Chöre (zu unrecht!) an einem schlechten Image.

Für mich war es eine sehr gute Entscheidung, im Chor zu singen. Ich möchte meinen Cäcilienchor nicht mehr missen.

Mittwoch, 26. November 2014

Die Treue zum Glauben misst sich in der Behandlung des Bischofs

Beckingen ist so weit entfernt von Trier, wie Oldenburg von Rom. Im saarländischen Beckingen schlugen die Wellen hoch, als der Bischof von Trier Dr. Stephan Ackermann über die Amtsenthebung des örtlichen Pfarrers verfügte. Es gab große Proteste dagegen.  Sich selbst als "katholisch" bezeichnende Blogs und "Nachrichtenportale" wie Medrum und Kath.net nahmen diese Proteste auf und kritisierten massiv den Trierer Bischof.  Die Argumente klangen für mich ähnlich wie die Argumente der Protestbewegung "Wir sind das Volk" vom anderen Rand der Kirche. Der Pfarrer sei beim Kirchen-Volk beliebt. Der Bischof habe einen "gutkatholischen" Priester, der die Leute zum "wahren römisch-katholischen Glauben" führe, beseitigt. Das Volk protestiere dagegen, dass ein beliebter Pfarrer ihnen weg genommen werde.

Während die Päpste vor allen von Kritikern außerhalb der Kirche kritisch beäugt werden, stehen die Bischöfe (und ihre Stellvertreter, die Priester) vor allem von Gegnern innerhalb der Kirche unter Beschuss. Sich als katholisch bezeichnende Websites wie Kreuz.net, Gloria.tv aber auch kath.net haben über die Bischöfe, die den Betreibern zu lau sind, ein Bashing erhoben. Auch Bloggerkollegen, die oft päpstlicher als der Papst in Rom sind, sparen nicht mit Kritik. Und so äußern sich Blogger, die in Paderborn oder anderswo leben, über die Vorgänge im saarländischen Beckingen und Trier, denen es nun wirklich nicht zusteht.

Ich reagiere auf die Kritik gegen Bischöfe mittlerweile genauso sensibel wie auf Angriffe gegen den Papst. Ein Bischof repräsentiert in seinem Amt Christus selbst. Er leitet als Hirte seine Gläubigen und ist der Garant der Einheit seiner Teilkirche.  Seine Autorität folgt aus der apostolischen Natur unserer Kirche. Mein Hirte ist also Bischof Felix von Münster und unser Pfarrer vor Ort ist dessen Stellvertreter. Sie verweisen in ihrem Amt aber auf den einzigen Hohepriester, unseren Herrn Jesus Christus.

Die Spalter in der Kirche schlagen auf erstes auf unsere Priester und Bischöfe ein. Innerpfarreiliche Kritik gegen Priester gibt es ja ohne Ende. Dem einen ist der Priester zu lau, dem anderen weltfremd. Der dritte will einen volksnahen Pfarrer, der sich bei jedem Bierfest blicken lässt. Ich habe es sogar gehört, dass eine Gemeinde, die fusioniert wurde, am liebsten ihren eigenen Pfarrer selber eingestellt oder bezahlt hätte. Aber ein Priester ist allein Gott und dem Gehorsam zu seinem Bischof und der Kirche verpflichtet. Er ist weder käuflich noch Besitz einer Pfarrgemeinde. Nicht der Pfarrer steht allerdings im Mittelpunkt unseres Glaubens, sondern der Vater, Sohn und Heilige Geist. Das gilt für Modernisierer wie Traditionalisten unserer Kirche gleichermaßen.

Dienstag, 25. November 2014

Das Kirchenjahr hilft uns beim Wachsen in den Glauben

Jedes Jahr feiert die Kirche die Geheimnisse des Glaubens im Kirchenjahr. Es beginn immer am 1. Advent und endet am Christkönigssonntag, den wir letzten Sonntag gefeiert haben.
Der eigentliche Sinn des Jahreskreises ist es, uns in eine enge Beziehung zum Heiland zu führen. Wir erwarten seine Ankunft, feiern seine Geburt, eigentlich seine Menschwerdung. Wir begegnen Christus in seinen Evangelien und in dem, was uns seine Apostel über ihn verkünden. Wir leiden mit Christus auf seinem Weg zum Kreuz während der Fastenzeit, die am Karfreitag in seinem Kreuzestod gipfelt. Und wir  jubeln über seine Auferstehung und den Sieg über Tod und Sünde an Ostern. An Pfingsten erleben wir immer wieder neu die Ausgießung des Heiligen Geistes und erfahren dabei, dass uns Gott niemals fern bleibt. Im Verlauf des Jahreskreis gedenken wir den unzähligen Heiligen, die als Fürsprecher in unseren Anliegen vor Gott eintreten. Immer wieder feiern wir auch unsere Gottesmutter Maria, die Königin aller Heiligen. Christkönig feiern wir den wahren König, den Herrn des Himmels und der Erde.

Je intensiver wir den Schatz eines Kirchenjahres heben, desto mehr wachsen wir im geistlichen Leben. Nehmen wir uns im neuen Kirchenjahr vor, jeden Tag unseren Blick und unser Gebet im Fluß des Jahreskreises zu halten. Den jeweiligen Tagesheiligen für die Anliegen unseres Nächsten um Fürbitte anzurufen. Die Gottesmutter zu bitten, uns und unsere Lieben an die Hand zu nehmen und zu Christus zu führen.

Sonntag, 23. November 2014

Konzert zugunsten unseres Hochaltars und Orgel am Christkönigssonntag

Konzert für unseren Hochaltar
Zwei Orchester mit 85 Musikern gaben am Christkönigssonntag ein Konzert in unserer Pfarrkirche. Sie baten die Zuhörer um eine Spende für den Erhalt unseres wertvollen Hochaltars und und für die Reparatur unserer Orgel.

Unser Hochaltar stammt aus der Werkstatt Knoche und Diederichs der Wiedenbrücker Schule in Rheda-Wiedenbrück und ist in seiner Art einzigartig.  Er wurde 1907 in unserer Kirche aufgestellt und im Jahre 1965 im Zuge der Liturgiereform aus unserer Kirche entfernt und bei Landwirten gelagert. Erst im Jahr 1983 wurde er auf Wunsch Bakumer Einwohner wieder aufgestellt. Er muss gereinigt werden, um Schimmelbefall zu verhindern. In unserem Hochaltar erhält das Allerheiligste im Tabernakel einen zentralen und würdigen Ort in unserer Kirche. Es war ein stimmungsvoller Abschluss des Kirchenjahres. Mehr Fotos vom Konzert in meinem Blog ...

Gebet: Herr, Du lebst und herrschest als König in Ewigkeit

Ein Gebet des Hl. Ignatius von Loyola, welches zum heutigen Christkönigssonntag passt.

Herr, gib, dass wir Deinen heiligen Namen
ebenso fürchten wie lieben;
Du entziehst ja niemals deine Leitung denen,
die du in deiner Liebe zu Dir fest begründest.
Du lebst und herrschest als König in Ewigkeit.
AMEN

 
 

Samstag, 22. November 2014

Heute feiern wir die Patronin aller Kirchenchöre

Heute ist der Gedenktag der heiligen Cäcilia. Sie soll ein schönes Mädchen gewesen sein, welche aber ihrem heidnischen Bräutigam offenbarte; Ein Engel steht mir als Beschützer meiner Reinheit zur Seite. Ihr Bräutigam gestand ihre "Unberührtheit" zu, wenn sie ihm den Engel zeige. Sie bewog ihn, sich zum Christentum zu bekehren und taufen zu lassen. Auch andere Menschen soll sie unter großen Gefahren bekehrt haben. Die heilige Cäcilia erhielt im Spätmittelalter ihr Patronat für die Kirchenmusiker durch einen Übersetzungsfehler, wonach sie bei ihrer Hochzeit die Orgel gespielt haben soll. 

Kirchenferne können dies sehr kritisch sehen und dieses Beispiel für die Unsinnigkeit der Heiligenverehrung ansehen. Sie verstehen nicht den eigentlichen Sinn der Heiligenverehrung, die für uns alle Vorbilder, Helfer in der Not und Fürsprecher bei Gott sein sollen. Die Kirche schenkte jeder Gemeinschaft einen solchen Fürsprecher, auch Patron genannt. Die Heiligen sollen uns Begleiter im Glauben sein und uns helfen, in unserem geistlichen Leben zu wachsen.

Ich gehöre auch einer katholischen Chorgemeinschaft an. Unsere Generalversammlung haben wir immer im Zeitraum des Gedenktages der heiligen Cäcilia und feiern vor Beginn der Versammlung eine heilige Messe zu Ehren unserer Patronin.

Donnerstag, 20. November 2014

Der Kampf um mehr "Toleranz"

Ursprünglich veröffentlicht auf georg-rosenbaum.de.

Zur Zeit führt die ARD eine Themenwoche, die Toleranzwoche durch. Es wird für mehr Toleranz in unserer Gesellschaft geworben. In einer Gesellschaft mit zunehmend unterschiedlichen Kulturen und Wertvorstellungen ist Toleranz unverzichtbar.,Denn ansonsten ist der Friede in der Gesellschaft gefährdet.

Doch was bedeutet Toleranz eigentlich? Abgeleitet vom lateinischen Stammwort "tolerare" (=auf Deutsch: dulden, ertragen) bedeutet dies, etwas zu ertragen, was eigenen Wertvorstellungen vom Handeln, Überzeugungen und Sitten nicht entspricht. Der Tolerante lässt auch Dinge zu, die seiner Lebensweise nicht entsprechen.

Allerdings wird die derzeitige Diskussion in einer Weise geführt, in der der Toleranzbegriff zu einem Werkzeug der totalen Umgestaltung gesellschaftlich akzeptierter Werte missbraucht wird. Ein Beispiel hierfür ist die Forderung, dass Homosexualität als "normale" Praxis innerhalb der Gesellschaft anerkannt werden soll. Weite Teile der Bevölkerung lehnen die Homosexualität immer noch ab. Gegner der Homosexualität, vor allem traditionell gläubige Christen, werden an den Rand der Gesellschaft gedrängt, Sie werden als "homophob" gebrandmarkt.

Aber Toleranz bedeutet nicht, dass man seine bisherigen Wertvorstellungen über Bord werfen muss. Sie fordert nur Respekt gegenüber Menschen ein, welche andere Werte ihrer Lebensweise zugrunde legen. Der christliche Glaube stellt dem Prinzip der Toleranz eine viel weitreichendere Alternative entgegen: Die Nächstenliebe fordert nicht nur, den Anderen zu respektieren, sondern ihn sogar zu lieben. Dies bezieht sich auf jeden Menschen, gleich seiner Lebens- und Denkweise, egal, ob er gut oder böse ist. "Liebe deine Feinde," ist die Forderung an jeden Christen. Der Christ soll kein böses Wort gegenüber seinem Mitmenschen äußern:
29 Über eure Lippen komme kein böses Wort, sondern nur ein gutes, das den, der es braucht, stärkt und dem, der es hört, Nutzen bringt. 30 Beleidigt nicht den Heiligen Geist Gottes, dessen Siegel ihr tragt für den Tag der Erlösung. 31 Jede Art von Bitterkeit, Wut, Zorn, Geschrei und Lästerung und alles Böse verbannt aus eurer Mitte! 32 Seid gütig zueinander, seid barmherzig, vergebt einander, weil auch Gott euch durch Christus vergeben hat. (Epheserbrief 4.29 ff)
Das 5. Gebot "Du sollst nicht töten" stellt auch den Rufmord als schweren Verstoß gegen die Liebe Gottes dar, der jeden Menschen "als sein Ebenbild" erschaffen hat.

Die katholische Kirche fordert auch gegenüber Homosexuellen "Respekt, Mitleid und Achtung" (Katechismus der kath. Kirche, Nr. 2358). Allerdings stellt sie eindeutig fest, dass praktizierte Homosexualität ein Verstoß gegen das sechste Gebot "Du sollst die Ehe nicht brechen" ist. Dem Homosexuellen mit Achtung und Respekt zu begegnen heißt also für den gläubigen Christen noch lange nicht, sein Handeln gut zu heißen.

Mittwoch, 19. November 2014

Elisabeth, eine Heilige der Nächstenliebe

Sympathisch, dass die Kirche "Heilige der Nächstenliebe" besonders ehrt. Heute ist der Gedenktag von Elisabeth von Thüringen. Nach glücklicher aber kurzer Ehe entschied sich die reiche Adlige zu einem Leben in Armut als Franziskanerterziarin  


Gleichzeitig lese ich den passenden Impuls auf Fatima Online

Die Menschen vergessen zu sehr ihre Heiligen!


So mahnt der heilige Petrus Kanisius. „Kämpfet gut“, schreibt Petrus Kanisius, „leset jeden Abend die Lebensbeschreibung des folgenden Tagesheiligen oder lasset sie von einem Familienmitglied vorlesen, und ihr werdet die Kraft und den Segen erfahren!“

„Und ihr Gelehrten, ihr Doktoren und Männer der Wissenschaft! Wollt ihr die Trugbilder der falschen Weisheit eurer Zeit zerstreuen, so jagt ihnen nicht selber nach; geht bei der Kirche und ihren großen Heiligen und Lehrern in die Schule, wie ich es getan habe – und ihr werdet weiser sein als eure Widersacher.   (Hl. Petrus Kanisius)


Quelle: Sonne Dich – P. Max Dudle – Hrsg.: DVCK e. V., Frankfurt am Main

Dienstag, 18. November 2014

Aufruhr gegen den Bischof

Versetzungen von Priestern sind im Alltag der Kirche eigentlich ganz normal. In unserer Kreisstadt Vechta war zum Beispiel die Enttäuschung groß, als der Pfarrer versetzt wurde. Gerade hatte die Stadtpfarrei die Fusion verdaut und es war ein wenig Ruhe eingetreten. Achselzuckend wird in den meisten Fällen eine Personalentscheidung von den Gemeindemitgliedern hingenommen. Nicht wenige reagieren darauf mit einer stillen Kündigung ihrer Pfarreimitgliedschaft.

In der Blogözese wird eine solche Versetzung in der Pfarreigemeinschaft Beckingen sehr kritisch behandelt. Der Pfarrer sei bei seinen Jugendlichen sehr beliebt gewesen, lese ich. Gegen ihren Willen habe Bischof Ackermann den Priester versetzt. Je mehr ich mich dafür interessiere, umso erstaunter bin ich. Sogar auf der offiziellen Homepage der Pfarreigemeinschaft Beckingen wird der Bischof kritisiert. 

Ich kenne die Hintergründe in Beckingen nicht. Allerdings: jeder Katholik weiß, dass der Bischof  die alleinige Entscheidung darüber hat, wo er seine "Stellvertreter" einsetzt oder entlässt. Was "gutkatholische" Blogs und Websites oft bei "Wir sind Kirche" kritisieren, dürfen sie nicht selber machen: Die Autorität eines Bischofs infrage stellen.

Talent und unfruchtbarer Austausch

Zwei gegenläufige Botschaften prägen mich diese Woche. Zum einen die Predigt im Sonntagshochamt von unserem Pfarrer über das Evangelium. Jesus erzählt seinen Jüngern ein Gleichnis: Ein Mann geht auf Reisen und vertraut seinen Dienern sein Vermögen an (Matthäus 25,14-30). Diejenigen, die dessen Vermögen ("Talente") am besten "verzinsen", belohnt er, derjenige, der sich aus Furcht vor dem Risiko sein Vermögen eingräbt, nimmt er alles und gibt es denjenigen, die bereits viel haben. "Werft den nichtsnutzigen Diener hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen." Mit diesen harten Worten endet die Epistel.

Wie so oft erhält man bei der Betrachtung und Auslegung der Heiligen Schrift immer wieder neue Botschaften des Herrn. Unser Pfarrer legte für mich überraschenderweise als wichtigstes "Talent" die Beziehung zu Jesus aus. Darauf war ich noch nicht gekommen. Denn auf die persönliche Beziehung zu Christus kommt es in unserem Leben an. Menschen, die nicht mehr beten, würden vielleicht zunächst noch formal Christen bleiben. Später würden sie die Verbindung zum Glauben völlig verlieren, keine Sakramente mehr empfangen und auch ihr alltägliches Verhalten dem Christlichen widersprechen. Kein Glaube also ohne Gebet, persönliche Christusbeziehung und ohne Sakramente

Zum zweiten war es ein Briefwechsel mit einem Katholiken, der auf meinen Blogbeitrag "Der große Wirbel um die katholische Ehe" reagierte. Er stellte meine Ansichten zur Sexualmoral der katholischen Kirche in Frage. Das ist völlig in Ordnung! Ich bin schließlich nicht das Lehramt der Kirche. Allerdings: es gibt ein Lehramt der katholischen Kirche, welches deutliche Aussagen zum Thema macht. Mein Briefpartner sagte, dass er am "Rande der Kirche" stehe aber durch die offene und menschliche Art von Papst Franziskus beeindruckt werde. Er hoffe auf eine "Reform" der Kirche. Er lehne Katechismen grundsätzlich ab, weil sie den Glauben in "Beton" gießen würden.

Er gebe zu, dass er sonntags nicht regelmäßig zur Kirche gehe. Er sei durch die vielen Missstände in der Kirche verletzt und fordere mehr Offenheit, zum Beispiel gegenüber Wiederverheiratete und Homosexuelle. Es wechselte an Argumenten eine Email nach der anderen hin und her. Das Ergebnis blieb für beide unbefriedigend. Was verbindet uns Katholiken mit einander, wenn es nicht die katechetischen Grundlagen sind, die die Kirche uns schenkt: Die Heilige Schrift und der Katechismus, der uns in den Glauben der katholischen Kirche einführt? Wer dies infrage stellt, mit dem wird ein Austausch unfruchtbar.

Preist ihn laut vor allem, was lebt

Eigentlich das Grundmotiv, aus dem ein christlicher Blogger schreibt.
Gepriesen sei Gott, der in Ewigkeit lebt, * sein Königtum sei gepriesen! Er züchtigt und hat auch wieder Erbarmen, † er führt hinab in die Unterwelt und führt auch wieder zum Leben. * Niemand kann seiner Macht entfliehen.Bekennt euch zu ihm vor allen Völkern, ihr Kinder Israels, * denn er selbst hat uns unter die Völker zerstreut.Verkündet dort seine erhabene Größe, * preist ihn laut vor allem, was lebt. Denn er ist unser Herr und Gott, * er ist unser Vater in alle Ewigkeit.Er züchtigt uns wegen unsrer Sünden, * doch hat er auch wieder Erbarmen.
aus dem Buch Tobit.

Montag, 17. November 2014

Mein neues Blog zum Glauben entsteht

Seit langer Zeit habe ich mich nun doch wieder entschlossen, ein Blog zum Glauben zu schreiben. Schon vor einigen Jahren hatte ich "katholisch" gebloggt. Aus dem Leben eines Katholiken bloggte ich damals anonym. Wie so viele in der sogenannten Blogözese. Ich nannte mich damals hans03.

Inzwischen bin ich im Glauben etwas reifer geworden und auch an Alter gewachsen. Dazu gehört für mich, dass ich bewusst unter meinem realen Namen blogge. Damit mache ich mich angreifbar und verwundbar. Aber hat dies unser Herr Jesus Christus nicht auch getan? Er hat sich niemals unter einem Pseudonym versteckt und ist treu geblieben, bis ans Ende am Kreuz. Seine Apostel Petrus, Paulus und ... unzählige nach ihnen sind ihm nachgefolgt. Auch wir sind berufen, zu dem zu stehen, was wir glauben.

Dieses Thema hat mich immer seht beschäftigt und ist einer meiner Kritikpunkte an viele katholische Blogprojekte. Im Jahr 2014 fand das katholische Bloggertreffen unter dem Leitthema "Können katholische Blogs missionarisch sein?" Dazu habe ich einen Beitrag verfasst, welchen ihr hier noch einmal zum Nachdenken anfüge.

Anschließender Beitrag stammt noch aus meiner Zeit, bevor ich mit diesem Blog begann. Er wurde ursprünglich in meinem Blog "georg-rosenbaum.de" veröffentlicht.

“Katholische” Blogs und katholische Blogger"


Im Herbst 2014 fand in Erfurt ein Treffen katholischer Bloggerinnen und Blogger mit dem Thema “Das missionarische Potential der katholischen Bloggerszene” statt. Dazu lud das Referat Internetseelsorge der KAMP zusammen mit dem Referat Medienpastoral des Seelsorgeamts Freiburg Blogger aus ganz Deutschland tein.

Mich interessiert dies Thema sehr, obwohl ich kein “katholisches” Blog im eigentlichen Sinne betreibe. Dennoch verstehe ich mich als katholischer Blogger. Mein Blog ist ein Lokalblog, in welchem ich auch katholische Themen behandle. Gerne wäre ich bei einem solchen Treffen einmal dabei gewesen Ich hätte die anwesenden Teilnehmer gerne persönlich kennengelernt. Denn oft gibt es weder ein Impressum noch eine persönliche Vorstellung dieser Leute in ihrem Blog.. -> katholische Blogliste

Sie geben ihrem Blog manchmal lateinische Titel z.B. “Annuntiator” oder eine in religiösen Bildern, z.B. “Braut des Lammes”. Die Themen in den Blogs sind sehr vielfältig. Von Schriftbetrachtungen über fromme Gebete bis zu Beiträgen zur Kirchen- und Gesellschaftspolitik. Nicht selten betonen die Verfasser der römisch-katholischen Kirche anzugehören und kritisieren im gleichen Atemzug Entwicklungen der eigenen Kirche, in den deutschen Bistümern. Dies wirkt manchmal doch ein wenig schräg auf mich, weil ja der Bischof vor Ort mit Autorität Roms aufgrund der apostolischen Sukzession die Teilkirche vor Ort leitet. Unser Hirte vor Ort ist der Bischof. Noch extremer sind “katholische” Blogs, in denen sogar die Autorität des jetzigen Bischofs von Rom infrage gestellt wird. Diese Leute sprechen von einer Sedisviskanz seit Pius XII. Sie waren allerdings wohl kaum in Erfurt beim Bloggertreffen. Die katholische Blogszene ist also sehr bunt, verwirrend und unübersichtlich. Quasi ein Spiegelbild unserer Kirche, die so viele Glieder mit unterschiedlichen Meinungen vereint.

Das Konglomerat katholischer Blogs wird deshalb auch als Blogo(s)zese (Kunstwort aus Blog und Diözese) bezeichnet. Die Betreiber haben sich häufig gegenseitig verlinkt, um so ihre Zusammengehörigkeit zu demonstrieren. Außerdem tauschen sie sich in sozialen Netzwerken (Twitter) aus und bilden auch dort eine Art virtuelle Gemeinde.

Können “katholische” Blogs missionarisch sein? Das ist ja die Frage, die auf dem Erfurter Treffen behandelt wurde. Ich glaube schon, wenn einige Bedingungen erfüllt werden. Die Voraussetzung ist, dass ein solches Blog glaubwürdig ist. Dazu gehört für mich erstens ein ordentliches Impressum. Der Verfasser muss dem Leser mitteilen, wer er ist. Dazu gehört der Vor- und Nachname und eine Anschrift. Gott hat uns einen “Tauf”-Namen gegeben. Er ruft uns beim Namen und sendet uns aus. Jemand, der anonym “evangelisieren” möchte, gilt schon von vornherein als unglaubwürdig.

Eine zweite Messlatte ist, wie man mit anderen Meinungen umgeht. Christus fordert seine Jünger auf, ihre “Feinde” sogar zu lieben. Böses mit Gutem zu vergelten. Ist der Schriftstil “demütig” und “liebevoll”? Oder werden Kritiker und Andersdenkende diffamiert oder gar ausgeschlossen? Dann gerät man schnell in den Nimbus des Sektiererhaften. Der Nichtglaubende erkennt auf diese Weise sehr schnell, ob jemand wirklich seinen Glauben praktiziert. Unglaubwürdig wird ein Blog, wenn es den Anschein hat, dass der Blogger das “Lehramt” gefressen hat. Man hat manchmal den Eindruck, dass einige Blogger päpstlicher als der Papst sind. Dabei hat dieser in seinen neuesten Schriften und Texten immer wieder zur Offenheit ermutigt. Dies bedeutet allerdings nicht, dass man die Grundwerte katholischen Glaubens über Bord werfen sollte.

Drittens können katholische Blogs nur missionarisch sein, wenn sie suchende Menschen erreichen. Dazu muss ein Blogger mit seiner Themenwahl sich in die Welt begeben ohne “in der Welt” zu sein. Reine Insiderblogs reizen allerdings nur wenige dem Glauben Fernstehende, sich in die Welt eines katholischen Blogs zu begeben. Deren Betreiber kreisen nur noch in ihrer eigenen “Blogwelt”.

Den Menschen im Alltag das Evangelium “vorzuleben” ist Auftrag eines jeden getauften Christen. Dies kann nur demjenigen gelingen, der sich selbst auf dem geistlichen Weg der ständigen Buße und Umkehr und dem Schöpfen aus dem Gebet und den Sakramenten befindet. Wer wirklich versucht, die Fülle katholischen Glaubens im eigenen Leben erstrahlen zu lassen, der wird nicht dabei stehen bleiben, unter einem Pseudonym “katholische Ansichten” im Netz zu verbreiten. Er wird mit seinem ganzen Namen dafür glaubwürdig einstehen und auch sich dafür angreifbar machen.