Sonntag, 1. April 2018

Wenn Leute sich wirklich gar nichts aus Ostern machen ....

Es gibt Leute, die sich aus Ostern wirklich gar nichts machen. Dies stellt man fest, wenn man sich so in den sozialen Netzwerken umschaut. Die Leute diskutieren, posten, streiten, als wäre es ein ganz normales Wochenende. Für einen praktizierenden Christen ist manchmal schockierend, dass für nicht wenige Leute Fußball viel wichtiger ist.

Dabei findet Fußball (und Basketball) doch nun wirklich an fast jedem Wochenende statt. In meinem Dorf gibt es einen riesigen FC Bayern Fanclub. Wenn ich am Ostersonntag so durch mein Dorf radele, entdecke ich an vielen Häusern einen Fahnenmast, an dem eine rotweißblaue FC Bayern-Fahne weht. Und dies im Einzugsgebiet von Werder Bremen. Natürlich gibt es auch viele Werder-Fans. Gaaanz wichtig ist hier in Vechta der lokale Basketballclub RASTA, derzeit Spitzenreiter der zweiten Liga PRO A. Eben hatte ich diesen Dialog mit einem Facebookfreund, der fast jedes Wochenende zu einem Spiel der RASTA Vechta pilgert, als gäbe es dort das ewige Leben zu gewinnen.

So schön es ist Fan zu sein, ich bin übrigens Fan vom Hamburger Sportverein, es gibt wirklich wichtigeres, als der Lieblingsfanclub. Nämlich tatsächlich das Ewige Leben zu erlangen. Gott sei Dank, dass ich das weiß, denn sonst sähe es um meine Seelenlage angesichts der sportlichen Dauer-Katastrophe beim HSV wirklich schlecht vor. Wie armselig das sein kann, wenn der Sinn des eigenen Lebens nur am Erfolg eines Sportvereins hängt, konnte man erleben, als Fans des HSV Hamburg nach einer Niederlage anfingen zu randalieren. 

Unser Pfarrer brachte es in seiner Predigt in der Osternacht auf den Punkt: Jesus sollte immer Dreh- und Angelpunkt unseres Denkens und Handelns sein. Denn letzten Endes wird auch unser Dasein nach unserem irdischen Ende in alle Ewigkeit dadurch geprägt sein, wovon wir uns auf Erden haben prägen lassen.

Ewig nur Dauer-Siege von Bayern München oder endlos Niederlagen des HSV? Endlos Pöbeleien und Schlägereien unter Fans? Wie ätzend. Wie langweilig! Das ist dann wirklich die Hölle.

Freitag, 30. März 2018

Karfreitagsgedanken: Ist Jesus wirklich nur aus Solidarität gestorben?

Im Kreuz ist Heil! Kreuzverehrung in meiner Pfarrkirche
Ich komme gerade aus dem Karfreitagsgottesdienst wieder nach Hause. Die Predigt des Priesters hat mich nachdenklich gemacht.

Unser Priester sagte uns,  die Ereignisse vor 2.000 Jahren in Golgatha seien kein einmaliges Geschehen gewesen. Vielmehr vollziehe sich die Passion Christi auch heute noch an vielen Orten.

Er zählte nun zahlreiche Beispiele auf, wann unschuldige Menschen leiden: Sterbenskranke im Angesicht des Todes, die schwangere Ehefrau, die von ihrem Mann verlassen wird. Menschen, die gefoltert werden. Psychisch Erkrankte, die in ihren Psychosen die Hölle auf Erden erleben.

Christus sei aus Solidarität mit all jenen Menschen, die leiden müssen, gestorben und bei jedem dieser Menschen vollziehe sich die Kreuzigung von Neuem. Ich zweifele nicht, dass Christus mit jedem Menschen mitleidet, der Leid ertragen muss. Schließlich hat er in seiner Passion Hoffnungslosigkeit, Schmerzen, Spott und Entwürdigung bis zum Ende, bis zum Tod erlitten.  Aber ist jede Folter, jeder Terror, jedes Leid, dass wir Menschen ertragen müssen,  eine Vergegenwärtigung der Ereignisse von Golgatha?

Daran habe ich doch so meine Zweifel. Dies würde bedeuten, dass jeder leidende Mensch, ob er an Christus glaubt oder nicht, das ewige Leben erlangt. Selbst wenn er Gott ganz und gar ablehnt. Karfreitag ist ohne Ostern nicht denkbar, die Kreuzigung Christi wäre ohne die Auferstehung Christi, ohne den Sieg über Tod und Sünde, sinnlos gewesen.

Allerdings stimmt die Ausgangsthese des Priesters, dass Golgatha kein einmaliges Geschehen ist, sondern auch heute unzählige Male vergegenwärtigt wird. Sie ist gegenwärtig in allen Gottesdiensten, die am Karfreitag rund um den Erdball gefeiert wird. Wer andächtig an der Liturgie teilnimmt, fühlt sich in die Zuschauermenge versetzt, aus der heraus die Juden die Kreuzigung Christi verlangten.

Er erlebt hautnah, wie Pilatus keine Gründe einer Verurteilung Christi findet. Er ist dabei, als Pilatus dennoch den populistischen Forderungen aus dem Volk nachgibt und Christus als "König der Juden" dann von den römischen Soldaten grausam töten lässt. Das ganze auf einer Weise, die den Juden damals nicht möglich war. Deshalb folterten und töteten die römischen Soldaten Jesus. Eigentlich töteten sie Christus stellvertetend wegen unserer Sünden. Wer wirklich Schuld am Leiden und Kreuz Christi war, sind wir Sünder. Auch insofern vergegenwärtigt sich Golgotha auch heute immer wieder.

 Im Gegensatz zu dem vielfachen Leid, dass heute an Menschen ausgeübt wird, war Golgatha aber nicht sinnlos, denn Christus hat mit seiner Auferstehung den Tod überwunden.

Das feiern wir auch heute in jeder heiligen Messe. In jeder Eucharistiefeier wird das Leiden und den Kreuzestod des Herrn und seine Auferstehung Gegenwart. Die Eucharistie enthält die Botschaft vom Weizenkorn, das sterben muss, damit es uns zum Brot des Lebens wird. Das Allerheiligste Sakrament ist die Nahrung zum ewigen Leben.

So wird das Bild für mich rund: Ja, Christus hat Leid und Tod mit jedem von uns geteilt. Er ist im tiefsten Sinne solidarisch für uns eingetreten. Er ist wegen unserer Sünden gestorben, damit er für uns zum Brot des Lebens wird. Er hat den Tod überwunden, damit wir das ewige Leben erlangen.

Montag, 19. Februar 2018

Exerzitien im Alltag - Tag 5: "im Lichte Gottes sehen"

Was bedeutet 
"im Lichte Gottes sehen"?
Den eigenen Tellerand der eigenen
Sichtweite
zu erweitern?
Den 
Egoismus
zu durchbrechen.
Ohne sich selbst aufzugeben.

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.

Sonntag, 18. Februar 2018

Genns Bischofswort: Einen Schlussstrich unter einen alten Streit ziehen, könnte gut zur österlichen Bußzeit passen

Das Bischofswort zur österlichen Bußzeit von Bischof Dr. Felix Genn wurde am heutigen 1. Fastensonntag auch in meiner Pfarrkirche verlesen. Der Münsteraner Bischof griff das Motto des diesjährigen Katholikentages auf, der in diesem Jahr in Münster stattfindet. Es lautet "Suche Frieden!" Bischof Felix griff die lange Tradition der beiden Friedensstädte Münster und Osnabrück auf, in denen der Friedensvertrag zum 30-jährigen Krieg von 1618-1648 aufgegriffen wurde. Auch damals seien die Konflikte unter den Konfessionen wesentliche Ursachen für den damaligen Konflikt gegeben. Auch heute sei der Friede bei uns brüchig.
"Den Frieden zu suchen, ist eine ständige Aufgabe, die freilich nicht nur den Verantwortlichen in der Politik gestellt ist, sondern jeden Einzelnen von uns" (Bischof Felix Genn)
Bischof Felix ermutigt jeden einzelnen, einen eigenen Friedensvertrag zu entwerfen und zu versuchen, unter alten Streitereien "einen Schlussstrich zu ziehen und damit den Konflikt durch gute Vereinbarungen und Verzeihung zu beenden". Er könne sich aber auch vorstellen, dass der eine oder andere vergeblich versucht habe, sich um Frieden zu bemühen. Diesen Menschen empfahl er, "wenigstens darüber nachzudenken, ob nicht ein Gebet auf dem Friedensvertrag stehen könnte." Ein Gebet, in dem wir Jesus bitten, alles aus unserem Herzen wegzuräumen, das unsererseits im Wege steht. Eine weitere Möglichkeit sei es darauf zu schauen, was uns unzufrieden macht. Das ganze Hirtenwort kann man im Video unten ansehen.

 

Exerzitien im Alltag. Tag 5: In der Stille Gott den Solopart überlassen

"Wir können in der Stille Gott den Solopart überlassen.
Je regelmäßiger ich mir solche "Augenblicke" nehme,
desto mehr lerne ich, meine gewohnte Sichtweise zu verlassen.
Das Urteilen wird weniger,
der erste Schritt zum Frieden!"
 aus: "Suche Frieden - Exerzitien im Alltag"

Samstag, 17. Februar 2018

Mach etwas Gutes für dein Herz!

Mach etwas Gutes für dein Herz!
Dieser Slogan, mit dem mein Fitnessclub für die Teilnahme an einer "Cardio-Party" wirbt, fiel mir gestern beim Krafttraining ins Auge. Den Begriff Herz kann man ganz unterschiedlich verstehen. Heute verbindet man ihn oft recht einseitig. Entweder als Organ, dass gepflegt werden muss. Etwas für die eigene Gesundheit zu tun, ist für viele Menschen eine Ersatzreligion geworden.

Auf der geistigen Ebene verbinden die Menschen das Herz oft mit Gefühl. Sie verschenken ihr "Herz" an einen Menschen und erwarten von ihm das gleiche. Werden sie in ihrer Liebe enttäuscht, ist ihr Herz gebrochen und die Liebe kehrt sich in ihr Gegenteil um: Hass!

Der geistliche (=was anderes als geistig!) Mensch sieht das Herz als Ausdruck der Liebe Gottes, welches seinen Gipfel in der >Herz-Jesu-Verehrung findet.

Das Herz Jesu ist das Sinnbild und der Inbegriff der gottmenschlichen Liebe Jesu. Es ist Zeichen und Ausdruck des göttlichen Erbarmens, der »Sühne für unsere Sünden«, »unser Friede und unsere Versöhnung«. [1] (Quelle: Kathpedia)

So gesehen ist die Verehrung und Anbetung Christi ein ebenso wichtiges Training wie ausreichend Bewegung und Sport für den Menschen. Denn der Mensch besteht nicht nur aus einem vergänglichen Leib sondern auch aus einer Seele, für die Gott das ewige Leben vorgesehen hat.

Exerzitien im Alltag - Tag 4

„Herr, du hast mich durchleuchtet und nun kennst du mich. Ich kann sitzen oder stehen du weißt, wer ich bin und was ich denke. Ich kann herumliegen oder herumgehen, du weißt, wohin ich unterwegs bin“