Dienstag, 18. Dezember 2018

1. Krippenszene: Maria und Josef suchen Herberge

In diesem Jahr ist die Adventszeit sehr kurz.Schon Montag nach dem 4. Advent ist Heiligabend. Der Großteil des Weihnachtsfestes muss deshalb zum Wochenende vorbereitet sein, Einkäufe, Krippe, Weihnachtsbaum schmücken. Darum habe ich schon jetzt begonnen, meine alte Familienkrippe aufzustellen. Natürlich bleibt das kleine Jesuskind noch im Schrank. Es wird erst an Heiligabend in seine Krippe gelegt. Auch die heiligen drei Könige kommen erst nach Weihnachten ins Spiel, wenn sie auf der Suche nach dem Messias unterwegs sind, um den Stern von Bethlehem zu folgen, dem Licht der Welt.
Unsere alte Familienkrippe. 1. Szene: Maria und Josef (vorne)
sind auf der Flucht

Sonntag, 16. Dezember 2018

Unser Pfarrer wird uns verlassen - ein paar Gedanken dazu

Lange galt es als ein Gerücht. Aber jedem in unserer Pfarrgemeinde war klar, dass unser Pfarrer nicht mehr lange in unserer Kirchengemeinde bleibt. Heute, am dritten Adventssonntag, wurde am Ende des Hochamtes offiziell verkündet, dass er im kommenden Frühjahr 2019 in eine Pfarrei wechselt. (>Bericht in meinem anderen Blog)

Es ist mittlerweile längst üblich, dass alle Pfarrer nach ein paar Jahren eine neue Aufgabe gestellt bekommen. Die Gründe hierfür sind sicher vielfältig. Ein Grund liegt im Priestermangel allgemein. So müssen immer wieder Stellen neu besetzt werden. Unser Pfarrer war zehn Jahre bei uns im Amt. Daher war es für viele klar, dass eine Veränderung ansteht.

Früher war es normal, dass ein Pfarrer sein ganzes Leben an einer Pfarrei blieb. Grabsteine der Pfarrer dieser Zeiten auf unserem Friedhof künden davon. Sie waren jahrzehntelang an einem Ort. Sie waren Seelsorger eines ganzen Dorfes, mit dem Leben und der Geschichte eines Ortes eng verbunden. Regelmäßig kehrten sie bei den Familien ein. Heute ist vieles anders. Viele Menschen haben der Kirche längst den Rücken gekehrt.

Welcher Priester im Dorf Pfarrer ist, ist vielen gleichgültig. Der Pfarrer hat heute nicht nur die Menschen eines Dorfes sondern gleich mehrerer Dörfer im Auge zu behalten. Er ist zwar auch Seelsorger. Besonders bei Kasualien (Beerdigungen, Taufen, Hochzeiten). Vor allem aber ist er Verwalter und Leiter einer Pfarrei. Da tritt für viele das Seelsorgerische im Hintergrund. Der Pfarrer ist heute viel weniger sichtbar im Gemeindeleben. Ich habe unseren Pfarer oft wochenlang nicht gesehen. Die Sonntagsmessen werden oft von den drei anderen Priestern zelebriert, Werktagsmessen habe ich ganz selten mit unserem Pfarrer erlebt.

Unvergesslich bleiben aber seine Predigten, die feierlichen Messen an Hochfesten mit unserem Priester. Die Beichten, die er mir spendete. Und vor allem das Trauergespräch vor der Beerdigung meiner Adoptivmutter. Ich habe mit viele geistliche Begegnungen gehabt, die mich beeindruckten.Die eucharistischen Anbetungen. Die Lobpreismessen. Die gemeinsamen Proben mit der Lobpreisschola, die er initiierte. Daher trauere ich, dass unser Pfarrer uns nun verlässt.

Andererseits ist es aber auch sehr heilsam, dass Seelsorger regelmäßig wechseln. So wird uns immer wieder bewusst, dass nicht der Pfarrer sondern Jesus Christus der Mittelpunkt seiner Kirche ist. Kirche ist immer im Umbruch. Aber Pfarrer sind und bleiben wichtig, den sie verkörpern Kraft ihres Amtes und der Sakramente, die sie spenden, die Gegenwart Christi. Dies wissen alle Gemeinden, die ohne Priester auskommen müssen. Wenn ein neuer Pfarrer sein Amt antritt, ist dies ein Grund zum Feiern. Beten wir daher um die Berufung zum Priesteramt und um einen guten neuen Pfarrer für unsere Gemeinde.

Samstag, 15. Dezember 2018

Der Missbrauchsskandal in adventlicher Betrachtung

Alle Zerstörung der „Machtstrukturen“ in der Kirche wird zu nichts führen, wenn es nicht zu einer wirklichen geistlichen Umkehr kommt, einer geistlichen #Erneuerung unserer Kirche. Dieser Prozess endet nie. Beinahe alle sind „Sünder“, vor allem die, die mit einem Finger auf andere zeigen und mit der ganzen Hand auf sich selber weisen: Wer von denen, die Missbrauch anderer anprangern, kann sich selbst freisprechen? Auffällig ist, dass viele die Missstände bei anderen anprangern aber sehr still sind, wenn es um eigene Fehler geht. Dies beobachte ich auch bei mir selber. Heilige gibt es wenige, sie wirken zumeist im Verborgenen.

Verschwindet der eine Machthaber, folgt darauf hin die nächste Machthaberin. Frauen sind nicht das bessere Geschlecht, aber auch Männer sind es nicht. In der Kirche geht es nicht um Macht, sondern um Dienst. Gottesdienst und Dienst am Nächsten im Namen Gottes. Machtmissbrauch war und bleibt das Gegenteil davon.

Weil ich darum weiß, neben meinen Stärken auch meine eigenen Fehler und „Sünden“ kenne, weil ich an die katholische #Kirche und ihr #Evangelium glaube, trete ich nicht aus sondern bemühe mich, an der geistlichen Erneuerung mitzuwirken. Sie beginnt im Innern. Und er muss von jedem Christen geführt werden. Dazu lädt der #Advent ein.

Meine Gedanken zu einem Kommentar in unserer Zeitung und zu vielen Kommentaren zum Thema #Missbrauch in der katholischen Kirche.

Diese Gedanken habe ich heute als Reaktion einer Kolumne zum Missbrauchsskandal in der Kirche in der Oldenburgischen Volkszeitung auf Facebook gepostet

Link zur Vertiefung dieser Gedanken:
Missbrauchsskandal: Papst Franziskus fordert die ganze Kirche zu Buße auf

Sonntag, 2. Dezember 2018

Pfarrversammlung wird zum Aufbruch unserer Pfarrgemeinde

Am vergangenen Donnerstag (letzte Woche im Kirchenjahr 2018) fand die Pfarrversammlung meiner Kirchengemeinde über den neuen Pastoralplan statt. Fast an die Hundert Frauen und Männer nahmen daran teil. Sowohl unser Pfarrer als auch der Vorsitzende unseres Pfarreirates waren überrascht, dass so viele Gemeindemitglieder kamen. Im Verlauf des Abends wurde der lokale Pastoralplan vorgestellt. Im vergangenen Jahr wurde bereits von vielen Leuten einiges vorbereitet. Vier Optionen wurden herausgearbeitet, aus denen Projekte entwickelt wurden.

Die Option für die Einladung zum Glauben, die Opition für die Verbindung von Liturgie und Leben, die Option für die dienende Kirche und und die Option für das Aufsuchen und Fördern von Charismen. Die Projekte wurden von mehreren Leuten vorgestellt. Ich berichte für die Oldenburgische Volkszeitung und Kirche+Leben (Berichte erscheinen in Kürze) detaillierter darüber. Aber alles in allem war ich von der Versammlung wirklich beeindruckt. Sie war ein Impuls dafür, sich zum katholischen Glauben zu bekennen, den Willen die Barmherzigkeit, die Liebe Gottes überall wirksam werden zu lassen und für die Erneuerung des Gemeindelebens. Bleibt zu wünschen, dass vieles von dem, was in der Versammlung angeregt wurde, umgesetzt wird. Dazu zählt die Einladung von Neuzugezogenen, die vertiefte Verbindung von Liturgie und Leben sowie die verstärkte Öffentlichkeitsarbeit und Mission sowohl innerhalb als außerhalb der Pfarrgemeinde.
Link: Pastoralplan | Kath. Kirchengemeinde St. Johannes Baptist Bakum

Samstag, 1. Dezember 2018

Die Adventszeit beginnt, damit es Weihnachten werden kann

Mit der Vesper beginnt heute Abend die Adventszeit. Es ist die Zeit, in der sich Christen auf das Weihnachtsfest, das Fest der Geburt Christi vorbereiten. Advent heißt auf Deutsch Ankunft. Wir bereiten uns auf die Ankunft Christi in dreifacher Weise vor: 1. das Weihnachtsfest (Feier der Geburt Christi) 2. die Wiederkunft Christi am Ende aller Zeiten 3. die Ankunft Christi in unserem eigenen Leben. Ich wünsche allen eine besinnliche Adventszeit. Mögen wir die Zeit und die Muße bewahren, uns wirklich auf Weihnachten vorzubereiten.

Aus meiner Gebetsecke: Die 1. Kerze brennt. Die Adventszeit beginnt mit dem 1. Advent. Foto: Rosenbaum

Samstag, 24. November 2018

Katholischer Gebets- und Andachtsschatz meiner Familie

Nach dem Tod meiner Tante fand ich einen Karton voller alter Gebetbücher, Andachtsbücher und alter Heiligenlegenden. Darunter war auch drei Bände des Werkes "Das Leben unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi - Nach den Geschichten der gottseligen Anna Katharina Emmerich, aufgeschrieben von Clemens Brentano" aus dem Jahre 1880, eine katholische Bilderbibel aus dem Jahr 1909, P. M. Vogels "Lebensbeschreibungen der Heiligen Gottes" aus dem Jahre 1872 und das "Leben der Heiligen nebst praktischen Lehren für das katholische Volk" von Dechant Hermann Josef Kamp aus dem Jahre 1911.

Des Weiteren fand ich zahlreiche alte "Laudate", Andachtsbüchlein, ein "Lehrbuch der katholischen Religion" aus dem Jahre 1908 und "Mein Kind, gib mir dein Herz - Erzählungen für kleine Erstkommunikanten", das meine Tante zu ihrer Erstkommunion geschenkt bekam. Auffällig viele Bücher gibt es, die die Lehre der katholischen Kirche den Menschen nahe brachten. Es war üblich, den Glauben zu erlernen. Das Erlernen von Glaubenswissen gehört genauso wie die Andacht und das Gebet zusammen. Wie wichtig wäre es, dass auch heute den Christen der Glauben nahe gebracht würde. Wir sollten weniger diskutieren und streiten als lernen und beten. Nur so können wir den Schatz des katholischen Glaubens und der christlichen Kirche heben und die Freundschaft mit unserem Herrn Jesus Christus vertiefen.

Donnerstag, 18. Oktober 2018

Mit dem Pastoralplan in die Zukunft unserer Pfarrgemeinde?!

Ein Jahr lang hat man wenig davon gehört. Im Dezember 2017 wurde in meiner Kirchengemeinde St. Johannes Baptist Bakum der >Pastoralplan veröffentlicht. Zum 29. November lädt meine Pfarrgemeinde zu einer Pfarrversammlung ein, damit die ganze Gemeinde in diesen Plan mit eingebunden wird. Ist der Pastoralplan wirklich der Aufbruch in die Zukunft unserer Kirchengemeinde?

Wünschenswert wäre es. Als regelmäßiger Teilnehmer an den heiligen Messen nehme ich wahr, dass  die Bänke in den Sonntagsmessen immer leerer werden. An den Werktagsmessen nimmt nur ein kleiner Kreis eingeschworener Christen teil. Wir haben vier katholische Kirchen und eine evangelische Kirche in unserer Pfarrei mit ca. 6.000 Einwohnern. Alle katholischen Messbesucher könnte man spielend in nur einer Kirche mit einer Vorabendmesse am Samstag und einem Hochamt am Sonntag sowie mehreren Werktagmessen unterbringen.

Leere Messen sind ein Indiz dafür, wie krank unsere Pfarrgemeinde geistlich ist. Schließlich ist die Eucharistie Quelle und Mitte unseres Glaubens. Wenn katholische Christen nicht mehr aus dieser Quelle schöpfen, sie nicht mehr aus der Quelle der Sakramente leben, dann stirbt das geistliche Leben in unser Pfarrgemeinde aus.

Der Pastoralplan hat vier Projekte initiiert, mit denen das Leben in unserer Pfarrgemeinde erneuert werden sollen. Eine Projektgruppe beschäftigt sich damit, Neubürger in unsere Pfarrgemeinde einzuladen. Eine zweite Gruppe hat das Ziel, mit "neuen Liedern" das "Repertoire an Chorälen in unseren Gottesdiensten" zu erweitern. Eine dritte Gruppe kümmert sich um die Kinder- und Jugendpastoral, eine vierte Gruppe um "Öffentlichkeitsarbeit".

Sicher sind dies sehr wichtige und unterstützenswerte Projekte. Allerdings gibt es bereits schon jetzt eine große Vielfalt an Kirchenmusik in unserer Pfarrei. Dabei wirken drei Orchester, vier Chöre, eine Lobpreisgruppe und Kinderchöre mit. Sicher kann man die Qualität der Kirchenmusik noch erheblich verbessern. Dazu könnten zum Beispiel geeignete junge Organistinnen und Organisten beitragen. Die Orgel wird oft von älteren Menschen gespielt, denen es schwer fällt, eine qualitativ ansprechende Begleitung zu spielen.

Gegen die Erweiterung des Repertoires der Kirchenmusik mit neuen geistlichen Liedern, die junge Leute ansprechen, ist nichts einzuwenden. Allerdings sollten die klassischen Lieder gerade für die alten Leute nicht fehlen. Es ist fehl am Platz, in einer morgendlichen Werktagmesse "neue geistliche Lieder" zu singen, an der überwiegend nur Senioren teilnehmen. Die Frage bleibt, ob man mit einer "besseren" Kirchenmusik mehr Menschen an die Kirchengemeinde bindet, sie zu einer Vertiefung ihres Glaubens führt.

Das gleiche gilt für die Jugendpastoral. Die Zahl an Jugendgruppen in unseren vier Filialgemeinden können gar nicht gezählt werden. Es gibt mehrere Landjugendgruppen, Messdienergruppen, eine Kolpingjugend und zuletzt wurde sogar eine neue Pfadfindergruppe ins Leben gerufen. Regelmäßige jugendliche Messbesucher kann man allerdings an den Fingern abzählen. Auch viele Mitglieder der Chöre gehen nur noch unregelmäßig zur Messe. Geschweige denn, dass noch ein lebendiges Gebetsleben außerhalb der Messen und in den Familien gepflegt wird.

Die zentrale Frage bleibt für mich, ob der Pastoralplan zu einer größeren Verankerung eines geistlichen Lebens, einer Jüngerschaft Christi führt. Den geistlichen Kern unserer Pfarrgemeinde bilden meiner Ansicht nach alle Katholiken, die regelmäßig an der Gemeinschaft im Gebet mitwirken, besonders bei der gemeinsamen Feier der Eucharistie. Denn sie ist und bleibt die Quelle und Mitte unseres Glaubens und das Bindeglied unserer Pfarrgemeinde.