Sonntag, 7. Mai 2017

Treffen mit der Gebetsgemeinschaft Lebendiger Rosenkranz

Jungfrau von Guadalupe
Patronin der Gebetsgemeinschaft
"Lebendiger Rosenkranz"
Ganz im Zeichen des 100jährigen Jubiläums Unserer lieben Frau von Fatima stand das Treffen unserer Gruppe der >Gebetsgemeinschaft "Lebendiger Rosenkranz", welches an diesem Sonntag wieder stattfand, diesmal in unserer Pfarrei. Viele Beter waren in unsere Pfarrkirche gekommen, um zunächst mit einer Rosenkranzandacht zu beginnen. Anschließend hielt Kaplan Thomas Kathmann im Pfarrheim einen Vortrag über die Ereignisse und >Geheimnisse von Fatima.

Die schöne Frau vom Rosnkranz begegnete drei Hirtenkinder und führte sie in die drei Geheimnisse ein. Sie trug ihnen (und uns) auf, täglich den Rosenkranz zu beten für die Umkehr der Sünder. Ihr eindringlicher Aufruf ist noch heute aktuell: Betet viel!

Der Kaplan gab einen geschichtlichen Abriss der Ereignisse von 1917 bis heute und legte dar, dass das Gebet eine große Macht ist, von dem der Friede ausgeht. Er führte aus, dass das Gebet des Rosnkranzes christologisch ist, uns mit dem Heilswirken Christi verbindet, dass wir in allen Rosenkranzgeheimnissen betrachten.

Zum Abschluss erhielten die Teilnehmer noch viele Anregungen und Einladungen aus Anlass des 100 jährigen Jubiläums Unserer lieben Frau von Fatima. Zum Beispiel findet am 13. Mai aus diesem Anlass eine Wallfahrt von Münster nach Telgte mit einem Pontifikalamt mit Weihbischof Zekorn statt. (>mehr Infos ...). Kaplan Thomas Kathmann begleitert im Herbst auch eine Pilgergruppe nach Medjugorje.

Mit Kaplan Kathmann, der aus unserer Pfarrgemeinde stammt,  verbindet mich, dass er einer der wenigen Priester ist, von dem ich einen >Primizsegen erhielt. Als ich ihm das mitteilte und sagte, dass ich für ihn bete, freute er sich.

"O mein Jesus, verzeih uns unsere Sünden!
Bewahre uns vor dem Feuer der Hölle!
Führe alle Seelen in den Himmel,
besonders jene, die deiner Barmherzigkeit am meisten bedürfen.
Amen." >Fatimagebet

Mittwoch, 26. April 2017

Gebet von Bischof Dr. Felix Genn zum Katholikentag 2018 in Münster

Im kommenden Jahr findet der Katholikentag in Münster statt. Mit Spannung erwarten wir dieses Ereignis auch als Katholiken im Oldenburger Land, dem Niedersächsischen Teil im Bistum Münster. Wenngleich die Bistumsstadt gute 110 Kilometer entfernt liegt, also räumlich nicht gerade um die Ecke ist. Die westfälische Friedensstadt lädt Katholiken und andere Interessierte aus allen Regionen ein und ist ein garantiert hervorragender Gastgeber, da bin ich sicher. Unser Bischof Felix greift das Thema "Frieden" auf, welches in der Tradition der Stadt eine so wichtige Rolle spielte. Auch im wirklich wunderschönen Gebet zum Katholikentag spielt die Bitte um Frieden die zentrale Rolle. Wie wichtig ist es doch in der derzeitig so unsicheren Zeit, Und auch in unserer so zerrissenen und zerbeulten Kirche. Gerne teile ich es mit den Lesern meines Blogs und bete es mit allen gut meinenden Menschen zusammen:

Samstag, 22. April 2017

Kann das Gebet politisch sein?

Aktuell läuft gerade der AfD-Parteitag in Köln. Dies haben viele Gruppierungen zum Anlass genommen, gegen die rechtspopulistische Partei zu protestieren. Auch aus Teilen der katholischen Kirche gab es hierzu Aufrufe. Wenngleich ich selber politisch gegen die AfD aktiv bin und ihren fremden-, menschenfeindlichen und populistischen Forderungen kritisch eingestellt bin, betrachte ich solche Aufrufe immer mit ein wenig Bauchschmerzen. Warum sind diese Gruppierungen bei anderen  aus christlicher Sicht problematischen Themen so leise? Ich denke da an die Gentechnik, Sterbehilfe, Lebensrecht für Ungeborene, Armut, Terror, Kirche und Krieg, soziale und geistliche Verarmung von Teilen unserer Gesellschaft? Wäre es nicht unsere Aufgabe, überall unsere Stimme zu erheben?

Im Prinzip sollte jeder Christ sich bei allen Themen laut und vernehmbar im Sinne des Evangeliums einsetzen. Gegen eine Teilnahme jedes einzelnen Christen an Demos habe ich keine Einwände. Aber es ist nicht Aufgabe der Kirche, sich an Demonstrationen zu beteiligen. Es ist ihre Aufgabe, das Evangelium zu verbreiten. Das Gebet kann eine Quelle eines politischen Handelns eiens Christen sein sein, denn es ist die Quelle der Liebe, in der Gott uns zuerst begegnen und segnen möchte. Das Gebet ist als erstes einmal das "Gespräch" zwischen dem Beter und dem Allmächtigen. Kann es zugleich Instrument politischen Handels werden?
  • die Fürbitte, das Gebet im Anliegen anderer Menschen hat eine lange Tradition: Schon Mose bittet Gott um Gnade für sein treuloses Volk. Das Gebet für Kranke, Verfolgte und Verstorbene ist fest verankert im Glauben der Kirche. 
  • Eine sehr politische Mission hatte zum Beispiel die Gebetsgemeinschaft ">Sühnekreuzzug für den Frieden der Welt", die 1947 in Wien gegründet wurde. Nicht wenige schreiben dieser Gebetsgemeinschaft den "Erfolg" zu, dass 1955 den Staatsvertrag erhielt, welches dem Land die Unabhängigkeit zusicherte. Leider "reichte" die Zahl der Beter nicht aus, den Bau der Mauer in Deutschland im Jahr 1962 zu verhindern..
  • dem Beten und Wirken des hl. Papst Johannes Paul II. schreiben nicht wenige zu, dass die Teilung Europas wieder aufgehoben wurde.
  • Auf dem Katholikentag 1968 in Essen wurde das "Politische Nachtgebet" Teil der "Liturgie", wie >Wikipedia ausführt, aus der eine "gottesdienstliche Tradition" entstanden sei. Diese "ökumenische Gebetsgemeinschaft" wurde durch die Theologie von Dorothee Sölle geprägt, aber sowohl von der damaligen katholischen wie evangelischen Kirchenleitung kritisiert.
  • anlässlich des AfD-Parteitags in Köln hatten mehrere christliche Organisationen zu einem "Politischen Nachtgebet" aufgerufen. Der Generalsekretär des "Zentralkommitees der deutschen Katholiken" Dr. Stefan Vesper erklärte in einem Interview mit >domradio.de, es handle sich hierbei um eine "alte Gebetsform, die man in den 1960er bis 1970er Jahren entwickelt hat, die das politische Nachdenken und das politische Reflektieren  mit dem Gebet, dem "Sich-Vergewissern" und dem strittigen Gespräch verbindet."
Wobei ich nun wieder bei der Frage lande, was das nun mit dem Gebet zu tun haben soll? Leider gibt es keine Videos oder Berichte über diese Veranstaltung, aber ich bezweifele, dass hierbei überhaupt Gebete an Gott gerichtet wurden. Es handelte sich eher um eine öffentlichkeitswirksame Form des Protestes gegen die AfD.
5 Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler. Sie stellen sich beim Gebet gern in die Synagogen und an die Straßenecken, damit sie von den Leuten gesehen werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. 6 Du aber geh in deine Kammer, wenn du betest, und schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. 7 Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen. 8 Macht es nicht wie sie; denn euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet. (Mt 6.5ff)
Was ist das Wesen des Gebetes? Es beinhaltet die Anerkennung des Allerhöchsten, der letztendlich allein weiß, was gut. Es besteht nicht nur aus dem Sprechen, sondern auch aus dem Hören auf den Willen Gottes. Die Anbetung Gottes führt dazu, dass "Frieden und Versöhnung" in uns wächst, wie auf Twitter eine Frau sehr schön formulierte. Sollte das Gebet das Gegenteil bewirken, ist dies ein Zeichen, dass unser Gebet nicht wirklich eines war, sondern etwas anderes.

Es kann nicht sein, dass Gebet als eine politische Waffe benutzt wird, zum Beispiel mit dem Rosenkranz an der Pforte einer Klinik gegen die Abtreibung zu protestieren und Leute beim Betreten der Klinik sogar zu nötigen. Was anderes ist es aber, im Anliegen des Schutzes ungeborenen Lebens einen Rosenkranz zu beten. Dabei wird es allerdings schnell zum Irrglauben, wenn der "Erfolg" dieser Gebetsaktion von unserem Gebet, nicht allein von der Gnade Gottes abhängig gemacht wird.

Dienstag, 18. April 2017

... und schon ist Ostern wieder vorbei?

Die Feiertage sind gelaufen. Das feierliche Triduum Sacrum (Heiligen drei Tage Gründonnerstag, Karfreitag, Ostersonntag) ist vorbei. Nun geht es wieder an die "Arbeit". Ist Ostern in diesem Jahr damit zu Ende? Das hängt von uns ab.  Die Kirche feierte früher das Osterfest eine ganze Woche lang, die Osteroktav. Im Stundengebet spiegelt sich das heute noch heute wieder. Es werden die gleichen Psalmen und Antiphonen wie am Ostersonntag gebetet. Auch in den Schrifttexten, die gelesen werden, dreht sich alles um die Auferstehung und die Zeugnisse der Jünger, die dieses Geschehen erst selber langsam ergründen müssen. Zu wunderbar, zu unbegreiflich ist es, Auch wir, die wir dieses Geheimnis nur glaubend annehmen können, müssen uns immer wieder neu davon ergreifen lassen: "Surrexit Dominus vere"

Dies gelingt uns am ehesten durch das Feiern der Liturgie und Lesen des Evangeliums, der Frohen Botschaft. Und so empfiehlt uns Papst Franziskus am heutigen Dienstag in der ersten Woche im Osterkreis, dem Tag nach dem Osterfest:
"In dieser Osterwoche wird es uns guttun, jeden Tag die Kapitel im Evangelium zu lesen, die von der Auferstehung Jesu sprechen."

Freitag, 14. April 2017

Die unselige Diskussion um das Tanzverbot

Es ist Karfreitag, Der Hashtag >#tanzverbot trendet wieder auf Twitter. Darf man am Karfreitag tanzen? Warum gilt das Verbot von Tanzveranstaltungen an diesem Tag auch für Menschen, die mit dem Glauben gar nichts am Hut haben? Darüber wird im Internet heftig gestritten. Bei dieser Diskussion offenbart sich, dass immer mehr Menschen sich nicht mehr der christlichen Wurzeln unserer Gesellschaft noch bewusst sind, geschweige denn, diese Kultur noch weiterhin pflegen wollen.

Und es offenbart sich die Misere der Befürworter, die sich gegen die Abschaffung des Tanzverbotes einsetzen. Sie argumentieren, wenn das Tanzverbot falle, müsse auch der Feiertag abgeschafft werden. Damit erreichen sie allerdings genau das Gegenteil von dem, was sie eigentlich wollen: Die Bedeutung christlicher Feiertage zu erhalten. Die Gegner des Tanzverbotes können gut auf den Karfreitag als freien Arbeitstag verzichten. Und dafür die Erlaubnis zu ungezügelten Vergnügungsveranstaltungen zu erwirken. Ein weiterer Feiertag lässt sich dann ja an anderer Stelle einfordern.

Der Karfreitag war früher aus katholischer Sicht kein arbeitsfreier Tag. Früher wurde in unserer Familie der Vormittag benutzt, um das ganze Haus auf den Kopf zu stellen und vor dem Osterfest zu putzen. Nachmittags ging man dann zur Karfreitagsliturgie. Natürlich wurden auch die landwirtschaftlichen Tätigkeiten am Karfreitag erledigt. Für die Protestanten war der Karfreitag hingegen ein hoher Feiertag. Der Bedeutungsgehalt des Karfreitags ist mit dem arbeitsfreien Tag nicht allein zu retten. Noch weniger gilt dies für das Tanzverbot.

Wer sich für das Tanzverbot einsetzen will, muss den Menschen die Frohe Botschaft des Karfreitags verkünden, das Leiden und Sterben unseres Herrn Jesus Christus, zur Sühne der Sünden und Rettung aller, die an ihn glauben. Nur so kann man den Menschen erklären, warum man aus Respekt vor den christlichen Wurzeln unserer Gesellschaft Tanz- und Vergnügungsveranstaltungen an diesem einen Tag im Jahr verzichtet.

Donnerstag, 13. April 2017

Das vergessene Sakrament: eine Werbung für die Beichte

Das Sakrament der Versöhnung, die Beichte, gibt es in Deutschland nicht ansatzweise mehr, im Vergleich zu anderen Ländern. Dies äußerte der Präsident der Laienverbändeorganisation "Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK)" Prof. Thomas Sternberg in einem Interview auf >domradio.de. Und er mochte im genannten Interview auch nur "ungern" die sehr "persönliche" Frage beantworten, ob er selber vor Ostern zur Beichte geht. Ähnlich soll er sich gegenüber einer katholischen slowakischen Internetzeitung geäußert haben, berichtet >kath.net.  Er verneinte die Frage, ob er jemand im ZdK kenne, der noch beichtet.

Auch in meiner Pfarrei kenne ich nur wenige, von denen ich weiß, dass sie zumindest ab und zu einmal zur Beichte gehen. Bei der Bußandacht mit Andachtsbeichte verlässt die Mehrheit der kleinen Teilnehmerschar unsere Kirche, wenn der Pfarrer am Ende zur persönlichen Beichte ins Beichtzimmer und die Sakristei einlädt. Viele haben traumatische Erinnerungen an erzwungenen Beichten in ihrer Kindheit in einem dunklen Beichtstuhl. An eine Zeit, in der sie beichten mussten, dass sie ihren Klassenkameraden geärgert hatten und danach als "Strafe" aufgebrummt bekamen, drei Mal das "Vater Unser" aufzusagen. Natürlich gingen sie sowohl zur Beichte wie zu der Messe nur so lange, wie ihre Eltern noch das Sagen hatten.

Dabei ist die Eucharistie wie die Beichte die Quelle jeder persönlichen Glaubensbeziehung zu Jesus, der uns in beiden Sakramenten reich beschenken möchte. Zumindest vor Weihnachten und Ostern gehört es für mich zum Pflichtprogramm, zur Beichte zu gehen. Über das Jahr weiß ich nicht, wann es wirklich eine Beichtmöglichkeit in meiner Pfarrei gibt. Ich wartete auch schon mal umsonst vor dem Beichtraum. Wenn ich die Möglichkeit habe, fahre ich deshalb auch mal zu einer >Anbetungsnacht in eine 90 km entfernte Gebetsstätte ins Emsland, bei der man die sichere Gelegenheit zur Beichte hat. Eine Alternative ist die Kreisstadt, wo man bei den Dominikanern beichten kann.

 Natürlich kostet auch mir der Gang zur Beichte etwas Überwindung. Es beginnt mit einer gründlichen Gewissenserforschung. Was läuft schief? Wie steht es um meinen Glauben? Um meine Beziehung zu meinen Mitmenschen? Wo habe ich gefehlt? Gibt es etwas, was ich vor anderen, vor Gott, lieber verborgen halten möchte? Dunkle Ecken in meiner Seele? Verdränge ich etwas, was nicht gut ist? Manchmal bin ich mir nicht ganz klar, ob etwas eine Sünde war oder nicht. Auch dies muss geklärt werden.

Wenn ich dies alles offen und ehrlich vor Gott im Beichtstuhl bekenne, gehe ich am Ende befreit mit gestärktem Glauben und neuen Elan aus dem Beichtstuhl. Unser Pfarrer nimmt sich viel Zeit für ein geistliches Gespräch und gibt mir sehr praktische Tipps für mein (Glaubens)-Leben. Dankbar darf ich am Ende der Beichte die Lossprechung von meinen Sünden annehmen. Die Buße besteht in der Regel aus einer praktischen Übung, die mir täglich hilft, andächtiger zu werden und (wieder) tiefer in den Glauben hineinzuwachsen. Die Beichte ist also ganz anders, als viele Leute darüber denken. Sie ist die Quelle und der Schlüssel zu einem starken Glauben. Die Heilquelle für alle Gläubigen, die es in einer glaubensfeindlichen Umwelt nicht einfach haben, Salz der Erde zu sein, ein Licht in der Welt.

Ich möchte niemand in den Beichtstuhl reinschubsen. Aber Werbung für die Beichte möchte ich doch machen. Die beste Werbung sind positive Erfahrungen anderer mit der Beichte. Über dieses Thema hat die Theologin Petra Lorleberg ein Buch herausgegeben.

Lesetipp: >Beichte konkret - Positive Erfahrungen mit dem Bußsakrament

Sonntag, 9. April 2017

Palmsonntag: Mein Blick in die Karwoche

Die Fastenzeit ist schon (fast) wieder vorbei. Es ist eine Zeit, in der wir die Chance habsen, unserem Glauben neuen Schwung zu geben. Glaube braucht Rituale, Fixpunkte. Allerdings besteht immer wieder die Gefahr, dass Gebet zur Routine wird, es verblasst und leer wird. Und dann ist da das Drumherum. Da gibt es die vielen Feste und Feiern, die uns in die Gegenrichtung führen können. In diesem Jahr fiel mir auf, wie schwer es für mich war, meinen Konsumgewohnheiten standzuhalten und Verzicht einzuüben. In einem Fastenimpuls lädt uns Schwester M. Veronika ein, die Karwoche noch einmal zu nutzen, unserem (Glaubens-)leben eine neue Richtung zu geben.