Sonntag, 7. Oktober 2018

Mit den Chören des Oldenburger Landes in Rom

Hautnah erlebt: Papst Franziskus in
Rom. Foto: G. Rosenbaum

Schon lange wollte ich einmal nach Rom, die Stadt des Vatikans und damit Zentrum unseres katholischen Glaubens. Kurzfristig erhielt ich die Möglichkeit, an einer gemeinsamen Fahrt mit den Chören des Oldenburger Landes Rom zu besuchen. Für mich war eine ideale Gelegenheit als Sänger einer katholischen Chorgemeinschaft. Eigentlich hätte ich mich schon lange vorher anmelden können, aber aus privaten Gründen konnte ich mich erst spät dazu entscheiden.

Sonntag, 16. September 2018

Mitarbeiter des Offizialats Oldenburg fordert Tierbestattung mit kirchlichem Segen

Ein Mitarbeiter des Offizialates Oldenburg fordert eine kirchliche Bestattung für Haustiere. Er ist Leiter des Referates Erwachsenenseelsorge und zugleich auch Lektor und Kommunionhelfer in meiner Pfarrgemeinde. Man sollte denken, dass er beste Kenntnisse über die Lehre der katholischen Kirche hat, in deren Dienst er steht. Sein Wunsch nach einem kirchlichen Segen für eine Tierbestattung äußerte er in einem ->Standpunkt "Den Hund begraben" auf dem offiziellen Internetportal der katholischen Kirche. Kurz drauf folgte ein weiterer großer Artikel darüber in der Lokalzeitung vor Ort. Er begründet seine Forderung mit einem Ausriss aus der päpstlichen Enzyklika Laudato Si (Nr. 83). Dort heißt es:
"Der letzte Zweck der anderen Geschöpfe sind nicht wir. Doch alle gehen mit uns und durch uns voran auf das gemeinsame Ziel zu, das
Gott ist, in einer transzendenten Fülle, wo der auferstandene Christus alles umgreift und erleuchtet. Denn der Mensch, der mit Intelligenz und Liebe begabt ist und durch die Fülle Christi angezogen wird, ist berufen, alle Geschöpfe zu ihrem Schöpfer zurückzuführen."
Weiterhin begründet er seine Forderung aus pastoralen Gründen. Haustiere seien für viele Menschen wichtige Begleiter und Partner, deren Tod große Trauer auslöse. Tiere seien Geschöpfe wie Menschen, von Gott geliebt, äußert der Mitarbeiter des Offizialates. Im Zeitungsartikel setzt er sogar noch einen drauf: "Wenn ich mir meinen eigenen Hund angucke, kann ich nicht sagen, dass er keine Seele hat," - "Ich glaube, dass es oben eine große Hundewiese gibt" - "Ich mag mir den Himmel ohne meine Hunde nicht vorstellen", wird er zitiert.

Der Leiter des Seelsorgereferates im Offizialat Vechta kann sich sogar vorstellen, dass Teile eines katholischen Friedhofs für Tiere freigehalten werden, heißt es im Zeitungsbericht.

Die  Äußerungen werfen die Frage auf, ob sich seine Vorstellungen aus der Lehre der katholischen Kirche ableiten lassen. Zweifelos sind Tiere wie Menschen Geschöpfe Gottes. Wir sind berufen, verantwortungsvoll mit ihnen umzugehen. Nach der Lehre der katholischen Kirche dürfen Tiere "nicht ohne Rücksicht auf sittliche Forderungen genutzt werden" (KKK 2615). Allerdings sind Tiere dem Menschen nicht gleichrangig. Ausdrücklich heißt es im Katechismus: "Man darf Tiere gern haben, soll ihnen aber nicht die Liebe zuwenden, die einzig Menschen gebührt." (KKK 2618). Haustiere sind somit keine Familienmitglieder. Im Gegenteil, im Katechismus wird von einer Rangordnung gesprochen (vgl KKK 342, 2417). Tiere Familienmitgliedern gleichzustellen, ist unsittlich. Der Mensch soll über die Tiere herrschen, er darf sie nutzen und sich sogar von ihnen ernähren. Auch ist der Glaube an einer Seele in einem Tier lässt sich nicht aus der christlichen Glaubenslehre abzuleiten.
"In der Heiligen Schrift bedeutet der Ausdruck Seele oft das Leben des
Menschen [Vgl. Mt 16,25-26- Job 15,13.]oder die ganze menschliche Person [Vgl. Apg 2,41.]. Er bezeichnet aber auch das Innerste im Menschen [Vgl. Mt 26,38; Job 12,27.], das Wertvollste an ihm [Vgl. Mt 10,28; 2 Makk 6,30.], das, wodurch er am meisten nach dem Bild Gottes ist: ,,Seele" benennt das geistige Lebensprinzip im Menschen.
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Der Leib des Menschen hat an der Würde des Seins ,,nach dem Bilde Gottes" teil: er ist eben deswegen menschlicher Leib, weil er durch die geistige Seele beseelt wird. Die menschliche Person ist als ganze dazu bestimmt, im Leibe Christi zum Tempel des Geistes zu werden [Vgl. 1 Kor 6,19-20; 15,44-45.]." (KKK Nr. 363 und 364)
 Unweifelhaft gibt es bei einem christlichen Begräbnis einen seelsorgerlichen Aspekt. Die Angehörigen eines Verstorbenen sollen Trost im gemeinsamen Gebet durch die christliche Gemeinde erhalten. Aber gleichzeitig ist das Begräbnis Ausdruck der österlichenHoffnung des Christen auf Auferstehung nach dem Tode. Christen begleiten den Verstorbenen beim Begräbnis auf seinen letzten Weg ins ewige himmlische Leben. Das Leben des Tieres endet hingegen mit seinem irdischen Dasein.

Wie sieht der Himmel und das Leben nach dem Tode aus? Gibt es eine Hundewiese mit Hunden, wird unser Hund uns im Himmel wieder begegnen? Dies ist eher eine heidnische Vorstellung, die mit dem christlichen Glauben sicher nicht vereinbar ist. Genaue Beschreibungen, wie es im Himmel aussieht, gibt es in der christlichen Glauenslehre nicht. Aber ein deutlicher Hinweis ist, dass selbst die Ehe mit dem Tod endet und das Leben eines Auferstandenen im Himmel eine völlig neue Qualität erhält: "Denn nach der Auferstehung heiratet man nicht, noch wird man geheiratet, sondern die Menschen sind wie Engel im Himmel." (Mt 22,30) Wenn selbst die Ehe nach dem Tode endet, so wird der Hund dort sicher nicht der treueste Begleiter sein.

(Die Zitate aus der Zeitung stammen aus dem Bericht"Tote Haustiere sollen Segen der Kirche erhalten" Ausgabe der Oldenburgischen Volkszeitung vom 15. September 2018, Seite 9)

Zufällig habe ich einen Film gefunden, der eindrucksvoll dokumentiert, wie Hunde und Haustiere von vielen Zeitgenossen in übertriebener Weise vergöttert werden, also keinesfalls in christlicher Weise behandelt werden:

Dienstag, 21. August 2018

Missbrauchsskandal: Papst Franziskus fordert die ganze Kirche zu Buße auf

Die ganze Kirche leidet unter dem nie zu Enden scheinenden Missbrauchsskandal. Ebbt er an einem Ort kurzfristig ab, dauert es nicht lange, bis an einer anderen Stelle der Welt wieder entflammt. Für einige Zeitgenossen sind alle Priester und Ordensangehörige Kinderschänder. Schuld soll der Zölibat sein. Missbrauch scheint es nur in der katholischen Kirche zu geben. Von Missbrauch außerhalb der Kirche ist keine Rede. Das erscheint mir merkwürdig, weil weltfremd. Leider ist Missbrauch überall an der Tagesordnung, in allen Gesellschaftsschichten. Die Meetoo-Debatte hat es offenbart.

Dies soll nicht den Skandal in der katholischen Kirche schmälern, im Gegenteil. Es geradezu ist schockierend, dass Tausende, ja Zehntausende Menschen in der Kirche missbraucht wurden, dass Satan im Zentrum der Kirche gewütet hat. In der Kirche, die eigentlich der Ort sein sollte, in dem die Schwachen Schutz finden, in der das Reich Gottes Wirklichkeit geworden ist. Jeder praktizierende Christ kennt aber die Gefahr Satans in seinem eigenen Leben. Jeder glaubende Mensch sieht sich mit dem geistlichen Kampf konfrontiert, sich gegen das Böse, gegen die Sünde und für das Gute zu entscheiden. Leider wird niemand auf Knopfdruck heilig, keiner ist davor gefeit, nicht in Sünde zu fallen. Die Sakramente, Gebet und ständige Umkehr sind keine Wundermittel, aber unablässige Heilmittel, ja Waffen gegen die Bosheit der Sünde.

Das es Verfehlungen, ja sogar schlimme Verbrechen in unserer Kirche gegeben hat, gibt und auch in Zukunft nie ganz ausgeschlossen werden können, ist eine Wahrheit, der wir uns als Gemeinschaft der Kirche immer wieder neu stellen müssen. Papst Franziskus richtete als Konsequenz aus dem Missbrauchsskandal ein Schreiben an das ganze Volk Gottes, dass jeder Katholik gründlich lesen sollte.

In dem Schreiben fordert Franziskus nicht nur, dass alle Maßnahmen zur Bekämpfung jeder Form von Missbrauch in der Kirche eingeleitet werden sollten, nicht nur, dass die Priester und Ordensleute, die sich schuldig gemacht haben, Buße und Umkehr leisten müssen. Nein, er fordert die ganze Kirche zu Gebet, Fasten und Umkehr auf. Also auch alle Katholiken, die glauben, sich nie eines Missbrauchs schuldig gemacht zu haben. Jedes Mitglied der katholischen Kirche einschließlich jener, die die Täter wegen ihrer Missetaten bezichtigen, sind zu Gebet, Fasten und Umkehr berufen. Das Schreiben des Papstes ist ein hartes Brot für die Kirche.

Die Kernfrage ist, bin ich, ist irgendjemand, der niemand missbraucht zu haben meint, bereit zu Buße, Fasten und Gebet? Fühlt sich die ganze Kirche schuldig? Ist die ganze Kirche zu wahrhafter Umkehr und Erneuerung bereit? Hört sie auf das Petruswort?

Link: SCHREIBEN VON PAPST FRANZISKUS AN DAS VOLK GOTTES

Samstag, 26. Mai 2018

Eine Woche nach dem Fernsehgottesdienst ...

Die Woche nach der Übertragung des Gottesdienst am Pfingstmontag aus dem Langfördener "Dom", der Pfarrkirche St. Laurentius, habe ich über meinen >kritischen Beitrag noch ein wenig nachgedacht. Vor allem hat mein Leser Diasporakatholik natürlich mit seinen berechtigten Gedanken in seinem >Kommentar dazu beigetragen. Hatte ich übers Ziel hinausgeschossen? War es vielleicht sogar Stolz?

Heute war ich in der Vorabendmesse zum Dreifaltigkeitssonntag. Morgen ist bei uns Volksfest, als Fotograf bin ich den ganzen Tag unterwegs. Darum bin ich bewusst schon heute zur Kirche gefahren, um meine Sonntagspflicht zu erfüllen. In der Kirche zelebrierte der Pfarrer die Messe. Als ich in der Kirche saß, betete und mit der Gemeinde die Messe feierte, kam in mir doch ein wenig ein Reuegefühl, möglicherweise übers Ziel hinausgeschossen zu sein.

  • Im Zentrum der Liturgie steht nicht der Bischof oder der Priester, sondern immer Jesus Christus selbst, der Mitte und Quelle jeder Liturgie ist. Der Priester oder Bischof verkörpert nur seine Gegenwart, wenn er die Messe zelebriert
  • Alles drum herum dient der Anbetung Gottes. Von daher ist nicht entscheidend, ob nun der Gemeindechor oder der Pfarrer eine Rolle spielen, wenn sie es tun, dann tun sie es im Dienst an den Herrn.
  • Die Pfarrkirche ist vor allem ein Tempel Gottes, sie ist kein Gemeindezentrum. Wenn es übergeordnete Gründe erfordern, dann muss die Pfarrgemeinde die Kirche für einen Gottesdienst zur Verfügung stellen.
Der Pfarrer übte wie gewohnt in aller Demut seinen Dienst aus, ich empfing das Sakrament der Eucharistie und den Segen, wie alle, die den Ruf des Herrn folgten an seiner Feier teilzunehmen.  

Freitag, 25. Mai 2018

Blog fit gemacht für die #DSGVO

Ich habe keine Zeit und Mühen gescheut, alles Mögliche zu tun, damit mein Blog den Vorschriften der neuen Datenschutzverordnung entspricht. Dazu habe ich die aktuelle Datenschutzerklärung eingebunden. Gleichzeitig habe ich alle Kommentarfunktionen wieder aktualisiert. Ich freue mich also wieder über einen lebhaften Dialog mit meinen Lesern.

Dienstag, 22. Mai 2018

Eine Pfarrkirche wird zur Inszenierung für einen Fernsehgottesdienst

Fernsehgottesdienste sind wichtig, das sehe ich ein! Gerade für alte und kranke Menschen ist es oft die einzige Möglichkeit, am Leben der Kirche teilzunehmen. Kein Verständnis habe ich allerdings, wenn Gottesdienste inszeniert werden, um dem Anspruch einer Außendarstellung im Fernsehen gerecht zu werden.

Im Nachbardorf Langförden wurde am Pfingstmontag der Gottesdienst übertragen (-> Video ARD-Mediathek). Aufwändig wurde alles vorbereitet, damit dieses Ereignis glanzvoll auf den Bildschirm gebannt wurde. Für diesen Event leitete nicht der Pfarrer die Messe, sondern der Weihbischof. Das ist schön und gut, allerdings kommt das normalerweise nur vor, wenn gerade die Firmung in der Pfarrgemeinde gespendet wird. Sonst steht (nur) der Pfarrer Sonntag für Sonntag dem Hochamt in der Dorfkirche vor. Schade finde ich es, dass der Weihbischof den Gottesdienst nicht einmal mit dem örtlichen Pfarrer sondern einem auswärtigen Priester zelebrierte. Auch die Chöre der Pfarrei, es gibt einen Frauen- und einen Männerchor, gestalteten die Messe nicht mit, sondern auswärtige Sängerinnen und Sänger. Sogar ein anderer Organist soll eingesetzt werden sein. Ich habe gehört, dass darüber einige Mitglieder der Pfarrgemeinde verärgert gewesen sein sollen.

Im Zeitungsbericht am Tag danach las ich, das vor der Messe die Zuschauer gebeten worden seien, die "Lücken" im Hauptschiff zu schließen und während des Gottesdienstes kräftig mit zu singen, aber nicht in die Kamera zu winken. Außerdem soll am Pfingstsonntag eine 6-stündige "Generalprobe" stattgefunden haben, damit der Gottesdienst minutiös trainiert wurde. Sorry, aber eine solche Inszenierung ist nicht meine Welt!

Freitag, 11. Mai 2018

Beim Katholikentag in Münster. Die Vielfalt der katholischen Kirche erleben

Großes Chorsingen vor dem Münsteraner Dom
Von einigen in der Blogoszöse (katholischen Bloggerszene) wird der Katholikentag wie das Zentralkomitee der deutschen Katholiken hoffnungslos zerrissen. In diesem Jahr findet der Katholikentag in meinem Heimatbistum Münster statt. Das war ein guter Anlass für mich, mir einmal selbst ein Bild zu machen. Ja, es gibt schon auch Angebote, die mich nachdenklich machten. Zum Beispiel die Kirchenvolksbewegung, die wohl vorrangig nur auf solchen Ereignissen in Erscheinungen tritt. Auch politische Veranstaltungen, die die angebliche Bedrohung unserer Gesellschaft durch Konzerne an die Wand malten. Auf der anderen Seite war der Katholikentag ein buntes Fest der Vielfalt unserer Kirche. Kunst und Kultur, Liturgie und Chorgesang mit tausenden Sängern und Musikern, viele kleine Aktionen und Angebote in der ganzen Stadt Münster.

Einen Bericht über meine Eindrücke (mit Fotos) gibt es in meinem anderen Blog:

>Auf dem Katholikentag in Münster